Admiral Hipper
| Durch den Versailler Vertrag stark eingeschränkt, durfte Deutschland
seit Ende des 1. Weltkriegs keine Schiffe über 10.000 ts Wasserverdrängung
bauen. Diese Grenze wurde von den drei Panzerkreuzern der Deutschland-Klasse
bereits geringfügig überschritten und erst mit dem deutsch-britischen
Flottenabkommen, das im Juni 1935 unterzeichnet wurde, änderte sich
die Lage. Deutschland verpflichtete sich darin, dass die Gesamttonnage
der Kriegsschiffe der deutschen Flotte maximal 35 % der Gesamttonnage der
britischen Flotte entsprechen würde. Somit hatte die Reichsmarine
genug Spielraum um neue Schiffe in Auftrag zu geben, während im Gegenzug
die Briten eine Flottenbeschränkung erreichten. Im Rahmen des Z-Plans
wurden schon recht schnell Entwürfe für neue Schiffe aufgestellt
und neben drei Schlachtschiffen, von denen nur die beiden Schlachtschiffe
"F" (Bismarck) und "G" (Tirpitz) fertiggestellt wurden, während das
Schlachtschiff "H" nie vollendet wurde, und zwei Schlachtkreuzern "D" (Scharnhorst)
und "E" (Gneisenau), sollten auch einige schwere Kreuzer in Auftrag gegeben
werden. Die ersten Konzepte für die Admiral Hipper Klasse entstanden
bereits ab November 1936.
Bei dem Entwurf dieser Schiffsklasse wurden allerdings einige entscheidende Fehler gemacht. Zwar erhielt der Kreuzer eine schwere Gürtelpanzerung, doch man ignorierte weitgehend die Fortschritte, die bei der Entwicklung von Schiffsartillerie gemacht wurden, und damit die Tatsache, dass die meisten Treffer mittlerweile aus einem Winkel steiler als 60 Grad das Schiff treffen würden. Somit war der Kreuzer mit seiner altmodischen senkrechten Gürtelpanzerung gegen die steil auftreffenden Granaten feindlicher Kriegsschiffe schlecht geschützt. Außerdem stieg man bei der Konstruktion, wie auch bei der Bismarck und der Tirpitz, wieder auf Dampfturbinen um und rüstete sie nicht wie die Deutschland-Klasse mit einem direkten Dieselantrieb aus. Dies hatte eine wesentliche Verringerung des Fahrbereichs zur Folge und zudem verkleinerte man auch noch die Treibstoffbunker zugunsten schwererer Geschütze, was den Fahrbereich noch weiter einschränkte. Trotz allem kann man bei den Schiffen der Hipper Klasse von unterbewaffnet sprechen, da sie nur acht 20,3 cm Geschütze hatten und das obwohl sie deutlich größer waren als beispielsweise die Kreuzer der Pensacola-Klasse der United States Navy, die über die 10 solcher Geschütze verfügten. Zudem war die seekriegstechnische Lage Deutschlands für den Ausbruch in den Atlantik alles andere als gut. Sollten die Kreuzer nun ihrer Konstruktionsabsicht folgen und zum Handelskrieg in den Atlantik ausbrechen, müsste ein Netz von Versorgern vorhanden sein um dies aus logistischer Sicht überhaupt möglich zu machen. Waren die Kreuzer erst einmal im Atlantik, mussten sie oft zu verbündeten Häfen zurückkehren um Magazine und Treibstoffbunker aufzufüllen. In solchen Häfen z.B. Brest waren sie allerdings vernichtenden Angriffen von britischen Lufteinheiten ausgesetzt. Da aber in diesen Häfen sowieso die nötige Verteidigungsstruktur meistens fehlte, d. h. keine ausreichenden Flakstellungen vorhanden waren, war dies ein weiteres Problem, dass die Leitung der Reichskriegsmarine dazu zwang ihre schweren Überwassereinheiten weitgehend aus dem Atlantik abzuziehen. Besonders deutlich wurden diese Mängel an vorhandenen Schiffen als Italien 1943 die Seiten wechselte und somit eventuelle Versorger der deutschen Seestreitkräfte wegfielen. So war für Deutschland nichts unsachgemäßer, als die Konstruktion von schweren Kreuzern.
Geschichte der Admiral Hipper Die bei Blohm & Voss in Hamburg für 85,8 Millionen Reichsmark
gebaute Admiral Hipper hatte am 6. Februar 1937 ihren Stapellauf. Das 14.050
ts verdrängende Schiff mit einer Länge von 205,9 m besaß
eine Leistung von 132.000 PS, was eine Höchstgeschwindigkeit von 32,5
Knoten erbrachte. Es wurde am 29.4.1939 in Dienst gestellt und anschließend
bei Gefechtsübungen in der Ostsee erprobt. Der schwere Kreuzer hatte
seinen ersten großen Einsatz während des Unternehmens Weserübung.
Unter diesem Decknamen lief der Plan zur Eroberung Norwegens. Diese Operation
war notwendig geworden, da die Erzfrachter aus Schweden nach Deutschland
hauptsächlich durch neutrale norwegische Gewässer fuhren und
so aus Sicht der Briten nicht abfangbar waren. Diese Lieferungen waren
der deutschen Rüstungsindustrie genauso wichtig wie sie den Briten
ein Dorn im Auge waren. So plante Großbritannien die Besetzung wichtiger
norwegischer Häfen und Luftstützpunkte mittels Invasion. Da die
Deutschen diesen Schritt der Briten erwarteten, rüsteten sie ebenfalls
eine Invasionsarmee aus. Tatsächlich kam Deutschland den Briten mit
der Invasion Norwegens nur um 9 Tage zuvor. Die Admiral Hipper nahm in
Cuxhaven am 6. April 1940 eine Kompanie Gebirgsjäger auf und schiffte
diese mit der 2. Kriegsschiffgruppe, zu der noch 4 Zerstörer gehörten,
in der Nacht zum 7. April aus. Sie sollten am 9. April in Trondheim einlaufen.
Laut dem Plan Weserübung sollten gleichzeitig die Stadt Oslo und die
Häfen Kristiansand, Trondheim, Bergen und Narvik besetzt werden. Als
der Angriff begann, war unter anderem der britische Zerstörer Glowworm
in der Nähe von Trondheim dabei illegal die neutralen Gewässer
zu verminen. Die Besatzung der Glowworm sichtete zufällig einen der
4 Zerstörer, die die Admiral Hipper begleiteten. Sie eröffnete
das Feuer auf den Zerstörer, ein für die Briten nicht sichtbarer
2. Zerstörer erwiderte das Feuer ebenfalls und die Glowworm wurde
leicht beschädigt. Trotzdem funkten die Zerstörer die Admiral
Hipper um Hilfe an. Kurz darauf tauchte die Glowworm aber sowieso aus dem
Nebel vor der Admiral Hipper auf, denn der stark rauchende Zerstörer
ging direkt auf Kollisionskurs mit dem deutschen Kreuzer. Trotz eines Ausweichmanövers
der Admiral Hipper wurde sie von der Glowworm gerammt. Der im Vergleich
kleine britische Zerstörer geriet dabei unter den Bug der Admiral
Hipper und wurde unter Wasser gedrückt. Kein britischer Seemann überlebte
den Untergang der Glowworm und die Admiral Hipper hatte ein 8 m langes
Leck davongetragen. Trotzdem landeten die Gebirgsjäger sicher in Trondheim.
Geschichte der Blücher Die für 87,8 Millionen Reichsmark bei den Deutschen Werken in Kiel gebaute Blücher hatte am 8. Juni 1939 ihren Stapellauf. Das 205,9 m lange und 21,3 m breite Schiff wurde am 20. September 1939 in Dienst gestellt. Die Blücher sollte am 9. April im Rahmen ihrer ersten Feindfahrt während des Unternehmens Weserübung im Hafen von Oslo einlaufen. Doch an der engsten Stelle des Oslofjordes wurde sie von der Festung Oskarborg unter Feuer genommen. Die Blücher konnte wegen des spitzen Winkels, in dem sie zur Festung fuhr, nur ihre Buggeschütztürme einsetzten und nach einer Stunde war das Schiff bereits an den Aufbauten schwer beschädigt. Ihr Schicksal wurde durch zwei Torpedotreffer der Landtorpedobatterie Langsoborg entgültig besiegelt und so sank die Blücher mit 1.652 Seeleuten um 7 .23 h MEZ am Morgen des 9. April 1940. Geschichte der Prinz Eugen Die für 104,5 Millionen Reichsmark in der Germania Werft Kiel gebaute Prinz Eugen hatte am 22. August 1940 ihren Stapellauf. Die Indienststellung erfolgte am 1. August 1940. Berühmt wurde die Prinz Eugen durch ihre Teilnahme am Unternehmen Rheinübung. Sie begleitete die Bismarck bei ihrem Ausbruch in den Atlantik vom 18. bis 27. Mai 1941. Die beiden Schiffe liefen am 18. Mai unter Flottenchef Admiral Lütjens aus Gedingen im heutigen Polen aus und durch den Skagerrak und den Kattegatt nach Norwegen. Am 21. Mai 1941 verließ der deutsche Verband die Küste von Norwegen um durch die Islandstrasse in den Atlantik vorzustoßen. In der Dänemarkstrasse zwischen Island und Grönland kam es zum Gefecht zwischen der Bismarck sowie der Prinz Eugen und dem britischen Schlachtkreuzer Hood und dem britischen Schlachtschiff Prince of Wales. Um 5.37 h MEZ ließ Vizeadmiral Holland auf der Hood das Feuer auf die deutschen Schiffe eröffnen. Die hochexplosiven Granaten der Prinz Eugen lösten um 5.56 h einen Grossbrand an Bord der Hood aus welche dann durch Treffer der Bismarck um 6.07 h MEZ in die Luft flog. Von ihren 1.435 Mann überlebten nur 3. Da die Bismarck beschädigt war, entschloss sich Lütjens mit der Bismarck Brest anzulaufen, welches sie aber nie erreichen sollte. Die Prinz Eugen wurde zum Handelskrieg entlassen und brachte auch 12 Handelsschiffe auf, bis sie Ende Juli 1941 unbeschädigt Brest erreichte. Da in Brest noch andere große Schiffe der Reichsmarine stationiert waren, erfolgten häufig Luftangriffe der Briten. Die Schlachtkreuzer Scharnhorst und Gneisenau lagen ebenfalls in den Docks von Brest und gaben damit ein leichtes Ziel ab. Bis zum Februar 1942 fielen in über 1.800 Luftangriffen mehr als 1.962 t Bomben, obwohl die um den Hafen zusammengezogene deutsche Luftabwehr die Briten nicht weniger als 43 Flugzeuge kostete. Das Marinekommando sah es zu Recht als zu gefährlich an, die Schiffe weiterhin in Brest stationiert zu lassen und entschied sich deshalb die 3 großen Schiffe mit entsprechendem Geleitschutz durch den englischen Kanal und die Strasse von Dover nach Deutschland zu verlegen. Die wohl bestorganisierteste deutsche Marineaktion trug den Decknamen Cerberus und unterlag strengster Geheimhaltung. Am frühen Morgen des 11. Februar 1942 stachen die Scharnhorst (Kapitän zur See Hoffmann), die Gneisenau (Kapitän zur See Fein) und die Prinz Eugen (Kapitän zur See Brinkmann) in See, begleitet von 3 Schnellbootflottillien, 6 Zerstörern, 14 Torpedobooten, 21 U-Bootjägern, 22 Minenräumbooten sowie 37 weiteren Fahrzeugen in See. Gedeckt durch 176 Jagd- und Kampflugzeuge der deutschen Luftwaffe bewegten sich die Schiffe unter Vizeadmiral Otto von Ciliax auf der Scharnhorst kanalaufwärts. Am 12. Februar entdeckte ein britischer Pilot die Prinz Eugen und meldete es der britischen Seezentrale. Man glaubte Anfangs, dass der Pilot sich geirrt habe, doch als englische Küstenbatterien die Meldung schließlich bestätigten, war es für eine gut geplante Abfangaktion schon zu spät. Zwar stiegen 200 Maschinen des Bomber Commands auf, doch wegen Regen und Nebel konnten nur 40 von ihnen ihr Ziel finden. Alle gingen im Sperrfeuer der Deutschen verloren. Der spanische Admiral Herzog von Medina war 1588 beim Durchqueren des Kanals mit seiner ganzen Flotte gesunken, Vizeadmiral Ciliax, der durch den Erfolg zum Admiral befördert wurde, hatte 354 Jahre später im erneuten Versuch mehr Glück, was von der deutschen Propaganda entsprechend ausgeschlachtet wurde. Hingegen sprach die britische Presse von der größten Blamage des Empires. Der legendäre Kanaldurchbruch war der letzte große Einsatz der Prinz Eugen. Sie wurde 1943 mit der Admiral Scheer nach Trondheim verlegt, wo sie durch einen Bombentreffer 14 m ihres Hecks verlor. Der Kreuzer wurde zur Reparatur nach Deutschland zurückverlegt und half danach bei der Evakuierung der Flüchtlinge über die Ostsee und unterstützte mit seinen Kanonen den abgeschnittenen Heeresverband Nord. Im Nebel in der Danziger Bucht rammte die Prinz Eugen am 1. April 1945 den leichten Kreuzer Emden. Nach der deutschen Kapitulation am 1. Mai 1945 wurde die Prinz Eugen als Kriegsbeute in Kopenhagen übergeben als sich deren Besatzung den britischen Streitkräften ergab. Auf der Potsdamer Konferenz wurde das Schiff dann den USA zugesprochen und unter der Bezeichnung IX-300 (IX = unklassifiziertes Fahrzeug, der Name Prinz Eugen blieb jedoch bis zur Versenkung erhalten) mit einer gemischten deutsch-amerikanischen Besatzung nach Philadaelphia überführt. Dort untersuchten die Amerikaner das Schiff, vor allem die Hochdruckheißdampfturbine, und bauten auch die 20,3 cm Kanonen aus. Über den Panama-Kanal wurde die Prinz Eugen dann zu den Marshall-Inseln gebracht. Sie sank bei den Atombombenversuchen im Bikini Atoll am 22. Dezember 1946 während der Operation Crossroad. Diese Testreihe sollte Klarheit schaffen, ob und wie man große Schiffseinheiten mir Atombomben angreifen kann. Der erste Test „Able“ wurde am 1. Juli 1946 durchgeführt. Die Bombe explodierte über dem Wasser und verursachte nur geringe Schäden an den Schiffen und auch die Prinz Eugen überstand die Explosion mit leichten Beschädigungen. Der zweite Test „Baker“ wurde am 25. Juli 1946 durchgeführt und diesmal detonierte die Bombe unter Wasser. Die dadurch ausgelöste Flutwelle vernichtete fast alle Schiffe die im Testgebiet vor Anker lagen. Eine weitere solche Unterwasserexplosion brachte die in die Kwajalin geschleppte Prinz Eugen am 22.12.1946 zum Kentern, so dass sie im flachen Wasser sank. Geschichte der Lützow 1940 wurde die bis dahin nur zur Hälfte fertig gestellte Lützow an die UdSSR verkauft. Dementsprechend blieb der Schiffsname unvergeben, woraus die Namensänderung des Panzerschiffs Deutschland resultierte. Geschichte der Seydlitz Die Seydlitz wurde bei Deschimag in Bremen gebaut und hatte am 19.Januar 1939 ihren Stapellauf. Allerdings begann man schon wenig später das Schiff zu einem Hilfsflugzeugträger umzurüsten. 1943 wurde dieses Projekt allerdings aufgegeben und ein Jahr später wurde die Seydlitz letztendlich ausrangiert und selbstversenkt.
Text by Netpinguin |