Die Lufthansa-Ausschreibung für ein zweimotoriges
Verkehrsflugzeug für die deutschen, später auch europäischen
Schnellverkehrslinien aus dem Jahre 1934 veranlasste den Dipl. Ing. Zindel
bei den Junkers Flugzeug- und Motorenwerken AG in Dessauer zum Entwurf
der Junkers Ju 86. Ausgelegt als freitragender Tiefdecker war die blechbeplankte
Junkers Ju 86 damit das Pendant zur Heinkel He 111, die aus der selben
Ausschreibung bei Heinkel konstruiert wurde. Neben der Lufthansa-Ausschreibung
gab es zudem Ende 1933 noch eine Forderung des Reichsluftfahrtministeriums
(RLM) nach einem mittleren zweimotorigen Bomber und so berücksichtigten
beide Entwürfe eine möglichen Umbau zur militärischen Nutzung.
Gemein
war beiden Maschinen auch die freitragende Bauweise und das Einziehfahrwerk.
Im Gegensatz zur Heinkel He 111 verfügte die Ju 86 allerdings über
ein Doppelseitenruder. Wenngleich es sich hier ausdrücklich um eine
Verkehrsmaschine handelte, wurde dieser Konstruktion aufgrund der möglichen
Verwendung als Bomber anfangs der Vorrang gegeben: doppelte Seitenruder
ermöglichten einen B-Stand auf dem Rumpfrücken und freies Schussfeld.
Insofern hatte das RLM schon während der Entwicklung Interesse an
der Konstruktion angemeldet und zu den Vorserienmaschinen gehörten
folglich auch Prototypen für Bomber:
| Junkers Ju 86 V-1 |
Erste Vorserienmaschine aus dem Musterbau
von Junkers. Motorisiert mit zwei Siemens SAM 22 B-Motoren á 550
PS konnte die V-1 (Werk-Nr. 4901) 300 km/h erreichen. Erstflug am 4. November
1934, die zivile Registrierung der Maschine lautete D-AHEH. |
| Junkers Ju 86 V-2 |
gleiches Flugzeug wie die V-1. Da die Maschine
den Anforderungen des RLM nicht genügte, erfolgte im März 1935
die Umrüstung auf zwei Jumo 205 C-Triebwerke und die Verwendung als
Prototyp eines Bombers. |
| Junkers Ju 86 V-3 |
Musterflugzeug für die Lufthansa, die die
Ju 86 B/C-Serie abnahm. |
| Junkers Ju 86 V-4 |
ebenfalls Musterflugzeug für die Lufthansa
als zehnsitziges Verkehrsflugzeug mit der zivilen Kennung D-AREV. Flog
für die Lufthansa unter dem Namen "Dresden", stürzte aber am
18.06.1937 bei Hamburg ab. |
| Junkers Ju 86 V-5 |
Musterflugzeug als Bomber für die Luftwaffe.
Angetrieben von zwei Jumo 205 C wurde aus der V-5 (zivile Registrierung
D-AHOE) die Ju 86 A-0 abgeleitet. Wurde vom RLM für Testflüge
verwendet. |
Der V-5 folgten sechs weitere Vorserienmaschinen,
die teils als Bomber, Langstreckenbomber mit höherer Zuladung oder
Verkehrsmaschinen ausgelegt wurden. Die letzte V-Maschine, die V-11 (D-AHOE),
die im Februar aus den Werkshallen rollte, wurde wie die V-5 zur Einsatzerprobung
verwendet und war ebenfalls ein Vorserienbomber, der zur Ju 86 A-Serie
führte. Sieben Nullserienflugzeuge A-0 wurden im März 1936 an
die Luftwaffe ausgeliefert und vom KG 152 von Mai bis November ausgiebig
getestet. Bereits im Frühjahr begann allerdings die Fertigung der
ersten Hauptversion A-1, die eine Geschwindigkeit von 280 km/h erreichte,
800 kg Bomben transportieren konnte und schon über die Vela-Kanzel
im Bug verfügte. Anstatt des Schleifsporns der Prototypen war nun
auch ein selbstzentrierendes, vollschwenkbares Spornrad vorhanden. Der
Rumpf der Ju 86 war im großen und ganzen eine herkömmliche Tiefdeckerkonstruktion
in Ganzmetallbauweise und mit doppeltem Seitenruder. Ungewöhnlich
an diesem Flugzeug war allerdings das Hauptfahrwerk. Die beiden Federbeine
saßen in den Flügelwurzeln des Flugzeugrumpfes und wurden beim
Einfahren horizontal eingezogen, so dass die beiden großen Fahrwerksreifen
flach in die Außenflügel versenkt wurden. Dies ermöglichte
das Auswechseln einer Tragfläche, ohne das Flugzeug auf einem Stützgerüst
aufbocken zu müssen. Andererseits verringerte sich so natürlich
der Radstand. Die Ju 86 hatte wie auch die He 111 einen Waffenschacht mit
vertikalen Anordnungen für die Bomben und die A-1 konnte in ihre acht
Bombenzellen entweder acht 100 kg Bomben vom Typ SC 100 oder 16 SC 50 mit
je 50 kg laden. Als Abwehrbewaffnung besaß die Ju 86 A-1 drei MG
15 im Kaliber 8x57 IS, die wie folgt angeordnet waren: Ein MG saß
in der gläsernen Vela-Bugkanzel und wurde vom Bombenschützen
bedient, dessen Bombenzielgerät ebenfalls im Rumpf angeordnet war.
Das zweite MG war in einem ausfahrbaren, hinter den Flügelwurzeln
unter dem Bug angebrachten C-Stand montiert und hatte einen extra Schützen,
der die Waffe von Hand richtete. Das dritte MG war im offenen B-Stand auf
dem Rumpfrücken eingebaut und wurde vom Funker bedient. Dieser Stand
konnte durch eine gläserne Schiebehaube geschlossen werden. Wie auch
die ersten Passagierversionen der Ju 86 besaß die Ju 86 A-1 den Zweitaktdieselmotor
Jumo 205 C, der mit Schweröl lief und eine Nennleistung von 600 PS
erbrachte. Bereits 1936 wurde es aber offensichtlich, dass die Dieselmotoren
sich für Einsätze, die häufige Lastwechsel mit sich brachten,
nicht geeignet waren und die schlechte Zuverlässigkeit der A-1 bestätigte
dies.
Anders war dies bei den Maschinen der Lufthansa, den hier wurden lange
Strecken mit konstanter Geschwindigkeit geflogen, so dass die sparsamen
Dieselmotoren eine gute Motorisierung darstellten. Die
Entwicklung der Dieselmotoren in der Luftfahrt geht insbesondere auf das
Engagement des Lufthanseaten Dr. Stüssel zurück, der den Jumo
205 zusammen mit Junkers eben für den zivilen Einsatz der Junkers
Ju 86 entwickelt hat. Insgesamt nahm die Lufthansa zwölf Passagiermaschinen
Junkers Ju 86 B-1/C-1 mit Dieselmotoren ab, die sich ganz ausgezeichnet
bewährt haben. Die zivile Ausführung der Ju 86 hatte Sitzplätze
für 10 Passagiere und eine dreiköpfige Bestazung und der zweite
Prototyp der Passagiermaschine, die V-4, war bereits ab September 1935
bei der Lufthansa zu Testzwecken im Einsatz. Die Lufthansa erhielt 1936
sechs Ju 86 B-1 und im nächsten Jahr weitere sechs Ju 86 C-1 mit vergrößerter
Reichweite und dem modifizierten Jumo 205 C-3. Sie war aber nicht die einzige
Fluggesellschaft, die die Ju 86 nutzte und nach zwei Langstreckenrekordflügen
von Lufthansa-Maschinen interessierten sich auch ausländische Fluggesellschaften
für das Muster. Sowohl die Swiss Air Lines als auch die South African
Airways hatten einige dieser Maschinen in ihrem Bestand wobei von den insgesamt
18 nach Südafrika exportierten Ju 86 eine Maschine auch ein Bomber
war. Die ab 1936 an South African Airways gelieferten Flugzeuge waren entweder
mit britischen Kestreltriebwerken oder mit Pratt & Whitney Motoren
vom Typ Hornet ausgerüstet und wurden später alle mit dem Hornet
versehen, sowie von der südafrikanischen Luftwaffe (SAAF) bei Ausbruch
des zweiten Weltkriegs zu Bombern oder Aufklärern umgerüstet
und bei mehreren militärischen Unternehmungen in Afrika eingesetzt.
Weitere Kunden waren LAN in Chile oder die Manchurian Aviation Company,
wobei sich die einzelnen Exportversionen wie folgt verteilten:
| Junkers Ju 86 Z-1 |
Passagiermaschine mit 2 x Jumo C-4 |
2 x Schweiz (Swiss Air Lines, 1936),
4 x Chile (LAN, 1937/38) |
| Junkers Ju 86 Z-2 |
Passagiermaschine mit 2 x BMW 132 H-1 |
2 x Schweiz (Swiss Air Lines, umgebaute Z-1),
17 x Mandschurei (MAC, 7 x 1938, 10 x 1939, insgesamt 20 Maschinen
bestellt, aber bis Kriegsausbruch nur 17 ausgeliefert) |
| Junkers Ju 86 Z-3 |
Passagiermaschine mit 2 x RR Kestrel |
insgesamt 17 Maschinen der Serien Z-3/5/7 gingen an Südafrika
(South African Airways, 1936 bis 1939) |
| Junkers Ju 86 Z-5 |
Passagiermaschine mit 2 x P&W Hornet |
| Junkers Ju 86 Z-7 |
Passagiermaschine mit 2 x P&W Hornet |
3 x Bolivien (1937)
1 x Schweden (als Postflugzeug) |
Eine Ju 86 B-0 der Swiss Air Lines mit Jumo 205 C Triebwerken
Die Ju 86 A-1 der Luftwaffe hatten neben dem nicht
sehr geeigneten Dieselmotor vor allem Probleme mit der horizontalen Stabilität
während des Fluges, so dass man den Rumpf dahingehend modifizierte,
dass er etwas über des Leitwerk hinausragte, was zur Version D-1 führte.
Die Ju 86 D-1 basierte auf der kleinen Nullserie D-0, die wiederum ihren
Ursprung in der V-6 hatte, und aufgrund eines vergrößerten Tanks
eine erhöhte Reichweite und eine Kampfmittelzuladung von 1.000 kg
ermöglichte. Die D-0 wurde dann noch mit dem die Stabilität verbessernden
Rumpfsteiß versehen und ging so als D-1 in die Serienproduktion.
Fünf dieser Bomber wurden als Teil der Legion Condor nach Spanien
geschickt und konnten sogar einige Erfolge erzielen.
Die aber weiterhin bestehenden Probleme mit dem
Dieseltriebwerk führten dazu, dass man bereits im September 1936 zu
untersuchen begann, ob sich die Ju 86 mit dem Benzinmotor BMW 132
F ausrüsten ließ. Die neue Version Junkers
Ju 86 E-1 basierte auf dem Prototypen V-9 und glich weitgehend der D-1,
besaß allerdings zwei BMW 132 F Sternmotoren, die 2 x 650 PS leisteten.
Auch vorhandene Ju 86 A-1 und D-1 wurden später zu E-1 nachgerüstet
und mit dem Benzinmotor versehen. Die Zuverlässigkeit stieg mit dem
neuen Triebwerk zwar an, doch auch der Kraftstoffverbrauch nahm enorm zu.
Der E-1 folgte dann die Ju 86 E-2, mit zwei BMW 132 N und einer Höchstgeschwindigkeit
von 376 km/h. Weitere Modelle der E-Serie waren:
| Junkers Ju 86 E-3/4 |
Bomber mit 2 x BMW 132 N-1 Sternmotoren zu je 640 kW |
| Junkers Ju 86 E-5 |
Schulungsmaschine ("Übungsbomber") mit Zusatztanks, sonst wie
die E-2 |
| Junkers Ju 86 E-6 |
wie die E-1 allerdings mit zwei zusätzlichen Sitzen |
| Junkers Ju 86 E-7 |
Schulungsmaschine ("Übungsbomber") mit Zusatztanks, sonst wie
die E-2 |
Doch auch in der E-Serie konnte die Ju 86 nicht überzeugen
und erbrachte nur mittelmäßige Leistungen. Als modifizierte
E-2 mit Vollsichtkanzel wurde dann die Ju 86 G-1 in Dienst gestellt. In
der Kanzel fanden sich die ersten Entwicklungsansätze zur späteren
Junkers Ju 88, die Kanzel war auch notwendig um die Sicht des Piloten am
Boden zu verbessern. Die G-1 hatte eine auf 650 km gesteigerte Reichweite,
konnte aber nur 400 kg Bomben aufnehmen. Als Normalbomber bewährte
sich die Junkers Ju 86 A bis G nicht eben besonders und musste bereits
zum Jahreswechsel 1938/39 endgültig an Flugschulen übergeben
werden. Obwohl sie fliegerisch nicht zu beanstanden war, konnten doch weder
die Reichweite noch die Bombenlast befriedigen. Der Versuch, eine Verkehrsmaschine
zum vollwertigen Bomber zu machen, war gescheitert und während die
Heinkel He 111 im Sommer 1939 ihre große Karriere noch vor sich hatte,
war die der Junkers Ju 86 bei den Einsatzverbänden der Luftwaffe bereits
zu Ende. Im April 1939 endete die Produktion bei Junkers wobei noch einige
weitere Typen entwickelt und zum Teil auch in Kleinserie aus bisherigen
Ju 86 G-1 Modellen umgebaut wurden:
| Junkers Ju 86 H |
Studie für einen Höhenbomber, ausgerüstet
mit 2 x BMW 132 F/N |
| Junkers Ju 86 M-1 |
1940 modifizierte ältere Versionen der Ju 86 |
| Junkers Ju 86 P-1 |
Höhenbomber mit 2 x Jumo 207 A-1 zu je 950 PS (708 kW), vergrößerte
Spannweite von 25,6 m, Dienstgipfelhöher > 10.000 m, Druckkabine für
die Besatzung, 40 Stück für die Luftwaffe gebaut. |
| Junkers Ju 86 P-2 |
Höhenaufklärer |
| Junkers Ju 86 P-3 |
Langstreckenhöhenaufklärer |
| Junkers Ju 86 P-4 |
projektierter Höhenbomber |
| Junkers Ju 86 P-5 |
Höhenbomber, vermutlich zwei Exemplare fertiggestellt |
| Junkers Ju 86 R-1 |
Höhenaufklärer mit 2 x Jumo 207 B-3 zu je 1.000 PS (746 kW),
Spannweite von 32 m, Dienstgipfelhöhe von 14.400 m, Druckkabine, kleine
Stückzahl |
| Junkers Ju 86 R-2 |
Höhenbomber |
| Junkers Ju 86 R-3 |
projektierter Höhenbomber mit 2 x Jumo 208 zu je 1.100 kW, das
Programm wurde vom RLM 1942 gestoppt. |
Eine Staffel Ju 86 einer Luftwaffenschule
Ausser der Luftwaffe nutzten aber auch noch einige verbündete Länder
die Ju 86 bei ihren Luftstreitkräften. Nachdem die Junkers Werke in
Dessau verschiedene Varianten vorgeführt, bzw. technisch durchgerechnet
hatten, wurden die folgenden Varianten über das RLM beziehungsweise
über das Aussenhandelsreferat angeboten:
| Ü |
Verkehrsflugzeug |
| Ü |
Bomber |
| Ü |
Aufklärer |
| Ü |
Militärischer Transporter |
| Ü |
Schulflugzeug |
| Ü |
Torpedobomber |
Im Rahmen dieser Modell-Palette konnte man überzeugend demonstrieren,
das sich generell aus dem Basistyp jede der gewünschten Varianten
herrichten ließ; dies sogar in eingeschränktem Maße durch
Frontwerften. Bei den Exportversionen wurden nicht unerheblich ausländische
Motoren angeboten. Generell konnte jeder Interessent seine Junkers Ju 86
so konfektionieren, wie er sie haben wollte. Deutscherseits hatte das den
Vorteil, dass eigene Leistungstriebwerke weiterhin zur Verfügung standen;
mithin eine RLM-Vorgabe für das Exportgeschäft. Insgesamt gab
es die folgenden Abnehmer der Ju 86 als Bomber: Schweden, Südafrika
(1 Bomber mit 2 x BMW 132 Da zu je 590 kW), Ungarn (66 Bomber mit 2 x Mistral
Major mit je 630 kW, die Motoren wurden in Ungarn unter Lizenz gefertigt.),
Portugal, Chile und Bolivien, wobei die letzten drei Kunden P&W Hornet
Motoren verwendeten.
Ab 1936 lieferte Junkers an die schwedische Luftwaffe (Flygvapen) 40
Junkers Ju 86 K. Um die Kapazitäten in Dessau und in den anderen Produktionsstandorten
zu entlasten, aber auch, um Schweden den Einstieg in die Lizenzfertigung
zu erleichtern, erfolgte der Zusammenbau der meisten Muster in Schweden.
Nachdem die 40 Maschinen abgenommen waren, fertigte SAAB eine Lizenzserie
mit insgesamt 16 Maschinen, die in Schweden als „Saab B 3“ bezeichnet wurden.
Als Motorisierung wählte man den von The Bristol Aeroplane Company,
Glasgow, angebotenen Neunzylindersternmotor Bristol Pegasus (800 bis 1.000
PS, je nach Produktionszeitraum). Der Pegasus war Anfang der dreissiger
Jahre aus dem luftgekühlten Bristol Jupiter (max. 450 PS) heraus entwickelt
worden. Er konnte 1932 und 1936 mit Höhenweltrekorden aufwarten, die
ihn bei SAAB zum favorisierten Triebwerk machten. Die meisten viermotorigen
Flugboote der RAF sind übrigens mit Pegasus motorisiert worden.
Erst 1948 wurden die Junkers Ju 86 in Schweden aus dem offensiven Bestand
entfernt. Durch den Einbau von Sitzbänken konnten 12 Personen befördert
werden - eine Nutzlast, die sowohl bei Luftlandeeinheiten als auch im normalen
Commuterdienst völlig ausreichte.
Nachdem zwei Maschinen 1955 in Hamburg-Fuhlsbüttel während
der Dreharbeiten zu „Der Teufels General“ glänzen durften, entschied
man im Sommer 1956 in Schweden, dass die nunmehr 20 Jahre alten Maschinen
endgültig gegen moderne Muster ersetzt werden sollten und musterte
sie aus. Die meisten Maschinen wurden danach abgebrochen; ein Wrack befindet
sich allerdings noch in Norrköping.
Die einzige weltweit verbliebene Junkers Ju 86, eine K-4 (schwedische
Bezeichnung B 3 A), ist im Svenska Flygvapenmuseum in Malmen bei Linköping
ausgestellt. Es handelt sich hier um die Werknummer 0421, Baujahr 1938,
schwedische Zulassung Fv 155. Bei dieser Maschine ist der verglaste Rumpfbug
mit der typischen Ikaria Linsenlafette , wahrscheinlich dem Baumuster ZIO
e (klein) als Drehkranz mit exzentrisch angeordneter Lagerkugel und linsenförmiger
Plexiglasscheibe, erhalten geblieben. Damit kann die Fv 155 als ein besonders
anschaulicher Vertreter des Angriffsflugwesens zwischen den beiden Weltkriegen
bezeichnet werden.
Junkers Ju 86 A-1
| Bezeichnung des Flugzeugs: |
Junkers Ju 86 A-1 |
| Typ: |
mittelschwerer Bomber |
| Hersteller: |
Junkers |
| Erstflug: |
4. November 1934 |
| Besatzung: |
Flugzeugführer,
Bombenschütze (A-Stand-Schütze),
Funker (B-Stand-Schütze),
C-Stand-Schütze |
| Antrieb: |
2 flüssigkeitsgekühlte
Sechszylinderdieselmotoren Junkers Jumo 205 C |
| Leistung: |
2 x 600 PS |
| Luftschraube: |
verstellbare Konstantgeschwindigkeit-Dreiblatt-Metallschrauben |
| Durchmesser: |
3,30 m |
| Höchstgeschwindigkeit: |
310 km/h in Meereshöhe |
| Reisegeschwindigkeit: |
280 km/h |
| Dienstgipfelhöhe: |
5.000 m |
| Kraftstoffvorrat: |
1.500 l Dieselkraftstoff |
| Einsatzradius: |
optimal: 2.500 km |
| Gewichte: |
Leergewicht: 4.700 kg,
Kampfgewicht: 7.450 kg,
Abwurfwaffen: 800 kg |
| Länge: |
17,30 m |
| Höhe: |
4,80 m |
| Spannweite: |
22,50 m |
| Flügelfläche: |
82,00 m² |
| Bewaffnung (Bordwaffen): |
| A-Stand |
1 x MG 15 (7,92 mm) in Kuppellafette |
| B-Stand (halboffen und beweglich) |
1 x MG 15 (7,92 mm) |
| C-Stand (ausfahrbar) |
1 x MG 15 (7,92 mm) |
|
| Produktionszahlen aller Versionen: |
|
1935 |
1936 |
1937 |
1938 |
1939 |
Total |
| Junkers Dessau |
4 |
85 |
171 |
252 |
36 |
548 |
| ATG |
- |
- |
92 |
27 |
74 |
193 |
| Henschel |
- |
21 |
73 |
- |
- |
94 |
| Blohm & Voss |
- |
- |
75 |
- |
- |
75 |
| Insgesamt |
4 |
106 |
411 |
279 |
110 |
910 |
|
Abbremsen einer Ju 86 K (B-3)
|