
| Die New Jersey (BB-62) lief am 7. Dezember 1942 in Philadelphia vom
Stapel. Die Taufe wurde vorgenommen von Mrs. Charles Edison, der Ehefrau
des Gouverneurs von New Jersey. Am 23. Mai 1943 wurde das Schlachtschiff
unter dem Kommando von Kapitän Carl F. Holden offiziell in Dienst
gestellt. Im Westatlantik und der Karibischen See wurde die Crew in ihren
Dienst eingewiesen und gedrillt. Am 7. Januar 1944 durchfuhr die New Jersey
den Panamakanal um nun an den Kämpfen teilzunehmen und am 22. Januar
schloss sie auf zur 5. Flotte und wurde drei Tage später in die Task
Force 58.2 integriert. Diese Gruppe unternahm dann einen Einsatz gegen
die Marshallinseln. Die New Jersey übernahm die Bewachung der Flugzeugträger,
während sich deren Maschinen im Zeitraum vom 29. Januar bis zum 2.
Februar 1944, im Einsatz gegen Kwajalein und Eniwetok befanden. Ebenso
wurde am 31.1 die Anlandung der Invasionstruppen vorbereitet und unterstützt.
Die Rolle der New Jersey als Flaggschiff begann am 4. Februar in Majuro
Lagoon, als Admiral Raymond A. Spruance, der Oberbefehlshaber der 5. Flotte,
seine Flagge an Bord des Schiffs hisste. Ihr erster Einsatz als Flaggschiff
war ein zweitägiges Gefecht ihrer Gruppe gegen die noch unbehelligte
japanische Flottenbasis in Truk auf den Karolineninseln. Dieser Schlag
war eine koordinierte Aktion mit den Einsätzen gegen Kwajalein und
eine effektive Maßnahme gegen die japanischen Seestreitkräfte
im Gebiet der Marshallinseln. Am 17. und 18. Februar entdeckte die Kampfgruppe
zahlreiche, feindliche Kräfte, darunter zwei leichte Kreuzer, vier
Zerstörer, drei Hilfskreuzer, zwei U-Boot Versorgungsschiffe, zwei
U-Boot Jäger, ein bewaffnetes Versorgungsschiff, eine Fähre und
23 andere Hilfskräfte sowie weitere kleinere Einheiten. Die New Jersey
versenkte die Fähre, und zusammen mit anderen Schiffen den Zerstörer
Maikaze, ebenso nahm sie ein feindliches Flugzeug unter Beschuss welches
ihren Verband angriff. Die Gruppe kehrte dann am 19. Februar von ihren
Einsätzen auf den Marschall Inseln zurück.
Zwischen dem 17. März und dem 10. April eskortierte die New Jersey Admiral Marc A. Mitscher’s Flaggschiff, die USS Lexington (CV-16) während eines kombinierten Luft-Seeschlages gegen Mille. Dann kehrte sie zurück zur Kampfgruppe 58.2 um den Seeverkehr in den Palaus zu stören und Woleai unter Beschuss zu nehmen. Nach ihrer Rückkehr nach Majuro verlegte Admiral Spruance seine Flagge auf den Kreuzer USS Indianapolis (CA-35). Der nächste Einsatz der New Jersey begann am 13. April und endete am 4. Mai 1944. Sie eskortierte dabei die Träger während der Invasion von Aitape, Tanahmerah Bay und Humboldt Bay auf Neuguinea am 22. April. Danach beschoss sie vom 29. bis zum 30. April Marine- und Nachschubeinrichtungen auf Truk. Der Verband der New Jersey schoss dabei zwei feindliche Torpedobomber ab. Ihre 16 inch Granaten schlugen am 1. Mai auf Ponape ein und zerstörten Treibstofftanks, beschädigten Flugplätze und ein Hauptquartier. Zur Unterstützung der Invasion der Marianen-Inselgruppe wurde die New Jersey am 6. Juni in die Sicherungskampfgruppe von Admiral Mitscher eingegliedert. Am 12. Juni, dem zweiten Tag der Luftangriffsphase vor der Invasion, schoss die New Jersey einen japanischen Torpedobomber ab. An den darauffolgenden Tagen bombardierte sie mit ihren schweren Geschützen Saipan und Tinian. Ihre Granaten durchpflügten die Strände an denen die US-Marineinfanterie dann am 15. Juni landeten. Die japanische Antwort war der Befehl an die noch verblieben Flottenverbände, die Invasionstruppen der Amerikaner anzugreifen und ins Meer zurück zu treiben. Amerikanische U-Boote entdeckten dann die japanische Flotte in der Philippinensee und Admiral Spruance vereinigte seine Flotte mit der von Admiral Mitscher um dem Feind gemeinsam zu begegnen. Die New Jersey nahm am 19. Juni 1944 ihre Position außerhalb ihrer Trägergruppe ein, um diese schützen zu können. Dann begann die Schlacht der Trägerflugzeuge in der Philippinensee. Die nächsten beiden Tage wurden zum Debakel für die japanischen Trägerpiloten, was man in dem bezeichnenden Namen „Marianen-Truthahnschiessen“ heraus hören kann. Die Japaner verloren etwa 400 Flugzeuge. Der Verlust der letzen gut ausgebildeten Piloten und der Maschinen wurde noch durch den Verlust von drei japanischen Trägern verschlimmert. Diese wurden von U-Booten und Flugzeugen versenkt, ebenso beschädigten sie zwei weitere Träger und ein Schlachtschiff. Spätestens jetzt waren die Japaner ihrer operativen Möglichkeiten beraubt. Das Flugabwehrfeuer der New Jersey und der anderen Schiffe war schier undurchdringlich und nur zwei amerikanische Schiffe wurden geringfügig beschädigt. Da man außerdem nur 17 Flugzeuge verlor, kann man zurecht von einem überwältigen Sieg der Amerikaner sprechen. Der letzte Einsatz der New Jersey während des Angriffs auf die Marianen beinhaltete die Bombardierung vom Guam und den Palauinseln. Anschließend fuhr sie nach Pearl Harbor und kam dort am 9. August an. Am 24. wurde sie das Flaggschiff von Admiral William F. Halsey dem Befehlshaber der 3. US-Flotte. Am 30. August verließ sie Pearl Harbor wieder, um für die nächsten acht Monate in Ulithi zu verweilen. Diese Phase des Pazifikkrieges war geprägt von Kämpfen um die Philippinen, Okinawa und Taiwan. Immer wieder wurden Luftangriffe gegen Flugplätze, Marinebasen und Invasionsabschnitte durchgeführt. Die New Jersey übernahm dabei den lebensnotwendigen Schutz der Träger gegen Luftangriffe oder Seestreitkräfte des Gegners. Es folgten Einsätze gegen die Visayas und die südlichen Philippinen, dann Manila und Cavite, Panay, Negros, Leyte und Cebu. In den ersten Tagen des Oktober begannen schließlich die Kämpfe um Leyte. Als vorbereitende Maßnahmen wurden vorher die Flugplätze auf Okinawa und Formosa angegriffen, bevor dann am 20. Oktober 1944 die eigentliche Invasion gegen Leyte erfolgte. Die Invasion gegen diesen letzen großen Stützpunkt der Kaiserlich Japanischen Marine traf hier auf hoffnungslosen, an Selbstmord grenzenden, verzweifelten Widerstand. Der Plan zur Verteidigung sah beispielsweise den Angriff mit schweren Angriffsträgern vor, die allerdings keine Flugzeuge an Bord hatten. Damit wollte man die amerikanischen Schlachtschiffe, Kreuzer und Träger von Admiral Halsey vertreiben! Der japanischen Heimatflotte wurde dann befohlen über die Strasse von San Bernadino in den Golf von Leyte einzudringen. Damit begann die Schlacht im Golf von Leyte. Die amerikanischen Trägerflugzeuge trafen die Süd- und die Heimatflotte der Japaner schwer und versenkten am 23. Oktober ein japanisches Schlachtschiff. Am nächsten Tag lief Halsey’s Flotte nach Norden, nachdem eine kleine Gruppe amerikanischer Schiffe, die als Lockvogel fungiert hatte, den Gegner entdeckte. Die Trägerflugzeuge stiegen auf und versenkten vier japanische Träger und einen Kreuzer. Derweil fuhr die New Jersey mit voller Kraft nach Süden um der dort entstehende Bedrohung durch die japanische Heimatflotte zu begegnen. Diese zog es jedoch vor sich zurück zu ziehen als die New Jersey in Sichtweite kam. Die New Jersey traf am 27. Oktober 1944 wieder mit ihren schnellen Trägern zusammen, um diese zu ihren Einsätzen gegen Zentral- und Südluzon zu begleiten. Zehn Tage später attackierten die ersten Kamikazepiloten den Schiffsverband. Das Flugabwehrfeuer von den Schiffskanonen und der patrouillierenden Abfangjäger war völlig verworren und die New Jersey schoss ein feindliches Flugzeug ab. Die Maschine wurde jedoch von ihrem Piloten noch in die Aufbauten des US-Trägers USS Intrepid (CV-11) gelenkt und detonierte zwischen den Flak-Geschützen. Durch das Wirrwarr an Flugabwehrfeuer beschossen die Kanoniere der Intrepid versehentlich die New Jersey und drei Besatzungsmitglieder wurden verletzt. Bei einem ähnlichen Gefecht am 25. November wurden drei japanische Flugzeuge von dem kombinierten Geschützfeuer abgeschossen. Brennende Teile von einem davon fielen auf das Deck der USS Hancock (CV-19). Die Intrepid wurde ebenfalls wieder angegriffen und konnte einen Selbstmordpiloten abschießen, wurde aber von einem anderen getroffen. Diese Maschine war von den Kanonieren der New Jersey getroffen und traf teilweise die Intrepid. Die New Jersey schoss noch ein Flugzeug ab, das im Begriff war sich auf die USS Cabot (CVL-28) zu stürzen. Im Dezember fuhr die New Jersey zusammen mit der USS Lexington (CV-16) und deren Kampfgruppe zu einem Einsatz gegen Luzon. Vom 14. bis 16. Dezember gerieten sie in einen Taifun in dem drei Zerstörer versanken. Geschicktes Manövrieren brachte das Schlachtschiff unbeschädigt aus dem Sturm heraus. Die New Jersey fuhr dann zurück nach Ulithi und wurde am Weihnachtstag von Flottenadmiral Chester W. Nimitz besucht. Vom 30. Dezember bis zum 25. Januar 1945 begab sich die New Jersey auf ihre letzte Reise als Flaggschiff von Admiral Halsey. Sie begleitete die Träger bei deren Einsätze gegen Formosa, Okinawa und Luzon, an der Küste von Indochina, Hongkong, Swatow am Amoy und dann erneut gegen Formosa und Okinawa. Am 27. Januar verließ Admiral Halsey die New Jersey, doch schon zwei Tage später kam Konteradmiral Oscar Badget, der Befehlshaber der 7. Schlachtschiffflotte, an Bord. Zur Unterstützung der Einnahme von Iwo Jima geleitete die New Jersey vom 19. bis zum 21. den Verband der USS Essex (CV-9) zu seinen Einsätzen gegen die Insel. Einen ähnlichen Einsatz unternahm sie am 25. Februar während des ersten großen Trägereinsatzes gegen Tokio. Bei diesen Angriffen ging es hauptsächlich um die Ausschaltung der Flugzeugproduktion. Während der nächsten beiden Tage wurde auch noch Okinawa angegriffen. Die New Jersey war vom 14. März bis zum 16. April in die Operationen gegen Okinawa beteiligt. Während die Träger ihre Luftschläge gegen Okinawa und die Hauptinsel Honshu flogen, bekämpfte die New Jersey die Kamikazepiloten und ihre Bordflugzeuge retteten abgeschossene Piloten. Drei Selbstmordattacken konnte sie durch Abschuss verhindern und an vielen weiteren war sie beteiligt. Am 24. März übernahm sie wieder ihre typische Aufgabe als Schlachtschiff, als sie die Landezonen am Strand mit ihren schweren Geschützen unter Feuer nahm um den Landungstruppen den Weg zu eben. Während der letzten Kriegsmonate wurde die New Jersey in der Puged Sound Marinewerft überholt. Sie verließ den Hafen am 4. Juli und lief über San Pedro, Pearl Harbor und Eniwetok nach Guam. Hier wurde sie wieder das Flaggschiff von Admiral Spruance. Sie lief in Manila und Okinawa ein und dann am 17. September in die Bucht von Tokio, wo sie als Flaggschiff für alle siegreichen Marinebefehlshaber fungierte. Sie wurde dann von ihrem Schwesterschiff Iowa (BB-61) abgelöst und nahm mit ca. 1.000 Mann an Bord Kurs Richtung Heimat und erreichte am 10. Februar San Francisco. Nach einigen Operationen an der Westküste und der üblichen Routineinspektion in Puget Sound, steuerte die New Jersey in den Atlantik, in ihre Heimat Bayonne. Dort feierte man am 23. Mai 1947 ihren vierten Geburtstag. Anwesend waren der Gouverneur Alfred E. Driscoll und dessen Vorgänger Walter E. Edge und andere Prominenz. Zwischen dem 7. Juni und dem 26. August nahm die New Jersey an einer Übungsfahrt im Nordatlantik teil, die erste seit Beginn des Zweiten Weltkriegs. Über 2.000 Kadetten der Marineakademie und NROTC Kadetten empfingen hier ihre ersten Lektionen in Sachen Nautik und Marinetechnik. Das Kommando hatte Admiral Richard L. Connoly, der Oberbefehlshaber für den östlichen Teil des Atlantiks und des Mittelmeers. Er ging am 23. Juni in Rosyth, Schottland von Bord. Am 2. Juli war die New Jersey der Mittelpunkt eines öffentlichen Empfangs in Oslo, wo König Haakon der VII. von Norwegen an Bord kam und die Crew besuchte. Am 18. Juli stach die New Jersey wieder in See und fuhr in karibischen Gewässer und im Westatlantik. Nach einem Besuch in New York als Flaggschiff von Konteradmiral Heber H. McLean, dem Befehlshaber der 1. Division, vom 12. bis 18. Oktober, wurde das Schiff in der New Yorker Marinewerft deaktiviert. Es wurde am 30. Juni 1948 in Bayonne außer Dienst gestellt und der New Yorker Abteilung der Atlantikreservegruppe zugeteilt.
Am 21. November 1950 wurde die New Jersey ebenfalls in Bayonne wieder
in Dienst gestellt und unter das Kommando von Kapitän David M. Tyree
gestellt. Bei Übungen in der Karibik wurde die Crew dann soweit gedrillt
und ausgebildet, dass sie den Anforderungen im Krieg in Korea gewachsen
war. Das Schlachtschiff verließ am 16. April 1951 den Hafen von Norfolk
und erreichte via Japan die koreanische Ostküste am 17. Mai. Vizeadmiral
Harold M. Martin, Kommandant der 7. Flotte, brachte seine Flagge für
die nächsten sechs Monate an Bord. Die New Jersey eröffnete das
Bombardement zum ersten Mal mit ihren schweren Geschützen am 20. Mai
im Raum Wonsan. Während der nächsten beiden Einsätze wurde
sie immer wieder zu solchen Artilleriebombardements herangezogen, als direkte
Unterstützung der UN-Truppen oder als Vorbereitung für Bodeneinsätze,
durch Beschuss der feindlichen Infrastruktur wie Nachschublinien, Nachrichtenverbindungen,
militärischen Einrichtungen und Truppenkonzentrationen. Die New Jersey
verschoss schwerste Granaten mit einer Reichweite, die weit über der
von Landgeschützen lag, immer schnell im Stellungswechsel und unabhängig
vom Frontverlauf nahm sie ein Ziel nach dem anderen unter Beschuss. Darüberhinaus
schütze sie die Träger, für die sie immer auf Abruf war.
Während dieses Einsatzes gegen Wonsan hatte sie auch ihre ersten Verluste
zu beklagen. Ein Mann starb und zwei weitere wurden verletzt als eine Granate
in den ersten Turm einschlug und ein weitere in der Nähe einer Ladeluke.
Zwischen dem 23. und dem 2.7 Mai sowie am 30. Mai 1950 beschoss sie erneut
Ziele in der Nähe von Yangyang und Kansong. Sie nahm Truppenansammlungen
unter Feuer, brachte Brücken zum Einsturz und zerstörte drei
Munitionsdepots. Luftaufnahmen zeigten die schweren Verwüstungen in
Yangyang und zerstörte Eisenbahnlinien und Fahrzeuge in Kansong. Am
24. Mai verlor sie einen ihrer Helikopter, der auf einer Rettungsmission
für einen abgestürzten Piloten wegen Treibstoffmangel abstürzte.
Die Crew des Helikopters konnte sich jedoch retten und wurde später
zurück zur New Jersey gebracht. Mit Admiral Arthur W. Radford, dem
Oberbefehlshaber der Pazifikflotte, und Vizeadmiral C. Turner Joy, dem
Befehlshaber der Fernostflotte, an Bord, bombardierte die New Jersey am
4. Juni Ziele in Wonsan. In Kansong nahmen ihre schweren Geschütze
am 6. Juni ein feindliches Artillerieregiment und LKWs unter Beschuss.
Aufklärer der 7. Flotte dokumentierten den Beschuss und leiteten das
Feuer der New Jersey. Am 28. Juni wurde das Schiff vor Wonsan von feindlichen
Artilleriegeschützen unter Beschuss genommen und es gab mehrere Naheinschläge.
Das Schlachtschiff richtete seine Geschütze aus und beendete den feindlichen
Beschuss indem es mehrere Artilleriestellungen zerstörte.
Quelle: US Navy (Der Bericht beruht auf veröffentlichtem und verwendbarem Material der US Navy.) |