Generalmajor Herrmann von Oppeln-Bronikowski
1936 Goldmedaillengewinner in Berlin
 
Steckbrief
 
 
Ü Hessische Tapferkeitsmedaille
Ü Panzerkampfabzeichen in Silber 2. Stufe
Ü Nennung im Wehrmachtsbericht
Ü Deutsches Kreuz in Gold
Ü Verwundetenabzeichen in Bronze
 
Ü Ritterkreuz    01.01.1943
Ü Eichenlaub  (536) 28.07.1944
Ü
Schwerter
(142) 17.04.1945
   
* 02.01.1899 in Berlin V 18.09.1966 in Gaißach
 
   
Biographie
 
Der preußische Adelige Hermann von Oppeln-Bronikowski wurde im Laufe des Zweiten Weltkrieges zu einem der erfolgreichsten und verlässlichsten Panzerkommandanten der Wehrmacht. Der Berliner diente in einigen der besten Panzerverbänden und wurde schließlich zu einem der erfolgreichsten Regimentskommandeuren der Panzerwaffe. Das blinde Vertrauen seiner Untergebenen in seine Fähigkeiten und der Kameradschaftsgeist innerhalb seiner jeweiligen Einheit sagte mehr aus, als jede ihm zuteil gewordene Auszeichnung oder Beförderung.
Der Erste Weltkrieg tobte bereits zwei Jahre, als der 17jährige als Freiwilliger ins Ulanenregiment 10 eintrat. Somit folgte der junge Adelige der Familientradition, sein Vater befehligte zu dieser Zeit als Oberst das 4. Garderegiment und brachte es in der Reichswehr bis zum General der Infanterie. Im Laufe seines Fronteinsatzes an der Ostfront verdiente sich von Oppeln-Bronikowski das Eiserne Kreuz 1. Klasse, die Hessische Tapferkeitsmedaille sowie die Beförderung zum Leutnant. Im letzten Kriegsjahr kam er als Zugsführer im Infanterieregiment 118 auf den Schlachtfeldern der Champagne und Argonnen zum Einsatz.
Nach dem Krieg verblieb er als Kavallerieoffizier in der Reichswehr und nahm, wie viele seiner Kameraden auch, an Wettkämpfen teil. Bei den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin holte Hermann von Oppeln-Bronikowski sogar Mannschaftsgold im Dressurreiten.
Die Stationen seines beruflichen Werdeganges waren 1923 Reitlehrer an der Infanterieschule Ohrdorff, 1925 Oberleutnant, 1933 Nachrichtenoffizier im Kavallerieregiment 10, 1937 als Major hier bereits Abteilungskommandeur.
Seit 1931 war er mit Edelgard von Kleist - einer Tochter der berühmten Militärfamilie - verheiratet, dem Ehepaar wurden drei Kinder geboren.
Bei Kriegsbeginn kommandierte Major von Oppeln-Bronikowski die berittene Aufklärungsabteilung der 24. Infanteriedivision, die er auch in den Polenfeldzug führte. Im Frühjahr 1940 wurde der Berliner als Stabsoffizier ins Oberkommando des Heeres versetzt, wo er dem General der Schnellen Truppe unterstellt wurde. In dieser Position konnte der fähige Offizier unbezahlbare Taktik- und Stabserfahrungen auf dem Gebiet des Panzerkrieges sammeln. Am 1. August 1940 wurde von Oppeln-Bronikowski zum Oberstleutnant befördert und als Referent der Panzeraufklärung im Oberkommando des Heeres eingesetzt. In seinen Tätigkeitsbereich viel u.a. die Vorbereitung der geplanten Umrüstung von Kavallerie- in Panzerdivisionen.
Nachdem er den West- und Balkanfeldzug sowie die erste Phase des Russlandfeldzuges "versäumt" hatte, erreichte er im Oktober 1941 seine Versetzung in den Stab der 4. Panzerdivision im Mittelabschnitt der Ostfront. Als Untergebener von Oberst Heinrich Eberbach hatte von Oppeln-Bronikowski das Glück, einen der fähigsten Panzerkommandeure des Krieges als Vorgesetzten zu haben. 
Im Januar 1942 übernahm Oberstleutnant von Oppeln-Bronikowski das Kommando über das Panzerregiment 35 der Division, die inzwischen vom späteren Brillantenträger Generalmajor von Saucken geführt wurde. Der Verband kämpfte im Frühjahr erfolgreich um Brjansk und Bukan. Während unzähliger Panzergefechte in Offensive und Defensive zeichnete sich der Regimentskommandeur in Folge an der Shisdra und um Brjansk aus. Nach vielen Monaten als Kommandeur der 35er wechselte Oberst (01.02.42) von Oppeln-Bronikowski an die Spitze des Panzerregiments 204 der 22. Panzerdivision. Bei der Kommandoübernahme hatte er mit einem überraschenden Problem zu kämpfen - denn nur Rund die Hälfte der Panzer und Schützenpanzer waren einsatzbereit. Der Grund hierfür war simpel: in dem zum Tarnen verwendeten Stroh hatten sich Unmengen von Mäusen und Ratten angesammelt, welche mit Vorliebe Kunststoffkabel anfraßen - und somit waren viele Motoren unbrauchbar oder die Elektrik böse mitgenommen. Und so wurde das Regiment einstweilen mit Kradschützen und einer motorisierten Artillerieabteilung aufgefüllt.
Das OKH ordnete indes sogar eine offizielle Untersuchung an, da man Sabotage in Betracht zog.
Im August 1942 rollte das PR 204 an der Spitze der Division (XVI. Panzerkorps) zum Angriff gegen die russischen Stellungen bei Kalatsch im Donbogen - Endziel dieser Stoßrichtung war Stalingrad. Bei einem ersten Panzergefecht nahe Pestschany konnten bereits 26 T-34 abgeschossen werden.
Von Oppeln-Bronikowski führte seine Panzer in allen Kampfeinsätzen mit großer Energie selbst an und fuhr stets an der Spitze seiner Abteilungen. Im Winter 1942/43 kämpfte das PR 204 außerhalb von Stalingrad einen verbissenen Kampf. Bei Kalatsch, im Tschirbogen und bei Kamensk meldeten seine Panzer mehrmals hohe Abschusszahlen - trotz aller Anstrengungen scheiterten aber alle Versuche, die eingekesselte 6. Armee aus Stalingrad herauszuhauen. Nachdem er sich als Panzerführer bewährt und mit seinem Regiment insgesamt beinahe 500 Feindpanzer vernichtet hatte, erhielt von Oppeln-Bronikowski im Januar 1943 das Ritterkreuz verliehen. 
Zwei Monate später übernahm der Oberst das ausgezeichnete Panzerregiment 11 der 6. Panzerdivision. Sein Vorgänger war der bewährte Oberst Walther von Hünersdorff gewesen, der nun als Generalmajor das Kommando über die Division übernommen hatte. 
Im Juli 1943 traten die 9. Armee (Model) sowie die 4. Panzerarmee (Hoth) zur Operation "Zitadelle" an. Die 6. PD wurde im stark umkämpften Frontbogen von Bjelgorod eingesetzt, der von 30 sowjetischen Schützen - und etwa 15 Panzerdivisionen verteidigt wurde.
Wie in allen Einsätzen kämpfte das PR 11 an der Spitze der Division - als Stoßkeil der Einheit fungierte die II. Abteilung, angeführt von Major Dr. Franz Bäke, einem der besten Panzerführer des Heeres und später selbst Schwerterträger. Während der Offensive unterstrich das Regiment seinen erstklassigen Ruf als harte Fronteinheit und kämpfte erfolgreich bei Rschawetz, Prochorowka und Obojan. Während einer Stabsbesprechung wurde Oberst von Oppeln-Bronikowski bei einem irrtümlichen Bombenangriff eigener Flugzeuge jedoch so ernstlich verletzt, dass er sein Regiment an den nur leicht verletzten Dr. Bäke abgeben musste.
Generalmajor von Hünersdorff kam während den schweren Gefechten ums Leben, nachdem er wenige Tage zuvor das Eichenlaub erhalten hatte. Von Oppeln-Bronikowski wurde indes in ein Lazarett nach Deutschland rückverlegt, wo er sich von den Nachwirkungen erholen konnte. Hier erhielt er nachträglich das Deutsche Kreuz in Gold überreicht.
Im Oktober 1943 konnte der erstklassige Panzeroffizier als Kommandeur des Panzerregiments 22 der 21. Panzerdivision zur Truppe zurückkehren. Diese, erst kurz zuvor aufgestellte Division, lag an der noch ruhigen Westfront in Bereitstellung und unterstand der Panzergruppe West. 
Als am 6. Juni 1944 umfassende amerikanische, britische, kanadische und frei-französische Streitkräfte in der Normandie landeten, lag die Division im Hinterland des Invasionsgebietes in günstiger Bereitstellung. Wenige Stunden nach Beginn der Landung wurde von Oppeln-Bronikowski von General Erich Marcks, Kommandeur des LXXXIV. Armeekorps, angerufen. Der als glänzender Stabsoffizier bekannte, seit Russland einbeinige General, befahl ihm den sofortigen Gegenangriff. "Es hängt von Ihnen ab, ob die Invasion zurückgeschlagen wird, oder nicht!", schloss Marcks das Gespräch - eine Woche später fand er während eines Luftangriffes den Tod und wurde postum mit dem Eichenlaub ausgezeichnet.
Oberst von Oppeln-Bronikowski eilte sofort zu seinem Regiment zurück und setzte es Richtung Luc-sur-Mer in Marsch; wenn sein Angriff Erfolg hätte, könnten die noch verwundbaren Alliierten entscheidend getroffen werden. Obwohl das Regiment bereits auf dem Weg ins Einsatzgebiet massiv durch britische Jagdbomber angegriffen und später in heftige Bodenkämpfe verwickelt wurde, konnte die Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Caen durch britische Truppen gerade noch verhindert werden.
In schweren Kämpfen an der rechten Flanke (Invasionsabschnitt Sword, I. britisches Korps) erlitt das Regiment bei Ranville, Toutrville und Caen hohe Verluste, erzielte aber auch klare Defensiverfolge. Ende Juli kämpfte die 21. PD zusammen mit dem I. SS-Panzerkorps (Dietrich) dann an der rechten Flanke des Caen-Abschnittes. Als Nachbareinheit der SS-"Hitlerjugend" (Meyer) hatte die Division an den großen Abwehrerfolgen in dieser Region entscheidenden Anteil.
Am 28. Juli 1944 erhielt Oberst von Oppeln-Bronikowski in Anerkennung seiner erstklassigen Leistungen an der Invasionsfront das 536. Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. 
Im August überstand sein Regiment auch noch die harte Bewährungsprobe im Falaise-Kessel, aus dem sich die 21. Panzerdivision bis auf wenige versprengte Einheiten herauskämpfen konnte! Nach weiteren Abwehrschlachten in Frankreich und Absolvierung des Divisionskommandeur-Lehrganges wurde der bewährte Offizier im Oktober 1944 an die Spitze der aus Russland gehärteten 20. Panzerdivision gestellt. Unter seinen Vorgängern als Divisionskommandeur hatten sich u.a. so bekannte Offiziere wie Oberst von Bismarck, Ritter von Thoma oder Schwerterträger Heinrich von Lüttwitz befunden. 
Am 30. Januar 1945 wurde von Oppeln-Bronikowski zum Generalmajor befördert.
Im Frühjahr 1945 griff die Division in Ungarn in die schweren Abwehrkämpfe ein. Der frischgebackene Divisionskommandeur konnte seine Regimenter in Folge in Oberschlesien, an der Oder, westlich von Breslau und an der Neiße zu solch großen Erfolgen führen, dass er noch im April als 142. Soldat mit den Schwertern zum Ritterkreuz mit Eichenlaub beliehen wurde. Die mit nur wenigen einsatzbereiten Panzern und zusammengewürfelten Grenadierverbänden geführten örtlichen Angriffe hatten die feindlichen Angriffsspitzen wiederholt aufgehalten und den eigenen Rückzug unterstützt.
Nach letzten Gefechten und Absetzbewegungen in Niederschlesien sowie dem Großraum Dresden löste Generalmajor von Oppeln-Bronikowski die Reste seiner Division am 8. Mai 1945 auf. Nach kurzer Gefangenschaft bei den Amerikanern wurde er den Briten überstellt, die ihn im Zuge des Caen-Prozesses (siehe Kurt Meyer) eines Kriegsverbrechens anklagen wollten. Da bereits nach den ersten Vernehmungen die völlige Unschuld von Generalmajor a.D. von Oppeln-Bronikowski erwiesen war, ließ man die Anklage schnell wieder fallen. 1947 erfolgte die Entlassung. 
Viele Jahre später arbeitete der ehemalig General mit seinen einstigen Gegnern zusammen und erwarb sich als Leiter des kanadischen Kunstreiterteams (u.a. Olympiade in Tokio) einen hervorragenden Ruf. Als Zivilberater der Bundeswehr nahm er zudem am Wiederaufbau der Streitkräfte teil. Hermann von Oppeln-Bronikowski ist 1966 verstorben.

Quelle: „Mit Eichenlaub und Schwertern“ von Florian Berger, ritterkreuz.at