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Thomas Buchanan McGuire – von seinen Freunden
„Tommy“ und von seinen Bewunderern „Iron Major“ genannt – stand bei Kriegsausbruch
1941 noch in der Ausbildung und erhielt seine Pilotenschwingen im Frühjahr
1942.
Nach einigen Monaten
in einer Jagdstaffel auf den verschneiten Aleuten (Inselkette vor Alaska),
erreichte der in New Jersey geborene, freundliche junge 2nd Lieutenant
im Sommer 1943 seine Versetzung in den Südpazifik.Hier flog er in
der 9th Fighter Squadron (49th Fighter Group) erste Fronteinsätze
auf der P-38 Lightning und erzielte am 18. August innerhalb weniger Minuten
seine ersten drei bestätigten Luftkampferfolge. Über Neu Guinea
und den umliegenden Inselketten eingesetzt, entwickelte sich McGuire –
ab September 1st Lieutenant - schnell zu einem der besten Nachwuchspiloten
der Heeresluftwaffe. Nicht nur das er herausragende lufttaktische Fähigkeiten
an den Tag legte und ein außerordentlich guter Schütze war,
er beherrschte auch seine Maschine mit äußerst geübter
Hand und hatte ein sehr gutes Sehvermögen.
Und so brauchte dieser
fähige Pilot insgesamt nur zwei Luftkämpfe in zwei Tagen um mit
bereits fünf Erfolgen zum Fliegerass zu werden. Eine wahrlich phantastische
und seltene Leistung, die mit gleich drei aufeinanderfolgenden Verleihungen
des Distinguished Flying Cross sowie eines Silver Stars innerhalb von nur
wenigen Tagen gewürdigt wurde. Korrekterweise müssen diese schnellen
Erfolge auch aus dem Licht gesehen werden, dass die neue Lightning den
japanischen „Zeros“ technisch überlegen und zudem noch unbekannt war
- nicht umsonst hatten bei Kriegsende acht der zehn besten Pazifikjäger
ihre Treffer mit P-38 erzielt.
Nun in der sehr erfolgreichen
431st Fighter Squadron – genannt „Satans Angels“ - eingesetzt, trug McGuire
mit drei weiteren Siegen in den nächsten Einsatzwochen zum großartigen
Gesamterfolg der Staffel teil. Nun bereits Gruppenführer, zeichnete
sich „Tommy“ McGuire zudem durch die Angewohnheit aus, junge Neuankömmlinge
der Staffel unter seine Fittiche zu nehmen, auszubilden und so auf die
kommenden Hürden vorzubereiten.
In jenem Luftkampf,
in dem McGuire seinen 6. und 7. Gegner in die Tiefe schickte, wurde seine
P-38 durch den Flügelmann seines letzten Opfers angegriffen, schwer
zusammengeschossen und zur Notlandung gezwungen. Nur kurz nachdem sich
das leicht verwundete Fliegerass von seinen Verletzungen erholt hatte und
wieder Fronteinsätze flog, wurde er erneut von einer japanischen „Zero“
überrumpelt und abgeschossen. Nach seiner Fallschirmlandung im haiverseuchten
Pazifik von einem amerikanischen Schnellboot entdeckt und aufgesammelt,
kehrte 1st Lieutenant McGuire zu seiner Staffel zurück und meldete
seinen 10. Abschuss. Für drei Luftsiege über der Oro Bay am 17.10.43
erhielt der Offizier den Silver Star.
Für die 431st Fighter
Squadron folgten harte Einsätze über Neu Guinea, den Nordsalomonen
und der Inselfestung Rabaul, wobei ein zum Captain beförderter McGuire
weitere Siege errang, schnell in die Spitzengruppe der US-Fliegerasse im
Pazifik vorstieß und für den Abschuss von drei Torpedobombern
am Cape Cloncester das Distinguished Service Cross erhielt. Im Januar 1944
unterlag der 16. Luftkampfgegner.Nun folgte jedoch eine fünfmonatige
„Trockenperiode“, in denen McGuire nur selten in Luftkämpfe verwickelt
wurde und daher keine weiteren Siege errang.
Wieder erfolgreicher wurde das Fliegerass im Sommer, als die Staffel
über Neu-Holland zum Einsatz kam und McGuire seinen 19. Luftkampf
für sich entschied. Es folgten neben weiteren Erfolgen auch willkommene
Abwechslungen, so als z.B. die amerikanische Fliegerlegende Charles Lindbergh
die Front besuchte und hierbei einige Wochen bei McGuires Staffel verbrachte.
Als im Herbst 1944 bereits 30 japanische Abschussmarken McGuires P-38 –
nach seiner Frau „Pudgy“ getauft – zierten, war bereits die Beförderung
zum Major erfolgt.
Einen seiner großartigsten
Luftkämpfe flog der „Iron Major“, nun bereits Staffelkommandeur der
431st, am 25. Dezember. Während eines Einsatzes als Begleitschutz
für schwere Bomber über den Philippinen unterlagen drei „Zeros“,
ehe seine Kanonen aufgrund einer Ladehemmung versagten. Doch auch jetzt
blieb McGuire bei seinen Männern und lockte eine weitere „Zero“ in
die Schusslinie seines Flügelmannes, ehe er das Gefecht abbrach.
Am nächsten Tag
schoss McGuire vier weitere Gegner ab und näherte sich mit nunmehr
38 Siegen dem gerade aufgestellten Rekord seines Freundes Dick Bong (mit
welchem er ab und zu gemeinsame Jagdeinsätze flog). Bereits überholt
hatte McGuire zu dieser Zeit seinen Gruppenkommandeur Colonel MacDonald
(27). Da sein Flugbuch aber bereits über 700 Feindflugstunden zeigte,
verhängte das pazifische Oberkommando nun ein Feindflugverbot über
McGuire.
Dieses einfach ignorierend,
flog der Major jedoch weiterhin Jagdeinsätze – so auch am 7. Januar
1945.
An diesem Tag führte
Thomas McGuire mehrere seiner „Satans Angels“ in einen Einsatz über
der kleinen Philippinen-Insel Negros an, als die Gruppe völlig überraschend
von einer einzelnen japanischen Jagdmaschine angegriffen wurde. Der sichtlich
sehr kampferfahrene Gegner schoss bereits bei diesem ersten Überraschungsangriff
eine P-38 ab und zersprengte den US-Verband. An den folgenden Manövern
des Japaners erkannte McGuire schnell dessen Klasse und versuchte, rasch
in Schussposition zu kommen. Während der japanische Jagdflieger bereits
die nächste Lightning unter Beschuss nahm, riss der Major seine Maschine
in eine schnelle, über den Flügel abgekippte Kurve, um mit Höchstgeschwindigkeit
auf seinen Gegner einzudrehen. Nur hatte der erfahrene Pilot dieses Manöver
entweder unterschätzt oder seine Maschine hielt der sehr hohen Belastung
nicht stand. Jedenfalls brach die P-38 plötzlich aus, begann zu trudeln
und raste mit über 700 km/h in die Tiefe – McGuire gelang es nicht
mehr seine Maschine in den Griff zu bekommen oder abzuspringen und schlug
mit voller Wucht auf der Wasseroberfläche auf. Die japanische „Zero“
brach den Luftkampf indes ab und verschwand ebenso schnell, wie sie angegriffen
hatte.
Nach Kriegsende stellte
sich heraus, dass es sich bei dem einzelnen japanischen Angreifer um das
Fliegerass Shoichi Sugita gehandelt hatte - einem äußerst erfahrenen
Piloten und mutigen Kämpfer mit 70 Luftsiegen. McGuire war eines der
letzten Opfer des dritterfolgreichsten japanischen Asses des Krieges, denn
auch Sugita fiel im März 1945 im Luftkampf.
Seine 38 Luftsiege in
nur 19 erfolgreichen Luftkämpfen machten Thomas B. McGuire zum dritterfolgreichsten
westalliierten Jagdflieger des Krieges.
1946 erhielt er auf
Initiative des Kongresses für seine große Tapferkeit am 25.12.44
postum die Congressional Medal of Honor verliehen. Während seines
Einsatzes hatte der mit 26 Jahren gefallene Spitzenpilot insgesamt vier
Distinguished Service Cross, sechs Distinguished Flying Cross, drei Silver
Stars, fünfzehn Air Medals und eine Distinguished Unit Citation erhalten
und war somit - durch die CMH und die vier DSC - der höchstdekorierte
Jagdflieger der gesamten US-Luftstreitkräfte geworden. Später
ehrten die USAF ihren großen Lufthelden mit der McGuire Air Force
Base in dessen Heimatstaat New Jersey. Hier sind heute mehrere Geschwader
der USAF stationiert.
McGuires sterbliche Überreste wurden 1949 geborgen
und feierlich beigesetzt.
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