| Entwicklung
Die Entwicklung des Leopard 2 begann bereits 1964
direkt nach der Auslieferung der ersten Leopard 1 an die Truppe und parallel
zur Entwicklung des deutsch-amerikanischen Projekts KPz 70 mit einer Porsche-Studie
zur Verbesserung und Kampfwertsteigerung des Leopard 1. Als sich 1967 abzeichnete,
dass das KPz 70-Projekt aus politischen und technischen Gründen scheitern
würde, beauftragte das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung
(BWB) die Firmen Krauss-Maffei, Porsche und Wegmann eine Experimentalstudie
zur einem neuen KPz auf Basis des Leopard 1 vorzunehmen. Nachdem das KPz
70-Projekt 1969 endgültig gescheitert war, beschloss das BWB die Entwicklung
des Leopard 2 K (K = Kanone; Alternativ wäre zur damaligen Zeit noch
das 152 mm Kanone/Lenkflugkörper (LFK)-System Shillelagh wie im M60A2
gewesen) auf nationaler Basis. In einem ersten Schritt begannen die beteiligten
Firmen 1972 mit dem Bau von 16 Fahrgestellen (PT 01- 17. ohne PT 12) und
17 Türmen (T 01 -17), die komponentenweise erprobt werden sollten.
Ursprünglich war als Motor der KPz 70-Motor (DB/MTU 873 Ka 500; 1.500
PS/39.800 ccm) vorgesehen. Dieser wurde dann aber bald durch den durchzugsstärkeren
MTU 873 Ka 501 (1.500 PS/47.600 ccm) ersetzt. Die Auswertung des Jom-Kippur-Krieges
1973, in dem viele Panzer LFK zum Opfer fielen, zeigte, dass vor allem
eine Aufwertung des Panzerschutzes, insbesondere der Turmpanzerung, notwendig
war. Um dies realisieren zu können, wurde die Gewichtsklasse von MLC
50 auf MLC 60 hochgestuft.
Als ein weiterer Entwicklungsschritt wurde 1976
der Leopard 2 AV (Austere Version) gebaut um in den USA in Konkurrenz zu
den Chrysler- und GM-Prototypen des M1 (XM1) treten zu können. Die
USA entschieden sich dabei für das Chrysler-Modell obwohl der Leopard
2 dem XM1 in Beweglichkeit, Erstschußtrefferwahrscheinlichkeit und
Systemzuverlässigkeit überlegen war. Von diesem Vergleichstest,
für den der Leopard 2-Prototyp 18 Monate lang umgerüstet wurde,
übernahm der Leopard 2 die verbesserte Mehrschichtpanzerung, die Abschottung
von hydraulischer Anlage und Munitionsvorrat im Turm, sowie die verbesserte
Waffennachführanlage (WNA) mit erhöhter Stabilisierungsgüte.
Nicht übernommen wurden u.a. die 105 mm Kanone sowie das 2. ferngesteuerte
Fliegerabwehr-MG (Fla-MG). Als einziger Erfolg der Standardisierungsbemühungen
mit den USA wurde nach Vergleichstests das Hughes EMES 15 mit WBG auf common
module-Basis (LASER-Entfernungsmeser) anstelle des Zeiss/AEG EMES 13 A1
(Korrelations-Entfernungsmesser, Basis 35 cm) eingeführt. 1976/77
erfolgte die Serienreifmachung durch Porsche, 1977 setzte sich Krauss-Maffei
als Generalunternehmer gegen die Konkurrenz durch, mit der Auflage 810
der bestellten 1.800 Fzg bei Atlas-MaK herstellen zu lassen. Im Frühjahr
1979 wurden die ersten drei vorgezogenen Serienfahrzeuge ausgeliefert.
Der erste Leopard 2 wurde im Herbst an die Truppe übergeben.
Ausführungen des Leopard
2
Leopard 2 und Leopard 2 A1
| 1979 |
1. Baulos (380) ohne Wärmebildgerät,
dafür teilweise mit PZB 200 (Passives Ziel- und Beobachtungsgerät
(Restlichtverstärker)). Querwindsensor auf dem Turmheck |
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| 1981 |
2. Baulos (450) mit Wärmebildgerät,
Drehringlafette für Fliegerabwehr-MG auf Kdt-Luke entfallen. |
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| 1983 |
3. Baulos (300) ohne Querwindsensor, Tankeinfüllstutzen
nach vorn versetzt, PERI erhöht, Abschleppseile über Kreuz, Panzer-Panzer-Sprechverbindungsschnittstelle
am linken Turmheck. |
Leopard 2 A2
| 1983 |
1. Baulos auf den Stand A1 (wie 3.
Baulos) nachgerüstet |
Leopard 2 A3
| 1984 |
4. Baulos (300) mit modifiziertem
Heckgräting, neuer Feststellbremse und neuer Funkaustattung (SEM 80/90),
dadurch auch Änderung an der Antennenanlage, Flecktarnanstrich |
Leopard 2 A4
| 1985 |
5. Baulos (370) mit digitalem Feuerleitrechner
und Brandunterdrückungsanlage. Alle älteren Baumuster werden
auf A4 nachgerüstet. |
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| 1987 |
6. Baulos (150); die Hälfte davon mit verbesserter
Panzerung (Änderung nicht sichtbar). Munitionsluke am Turm entfallen.
Die Munitionsluken der älteren Baumuster wurden zugeschweißt. |
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| 1989 |
7. (100) und 8. Baulos (75) |
Leopard 2 A5 KWS II
1995 bis
2002 |
1995 bis 1998 (225) und 1999 bis
2002 (125) wurden aus Türmen der Lose 1 bis 4 und Wannen der Lose
6 bis 8 350 Leopard 2 zum Leopard 2 A5 umgerüstet. Wesentliche
Änderungen sind die verbesserte Turmpanzerung durch Anbringung austauschbarer
Zusatzpanzerung und damit ein Anstieg der Gewichtsklasse auf MLC 70, Spall-Liner
Platten, elektrische Waffennachführanlage, neues Kdt-Periskop mit
integriertem WBG, Fzg-Navigationsanlage, Rückfahrkamera |
Leopard 2 A6
| 2001 |
225 Leopard 2 A5 mit längerer
Kanone L/55, Klimaanlage und Hilfsmotor ausgerüstet. |
Zur Zeit sind die fast alle Leopard 2 in der Bundeswehr
auf dem Stand Leopard 2 A4/A5. Die Auslieferung der ersten Leopard 2 A6
hat im März 2001 begonnen.
Einsatzzweck
Der Leopard 2 ist das Rückgrat der deutschen
Panzertruppe. Er wurde vor allem nach den Erfordernissen des Kalten Krieges
konzipiert. Dementsprechend ist der Haupteinsatzzweck der Kampf gegen gepanzerte
Einheiten auf mittlere und weite Entfernung in Verteidigung, Verzögerung
und Angriff; aber auch Kampf gegen Hubschrauber und direkte Feuerunterstützung
für Panzergrenadiere. Seine derzeitigen Aufgaben auf dem Balkan sind
Sicherung und Überwachung. Dabei steht weniger der taktische Nutzen
im Vordergrund als vielmehr die psychologische Wirkung, die von einem Panzer
ausgeht. Einsatz der Leopard 2 A4 in den Hauptverteidigungskräften
(HVK), die A5 und A6 sind bei den Krisenreaktionkräften (KRK) im Einsatz.
Leopard 2 A4
Leopard 2 A4
Im folgenden wird der Leopard 2 A4 besprochen;
die Änderungen, die sich mit den Versionen A5 und A6 ergeben, werden
weiter unten behandelt.
Allgemeines
Der Leopard 2 A4 ist ein Kampfpanzer (MBT) mit
selbsttragender Wanne und um 360° schwenkbarem Turm. Die Besatzung
umfasst 4 Mann; Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze, Fahrer.
Das Gefechtsgewicht beträgt 55.150 kg (MLC (Military Loading Class)
60). Die Bewaffnung besteht aus einer vollstabilisierten Rheinmetall 120
mm Glattrohrkanone L/44 mit Laserentfernungsmesser und zwei MG 3 7,62 mm.
Der Panzer ist durch ein passives Wärmebildgerät und einen Restlichtverstärker
für den Fahrer nachtkampffähig und bedingt allwetterkampffähig.
Als Defensivbewaffnung stehen 16 Nebelwurfkörper zur Verfügung.
Das Laufwerk ist ein drehstabgefedertes Stützrollenlaufwerk mit Lamellendämpfern
und hydraulischen Endanschlägen. Der Antrieb erfolgt über hinten
liegende Antriebszahnkränze. Der MTU-12 Zylinder-Mehrstoffdiesel gibt
seine Leistung über ein hydromechanisches Schalt-, Wende- und Lenkgetriebe
auf die Seitenvorgelege weiter. Die Leistung liegt bei 1.500 PS, die eine
Geschwindigkeit von 68 km/h ermöglichen. Die Panzerung ist als CHOBHAM-Mehrschichtschottpanzerung
ausgelegt.. Jedes Fahrzeug verfügt über 2 UKW-Funkgeräte
SEM (Sende/Empfangsmodul) 80/90.
Besatzung
Ü Kommandant
(Kdt)
Der Kommandant ist für seinen Panzer persönlich
verantwortlich, er überträgt zwar die Verantwortung für
die Wanne an den Fahrer, für Schäden oder Verluste an Material
aller Art haftet er aber trotzdem alleinverantwortlich. (Prinzip der Unteilbarkeit
von Verantwortung). Er bildet seine Besatzung im Rahmen seines Zuges aus.
Auf dem Panzer überwacht er seine Besatzung, dafür ist er nach
Möglichkeit auf allen Bedienerplätzen ausgebildet. (Ausnahme:
Die Stabsunteroffiziere in der BW haben im allgemeinen keine Ausbildung
als Fahrer). Er führt den Funkverkehr, beobachtet das Gefechtsfeld
und den Luftraum und führt den Feuerkampf seines KPz. Wenn er ein
Ziel aufklärt, weist er dieses normalerweise dem Richtschützen
zu, im Notfall führt er selbst den Feuerkampf.
Ü Richtschütze
(RS)
Der Richtschütze beherrscht seinen Bedienerplatz,
den des Ladeschützen und die Schießtechnik. Er beobachtet, meldet
und bekämpft Ziele mit der Bordkanone (BK) und dem Blenden- MG. Er
nimmt außerdem die Aufgaben des Kdt bei dessen Abwesenheit wahr.
Ü Ladeschütze
(LS)
Der Ladeschütze lädt und entlädt
sämtliche Waffen und ist für deren Funktionsfähigkeit verantwortlich.
Er kann auch die Funkgeräte bedienen. Er unterstützt die Beobachtung,
entweder mit Doppelfernglas (DF) über Lukenrand oder unter Luke
durch seinen Winkelspiegel (1.000 bis 1.100 m). Er meldet den Munitionsbestand
und beseitigt Störungen an den Waffen. Des weiteren bedient er das
Fliegerabwehr- MG.
Ü Fahrer
(MKF)
Die Wanne wird vollständig vom Fahrer bedient,
der gleichzeitig auch für den Zustand der Wanne und die Vollzähligkeit
des dort verstauten Bordwerkzeugs verantwortlich ist. Der Fahrer sitzt
vorne rechts vor dem Turm. Unter seinem Sitz befindet sich auch die Notausstiegsluke.
Er ist über Bordverständigungsanlage im ständigen Kontakt
mit der restlichen Besatzung und hat meist zusätzlich noch den Auftrag
beide Funkkreise mitzuhören. Der Fahrer fährt großteils
selbstständig nach Auftrag des Kommandanten. Bei der Fahrt auf der
Strasse über Luke, die sich über ein Schwenkgetriebe nach rechts
aufschwingen lässt, im Gelände und unter Gefechtsbedingungen
unter Luke. Dazu verfügt er über 3 Winkelspiegel, die einen Sichtbereich
von 1.030 bis 1.215 m ermöglichen, bei einem toten Raum vor dem Fzg
von ca. 5 m. Um Nachtfahrfähigkeit zu ermöglichen, kann der mittlere
Winkelspiegel ausgebaut und durch ein Bildverstäker Fahrgerät
(BIV), wobei es sich um einen Restlichtverstärker handelt, ersetzt
werden. Beim Rückwärtsfahren folgt der Fahrer lediglich den Kommandos
des Kommandanten.
Technik des Leopard 2 A4
Passive Sicherheit
Ü Panzerung
Die genaue Zusammensetzung der Panzerung ist
ein gut gehütetes Geheimnis. Es handelt sich auf jeden Fall um eine
Mehrschicht-Schottpanzerung (CHOBHAM-Prinzip). Die Dicke der Panzerung
wird ebenfalls geheimgehalten. Besonderer Wert wurde jedoch auf eine extrem
starke Frontpanzerung gelegt. Im Bereich des Fahrwerks muss unterschieden
werden zwischen den gepanzerten schweren Kettenblenden (3 1/2 Segmente)
auf den vorderen 2 m und den leichten Kettenblenden (3 Segmente) dahinter.
Letztere bestehen aus einem Gummi-Faserverbund und dienen vor allem zur
Unterdrückung von Staubentwicklung und Verschleierung der Wärmesignatur
des Laufwerks. Sowohl die leichten als auch schweren Kettenblenden können
zu Laufwerksarbeiten hochgeklappt werden. Die schweren Kettenblenden müssen
auch beim Eisenbahntransport hochgeklappt werden. In schwerem Gelände
werden die letzen leichten Kettenblenden hochgeklappt um ein Werfen der
Kette zu verhindern. Über eigene Messungen in der Truppe (Vergleiche
zwischen Kampfraum und Gesamtlänge, Schweissnähte) gehe man von
folgenden Werten, die als relativ gesichert gelten dürften, aus:
| Front: |
Turm: 80 cm (150 cm beim A5, A6,
Stridsvagn 122)
Wanne: 60 cm (90 cm beim Stridsvagn 122) |
| Seite: |
Turm: 15 bis 20 cm, hinteres Drittel schwächer,
ab A5 +15 bis 20 cm im vorderen Drittel
Wanne: 10 cm (schwere Kettenblenden +15 cm) |
| Oberseite: |
Turm : 4 bis 5 cm (beim A5, A6 zusätzlich
LINER-Platten, Stridsvagn mehr)
Wanne : Front 5 cm, Heck 3 bis 4 cm |
| Boden: |
2 bis 8 cm |
Ü Farbgebung/Wärmesignatur
Ab der Version A3 wird der Flecktarnanstrich
"Anstrich, Mehrfarb-, taktisch, 3 Farben " verwendet. Die verwendeten Farben
sind Teerschwarz, Bronzegrün und Lederbraun, wobei das Farbmuster
auf jedem Panzer gleich ist. Die Farben verfügen über eine niedrige
IR-Signatur und verändern sich leicht je nach Witterung. Bei Trockenheit
sind sie unauffällig matt, ohne scharfe Kontur, bei Nässe werden
sie kräftiger, bleiben aber trotzdem matt. Wenn Schnee liegt wird
das Grün mit Schlämmkreide übermalt (Weiss, Schwarz, Braun).
Durch diesen Anstrich ist der Leopard 2 bei guter Sicht auf Entfernungen
über 1.500 m mit optischen Beobachtungsmitteln kaum aufzuklären.
Zusätzlich wird in Übung und Einsatz dem Gelände angepasste
Tarnung aufgebracht in Form von Tarnnetzen zur Verwischung der Konturen
sowie zusätzlichem natürlichem Tarnmaterial wie Gebüsch
und Grassoden. Die Wärmesignatur ist gering gehalten. Aufklärbare
Wärmequellen von vorn sind das Laufwerk, und die Wärmesäulen
über geöffneten Luken. Die heissen Abgase werden bis zur Version
A4 durch nach unten gerichtete Lüftergrätings verwirbelt. Ab
der Version A5 sind die Grätings nach oben gerichtet, da sich bei
staubigem Untergrund, vor allem bei schneller Rückwärtsfahrt,
bis zu 200 m lange Staubfahnen bilden, die ein Führen des Panzers,
eine Zielauffassung und Bekämpfung fast unmöglich und ausserdem
das Fzg weithin sichtbar machen, besonders durch Luftaufklärung. Die
größten Gefahren der Aufklärung bestehen beim Leopard 2
durch Staub - und Geräuschentwicklung.
Ü Nebelmittelwurfanlage
Wenn der Panzer aufgeklärt werden sollte,
oder zum verdeckten Ausweichen, stehen 16 Nebelwurfkörper zum Blenden
zur Verfügung (8 je Seite). Davon sind je Seite 4 einzeln verschiessbar,
die anderen 4 können nur als Fächer verschossen werden. Nachdem
die alte Version erst nach dem Auftreffen auf den Boden Nebel entwickelt
hatte, ist nun der Nebel der Folgegeneration in Gebrauch. Dieser zündet
noch in der Luft ca. 80 bis 100 m vor dem Fahrzeug, bildet sofort eine
blickdichte Nebelwand und verschleiert auch Wärmesignaturen. Dies
geschieht dadurch, dass sich durch das Abbrennen des Nebelmittels hunderte
von Wärmeflecken bilden. Vom Effekt, der durch ein Wärmebildgerät
beobachtet wird, ist das vergleichbar mit einem Scharfschützen, der
anstatt seines Einzelziels plötzlich die Menschenmassen in einer gut
besuchten Fußgängerzone vor sich hat.
Ü ABC-Schutz
Für den Kampf unter ABC-Bedingungen verfügt
der Leopard 2 über eine ABC-Schutzbelüftungsanlage mit einer
Leistung von 300 m³/h. Die Anlage befindet sich auf der linken Wannenseite
vor dem Haifischgräting und ist zu Wartungsarbeiten und Filterwechsel
von aussen zugänglich. Die Luft wird hier über eine Ansaughutze
auf der Wanne angesaugt, danach erfolgt eine Grobreinigung durch ein Grobstaubabsauggebläse
und einen Schwebstofffilter. Dann strömt die Luft über 3 Gasfilter
und wird letztendlich in den Kampfraum gepumpt. Hierbei entsteht ein Überdruck
von 4 mbar, der ein Eindringen kontaminierter Luft über undichte Stellen
verhindert. Die Standzeit in kontaminiertem Gelände soll dabei je
nach Grad der Kontamination höchstens 24 bis 48 h betragen.
Der Platz des Fahrers (MKF)
Wanne/Antrieb
Ü Fahrwerk
Drehstabgefedertes Stützrollenlaufwek mit
Lamellendämpfern und hydraulischen Endanschlägen. 2 Leitradpaare
(vorn), 14 Laufrollenpaare, 4 Stützrollen je Seite und 2 Antriebszahnkranzpaare,
die auf die mit den Seitenvorgelegen verbundenen Antriebstrommeln aufgeschraubt
sind. Die Federung erfolgt hierbei über Drehstabfedern (Torsionsstäbe)
die quer durch die Wanne durchgesteckt, und auf der anderen Wannenseite
in Buchsen mit Zahnradprofil eingelassen werden. Jeder Drehstab ist
mit 5 t vorgepannt. Als Dämpfung sind in die Lagerbuchsen der Drehstäbe
Lamellendämpfer eingebaut (Gleiches Prinzip wie z.B. beim Deckel des
MG 42/3). Um einen Bruch der Drehstäbe zu vermeiden, sind an der Wanne
über den Schwingarmen der Laufradpaare Endanschläge angebracht.
Die vorderen 3 und die hinteren 2 sind hydraulisch, die beiden anderen
fest ausgelegt. Die Leiträder sind etwas kleiner als die Laufrollen
und mit der doppelten Anzahl Schrauben (16) angeschraubt. Dabei können
die Leiträder über einen längsbeweglichen Schraubmechanismus
nach vorn und hinten bewegt werden. Dadurch kann die Kettenspannung reguliert
werden. Die Stützrollen sind je nach Ausführung entweder versetzt
oder nichtversetzt angeordnet. Der einzige Unterschied dabei ist die Anordnung
des 2. und 3. Stützrollenpaares. Die Laufrollen und Leiträder
haben eine Lebensdauer von ca. 600 km. Danach sind die Verschleißgrenzen
der Gummipolsterungen erreicht. Laufwerksarbeiten sind unproblematisch
auszuführen. Die Laufrollen können mit Hilfe eines Spezialwerkzeugs,
genannt Knochen, mit dem die Schwingarme aufgebockt werden können,
innerhalb einer halben Stunde ausgewechselt werden. Um Leiträder und
Zahnkränze zu wechseln muß die Kette getrennt werden. Auch dies
ist mit einer eingespielten Besatzung mit Bordwerkzeug innerhalb einer
bis zwei Stunden möglich. Die Kette (570 FT (Rundbolzen) oder 570
F (Flachbolzen, alte Ausführung, läuft aus)) ist eine Endverbindergleiskette
mit angegossenem Führungszahn und auswechselbaren Kettenpolstern,
hergestellt von der Firma Diehl. Es handelt sich dabei um eine "lebende"
Kette, d.h. die Kettenglieder sind mit einer gewissen Vorspannung miteinander
verbunden, indem die Bolzen, mit denen die einzelnen Glieder miteinander
verbunden sind, mit Gummi in die Buchsen eingegossen sind (sog. Silentbuchsen).
Die Kette besteht aus 82 Gliedern pro Seite, von denen max. 2 entnommen
werden dürfen und hat eine Lebensdauer von bis zu 10.000 km, wobei
die Kettenpolster je nach Art des Untergrunds und Qualität des Gummis
eine Lebensdauer von 200 bis 350 km haben. Danach müssen die Polster
gewechselt werden. Dies geschieht in der Regel bei aufgezogener Kette mit
bordeigenem Werkzeug. Das sogenannte "Kettenklopfen" ist Knochenarbeit
und dauert mit einer eingespielten Besatzungen ca. 3 Stunden, mit mehr
Manpower zur Verfügung unter Umständen auch nur 1 1/2 Stunden.
Um die Griffigkeit der Kette zu steigern können auf jeder Seite 18
Kettenpolster gegen gußeiserne Schneegreifer, die normalerweise am
Wannenbug befestigt sind, ausgetauscht werden. Um die Griffigkeit noch
weiter zu steigern, können alle Kettenposter entfernt werden (Kampfkette).
Die Kampfkette ist in Deutschland im Frieden aufgrund der extremen Straßenbelastung
verboten. Dieses Fahrwerk ermöglicht beim Leopard 2 eine Steigfähigkeit
von 60%, eine Querneigungfähigkeit von 30%, eine Kletterfähigkeit
von 1,1 m (Nabenhöhe des Leitrads) und eine Grabenüberschreitfähigkeit
von 3 m. Der spezifische Bodendruck beträgt 8,3 N/cm².
Ü Antrieb
und Getriebe
Der Motor des Leopard 2 ist ein MTU MB 873-Ka
501 flüssigkeitsgekühlter V12-Viertakt-Vorkammer-Mehrstoffmotor
mit zwei Turboladern und integrierter Ladeluftkühlung. Dieser Motor,
mit seinem unverwechselbaren. Turbogeräusch, holt bei 2600 U/min 1.500
PS/1.100 kW aus 47.600 ccm. Daraus ergibt sich ein Leistungsgewicht von
ca. 27 PS/t. Er verfügt über eine elektronische Motorkontrollanlage
(MKA), die Überdrehzahlen ab 2.850 U/min verhindert und den Motor
bei kritischem Kühlflüssigkeitszustand oder Ölstand automatisch
abschaltet. Die Luftzufuhr erfolgt über zwei kreisrunde Ansaughutzen
auf dem Wannenheck direkt hinter dem Turm. Die Luft wird dabei zunächst
über ein Grobstaubabsauggebläse und einen Zyklonfilter grob gefiltert,
wobei der Staub hierbei seitlich durch die "Haifischgrätings" ausgeblasen
wird, und strömt danach durch jeweils zwei Schwebstofffilter, was
einen sicheren Betrieb auch bei sehr staubigen Bedingungen ermöglicht.
Der Motor ist flüssigkeitsgekühlt; die Luft zur Kühlung
wird dabei über zwei Ringkühler, die sich auf dem hinteren Wannenheck
befinden zugeführt und über das große Heckgräting
ausgeblasen. Die Kühler arbeiten temperaturgesteuert. Bei einer Kühlflüssigkeitstemperatur
<90° C befinden sie sich im Trudelbetrieb, ab 90° C schalten
sie auf Stufe 1 und ab 98° C auf Stufe 2, was 5.000 U/min entspricht.
Um Hitzeschäden beim Ausschalten des Motors zu verhindern, muß
die Kühlflüssigkeitstemeratur beim Abstellen < 90° C sein.
das heißt, dass unter Umständen ein Kaltlauf bei 1.500 U/min
im Leerlauf durchgeführt wird. Die Kühlflüssigkeitsmenge
beträgt 160 l, die Motorölmenge 90 l. Die zwei Kraftstoffpumpen
liefern bis zu 18 l/min aus vier Tanks. Die Tanks sind jeweils links und
rechts zusammengefasst (Nischentank + Haupttank), fassen 1.160 l (im Frieden
sind nur 900 l zugelassen) und können bei einem Treffer über
einen Hebel am Motorschott vom Kampfraum aus abgeklemmt werden, so dass
nur noch der linke oder rechte Tank in Betrieb ist. Um bei Fahrt im rauhen
Gelände die Versorgung sicherzustellen, wird das Motoröl über
eine Trockensumpfschmierung zugeführt; der Treibstoff wird zunächst
von den Haupttanks in einen 50 l fassenden Entnahmebehälter gepumpt.
Die Reichweite liegt damit offiziell bei ca 350 km auf der Strasse und
220 km im Gelände. Im tatsächlichen Einsatz sind beim Verlegemarsch
auf guten Strassen 400 bis 500 km möglich; beim Einsatz im Gelände
muß man mit einem Treibstoffverbrauch von 600 bis 700 l/100 km rechnen.
Im Leerlauf verbraucht der Motor 12 l/h. Diese Werte beziehen sich alle
auf den Verbrauch von Diesel, es kann jedoch auch Petroleum und Kerosin
verbrannt werden. Im Notfall kann man den Motor auch mit jeder anderen
brennbaren Flüssigkeit wie Speiseöl oder hochprozentigem Schnaps
(teurer Spass) "befeuern", solange ein gewisser Prozentsatz Diesel zum
Mischen mit eingefüllt wird. Im Frieden wird nur mit Diesel gefahren
und die Verbrennung anderen Treibstoffs bedarf der Zustimmung eines höheren
Truppenführers, da dies die Leistung und vor allem die Lebensdauer
des Motors erheblich herabsetzt. Die Mehrstofffähigkeit wird unter
anderem durch die Na-Befüllung der Kolben gewährleistet. Mit
Dieselbefüllung erreicht der Panzer eine im Fahrzeugschein eingetragene
Geschwindigkeit von 68 km/h vorwärts und 30 km/h rückwärts.
Im Frieden ist aus Sicherheitsgründen 50 km/h die zugelassene Höchstgeschwindigkeit.
Um diese Leistung möglichst verschleißfrei
auf das Getriebe zu bringen ist der Motor über einen mechanisch überbrückbaren
Drehmomentwandler mit dem Getriebe verbunden. Das bedeutet, das bis zu
einer Drehzahl von 1.300 U/min im verschleißarmen Wandlerbetrieb
gefahren wird. Da ein reiner Drehmomentwandler gegenüber einer festen
Verbindung aber einen relativ geringen Wirkungsgrad hat (vgl. Spritverbrauch
M48), schließt sich ab 1.300 U/min eine Überbrückungskupplung,
die dann die Motorleistung wie eine starre Welle auf das Getriebe überträgt.
Das Getriebe ist ein Renk HSWL 345 (d.h. ein
hydromechanisches Schalt-, Wende-, und Lenkgetriebe) mit integrierter Betriebsbremse.
Dieses verteilt die Kraft stufenlos auf die beiden Seitenvorgelege. Es
ist ein Planetengetriebe mit vier Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen,
wobei die Rückwärtsgänge von der Übersetzung her den
ersten zwei Vorwärtsgängen entsprechen. Die Getriebeölmenge
beträgt 80 l. Das Getriebe wird elektrisch geschaltet. Und zwar über
einen Fahrtrichtungsschalter mit integrierter Getriebesicherheitsschaltung
(verhindert Schaltvorgänge bei Überdrehzahl und Schalten vom
Vorwärts- in den Rückwärtsgang bei einer Geschwindigkeit
über 10 km/h und Drehzahl über 1.100 U/min). Es gibt vier Stellungen:
Vorwärts, Rückwärts, Neutral und Wenden auf der Hochachse.
Des weiteren werden die Fahrstufen bzw. Gänge automatisch geschaltet,
nachdem sie über den Gangwahlhebel gewählt wurden. Hierbei schaltet
das Getriebe nicht sofort, sondern erst, wenn die entsprechende Drehzahl
erreicht ist. Dies verhindert Abwürgen und Getriebeschäden. Die
Lenkung erfolgt stufenlos über Lenkrad, was einen Fahrkomfort fast
wie in einem PKW ermöglicht, indem das Getriebe die Drehzahlen der
Antriebstrommeln über stufenlose Drehzahlverteilung regelt; es gibt
also keine festen Lenkradien geschweige denn das althergebrachte "Bremse
& Kupplung"-Prinzip. Dies macht den Leopard 2 überaus manövrierfähig,
einerseits im Gelände, aber auch beim Abstellen unter einem Schleppdach,
wenn die Panzer mit 15 cm Abstand zwischen den schweren Kettenblenden eingeparkt
werden müssen.
In das Getriebe ist auch die Betriebsbremse integriert,
die in zwei Stufen arbeitet. Bei Geschwindigkeiten über 35 km/h wird
das Fahrzeug von einem Retarder abgebremst, darunter treten die Scheibenbremsen
mit einem Betriebsbremsdruck von >98 bar in Aktion. Damit erreicht der
Leopard 2 Verzögerungswerte fast wie ein Sportwagen. Der Bremsweg
bei einer Vollbremsung von 70 km/h beträgt 35m!
Beim Wenden auf der Hochachse drehen sich die
Ketten, anders als beim Lenken, gegenläufig, d.h. der Panzer dreht
sich um die Mittelachse. Bei 1.500 U/min und vollem Lenkeinschlag dauert
eine Drehung um 360° 10 s. Insbesondere auf Beton ist der Verschleiß
an Kettenpolstern hierbei aber sehr groß. Das Wenden auf der Hochachse
wird deshalb vor allem bei beschränktem Platzangebot (z.B. auf engen
Waldwegen) und beim Richten in Betriebsstufe "Turm Aus" angewandt.
Motor und Getriebe sind beim Leopard 2 mit einer
Schnellspannvorrichtung fest zusammengeflanscht und als eine Einheit eingebaut.
Dies ermöglicht ein Wechseln des kompletten Antriebsstrangs mit einem
Bergepanzer innerhalb 15 min (Rekord ca. 8 Minuteb). Dazu muß die
Triebwerksabdeckplatte ("Topdeck") abgeschraubt werden, die vier Schrauben,
mit denen der Triebwerksblock mit dem Sockel verankert ist, gelöst
werden und die Schnellverschlüsse der Versorgungsleitungen (Strom,Treibstoff
usw.) gelöst werden. Danach wird das alte Triebwerk gezogen und das
neue eingesetzt und die Schrauben und Verschlüsse wieder angezogen.
Auf der Unterseite des Topdecks befindet sich
noch der "fire-wire", ein Temperatursensor, mit dem bei einer Temperatur
von über 180° C das Feuerlöschsystem ausgelöst wird.
Dabei werden zunächst zwei Druckbehälter Halon über Sprengventile
automatisch entleert, zwei weitere kann der Fahrer bei Bedarf auslösen.
Die vier Halonflaschen befinden sich rechts hinter dem Fahrer, die Bedienung
des Feuerlöschsystems erfolgt ebenfalls durch den Fahrer.
Ü Stromversorgung
Der Leopard 2 A4 hat 8 Batterien (12 V/125 Ah),
die in Gruppen geschaltet sind, so dass sich eine Gesamtkapazität
von 24 V/500 Ah ergibt. Bei laufendem Motor werden sie über einen
Generator mit 28 V/20 kW gespeist. Die Stromübertragung zum Turm erfolgt
mittels Schleifringübertrager. Da im Turm Wechselspannung benötigt
wird (400 Hz) befindet sich auf dem Turmboden ein entsprechender Wechselrichter.
Ü Zentralhydraulische
Anlage (ZHA)
Die ZHA ist auf der rechten Wannenseite im Kampfraum
angebracht. Sie liefert den nötigen hydraulischen Druck für die,
von der Betriebsbremse unabhängige, Feststellbremse und die Tauchhydraulik.
Der Betriebsdruck liegt zwischen 150 bis 172 bar. Die Pumpe setzt sich
bei einem Druck von < 130 bar in Betrieb und versorgt die beiden
Druckspeicher. Der Vordruck wird durch eine Stickstoffbefüllung gewährleistet.
Der größere der beiden Druckspeicher versorgt die Federspeicherbremszylinder
der Feststellbremse, die direkt auf die Vorgelege wirkt. Dabei schließt
sich die Bremse im drucklosen Zustand. Bei einem Ausfall der ZHA kann die
Feststellbremse zum Abschleppen über eine manuelle Notlöseeinrichtung
geöffnet werden. Die Tauchhydraulik ermöglicht auch Tiefwaten
und Unterwasserfahren, indem sie alle Be- und Entlüftungen am Motor
schließt und eine Brennluftklappe am Motorschott im Kampfraum öffnet.
Dabei wird die gesamte Verbrennungsluft über die Kommandantenluke
zugeführt. Hier befindet sich auch ein Sicherheitsschalter, der den
Betrieb der Tauchhydraulik nur bei offen verriegelter Luke zulässt,
bzw. den Motor sofort ausschaltet, wenn die Tauchydraulik in Betrieb ist
und die Luke entriegelt wird. Dies ist sehr wichtig, da der Motor bei 1.500
U/min ca 18 m³ Luft/s zieht und die Besatzung bei einem unbeabsichtigten
Betätigen der Tauchhydraulik bei geschlossenen Luken innerhalb weniger
Sekunden ersticken würde, bzw. einem tödlichen Unterdruck ausgesetzt
sein würde.
Ü Waten,
Tiefwaten, Unterwasserfahren
Der Leopard 2 ist ohne Vorbereitung watfähig
bis zu einer Wassertiefe von 1.100 mm. Tiefwaten bis 2,25 m ist nach kurzer
Vorbereitung möglich. Dabei wird die Tauchhydraulik eingeschaltet
und die Verbrennungsluft über die Kommandantenluke durch den Kampfraum
zugeführt. Auf die Kommandantenluke wird ein faltbarer Tiefwatschacht
von knapp einem halben Meter Höhe, der am Turmheck mitgeführt
wird, aufgesetzt, auf die Mündung der Kanone eine Tauchkappe aus Gummi.
Ausserdem wird eine Turmdrehkranzdichtung über eine Handpumpe vom
Ladeschützen aufgepumpt.
Zum Unterwasserfahren bis zu 4 m Wassertiefe
wird statt des Tiefwatschachts ein starrer aus drei Teilen bestehender
Unterwasserfahrschacht aufgesetzt. Dieser Unterwasserfahrschacht wird aufgrund
seiner Sperrigkeit nicht am Fzg mitgeführt, sondern von den Brigadeeinheiten.
Um kleinere (unvermeidbare) Wassereinbrüche auszugleichen, verfügt
der Panzer über zwei Lenzpumpen mit einer Pumpleistung von je 160
l/min. Wasserschlag am Motor wird durch Rückschlagventile in der Auspuffanlage
verhindert. Für den Fall eines grossen Wassereinbruchs oder des Kenterns
sind die Besatzungsmitglieder mit Tauchrettern (die gleichen Modelle wie
sie auf den deutschen U-Booten schon im 2. Weltkrieg verwendet wurden)
und Schwimmkrägen mit Preßluftpatronen ausgestattet.
Ü Heizung/Lüftung
Die Heizung besteht aus einem Heizgerät
(Standheizung) und einem Wasser/Wasser-Wärmetauscher, mit dem die
Kühlflüssigkeitstemperatur ausgenutzt wird. Dabei schaltet das
Heizgerät bei einer Kühlflüssigkeitstemperatur von über
90° C automatisch ab. Das Heizgerät dient auch zum Vorwärmen
des Motors bei Temperaturen von unter -20° C, wenn Vorglühen nicht
mehr ausreicht. Die Heizkreisläufe können über zwei Hebel
am Motorschott geregelt werden. Es gibt drei Stellungen: Heizen mit Heizgerät,
Heizen mit Motorwärme und Vorwärmen Motor. Das Heißwasser
wird über zwei Gebläse mit Wasser/Luft-Wärmetauschern zum
Heizen des Kampfraums geleitet. Die Lüfter und die Heizung werden
vom Fahrer bedient. Es handelt sich dabei allerdings nicht um eine Klimaanlage,
vielmehr gibt es nur zwei Einstellungen: "Sommer" und "Winter".
Leopard 2 A4 beim Schiessen
Turm / Waffenanlage
Ü Bewaffnung/Munitionsvorrat
Die Hauptbewaffnung besteht aus der 120 mm L/44
Glattrohrkanone von Rheinmetall mit elektrischer Zündung. Sie ist
schildzapfengelagert in der Turmmitte mit einem Richtbereich von -9°
bis +20° auf 2.009 mm Feuerhöhe eingebaut. Die Waffe wiegt 3.800
kg, wobei allein das Rohr 1.150 kg, das Bodenstück 683 kg und der
Verschlusskeil 110 kg wiegen. Das Rohr wird von einer Rohrschutzhülle
umgeben, die vor allem thermische Verformung (Rohrverzug) verhindert. Im
vorderen Drittel der Kanone befindet sich der Rauchabsauger, 5 Gasdruckbohrungen
im Rohr, die mit einer elastischen Ummantelung dafür sorgen, dass
die Pulvergase nach vorn ausgeblasen werden. Der Rohrrücklauf wird
über zwei hydraulische Rohrbremsen aufgefangen. Das Rohr wird danach
durch einen pneumatischen bzw. hydropneumatischen Rohrvorholer wieder in
die Ausgangsposition gebracht. Der Verschlusskeil arbeitet als teilautomatischer
Fallkeilverschluss, d.h. der Verschluss verriegelt automatisch beim Einführen
der Patrone, wirft nach dem Schuss den Hülsenboden automatisch aus
und belässt den Verschluss in offener Stellung. Ein vom Verschluss
betätigter Druckschalter sorgt dafür, dass die Kanone nach dem
Schuss automatisch in eine vom Ladeschützen vorgegebene Ladestellung
fährt.
Mit der Kanone werden zwei Geschossarten verschossen.
Zum einen ein flügelstabilisiertes Treibspiegelpfeilgeschoss mit Leuchtspur
KE DM33 (Kinetische Energie) (NATO-Bezeichnung APFSDS-T Armor Piercing
Fin Stabilized Discarding Sabot-Tracer); zum anderen ein Hohlladungsmehrzweckgeschoss
mit Leuchtspur MZ DM18 (NATO-Bezeichnung HEAT-T High Explosive Anti Tank-Tracer).
Alle Geschosse haben teilverbrennbare Hülsen, d.h. nur der Patronenboden
ist aus Stahl, die Hülsenmäntel sind aus Sprengpappe und verbrennen.
Die KE wirkt rein aufgrund ihrer Bewegungsenergie und enthält keinen
Sprengstoff. Sie ist nur gegen starke Panzerungen wirksam, da bei schwach
bzw. ungepanzerten Zielen die Gefahr besteht, dass sie einfach durchfliegt,
ohne Wirkung zu hinterlassen. Das Geschoss hat eine Mündungsgeschwindigkeit
von 1.640 m/s (also ungefähr 5-fache Schallgeschwindigkeit); der Pfeil
wiegt ca. 7,5 kg und besteht aus einem Wolfram-Karbid-Kern und durchschlägt
auf 1.000 m fast jede derzeit bekannte Panzerung. Beim Auftreffen auf das
Ziel wird auf einer Fläche von wenigen Quadratzentimetern die Energie
frei, die in etwa einer 100 t Lokomotive mit 50 km/h entspricht. Die Durchschlagsleistung
richtet sich dabei vor allem nach der Länge des Geschosses und dem
Auftreffdruck. Deshalb wird momentan die LKE II eingeführt, die bei
höherer Geschwindigkeit und kleinerem Durchmesser ungefähr 20
cm länger ist. Das MZ-Geschoss wirkt nach dem Hohlladungsprinzip,
d.h. durch das Abbrennen des Sprengsatzes entsteht ein Staustrahl, der
die Panzerung durchspült. Die weit verbreitete Annahme, dass Hohlladungsgeschosse
die Panzerung durchschweißen ist falsch; die Zeit, in der das Geschoss
wirkt, ist viel zu kurz, um auf diese Weise durchdringen zu können.
Die MZ hat eine Mündungsgeschwindigkeit von 1.140 m/s. Dies ist zwar
für die Durchschlagsleistung irrelevant, eine hohe Geschwindigkeit
erhöht aber die Trefferwahrscheinlichkeit um ein Vielfaches, da die
Flugbahn aufgrund des knapp doppelt so hohen Geschossgewichts gegenüber
der KE, viel weniger gestreckt ist, und somit auch der Treffbereich abnimmt.
Des weiteren wirkt die MZ auch gegen schwach und ungepanzerte Ziele durch
Druck und Splitterwirkung; ist dabei allerdings bei weitem nicht so effektiv,
wie herkömmliche Sprenggeschosse. Darüber
hinaus gibt es für KE und MZ
Üb-Geschosse: Die KE-Üb ist aus einer leichteren Legierung, und
hat statt des Flossenleitwerks ein Lochkegelleitwerk. Dies ermöglicht
eine Mündungsgeschwindigkeit von 1.700 m/s und der KE vergleichbare
Flugeigenschaften auf den ersten 2.000 m, danach verringert sich die Geschwindigkeit
drastisch und sorgt dafür, dass das Geschoss bei maximaler Rohrerhöhung
einen Sicherheitbereich von lediglich 22.000 m hat. Zum Vergleich: Die
KE hat einen Sicherheitsbereich von über 90 km und durfte deswegen
nur auf dem TrÜbPl Castle Martin (UK) verschossen werden. Die MZ-Üb
verfügt über die gleichen Flugeigenschaften, wie die MZ, statt
der Hohlladung wird allerdings ein Betonkopf verschossen, um den Schaden
am Zielbau auf den Übungsplätzen im Rahmen zu halten. Dennoch
sind diese Üb-Geschosse kein Spielzeug. Beim Schiessen auf Hartziele
werden Leopard 1 von beiden Geschossen auf 1.500 m glatt durchschlagen,
ein M47, auf den eine Feuerzusammenfassung mit drei MZ-Üb gefeuert
wurde, schob/warf es 20 m nach hinten, das Fahrwerk auf einer Seite wurde
vollkommen abgerissen, der Turm wurde aus der Wanne gerissen und der Stahl
brannte danach noch 10 Minuten. Es gibt außerdem Gerüchte, dass
den Amerikanern im 2. Golfkrieg die 'scharfe' Munition kurzfristig ausging
und deshalb auf die Üb-Geschosse zurückgegriffen wurde. In der
Schiessinspektion in Munster kursieren Bilder, die von MZ-Üb vollkommen
zerfetzte BMPs zeigen.
Die Standardbeladung an 120 mm Munition besteht
aus 42 Schuss (30 KE, 12 MZ) von denen 15 im Bereitschaftsmunbunker im
Turm untergebracht sind und 27 links neben dem Fahrer in der Wanne. Von
der Bundeswehr werden übrigens keine DU-Geschosse verwendet, können
allerdings mit geringem Aufwand übernommen werden. Es genügt
die Munition mit 5 Schuss anzuschießen und die Systemfehlerwerte
entsprechend zu programmieren. Falls für die DUs Einheitssystemfehlerwerte
gelten, muss nicht einmal angeschossen werden. Da der Leopard 2 über
Speicherplätze für sechs verschiedene Munitionssorten verfügt,
könnte einer der zwei freien Speicherplätze innerhalb einer halben
Minute auf jegliche kompatible Munitionssorte programmiert werden.
Als Sekundärbewaffnung stehen zwei MG 3
7,62 x 51 mm zur Verfügung. Eines davon achsparallel zur Kanone montiert,
das andere als Fliegerabwehr- MG auf der Ladeschützenluke. Die Munition
wird gegurtet im Verhältnis Weichkern:Leuchtspur 3:2 geliefert. Der
Munitionsvorrat beläuft sich auf 4.750 Schuss. Zur persönlichen
Bewaffnung der Besatzung gehören außerdem zwei MP 2A1 (Uzi)
und zwei P 1 mit insgesamt 500 Schuss, eine Signalpistole mit 16 Schuss,
vier Handgranaten und ein Thermitstab zur Zerstörung des KPz.
Ü Feuerleitanlage
(FLA)
Die Feuerleitanlage ist das Herzstück des
Leopard 2. Sie ermöglicht eine hohe Ersttrefferwahrscheinlichkeit
(83%); auch aus der Fahrt und selbst auf bewegliche Ziele. Zur Feuerleitanlage
gehören die Zieleinrichtungen, die WNA/WNA-Elektronik, Feuerleitrechner
& Sensoren für Feuerleitung, die ZLHV (Zentrallogik/Hauptverteilung),
die Bediengeräte und das RPP 1- 8 (Rechnergesteuertes Panzerprüfgerät).
Die Feuerleitanlage hat drei Betriebstufen: TURM AUS, BEOBACHTEN und STAB
EIN und verschiedene Betriebsarten in den Betriebsstufen. Alle Funktionen,
die in einer niedrigen Betriebsstufe zur Verfügung stehen, stehen
auch in der nächst höheren zur Verfügung.
In TURM AUS wird der Turm nicht mit Strom versorgt
(außer Funk/Bordverständigung (BV), Kampfraumbeleuchtung, und
MG-Lüfter), Richten erfolgt manuell über Handpumpen durch RS,
keine Stabilisierung, Schiessen über TZF, Auslösen durch Stossgenerator
von Hand/bzw. MG über Handauslösung durch LS, Entfernungsermittlung
manuell über TZF, Schussbeobachtung und Aufklärung durch Kdt
mit DF über Lukenrand, Munitionssorte muss manuell über Strichplatte
berücksichtigt werden. Mögliche Betriebsarten: RH-TZF (RS führt
Hauptwaffe (HW) über TZF). Notbetrieb!
In BEOBACHTEN wird der Turm voll mit Strom versorgt,
abhängige Visierlinie, d.h. Optik wird der Kanone nachgeführt,
Grobrichten hydraulisch durch durch RS über Kraftrichten (Hydraulik
steuert Servomotoren Turm und BK direkt an), Feinrichten über Handpumpen,
HZF (damit auch der LASER - E-Messer), WBG und PERI funktionieren, Verkantungskorrektur,
Parallaxenausgleich (entfernungsabhängiger Ausgleich des Abstands
HZF-HW) Schiessen aus der Fahrt nicht möglich, Schiessen auf bewegliche
Ziele nur mit manuellem Vorhalt, Kdt kann nicht schießen, aber über
PERI unabhängig beobachten und RS überwachen. Rechner verarbeitet
Munitionssorte, Systemfehlerwerte, Außentemperatur, Pulvertemperatur,
Windgeschwindigkeit, Höhe über NN und Entfernung. Mögliche
Betriebsarten: RH-TZF, RH/RW (RS führt (und schießt) HW über
HZF oder WBG), KP (Kdt führt PERI) und ZÜ (Zielüberwachung
mit PERI durch Kdt), Eingeschränkter Betrieb!
In STAB EIN arbeiten alle Systeme, primärstabilisierte
unabhängige Visierlinie (d.h. RS oder Kdt führen die Optiken,
die WNA führt die HW unter Berücksichtigung aller Parameter auf
das Ziel nach), Rücksteuerung (Berücksichtigung der Eigengeschwindigkeit
und des Richtungsvektors zum Ziel, dadurch entfernungsabhängiger Ausgleich
von Verschleppung und Parallelversatz und der Entfernungsänderung
zum Ziel, wird durch Betätigung des LASERS ausgelöst), dynamischer
Vorhalt (Berücksichtigung der Geschwindigkeit und des Richtungsvektors
des Ziels durch Umwandlung in Winkelgeschwindigkeit der Kanone, wird durch
RS manuell ausgelöst, steht Kdt nicht zur Verfügung), Kdt kann
entweder über PERI schießen oder über Direktsichtadapter
das HZF und das WBG zum Schießen nutzen. Kein manueller Vorhalt nötig,
Zielen immer auf Zielmitte. Dynamische und statische Koinzidenz. Dadurch
sicheres Treffen aus der Fahrt auf bewegliche Ziele. Mögliche Betriebsarten
: RH-TZF, RH/RW, KP, ZÜ, KH (Kdt führt HW über PERI), KW
(Kdt führt HW über HZF/WBG (muss an sein) durch Direktsichtadapter),
ZZÜ (Zusätzliche Zielüberwachung des RS durch den Kdt mit
Direktsichtadapter). Volle Leistungsfähigkeit des Systems!
Ü Zieleinrichtungen
FERO Z18: Dies ist die Notoptik, monokular 8x,
in die Blende eingebaut, wird vom RS bedient, Strichplatte zur Entfernungsermittlung,
voll manuell, wird nur im Notbetrieb verwendet. Wird TZF (Turmzielfernrohr)
genannt. Funktioniert auch in TURM AUS.
PERI R 17: Primäre Kommandantenoptik, monokular
2x und 8x, Bedienung durch Kdt, Strichplatte zur Entfernungsermittlung,
eigenstabilisiert ab BEOBACHTEN. Ermöglicht Schießen des Kdt
in STAB EIN über KH, dabei wird bei Betätigung eines Tasters
der Turm auf die Visierlinie des PERIs eingeschwenkt. KH wird auch zur
Zielanweisung an den RS genutzt. PERI kann auf Entfernungen von 900 bis
2.000 m eingesetzt werden und ist nicht justierstabil, d.h. muss nach kurzer
Zeit vom Kdt nachgezogen werden. Das PERI hat zwei Schwenkgeschwindigkeiten,
die über die Intergratorwippe geschaltet werden können; eine
Drehung um 360° dauert 9 bzw. 36 Sekunden.
EMES 15: Primäre (vollstabilisierte) Richtschützenoptik,
HZF (Hauptzielfernrohr), binokular 12x, integrierter NdYAG (Neodinium Yttrium
Aluminium Garnet)-LASER -Entfernungsmesser ZEISS CE628, Wellenlänge
1.024 nm, 2 Pulsfolgen: 1. Normalleistung 10x alle 6 sec, 2. Ausnahmeleistung
3x alle 2 sec danach 11 sec Pause. Messbereich 200 bis 9.990 m, Meßgenauigkeit
+/- 10 m. Letztechoverwertung, Anzeige von Doppelechos. Die Laserelektronik
bewirkt Schußverblockung bei Entfernungen über 4.000 m und Nahzielunterdrückung
unterhalb 400 m. In letzterem Fall wird mit Entfernung 1.000 m geschossen.
Das Wärmebildgerät ist im gleichen Modul wie das HZF untergebracht
und kann durch einen Umschalthebel in das HZF eingespiegelt werden. Es
arbeitet auf Basis von Cadmium-Quecksilber-Tellurid Detektor-Komponenten
auf einer Wellenlänge von 8-14 µm. Als Referenztemperatur dient
-190° kalter Stickstoff. Da das WBG vorgekühlt werden muss, dauert
es ca. 10 bis 20 min bis es einsatzbereit ist. Vergrößerungen
sind 4x und 12x; zur besseren Aufklärung kann zwischen Weiß-
und Schwarzpolarität umgeschaltet werden. Das HZF/WBG kann auch vom
Kdt genutzt werden, indem er das Bild über Direktsichtadapter in des
PERI einspiegelt. Zur Aufklärung wird vom RS auch bei Tag meist das
WBG genutzt, da das Sichtfeld bei 4x weitaus größer ist, als
das 12x Sichtfeld des HZF. Um die Primärstabilisierung zu gewährleisten,
ist ein in 2 Achsen beweglich gelagerter Spiegel angebracht, der über
Stellmotoren angesteuert wird. D.h. es wird in STAB EIN lediglich die Visierlinie
über den Spiegel gesteuert, die Waffe wird dann über die WNA
automatisch nachgeführt.

Ü Waffennachführanlage
WNA-H22 und WNA-Elektronik
Die WNA-H22 ist eine hydraulische Waffennachführanlage
mit integrierter hydraulischer Kraftversorgung (HKV) und hoher Stabilisierungsgüte.
Der Betriebsdruck beträgt in BEOBACHTEN zwischen 105 und 140 bar und
in STAB EIN ca. 160 bar bei einem Stickstoffvordruck des entlasteten Systems
von 46 bar. Sie ermöglicht ein Drehen des Turmes um 360° innerhalb
von 9 Sekunden. Der Hydraulikraum befindet sich rechts hinten im Turm.
Die Hydraulik verfügt über einen eigenen Lüfter und Temperatursensoren,
die bei Überschreiten der zulässigen Temperaturen von Hydraulikflüssigkeit
und Pumpe, zuerst Warnmelder betätigen, danach die WNA automatisch
abschalten. Die WNA- Elektronik bekommt vom Rechner über die ZLHV
die Aufsatzwerte in Höhe und Seite und steuert die Servoventile an.
Sie meldet außerdem die aktuelle Lage und Nachrichtgeschwindigkeit
an die ZLHV zurück.
Ü Feuerleitrechner
Der Feuerleitrechner von Atlas STN ist ein Digitalrechner,
der sämtliche eingestellten Parameter, Sensor- und Kreiselwerte aufnimmt
und daraus die Aufsatz- und Vorhaltwerte für die WNA-Elektronik berechnet.
Ü Zentrallogik/Hauptverteilung
(ZLHV)
Die ZLHV ist eine zentrale Baugruppe, in der
alle Signale der Feuerleitanlage verarbeitet werden, und alle Baugruppen
der FLA abgesichert sind. Außerdem gibt sie den Schuss frei, wenn
von der WNA-Elektronik statische und dynamische Koinzidenz gemeldet werden.
Das Phänomen der Koinzidenz ergibt sich aus der Trägheit der
WNA, d.h. die WNA wird, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten, nie auf
den exakt berechneten Sollwert stabilisieren können, sondern immer
etwas hinterher oder über das Ziel hinausgeschossen sein. Um trotzdem
mit hinreichender Genauigkeit schießen zu können, wurden hier
Toleranzfelder um den optimalen Wert festgelegt. Die Toleranz beträgt
statisch 0,2 Strich und dynamisch 0,65 Strich/s. Sobald sich also die Kanone
innerhalb dieser 0,2 Strich zum statischen Sollwert und nicht schneller
als 0,65 Strich/s zum dynamischen Sollwert bewegt, gibt die ZLHV den Schuss
frei. In der Praxis dauert dies maximal eine halbe Sekunde, bis Koinzidenz
vorliegt. Trotzdem muss der Schießende innerhalb dieser Zeitspanne
die Optik aufs Ziel gerichtet und die Abfeuerungsklinken durchgedrückt
halten. Anmerkung: 1 Strich entspricht dem 6.400sten Teil des Umfangs eines
Kreises; d.h. ca. 1 m auf 1 km.
Ü Bediengeräte
und Steuereinrichtungen
Es gibt 9 Bediengeräte im Turm: Mit dem
Richtschützenbediengerät kann der RS das WBG und das HZF auf
seine Bedürfnisse einstellen, das HZF und WBG justieren, im Einsatz
schnell das HZF mittels der Feldjustieranlage FJA (Ein Teil davon ist der
kleine Kollimatorspiegel an der rechten Rohrmündung) nachziehen, um
Rohrverzug auszugleichen, Kreiseldriftabgleich durchführen und die
Waffe wählen. Mit dem Rechnerbediengerät werden alle festen Parameter
eingegeben und manuelle Entfernungen für das HZF eingegeben. Mit dem
Betriebsstufenbediengerät werden die Betriebsstufen eingeschaltet.
Das PERI-Bediengerät und das WBG-Zusatzbediengerät dienen dem
Kdt zum Einstellen von PERI und WBG, mit dem Kommandantenbediengerät
können die aktuellen Rechnerwerte und die Werte vom letzten Schuss
abgelesen werden. Am Ladeschützenbediengerät werden die Munitionssorte
und die Indexposition für die Ladestellung eingegeben. Mit dem Richtschützenrichtgriff
(RSG) richtet, lasert und feuert der RS, hier befindet sich auch der Taster
dynamischer Vorhalt. Das Äquivalent dazu beim Kdt ist der Kommandantenrichtgriff,
der fast dieselben Funktionen hat. Der RSG ist ein um zwei Achsen beweglicher
Doppelhorngriff ähnlich wie im Flugzeug, der KRG ist ein starrer Joystick
mit einer Daumenschale, die etwas ungenauer als der RSG ist. Eine einzige
Fehleinstellung bei all diesen Geräten genügt, um einen Fehlschuss
zu produzieren, deswegen wird die Bedienung dieser Geräte auch mit
verbundenen Augen drillmäßig geübt.
Ü Rechnergesteuertes
Panzerprüfgerät RPP 1-8
Das RPP 1-8 dient dem Kdt zur internen Fehleranalyse
und zum Durchführen von Systemstests. Es zeigt außerdem Fehlfunktionen
der FLA im laufenden Betrieb an.
Ü Zum besseren
Verständnis des Zusammenwirkens der FLA hier die Verknüpfung
der FLA in STAB EIN
1. (Vor-) Stabilisierung EMES: Die Kreisel
Seite und Höhe im EMES melden Störbewegungen, die auf den Spiegel
wirken, an die Stabilisierungselektronik. Die Stabilisierungselektronik
gibt nun Korrekturwerte an die Stellmotoren im Ausblickkopf EMES.
2. (Vor-) Stabilisierung der Kanone und des
Turmes: Der Turmkreisel meldet die Nickbewegungen des Turmes über
die ZLHV an die WNA- Elektronik. Der Waffenkreisel meldet die Nickbewegungen
und die Seitenbewegungen der Kanone über die ZLHV an die WNA- Elektronik.
Die WNA- Elektronik sendet nun über die ZLHV Korrektursignale an den
Seiten- und Höhenservoblock des Turmes und der Kanone.
3. Waffennachführung: Der RS sendet
mit seiner Steuereinrichtung Richtsignale zur Stabilisierungselektronik,
die von dort zu den Stellmotoren des EMES (-spiegels) weitergeleitet werden
und gleichzeitig als Positionsmeldungen an den Rechner gehen. Folgende
Baugruppen melden an den Feuerleitrechner außerdem ihre Werte: Laserelektronik
die ermittelte Entfernung; Richtschützenbediengerät die Justierwerte
Seite und Höhe; Rechnerbediengerät die Systemfehlerwerte, Höhe
über NN, Lufttemp., Pulvertemp. und den Querwind; Vertikalsensor die
Verkantung der Waffe in Grad; Ladeschützenbediengerät die gewählte
Munitionssorte. Der Feuerleitrechner errechnet nun aus all diesen Werten
den Vorhalt und Aufsatz für den Turm und die Bordkanone und gibt diese
an die WNA-Elektronik weiter. Diese steuert den Turm und die Kanone in
die neu berechnete Position. Stellungsgeber Seite und Waffenerhöhungsgeber
EMES melden die jeweilige Position des Turmes und der Kanone über
die ZLHV an die WNA-Elektronik. Die WNA-Elektronik vergleicht die gemeldeten
Werte mit den vom Rechner gelieferten Sollwerten und gibt das Signal Koinzidenz
Ja/Nein an die ZLHV weiter, die den Abfeuerungsstromkreis schließt
oder unterbricht. Beim Schießen auf bewegliche Ziele kommt zusätzlich
der Wert dynamischer Vorhalt von der RS-Steuereinrichtung zum Rechner,
beim Schießen aus der Fahrt wird zusätzlich die Rücksteuerung
über die Werte des Fahrzeuggeschwindigkeitgebers und des Stellungsgeber
Seite vom Rechner verarbeitet.
Ü Brandunterdrückungsanlage
(BUA)
Die BUA ist ein vollautomatisches Halon-Löschsystem
mit optischen- und Infrarotsensoren. Die Brand- bzw. Explosionserkennung
erfolgt innerhalb 2 ms, daraufhin werden vier Halon-Flaschen über
Sprengventile gezündet, und der Brand oder die Explosion innerhalb
250 ms im Keim erstickt. Da die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Besatzung
mit erstickt wird, sehr groß ist, sind die BUAs im Frieden abgeklemmt
bzw. ausgebaut. Die BUA ist unabhängig von der Feuerwarn- und Löschanlage
in der Wanne.
Ü Funkanlage
Jeder Leopard verfügt über eine Bordverständigungsanlage
und eine Panzer-Panzer-BV-Buchse, damit ist abhörsicherer Sprechverkehr
möglich. Die Panzer werden einfach mit FM-Kabel miteinander verbunden.
Dazu werden an jedem Pz 600 m FM-Draht mitgeführt. Es ist somit auch
möglich sich über eine Zehnervermittlung in das Telefonnetz einzuschalten.
Natürlich funktioniert dies nur im ortsfesten Betrieb, z.B. im Verfügungsraum.
An Funkmitteln führt jeder Leopard 2 UKW-Sende/Empfangsmodule 80/90
mit sich. Das SEM 90 ist dabei im Grunde ein SEM 80 mit angeschraubtem
Leistungsverstärker. Standardmäßig hat ein Chefpanzer 2
SEM 90, Zugführer und Einser ein SEM 90 und ein SEM 80 und der Zwo
2 SEM 80 dabei. Von außen sind diese Unterschiede an der Funkanlage
nicht sichtbar. Kommandeurspanzer sind mit einem SEM 90 und einem datenfunkfähigen
digital codiertem SEM 93 ausgestattet. Das SEM 80/90 kann sowohl im Handwahlbetrieb
oder mit vorprogrammierten Frequenzspeichern im automatischen Kanalwahlbetrieb
AKW betrieben werden. Bei AKW werden jeweils 16 Frequenzen zu einem Kanalbündel
zusammengefasst. Wird nun die Sprechtaste gedrückt, sucht das Gerät
unter den 16 Frequenzen eine freie und sendet über diese die Kanalnummer.
Alle Empfänger die auf der gleichen Kanalnummer sind, gehen nun auch
auf diese Frequenz. Dieses System schützt nicht davor abgehört
zu werden, es ermöglicht lediglich eine höhere Verfügbarkeit.
Der Frequenzbereich der SEM 80/90 liegt zwischen 30 und 79,75 MHz, die
Reichweite beim SEM 80 beträgt max. 9 km beim SEM 90 max. 15 km.
Leopard 2 A5 im Kosovo
Leopard 2 A5
Beim Leopard 2 A5 wurden vor allem der passive
Schutz und die Führbarkeit drastisch erhöht. So verfügt
er über zusätzliche austauschbare Panzerungssegmente an der Turmfront
und am vorderen Drittel der Turmseiten, die vor allem gegen den Beschuss
mit Hohlladungsmunition die Sicherheit erhöhen. Die schweren Kettenblenden
wurden ebenfalls verstärkt und die Aufhängung verändert,
um das zusätzliche Gewicht handhabbar zu machen. Die Innenwände
des Kampfraums wurden mit Spall-Liner Platten ausgelegt, die ein Durchdringen
von Splittern erschweren sollen, und im Falle der Durchdringung den Splitterkegel
klein halten. Außerdem schützen sie vor Lackabsplitterungen
an den Innenwänden, die normalerweise bei einem Treffer auftreten.
Das mag sich jetzt lächerlich anhören, aber bei Gesprächen
mit abgeschossenen Panzerleuten aus dem 2. WK war zu erfahren, dass Treffer
zwar oftmals nicht durchgingen, aber die Besatzungen durch hunderte von
scharfkantigen Lacksplittern schwere Haut - und Augenverletzungen erfahren
haben. Die Liner-Platten reduzieren weiterhin die Wärme- und Lärmemissionen.
Weiterer Schutz wird durch den Wegfall der ballistischen Löcher in
Blende und auf der rechten Turmfront erreicht, indem das TZF über
die BK und das EMES aufs Dach verlegt wurden. Eine weitere Verbesserung
des Schutzes wird durch den Einsatz einer elektrischen WNA, statt der bisher
üblichen hydraulischen erreicht. Neben anderen Vorteilen, wie kleinerer
Einbaugröße, besserer Wartbarkeit, höherer Zuverlässigkeit
und geringerem Energieverbrauch, ist der Wegfall der Hydraulikleitungen
ein großes Sicherheitsplus. Hydraulikflüssigkeit ist nämlich
selbst beim Einatmen der Dämpfe giftig und die Leitungen sind immer
irgendwo ein bisschen undicht. Außerdem wird sie beim Betrieb heiß
(beim Leopard 2 A4 bis zu 118°C ; und aus eigener schlechter Erfahrung
weiß ich, dass es überhaupt nicht witzig ist, wenn nach 2 Stunden
Betrieb das Flansch der Hauptleitung zum Servoblock Höhe reißt
und auf einmal 30 l kochendes C-635 mit knapp 100 bar Druck überall
im Kampfraum rumspritzen.). Der einzigen Nachteil der E-WNA ist, dass sich
bei Stromausfall der Turm praktisch nicht mehr drehen lässt,
beim A4 ist dies über Handpumpen immer noch möglich. Im Vergleich
zu den Vorteilen ist dies jedoch leicht zu verkraften. Die Führbarkeit
wurde vor allem über den Einbau einer Rückfahrkamera für
den Fahrer, der nun nicht mehr vom Kdt eingewiesen werden muss, sehr verbessert.
Dazu kommt eine hybride Fahrzeugnavigationsanlage mit integriertem GPS
und einem inerten Navigationssystem. Dem Kdt steht dazu ein LCD-Display
mit unterlegter Karte zur Verfügung. Ein taktisches Führungssystem
wie IVIS kann nachgerüstet werden. Der Kdt verfügt nun außerdem
über sein eigenes WBG genannt TIM im modifizierten PERI (PERI-R 17
A2), das auf die Turmmitte verlegt wurde. Die Vergrößerung
beträgt bis zu 28x, das Wärmebild wird auf einem LCD- Display
dargestellt. Der Laser kann beim A5 nun auch auf Erstechoverwertung eingestellt
werden, dazu mussten Verbesserungen an EMES und Feuerleitrechner vorgenommen
werden (FLT2). Dies ermöglicht den Kampf gegen Hubschrauber, die z.B.
vor Waldkulissen fliegen. Weitere Veränderungen sind die Fahrerluke,
die jetzt über eine Zahnstange seitlich aufgeschoben wird, und den
anfälligen Hub/Schwenkantrieb ersetzt und weiterer Stauraum an den
hinteren Turmseiten. Der Nachteil, der aus all diesen Änderungen entstanden
ist, ist dass das Gefechtsgewicht auf 62,5 t angestiegen ist und damit
die Gewichtsklasse auf MLC 70 hochgestuft werden musste, was zum einen
schlechtere Beschleunigungswerte als beim A4 mit sich bringt, zum anderen
die Tragfähigkeit vieler Brücken, vor allem auch auf dem Balkan,
sprengt.
Andere Nationen, die den Leopard
2 nutzen
| Ü |
Niederlande |
445 Leopard 2 (NL) mit geänderter
Funkausstattung von Philips, Nebelwurfanlage, Fla-MG von FN und BIV-Fahrgerät
niederländischer Produktion. Die Niederlande haben 120 Leopard 2 (NL)
an Österreich verkauft. Die restlichen 325 wurden auf den Stand A5
(NL) nachgerüstet. Derzeit Nachrüstung von 180 Leopard 2 A5 (NL)
auf A6. |
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|
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| Ü |
Österreich |
120 Leopard 2 A4 (NL) von den Niederlanden abgekauft. |
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|
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| Ü |
Schweden |
Leopard 2 A5 KWS II, Leopard 2(S) (Stridsvagn
122); verfügt über zusätzliche Bug-, Wannen-, Fahrwerk -
und Dachpanzerung. Tank Command and Contol System (TCCS). Teilweise Umrüstung
auf A6 im Gange (109 Fahrzeuge). |
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| Ü |
Schweiz |
Leopard 2 A4 (Panzer 87) in Lizenz nachgebaut.
Zusätzliche Schneegreifer für alpine Verhältnisse. |
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| Ü |
Spanien |
Baut den Leopard 2 in Lizenz. Derzeit Lizenznachbau
von 219 Leopard 2 A6. |
Damit führt der Leopard 2 die erfolgreiche
Exportgeschichte des Leopard 1 fort.
Taktik der Bundeswehr
Einsame Wölfe sterben schnell; deshalb ist
ein Panzer niemals allein auf dem Gefechtsfeld unterwegs. Die kleinste
taktische Einheit, die Panzer bilden, ist der Zug. Eine Kompanie besteht
aus 4 Zügen und dem Chefpanzer. 4 Kompanien und der Kommandeurspanzer
bilden ein Bataillon. Die 4 Züge einer Kompanie sind mit Buchstaben
durchnummeriert: Alpha, Bravo, Charlie, Delta. Züge sollten nie auseinander
gerissen werden. Sie sind die kleinsten Feuereinheiten und werden auch
nur in diesem Rahmen ausgebildet. Es gibt für den Zug 2 Entfaltungsmöglichkeiten:
Kette und Reihe. In Kette sind die 3 Panzer nebeneinander um maximale Feuerkraft
zu ermöglichen. Die Reihe dient der schnellen Fortbewegung, dabei
fahren die Panzer hintereinander. Die Staffel als Formation gibt es nicht
mehr. Die Kompanie kann gemischt werden, d.h. sie gibt einen oder zwei
Züge ab und bekommt dafür Grenadierzüge unterstellt. Zur
besseren Unterscheidung werden die unterstellten PzGren- Züge Echo
und Foxtrott genannt. Die Kompanie verfügt über 4 Entfaltungsformen:
Reihe, Doppelreihe, Keil und Breitkeil. Die Reihe und die Doppelreihe dienen
der schnellen Verlegung, Keil und Breitkeil sind Kampfformationen, wobei
sich der Keil schneller fortbewegen kann und der Breitkeil über die
größte Offensivkraft verfügt. Die Kompanie bildet keine
Reserve. Das Bataillon ist die unterste Ebene auf der der Kampf der verbunden
Waffen stattfindet, d.h. erst ab diesem Level wird das Zusammenspiel zwischen
Kampf- und Kampfunterstützungstruppen möglich. Oberstes Prinzip
ist das Führen von vorne (Einzige Ausnahme ist der Angriff bei Nacht),
das heißt zum einen, dass die Führer vorn sind, um schneller
reagieren zu können, zum anderen, dass sie alle Strapazen ihrer Männer
mittragen und zum Beispiel das Essen nach den Mannschaften empfangen. Dieses
Prinzip ist der Grund für die Effektivität der deutschen Soldaten
und ermöglicht auch den relativ lockeren Umgangston, der in den kleinen
Kampfgemeinschaften herrscht, ohne dass dadurch die Autorität eines
Führers untergraben würde.

Übrigens, wusstet Ihr
schon ?
Unter dieser Rubrik findet Ihr Sprüche, witziges,
kurioses und alles mögliche rund um den Leo, was irgendwie dazugehört
aber nicht in den ernsthaften Teil gepasst hat. Einiges hier ist nicht
zur Nachahmung empfohlen, weil schlicht verboten und kann zu ernsthaften
Disziplinarstrafen führen! Beruft Euch da nicht auf mich! Also dann,
wusstet Ihr schon, dass:
| ...kein Panzermann in den Einheiten vom Leopard
2 A? spricht, sondern nur von Böcken, Hobeln, Eisenschweinen und vielleicht
auch noch vom 'Göttlichen Großgerät' |
|
| ...der Leopard auf dem Balkan auch schon im Feldjägerhilfsdienst
eingesetzt wurde (mit Blaulicht statt der üblichen gelben RKL (Rundumkennleuchte)!) |
|
| ...die statische Bruchlast der Drehstäbe
nicht genau bekannt ist, als Anhalt für die Bruchlast bei Stoß
aber ein Sprung mit 50 bis 60 km/h und einer Flughöhe von ca. 1 m
ist. Dabei brechen meist die 2 vorderen Drehstäbe. |
|
| ...sich über kleine Manipulationen an der
MKA aus dem Motor 1.800 PS und mehr herausquetschen lassen; bei erhöhtem
Ladedruck der Turbos sind auch schon über 2.600 PS erreicht worden! |
|
| ...die offizielle Geschwindigkeit bei 68 km/h
liegt, aber aus eigener Erfahrung fährt ein halbwegs gut gewarteter
Leopard 2 auf der Strasse oder einer guten Schotterstrasse mindestens 80
km/h. Mit genügend Anlauf sind 100 km/h möglich, und bei einem
inoffiziellem "Truppenversuch" auf der Autobahn sind auch schon 116 km/h
erreicht worden. Dabei sinkt allerdings die Lenkbarkeit gegen Null und
der Lärmpegel an Bord steigt weit über die Schmerzgrenze bis
auf 110 dB. |
|
| ...wenn der Fahrer ein Notbremsmanöver nicht
ankündigt Schwerverletzte innerhalb der Besatzung vorprogrammiert
sind, da keine Sicherheitsgurte vorhanden sind und es keine polsternde
Innenverkleidung gibt. Die Verletzungen reichen dabei von blauen Augen,
ausgeschlagenen Zähnen und gebrochenen Nasen über Knochenbrüche
und bleibenden Wirbelsäulenverletzungen bis hin zu Genickbrüchen
im schlimmsten Fall! Deswegen wird in der Praxis auch grosser Wert auf
die Unterscheidung zwischen den Kommandos "Anhalten" und "Panzer Halt!"
gelegt. |
|
| ...im täglichen Einsatz im Frieden die ABC-Anlage
bei den Besatzungen sehr beliebt ist, insbesonders im Sommer, wenn die
Temperaturen über 40° C im Kampfraum ansteigen, da die Luft aus
der Anlage stets recht kühl ist. Ein anderer, zwar verbotener, Zweitnutzen
ist der Mißbrauch der Anlage als "Kühlschrank" (Irgendwie hat
der Dienstherr in seiner unendlichen Weisheit den ABC-Filtern die gleiche
Größe wie einer 24er-Palette Dosenbier gegeben) |
|
| ...ein Panzer auch hin und wieder mal gewaschen
werden muss und zu diesem Zweck ein Reinigungsschwamm und 2 Wurzelbürsten
mitgeführt werden. |
|
| ...Unterwasserfahren deshalb nicht Tauchen heißt,
weil der Begriff 'Tauchen' schon von der Marine in Beschlag ist. |
|
| ...ein guter Ladeschütze Nachladezeiten
von unter 5 sec erreicht. |
|
| ...ein Schuss KE oder MZ ca. 1.000 Euro kostet. |
|
| ...ein Schuss, der einmal geladen wurde, nicht
mehr zurückgeliefert werden darf und vernichtet wird, weil der Lack
auf der Pappe auf jeden Fall ein paar Kratzer abbekommen hat. |
|
| ...das GPS im Frieden meist abgeklemmt ist, damit
die Kommandanten nicht verlernen, mit der Karte umzugehen. |
|
| ...die Einführung des Hilfsmotors beim A6
längst überfällig war. Da meistens aufgrund von Geräusch-
und Wärmetarnung in der Stellung der Motor aus ist, und in Beobachten
mit laufendem WBG beobachtet wird, muss bei Aufklärung des Feindes
zuerst der Motor angemacht werden und in Stab Ein geschaltet werden. Dumm
nur, dass das Anschalten des Motors meistens zu solchen Spannungsschwankungen
führt, dass erst mal der Turm abstürzt und komplett neu hochgefahren
werden muss. Das neu Starten des Turmes braucht aber ca. 30 Sekunden, da
die Kreisel wieder hoch laufen müssen. |
|
| ...der Leopard 2 zwar nachtkampffähig ist,
aber trotz aller anders lautender Versicherungen bei weitem nicht allwetterkampffähig.
Das liegt daran, dass das WBG zwar bei trockener Witterung eine hervorragende
Auflösung besitzt, aber sobald es etwas heftiger zu Regnen oder Schneien
beginnt, sieht man nur noch grünen Matsch. Ganz besonders schlimm
ist dichter Nebel bei nasskaltem Wetter. Da geht dann gar nichts mehr. |
|
| ...der Leopard 2 dafür ganz ausgezeichnet
für den Kampf gegen Helikopter geeignet ist. Die Feuerleitanlage ermöglicht
sogar noch die erfolgreiche Bekämpfung größerer Kampfhubschrauber
wie der HIND im Querflug mit 250 km/h auf Entfernungen bis 3.000 m. Da
ist dann zwar viel Übung und ein bisschen Glück nötig, aber
einer 3er- Feuerzusammenfassung entgehen sie normalerweise nicht. Ein Hubschrauber
im Schwebflug ist bis auf 4.000 m sichere Beute. Dies sind Simulatorwerte,
aber das Richten im Simulator ist um einiges schwieriger, als im echten
Panzer. |
Leopard 2 Prototyp (WTS Koblenz)
| Bezeichnung des Fahrzeugs: |
Kampfpanzer Leopard 2 A4 |
| Typ: |
MBT |
| Hersteller: |
Krauss-Maffei |
| Baujahr: |
ab 1979 |
| Motor: |
MTU 873 Ka 501 |
| Zylinderzahl, Anordnung: |
V12 |
| Hubraum: |
47.600 ccm |
| Drehzahl: |
2.850 U/min |
| Höchstleistung: |
1.500 PS bei 2.600 U/min |
| Leistungsgewicht: |
27 PS/t |
| Höchstgeschwindigkeit: |
Straße 68 km/h,
Gelände 50 bis 60 km/h |
| Getriebe (Gänge): |
Renk HSLW 352; 4 vorwärts, 2 rückwärts |
| Federung: |
Drehstab |
| Länge über alles: |
9.613 mm (Turm auf 12 Uhr) |
| Breite über alles: |
3.700 mm |
| Höhe über alles: |
2.790 mm |
| Bodenfreiheit: |
510 mm |
| Spurweite: |
2.800 mm |
| Kettenbreite: |
635 mm |
| Gefechtsgewicht: |
55,15 t |
| Bodendruck: |
0,83 kg/cm² |
| Kraftstoffvorrat: |
1.160 l |
| Kraftstoffverbrauch: |
Straße ca.200l/100km,
Gelände ca. 500 l/100km |
| Fahrbereich: |
Straße 550 km,
Gelände 250 km |
| Steigfähigkeit: |
60% |
| Querneigung: |
30% |
| Kletterfähigkeit: |
1.100 mm |
| Grabenüberschreitfähigkeit: |
3.000 mm |
| Watfähigkeit: |
1.100 mm,
Tiefwaten 2.250 mm
Unterwasserfahren 4.000 mm |
| Besatzung: |
4 |
| Panzerung: |
CHOBHAM - Mehrschicht |
| Wanne: |
genaue Dicke geheim, Anhaltswerte siehe oben |
| Turm: |
genaue Dicke geheim, Anhaltswerte siehe oben |
| Hauptbewaffnung: |
Rheinmetall 120 mm Glattrohr |
| Sekundärbewaffnung: |
2 MG 3 7,62 x51 mm |
| Produktionszahlen: |
1.800 + Export und Lizenzfertigungen |

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