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Boyington, 1912 im Bundesstaat
Idaho geboren, trat 1935 als Fähnrich in die Luftstreitkräfte
des USMC ein und beendete seine Ausbildung zum Jagdflieger zwei Jahre darauf.
Als die USA am 7. Dezember 1941 in den Zweiten Weltkrieg hineingezogen
wurden, wollte Captain Boyington so schnell wie möglich zum Kampfeinsatz
kommen und meldete sich zu den berühmten „Flying Tigers“ nach China.
Diese unter inoffizieller
Einwilligung der US-Regierung gebildete Söldnereinheit kam auf Seiten
der chinesischen Armee unter Tschangkaischek gegen die japanische Luftwaffe
zum Einsatz. Mit der P-40 Warhawk (600 km/h schnell und mit sechs 12,7
mm Browning MG's den „Zeros“ überlegen) ausgerüstet, schossen
die insgesamt 112 US-Piloten zwischen Dezember 1941 und Juli 1942 über
420 japanische Maschinen ab – Greg Boyington trug mit mindestens drei (nach
anderen Angaben bis zu sechs) Siegen zu diesem beeindruckenden Ergebnis
bei.
Als die „Flying Tigers“ im Sommer 1942 aufgelöst wurden, kehrte
Boyington zum USMC zurück und flog im Frühjahr 1943 als Major
und Kommandeur der Jagdstaffel VMF-122 auf Guadalcanal wieder erste Kampfeinsätze.
Als er sich bei einem Flugunfall jedoch einen komplizierten Beinbruch zuzog,
schien das Ende seiner aktiven Flugkarriere gekommen zu sein. Dies war
schon mehrmals zuvor in Sicht gewesen, denn Boyington stand in dem durchaus
nicht übertriebenen Ruf, mit seiner oft unmilitärischen Einstellung
gegenüber Vorschriften und Vorgesetzten Ärger wie ein Magnet
anzuziehen. Doch seine Erfolge im Luftkampf waren ihm stets ein wertvoller
Bonus. Und diesen nutzte Major Boyington unmittelbar nach seiner Wiedergenesung.
Obwohl man ihm anfangs aufgrund seines Alters kein Frontkommando mehr geben
wollte, überredete er den USMC-Kommandeur auf den Salomonen, ihn die
VMF-214 aufstellen zu lassen. Über der heiß umkämpften
Salomonenkette im Einsatz, schweißte Boyington den bunten Haufen
zu einem hoch motivierten Team zusammen, das innerhalb weniger Monate unzählige
Luftsiege erzielte und unter dem Namen „Black Sheep“ (Schwarze Schafe)
berühmt wurde.
Hierbei wich der aus
China so erfahrene Staffelkommandeur oft von normalen Luftkampftaktiken
ab. So verzichtete die VMF-214 auf die Tarnbemalung ihrer Corsairs um zusätzlich
aufzufallen. Ein anderes Mal täuschte die hochfliegende Staffel durch
falschen Funkverkehr vor, eine Bomberstaffel zu sein, um japanische Jäger
anzulocken. Und es kam auch vor, dass Boyington sich vor einem Gefecht
mit ihm über Funk bekannten japanischen Staffelkommandeuren unterhielt,
um einen „Treffpunkt“ auszumachen.
Boyington selbst meldete
bald seinen 20. Abschuss und bewies hervorragende Führungseigenschaften.
Obwohl ihr Vorgesetzter, gehörte der Major aufgrund seiner Persönlichkeit
genauso zu den „Schwarzen Schafen“ wie seine jungen Piloten. Seine Boxkünste
waren ebenso gefürchtet wie sein beißender Humor und die trinkfeste
Natur. Das väterliche Verhältnis zu seinen Männern, aber
auch sein für einen Jagdflieger schon hohes Alter, brachte ihm bald
den Spitznamen „Pappy“ ein.
Im Winter 1943 führte die VMF-214 andauernde Angriffe im Gebiet
der berüchtigten japanischen Hafenfestungen Rabaul und Bouganville
in den Nordsalomonen durch, wobei Major Boyington seinen 28. Luftsieg erringen
konnte und somit das alliierte Top-Ass der Pazifikfront geworden war. Weitere
vier Abschüsse galten zu diesem Zeitpunkt als unbestätigt.
Am 3. Januar 1944, drei Tage vor Ende der Fronteinsatzzeit seiner Staffel,
führte Boyington drei seiner Piloten in einen Luftkampf gegen japanische
„Zeros“, in dessen Verlauf er abgeschossen wurde und mit dem Fallschirm
im Pazifik landete. Von einem feindlichen U-Boot entdeckt und gerettet,
verbrachte das Top-Ass den Rest des Krieges in einem japanischen Gefangenenlager,
wo er sehr schlecht behandelt wurde.
Bei Kriegsende im September 1945 befreit, erhielt Lt. Colonel Gregory
Boyington am 5. Oktober von US-Präsident Harry S. Truman persönlich
die Congressional Medal of Honor sowie das Navy Cross überreicht.
Bis dahin hatte der „unbequeme“ Offizier noch keine Tapferkeitsauszeichnung
seines Landes erhalten. Die VMF-214 hat über den Salomonen insgesamt
127 anerkannte Luftsiege errungen und neben Boyington neun weitere Fliegerasse
hervorgebracht – Lt. „Bob“ Hanson war mit 21 Abschüssen sogar eines
der Top-Asse des USMC geworden und erhielt nach seinem Tod 1944 ebenfalls
die CMH.
1946 nahm ein zum Colonel beförderter Boyington
seinen Abschied aus dem aktiven Dienst.
In den Sechzigerjahren erfolglos zur Wahl in
den US-Kongress bemüht und zeitweise von Alkoholproblemen geplagt,
brachte es Boyington auf andere Art zu erneutem Ruhm, als die aufgrund
ihrer großen Erfolge einmalige Geschichte der VMF-214 „Black Sheep“
später in einer erfolgreichen Fernsehserie verarbeitet wurde, Hierbei
fungierte ein ergrauter Colonel (ret.) „Pappy“ Boyington als Berater. Die
Serie wurde nicht nur in den USA zu einem großen Erfolg. Nicht zutreffend
ist jedoch die in dieser Serie verwendete Zusammenstellung der VFM-214
aus Trinkern, Raufbolden und disziplinlosen Außenseitern.
1988 verstarb der große Jagdflieger und
wurde mit militärischen Ehren in Arlington zu Grabe getragen. Bis
heute ist sein Name einer der bekanntesten unter den Helden des ruhmreichen
Marine Corps.
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