Ein M50A1 Ontos kurz nach der Anlandung, Chu Lai Beach,
Vietnam Juni 1965.
(Picture by US Navy)
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Entwicklung/Technik
Im November 1950 vergab die US Army den Entwicklungsauftrag für einen leichten, luftverlastbaren Panzerjäger an Allis-Chalmers, einen Landmaschinenhersteller aus Wisconsin. Die Idee war, den Antitank-Einheiten, die bisher mit auf Jeeps montierten 106 mm rückstoßfreien Geschützen M40 und M40A1 ausgerüstet waren, ein zum Schutz der Besatzungen leicht gepanzertes Fahrzeug zur Verfügung zu stellen. Ursprünglich sollten 1.000 Stück abgenommen werden. Als die Entwickler ihren Entwurf des anfänglich mit T165 bezeichneten Fahrzeugs jedoch 1953 vorstellten, lehnte die Army den Entwurf ab, da man zur Überzeugung gelangt war, dass die bisherige Ausrüstung ausreiche. Die US Marines hingegen musterten zu der Zeit ihre veralteten Sherman Panzer aus - der Ersatz sollte vor allem leicht und transportfähig sein, um Mobilität und schnelle Verlegung zu ermöglichen. Da der T165 genau diese Anforderung erfüllte, beauftragten sie die Produktion von 300 Exemplaren. Das Fahrzeug erhielt den US MilCode M50 und den Namen Ontos, der aus dem Griechischen kommt und "Das Ding" bedeutet. Im Einsatz in Vietnam gaben ihm die Besatzungen liebevoll den Spitznamen "Pig". Nach umfangreichen Tests und Nachbesserungen begann ab 1955 die Produktion. 1956 wurden die ersten M50 ausgeliefert, je 45 an jedes Divisional Tank Battalion des USMC. Insgesamt wurden 297 Exemplare bis zur Produktionseinstellung 1957 gebaut. Auf einem Fahrgestell mit zwei je 50 cm breiten
Ketten war ein Rumpf montiert, der sich zum Turm hin pyramidenförmig
verjüngte. So wurde durch die schräge Stellung der Panzerung
deren Effektivität verstärkt. Dadurch und durch die überhaupt
kleinen Ausmaße (Länge: 3,8 m, Höhe: 2,1 m) ging es im
Inneren sehr gedrängt zu. Vorne links hatte der Fahrer seinen Platz,
der das Fahrzeug mit zwei Lenkstäben zwischen seinen Beinen, ähnlich
einem Flugzeug-Steuerknüppel, lenkte. Er behielt den Überblick,
indem er entweder durch sein Periskop M13 schaute oder die Luke über
seinem Kopf öffnete. Rechts neben ihm waren Motor und Getriebe untergebracht.
In den ersten Version sorgte ein General Motors M203 6-Zylinder-Benzinmotor
für den Antrieb, der später durch einen stärkeren Chrysler
HT-361-318 8-Zylinder Motor ersetzt wurde. Auch das Getriebe wurde ausgetauscht.
Diese zweite Version M50A1 erkennt man äußerlich an den über
dem Motorblock angebrachten zusätzlichen Lüftungsöffnungen.
Obwohl die Datenlage nicht eindeutig ist, kann man wohl wegen des Umbaubeginns
1963 davon ausgehen, dass nur M50A1 echte Kampfeinsätze sahen.
Den verbleibenden Raum teilten sich Kommandant/Schütze
und Ladeschütze - mitsamt der restlichen Ausrüstung (PRC-10 Funkgerät,
Munition für die Hauptwaffe sowie für das Browning-MG und die
Spotting Rifles, des weiteren persönliche Waffen wie die M3 "Grease
Gun"). Es wurden insgesamt 18 Schuss Hauptmunition - je nach Einsatz M344A1
HEAT, M346A1 HEP-T (auch HESH) oder M581 APERS-T "Beehive" Flechette-Munition
mit 10.000 0,5 g schweren Flechettes - mitgeführt: vier Schuss im
Innenraum, acht weitere in einem Stauraum, der unterhalb der rückwärtigen
Türen angebracht war, sowie sechs Schuss in den Rohren, die einzeln
oder in Salven bis zu sechs Schuss abgefeuert werden konnten.
Der Kommandant/Schütze saß zentral im
Innenraum, vor ihm das Panel mit den Kontrollen für die Waffen sowie
sein Periskop M20A3C und über ihm eine weitere Luke. Er bediente auch
die Handräder für die horizontale und vertikale Turmbewegung,
je 40° nach rechts und links und +20° bzw. -10° nach oben und
unten. An jeder Seite des Turms waren auf einer Turmlafette je drei M40A1C
Geschütze angebracht, zwei oben nebeneinander und eins darunter. Der
Vorteil dieser rückstoßfreien Geschütze, die beim USMC
seit dem Koreakrieg als Bodengeschütze oder auf Jeeps oder LKW montiert
zur Panzerbekämpfung eingesetzt wurden, liegt darin, dass sie auf
relativ leichte Fahrzeuge montiert werden können. Die Bezeichnung
"rückstoßfrei" kommt daher, dass die beim Abschuss entwickelte
Energie rückwärtig als "Backblast" ausgestoßen wird und
nicht in einem Turmmechanismus aufgefangen werden muss. Die effektive Reichweite
betrug etwa 1.350 m, bei einer maximalen Reichweite von circa 2.750 m.
Die Rohr-Lebensdauer betrug ungefähr 2.500 Schuss. Zwischen den 106
mm Geschützen war auf einem Drehzapfen das M1919A4 Browning MG angebracht,
das sowohl aus dem Fahrzeuginneren als auch manuell durch die Schützenluke
bedient werden konnte. Die beiden unteren Geschütze konnten - ebenso
wie das MG - abmontiert und auf Lafetten am Boden verwendet werden. Auf
den oberen M40A1C waren die vier M8C Spotting Rifles montiert. Waren alle
Rohre geladen, wurde mit Hilfe der M8C das Ziel solange anvisiert, bis
es von der .50 cal Munition getroffen wurde, um sicherzugehen, dass die
106 mm Geschütze das Ziel trafen. Man kann sich gut vorstellen, dass
diese Lehrbuch-Vorgehensweise im Gefecht nicht immer eingehalten wurde,
vor allem bei der Infanteriebekämpfung.
Zwei Ontos im Gelände. Der hintere M50 hat sich festgefahren. (© Lynn Terry)
Einsatz Nachdem er bereits fast 10 Jahre im Dienst der Marines
stand, wurde der Ontos 1965 zum ersten Mal bei der amerikanischen Intervention
in der Dominikanischen Republik eingesetzt, wo er sich gegen die alten
Landsverk L-60 und AMX-13 Panzer der Rebellen bewährte. Bekannter
ist der Einsatz in Vietnam, wo die ersten Exemplare nach Trainings auf
Hawaii und Okinawa ab 1965 mit den 1st und 3rd Anti Tank Battalions der
1st US Marines Division eintrafen. Da der Konflikt in Vietnam aufgrund
des Geländes und der Tatsache, dass die Nordvietnamesen nur wenige
Panzer in den Kampf führten, wenig vom Einsatz von Panzern oder gar
Panzerschlachten geprägt wurde, bekamen die Ontos zunächst die
Rolle als Stützpunktverteidiger zugewiesen. Hier machte sich ihre
hohe Feuerkraft beispielsweise bei der Belagerung von Khe San 1968 bezahlt.
Im Verlauf des Einsatzes wurden sie jedoch auch zur Bunkerbekämpfung
eingesetzt und erwiesen sich ebenso als effektiv bei der Unterstützung
von Infanterie-Einheiten, umso mehr, wenn die „Beehive“ Flechette-Munition
verwendet wurde, die gerade beim Einsatz gegen feindliche Infanterie im
Dschungel gute Ergebnisse zeigte. Die Nordvietnamesischen Truppen und der
Vietcong fürchteten sich vor den Ontos und vermieden soweit möglich
den Kontakt.
Weiterführende Literatur/Homepages
Picture 1 excepted, all Pictures by Ontos Crewmen Website, Special Thanks to "Stoved Up Steve" Markley. Text by Pipe. |
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