| Vorgeschichte
Söldner und Landsknechte
Die Tradition fremde Soldaten und Männer für sich Kämpfen
zu lassen, kam verstärkt gegen Ende des Mittelalters auf. Dies bedeutete
gleichzeitig das Ende des Rittertums und die beginnende Ära der Landsknechte,
unter ihnen dürfte der berühmteste der Landsknecht-Vater Georg
von Frundsberg gewesen sein. Ebenfalls legendär waren die "Schweizer",
welche damals die besten aber auch teuersten Söldner darstellten und
die heute immer noch Dienst im Vatikan tun.
Nach den napoleonischen Kriegen trieben sich in Paris und um Umgebung
allerlei Veteranen und arbeitslose Soldaten herum. Der französische
König wollte dieses Gesindel von seinen Straßen entfernen und
benötigte außerdem Soldaten für Frankreichs Krieg in Nordafrika.
Als Lösung bot sich die Idee des belgischen Abenteurers Lacroix an.
Dieser wollte eine Legion mit Fremden aufstellen, welche für Frankreich
kämpfen sollten und so gleichzeitig den Effekt hatte, dass die ungeliebten
Gäste von den Straßen Paris entfernt wurden.
Das legendäre Gefecht: Camerone 1863
(Picture by thomas.misslin.com)
Die Geschichte der Fremdenlegion
Die Gründung und erste Einsätze
Am 9. März 1831 wurde der Aufbau der Legion mit dem königlichem
Dekret besiegelt. Allerdings gab es auch einige Anforderungen, so durfte
die Legion nur außerhalb Frankreichs eingesetzt werden, die Bewerber
mussten zwischen 18 und 40 Jahre alt und mindestens 1,50 m groß sein.
Als Uniform wurde die übliche französische Infanterie-Montur
jener Tage eingeführt. Die Legion füllte sich sehr schnell, da
auch ehemalige Insassen der Gefängnisse von den Ortsbehörden
"freiwillig" gemeldet wurden. Um Disziplin in die Truppe zu bringen wurde
das Kommando an den harten Schweizer Veteran Colonel Stoffel gegeben, der
schließlich 1832 aus dem anfänglichen Sauhaufen mittels ehemaligen
schweizerischen und preußischen Unteroffizieren eine recht anständige
Truppe machte.
Anfangs waren die jeweiligen Nationalitäten noch in ihren eigenen
Bataillonen und die Truppe wurde in Algerien nur zu Pionieraufgaben herangezogen.
Doch am 27. April 1832 bestritten die Legionäre ihr erstes Gefecht
bei Maison Carrée, wenige Kilometer von Algier entfernt. Bei der
Schlacht gegen anrennende Berber fiel auch der erste Offizier, der Schweizer
Leutnant Cham, in der Legion.
Im August 1835 wurde die jetzt auf knapp 4.200 Mann angewachsene Truppe
im spanischen Tarragona angelandet, um gegen die Revolutionstruppen Don
Carlos vorzugehen, da Frankreich mit der Königin Isabella verbündet
war. Doch diese Kämpfe sollten fast das Ende der Legion bedeuten,
da über 3.600 Legionäre und 23 Offiziere fielen und nur ein ärmliches
Häuflein von 500 Mann übriggeblieben war.
Doch per königlichem Dekret wurde am 16. Dezember 1835 die Legion
ein zweites Mal aufgestellt und 1837 wieder nach Algerien verlegt. Das
Erkennungsmerkmal der Legion, das weiße Kepi in Form eines Mützenüberzuges
wurde 1841 eingeführt. Bis 1849 kämpfte die Legion noch in Algerien,
dann kehrte für wenige Jahre Ruhe in Nordafrika ein.
Im Krimkrieg (1854-55) war die Legion gemeinsam mit Türken und
Engländern an der Eroberung der russischen Halbinsel beteiligt. An
diesem Feldzug nahm das 1. RE und 2.RE teil und die Legion verlor 444 Legionäre.
Bedeutend war auch der Tod des Kommandeurs des 1.RE Colonel Viénot,
der auf der Krim fiel.
Anfang der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts ging es für die Legion
nach Italien und bei den Schlachten bei Magenta und Solferino verloren
das 1.RE und das 2.Re insgesamt 143 Legionäre.
Camerone 1863 - Der Mythos
Im Rahmen des von 1863 bis 1867 gehenden Feldzuges in Mexiko, trug sich
die berühmteste Schlacht der Legion zu. Am 29. April 1863 sollte Capitaine
(Hauptmann) Danjou mit einer Kompanie einen größeren Konvoi
von Vera Cruz nach Puebla begleiten. Bedauerlicherweise waren alle Offizier
der 3. Kompanie krank, so dass Danjou das Kommando übernahm. Er nahm
zusätzlich noch den Fahnenträger Sous-lieutenant Maudet und den
Zahlmeister Sous-lieutenant Villan mit. Doch in der Zwischenzeit war das
französische Vorhaben publik geworden und die mexikanische Armee schickte
800 Kavalleristen und 1.200 Infanteristen in das Gebiet. Als Danjou mit
seiner Truppe um 5 Uhr des 30. April eine kurze Rast einlegten, griffen
die Mexikaner an. Die Legionäre zogen sich in das mexikanische Dörfchen
Camerone zurück und das Gefecht begann. Die ersten Kavallerieangriffe
folgten, doch sie wurden durch konzentriertes Feuer zerschlagen. Den in
guter Deckung liegenden Legionären passierte jedoch ein Missgeschick.
Ihre mit Munition und Vorräten beladenen Maultiere rissen sich los
und waren verloren. So kamen auf die 65 Mann der Kompanie gerade noch etwa
60 Schuss pro Mann. Gegen 9 Uhr forderte Oberst Millan, der Befehlshaber
der mexikanischen Truppen, die Legionäre auf zu kapitulieren. Doch
die Legionäre sagten sie hätten noch genug Munition und dächten
nicht daran aufzugeben. Danjou sagten sie zu bis zu ihrem Untergang ihre
Treue zu. Capitaine Danjou selbst fiel gegen 11 Uhr im feindlichen Feuer.
Kurz darauf trafen die 1.200 mexikanischen Infanteristen ein und die Legionäre
wurden erneut zur Übergabe aufgefordert, doch sie antworteten nur:
"Merde!" (Scheiße!). Nun drangen die Mexikaner aber in von Legionären
besetzte Räume der Hazienda ein und steckten sie in Brand. Der Zahlmeister
Villan fiel kurz vor 14 Uhr, so dass der Fahnenträger Maudet der einzige
Offizier war. Gegen 17 Uhr hat er aber nur noch 12 kampffähige Legionäre.
Erneut forderte der Colonel Millan die Legionäre zur Aufgabe auf,
doch er erhielt keine Antwort. Nach einem erneuten Angriff waren nur noch
Maudet, der Coporal Maine und die vier Legionäre Leonhard, Catteau,
Wenzel und Constation in der Stellung. Sie verfeuerten ihre letzte Patrone
und griffen die riesige Ansammlung der Mexikaner mit aufgepflanztem Bajonett
an. Noch bevor sie den Gegner erreichten wurde Maudet von zwei Kugeln getroffen,
der Legionär Catteau, der sich schützend vor seinen Offizier
warf, von 19.
Um 6 Uhr abends war der Kampf beendet. Von 65 Legionären waren
zwei Offiziere und 22 Mann gefallen. Ein Offizier und 8 Mann starben schwer
verwundet noch wenig später in Camerone und 19 weitere erlagen in
der Gefangenschaft ihren schweren Wunden. Zwölf weitere wurden gefangengenommen
und kehrten später in ihre Heimat zurück, doch auch sie waren
schwer verwundet.
Die Mexikaner verloren von insgesamt 2.000 Mann ganze 500 Mann. Daraufhin
ließ Napoleon III. auf den Fahnen des 1.RE den Ehrennamen "Camerone
1863" anbringen. 1892 wurde ein Denkmal auf dem Schlachtgelände errichtet.
Die Legion feiert an jedem Jahrestag in jedem Standort in der ganzen
Welt diese Schlacht als den Camerone-Tag und den Legionären wird dieses
Ereignis von ihrem kommandierenden Offizier vorgelesen. In Aubange, dem
Hauptquartier der Legion, wird sogar alljährlich die Holzhand von
Capitane Danjou, die höchst verehrte Reliquie der Legion, aus ihrem
Glasschrein geholt.
Weitere Schlachten im späten 19. Jahrhunderts und Anfang
des 20. Jahrhunderts
Nach Camerone kämpfte die Legion noch bei Cotastla, Oajacca und
Santa Isabel, doch der Feldzug kostete auch 468 Legionären das Leben,
die größten Verluste seit Spanien.
Während des deutsch-französischen Krieges (1870-71) kämpfte
auf Seiten der Franzosen auch etliche Deutsche gegen ihre Landsmänner
und bei den Schlachten von Orleans, Coulmiers, dem Gefecht bei Montchevis
und der Belagerung von Neuilly verlor die Legion 930 ihrer tapfer kämpfenden
Männer.
Danach ging es wieder nach Algerien, wo sie erneut gegen die Berber
und deren Aufstand kämpfen mussten. Doch nach der Schlacht von Chotti
Tigri gaben die Berber und ihr Anführer Adb-el-Aziz auf. In diesem
Feldzug fielen 655 Legionäre.
Um den eigenen Machtbereich auszudehnen und neue Kolonien zu erschließen,
landeten die Franzosen 1883 in Indochina (das heutige Vietnam, Laos, Kambodscha)
um so auch im asiatischen Raum Fuß zu fassen. Während der Eroberungskämpfe
fielen 370 Legionäre im undurchdringlichen Dschungel von Indochina.
Weitere Einsätze waren in Dahomey und im Sudan (39 gefallenen Legionäre),
in Madagaskar (260 gefallene Legionäre) und seit 1903 auch in Nordafrika.
In Nordafrika sollten die Kämpfe aber noch bis 1934 andauern und über
2.100 tote Legionäre fordern.
Der 1. Weltkrieg (1914-1918)
Als Frankreich auf Seiten der Alliierten gegen das kaiserliche Deutschland
zog, war die Legion auch selbstverständlich dabei. Während des
1. Weltkrieges dienten mehr als 44.000 Soldaten aus 100 Nationen in der
Legion. Die Legionäre waren bei den Kämpfen im gesamten französischen
Mutterland, sei es bei den Vimy-Höhe, an der Marne, beim Wunder an
der Somme oder am Bois de Hangard dabei. Aber auch bei den Schlachten in
Gallipoli, Serbien und Monastir standen die Legionäre Gewehr bei Fuß.
Doch ein Zehntel der Soldaten kehrten nicht mehr lebend zurück, da
insgesamt 4.931 Legionäre auf dem Schlachtfeld starben.
Die 20er und 30er Jahre
Nach Beendigung des 1. Weltkrieges kehrte allerdings keine Ruhe bei
der Legion ein, da Frankreich nun noch zusätzliche Kolonien besaß.
Eine der wichtigsten war Marokko und der dort tobende Konflikt sei 1903.
Doch die Legion blieb weiter dort stationiert und ging schließlich
1934 siegreich aus den Gefechten hervor.
Ein weiterer Krisenherd brach 1925 in Syrien und dem Libanon aus. Die
dortigen Stammeskrieger der syrischen Drusen und die neugebildete Volkspartei
riefen einen "Dschihad" (Heiligen Krieg) gegen die Kolonialherren aus.
Doch die Abteilungen der Legion zerschlugen innerhalb von 18 Monaten mit
Panzer- und Luftunterstützung den Widerstand. Es gab allerdings auch
kritische Momente, wie bei Messifre, als 3.000 Drusen ein Bataillon Legionäre
angriff. Während der zweitägigen Schlacht fielen 1.000 Drusen,
aber auch 47 Legionäre. Ein ähnliches Schicksal hätte fast
das 1. REC bei Rachaya ergriffen, doch dank herbeigerufener Verstärkung
konnte das Schlimmste verhindert werden.
Legionäre patroullieren in Bir Harkeim in Nordafrika
im Juni 1942. (Picture by thomas.misslin.com
)
Der 2. Weltkrieg (1939-1945)
Mit dem Kriegseintritt Frankreichs während des deutschen Polenfeldzuges
gab es auch bald genug zu tun für die Legion. Doch mit dem Blitzkrieg
im Westen sollte fast die Geschichte der Legion beendet sein. Damals, wie
heute besaß die Legion einen hohen Anteil von deutschen Legionären
und Unteroffizieren und manche Kritiker munkelten, dass diese alle Spione
seien. Im Rahmen der alliierten Anlandung in Norwegen 1940 sollte eine
Kampfgruppe der Legion auf Narvik vorstoßen, um die Gebirgsjäger
von General Dietl aus ihren Stellungen zu vertreiben und die wichtigen
Erzhäfen zurückerobern. Trotz der Erfolge in Norwegen wurden
die Legionäre zurück nach Frankreich beordert, um die deutschen
Soldaten welche das Land fast überrannten, zurück zu werfen.
Doch die Kampfgruppe kam zu spät, denn Frankreich kapitulierte. Einige
Legionseinheiten setzten sich zusammen mit den Engländern und anderen
französischen Einheiten nach Großbritannien ab. Durch die nun
entstandene Vichy-Regierung spaltete sich Frankreich, und der Anführer
der freien französischen Streitkräfte in Großbritannien,
General Charles de Gaulle wollte unter allen Umständen Frankreich
befreien. Zu diesem Zweck hatte er noch die 13. DBLE (Halbbrigade) der
Legion bei sich, die nun den anglo-amerikanischen Einheiten zugeteilt wurde.
Die Einheiten die für Vichy-Frankreich kämpften waren noch
das 1.REI in Sidi-bel-Abbès, das 1.REC, das 3.REI in Marokko, die
4.DBLE (das frühere 4.REI) in Senegal und das 6.REI in Syrien. Diese
Truppen verrichteten hauptsächlich Garnisonsdienst in den Kolonien.
Zu einem direkten Kampf Legionäre gegen Legionäre kam es
als die freie 13.DBLE gegen das 6.REI in Syrien kämpfte. Das 13.DBLE
machte sich auch bei der Verteidigung des Wüstenforts Bir Hakeim und
im Italienfeldzug einen Namen. Selbstverständlich waren die Truppen
auch bei den Kämpfen 1944 in Frankreich und bei der Besetzung Deutschlands
dabei. Im 2. Weltkrieg fielen insgesamt 9.017 Legionäre.
Legionäre des 2.BEP (2. Fallschirmjäger-Bataillon)
in Indochina. (Picture by Lalegion.de)
Indochina - Die schwersten Verluste (1947-1954)
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges ging es sofort für die Legionäre
weiter nach Indochina, dem heutigen Vietnam, Laos und Kambodscha. Seit
1883 besaßen die Franzosen dort eine Kolonie und nur die kurzfristige
Besetzung durch Japan im Jahre 1945 unterbrach die Anwesenheit der Legion
dort. Doch während des Krieges nahm der zuerst nur unter der Oberfläche
brodelnde Widerstand gegen die Franzosen unter den Vietnamesen zu. Um gegen
die japanischen Besatzer zu kämpfen wurden die kommunistischen Viet-Minh
(die späteren Vietkong im Vietnamkrieg der USA) unter ihrem politischen
Führer Ho Chi Minh und dessen General Vo Nguyen Giap gebildet. Nach
dem Kriegsende beschlossen die Vietnamesen unabhängig zu werden, doch
dies war nicht im Sinne Frankreichs. So landete als erste Legionseinheit
das 2.REI am 2. Februar 1946 in Saigon und wenig später das 5. REI.
Doch am 6. März 1946 wurde zwischen Ho und der französischen
Regierung ein Vertrag abgeschlossen, der eine Vietnamesische Republik im
Norden anerkannte. Die Legion landete wenig später die 13.DBLE und
das 3.REI an. Die ersten Monate waren ruhig, doch im November wurden 29
französische Soldaten durch Viet-Minh Truppen getötet. Im Dezember
töten die vietnamesischen Partisanen 600 unschuldige französische
Zivilisten und brachten damit das Fass zum Überlaufen und der Krieg
begann.
1947 startete dann der Guerillakrieg. Doch es ergaben sich für
die Legion erst einmal große Probleme. Die Ausrüstung und Bewaffnung
war mangelhaft und so deckte man sich mit allem ein was kam. Neben den
französischen MAT-49 MPi's wurden amerikanische M1 Carbine, M1 Garand,
M1918 BAR und deutsche MG42 eingesetzt. An Fahrzeugen fand sich alles von
amerikanischen Jeeps bis hin zu britischen Panzern. Aber auch die amerikanischen
155 mm Haubitzen oder die amerikanischen Bomber waren nicht sehr einheitlich
und französisch. Ein weiteres Problem war, dass französische
Wehrpflichtige nicht in Übersee eingesetzt werden durften und so blieb
Indochina ein Krieg der Legion und der Kolonialtruppen. Zudem galt der
Krieg in der Heimat als "schmutzig" und so lies man lieber Ausländer
für die Interessen Frankreichs sterben. An Bewerbern gab es keinen
Mangel. Nach dem 2. Weltkrieg gab es für viele Bewohner Europas kaum
noch Hoffnung in ihrer zerbombten und zerstörten Heimat viel zu erreichen.
Das traf besonders auf die Deutschen zu und so eröffnete sich eine
wahre Bewerberflut mit ehemaligen Waffen-SS Männern und etlichen Fallschirmjägern
und Gebirgsjägern der Wehrmacht. Diese jungen Männer hatten in
ihrem Leben nichts als Krieg erlebt und übten nun das Kriegshandwerk
für die Legion aus, da es das einzige war, das sie konnten. Die Legion
hatte einen ungeheuren Bedarf und so wuchs sie bis zum Ende des Krieges
auf fast 36.000 Mann an und war schon fast eine eigene Armee. In manchen
Jahren waren zu 70% aller Legionäre Deutsche.
Im Januar 1947 wurde auch das 1. REC angelandet und die Franzosen begannen
mit ihrer Taktik. Sie errichteten überall kleinere Forts, meist 30
x 30 Meter Grundfläche mit Wachturm und einem Mörser, um so ein
möglichst großes Gebiet zu überwachen.
Ein Verband der sich besonders bewähren sollte, waren die Fallschirmjäger
der Fremdenlegion. Diese waren erstmals in ihrer Geschichte aufgestellt
worden und setzen sich aus zwei, später drei Bataillonen (1.,2. und
3. BEP) zusammen. Sie stellten die Elite unter den Legionären dar,
die meisten dienten schon bei den deutschen Fallschirmjäger im 2.
Weltkrieg und es befanden sich sogar Kreta-Veteranen darunter. Bis 1950
übernahm das 1. BEP die Durchsuchung und die Säuberung des Dschungel
im Norden Vietnams. Doch das 1.BEP wurde bei Coc-Xa fast völlig aufgerieben.
Die immer wieder anstürmenden Truppen dezimierten den bataillonsstarken
Verband auf eine Handvoll Männer. Es gelang drei Offizieren, drei
Unteroffizieren und 23 Legionären auszubrechen und zu den eigenen
Linien zurückzukehren. Gefangene gab es keine, da diese vom Viet-Minh
gnadenlos niedergemacht wurden. Am 31. Dezember 1950 wurde das 1.BEP offiziell
aufgelöst.
Das 2. BEP kämpfte derweil in den Sümpfen von Kambodscha
und erlitt auch schwere Verluste. Am 4. Oktober 1951 führte das 2.BEP
einen Kampfabsprung über Gia-Hoi ab, um die Kolonialfallschirmjäger
des 8.BCP zu verstärken.
Bei den anderen Regimentern gab es derweil immer wieder heftigste Angriffe
auf die Forts, so z.B. gegen 104 Legionäre des 3.REI die von einer
ganzen vietnamesischen Division angegriffen wurden. Schließlich mussten
sich die Legionäre im Nahkampf mit dem Bajonett verteidigen, jedoch
gelang es den Angriff bis zum Eintreffen der französischen Verstärkung
abzuwehren.
Doch trotz allem drangen Giaps Truppen immer weiter vor. 1953 drang
er in Laos ein und erbeutete die gesamte Opiumernte des Landes. Um diesem
Treiben vorzubeugen, errichteten die Franzosen ein riesigen Brückenkopf
an der laotischen Grenze mit dem Nahmen Dien Bin Phu. Am 20. November begann
die Operation "Castor" mit dem Absprung von Kolonial- und Legionsfallschirmjägern
über Dien Bin Phu. Kurz darauf wurden die Truppen massivst verstärkt,
unter anderem durch Teile der 13.DBLE, das 2. und 3.REI. Insgesamt befanden
sich am Ende über 15.000 Mann in 16 Bataillone und auf verschiedene
Unterstützpunkte verteilt in Dien Bin Phu. Dem Viet-Minh gelang es große Truppenansammlungen um Dien Bin Phu zu verteilen und den auf dem
Stützpunkt landenden Transportmaschinen mit heftigem Flak-Feuer ein
großes Problem zu bereiten. Trotz der eigenen Artillerie im Kessel
verloren die Truppen allmählich die Initiative. Dann erfolgte am 13.
März Giaps Großangriff, der durch Trommelfeuer vorbereitet wurden,
und vier gegnerische Divisionen stürmten. Trotz der eilig eingeflogenen
Verstärkung verloren die Franzosen immer mehr Stützpunkte und
die Munition der Verteidiger wurde immer knapper. Doch die eingeschlossenen
Legionäre gaben nicht auf und Teile des 2.BEP führten nochmals
Kampfabsprünge in den von MG- und Flakfeuer beherrschten Himmel durch.
Immer mehr Vorposten wurden angegriffen und die Stützpunkte "Beatrice"
und "Gabrielle" mussten trotz härtester Verteidigung unter dem Verlust
von 400 Legionären an den ersten zwei Tagen des Angriffs geräumt
werden. Zusätzlich gab es schwere Streitigkeiten zwischen Festungskommandant
Colonel de Castries und ranghohen Offizieren der Legion und der Kolonialfallschirmjäger,
welche schließlich de Castries des Kommandos enthoben und die Führung
übernahmen.
Weitere Angriffe erfolgten am 30. März auf die Außenstützpunkte
"Isabelle", "Eliane" und "Dominique". Nur "Isabelle" konnte von dem 3.REI
unter großen Verlusten gehalten werden und der Ring um den Kessel
wurde immer enger. Der Flughafen musste letztendlich auch aufgegeben werden
und die Versorgung lief nur noch über Fallschirmabwürfe ab. Am
23. April stürmten die Legionäre des 2.BEP den Viet-Minh Truppen
mit aufgepflanztem Bajonett entgegen, doch sie wurden im MG-Feuer niedergemäht.
Am 6. Mai fiel "Eliane" und in den Stellungen kämpften fast nur noch
Verwundete. Schließlich wehte am 7. Mai um 17:30 Uhr die weiße Fahne
über Dien Bien Phu. Nur noch im Posten "Isabelle" kämpften noch
einige verzweifelte Legionäre des 3.REI bis Mitternacht, dann stürmten
sie mit aufgepflanztem Bajonett die Stellungen der Viet-Minh und fielen
fast alle.
In dem 57-tägigen Kampf um die Festung Dien Bien Phu fielen 4.000
französische Soldaten und über 1.500 Legionäre. Der Viet-Minh
machte unter den Legionären über 4.000 Gefangene und 7 Bataillone
der Legion hatten aufgehört zu existieren. Auf der Gegenseite setzte
General Giap 200 Artilleriegeschütze und 50.000 Soldaten ein, von
denen 22.000 fielen oder verwundet wurden. Mit dem Ende der Festung erklärte
Frankreich auch seinen Rückzug aus Vietnam und das Land wurde in einen
süd- und nordvietnamesischen Staat geteilt.
Während des Indochina-Krieges fielen 10.483 Legionäre, über
die Hälfte davon waren deutsche Staatsangehörige.
Legionäre des 1. Battailons des 2. REI waten durch
einen
Sumpf in Indochina im Oktober 1953.
Algerien (1954-1962)
Im gleichen Jahr musste die Legion nach der schmerzhaften Niederlage
in Indochina in einem Land kämpfen, dass für sie einen großen
Wert darstellte: Algerien. Anlässlich des Algerien-Feldzuges 1830
war die Legion ja aufgestellt worden und hier hatte sie auch all ihre Trainings-
und Ausbildungslager, sowie ihr Hauptquartier. Das dortige Problem stellte
die algerische FLN (Front de Libération Nationale = Nationale Befreiungsfront)
dar, welche die Unabhängigkeit Algeriens von Frankreich erreichen
wollte. Doch die über eine Million französische Siedler und auch
die Regierung betrachteten Algerien als einen festen Bestandteil ihres
Landes und entsandten nach dem Beginn des Guerillakrieges 1954 über
450.000 Soldaten, darunter etwa 20.000 Legionäre, nach Algerien. An
Rekruten mangelte es wie üblich nicht und so füllten sich die
nach Indochina gelichteten Reihen in den Legionsregimenter sehr rasch wieder.
Die FLN ging sehr brutal vor und scheute auch vor dem Mord an Zivilisten
nicht zurück, doch die Legion wurde bis Mitte 1955 aus den Kämpfen
herausgehalten. Anfangs beschränkten sich die "Fellagha" (eigene Bezeichnung
der FLN-Kämpfer) auf Angriffe gegen kleinere Patrouillen und Polizeiposten.
Daraufhin schickte man die Legionäre und die französischen Fallschirmjäger
auf "Suchen und Vernichten"-Einsätze. Diese beiden Truppenteile sollten
wie auch schon in Indochina die Hauptakteure gegen die FLN darstellen.
Im Jahre 1956 änderte die FLN ihre Taktik und rief zu einem großen
Generalstreik auf, um so dass Land lahm zu legen. Doch auf Anordnung der
französischen Regierung sollte die 10. Fallschirmjägerdivision
(darunter auch das 2. REP der Legion) den Streik unter Einsatz aller Mittel
brechen. Daraufhin patrouillierten die Paras auf den Straßen, zwangen
Ladenbesitzer ihre Geschäfte zu öffnen oder wenn der Besitzer
nicht zu finden war, taten sie es selbst. Daraufhin wurde der Streik beendet,
da kaum drei Tage später alles seinen gewohnten Gang ging. Nach dem
Generalstreik kämpfte z.B. das 1.REP im Aurès-Gebirge, den
Bergen der Nementscha, den Ouarsenis und dem Kabylengebirge. Es gelang
den Legionären dabei größere feindliche Verbände zu zerschlagen
und dem Gegner in seine Verstecke zu folgen. Einer der wichtigsten Aufträge
an das 1.REP war die Gefangennahme führender Köpfe der FLN. Colonel
(Oberst) Pierre Jeanpierre, Indochinaveteran der schon mit dem 1.BEP gekämpft
hatte, zog sich bei einer dieser Festnahme zahlreiche Splitter durch die
Explosion einer Handgranate zu. Jeanpierre war "der Legions-Offizier",
er hatte sich zur Aufgabe gemacht mit seinen Legionären immer in vorderster
Front zu kämpfen und sie auch von vorne zu führen. Doch das 1.REP
machte auch manchmal kurzen Prozess, so z.B. mit dem FLN-Führer Ali
La Pointe der in Algier aufgestöbert wurde. Nachdem er sich weigerte
sein Haus zu verlassen und sich zu ergeben, sprengten die Legionäre
kurzerhand sein Haus in die Luft.
Die Legionäre praktizierten als erste in Indochina eine Gefechtsweise,
wie sie später von allen Armee dieser Welt angewandt wurde: Luftlandungen
mit Hubschraubern. Zu dieser Zeit noch kaum bekannt, verlegten das 1.REP
mit ihren Piasecki H21 Hubschraubern blitzschnell an den Ort des Geschehens
und griffen dort ein. Jeanpierre (Codename "Sonne") leitete das Kampfgeschehen
immer aus seinem Alouette II Helikopter heraus, und das sollte ihm auch
zum Verhängnis werden. Am 29. Mai 1958 lenkte er wieder einmal das
Gefecht seines 1.REP aus der Luft heraus. Während "seine" Legionäre
bei Taya (südwestlich von Guelma) die Stellungen der Fellagha stürmten
und ein MG-Nest nach dem anderen im Nahkampf aushoben, beobachte der Colonel
das Geschehen ruhig aus der Luft und forderte an brenzligen Stellen sofort
Artillerieunterstützung an. Doch das Glück verließ die
"Sonne" und ein Geschoss traf die Treibstoffleitung des Helikopter und
dieser stürzte wie ein Stein zu Boden. Jeanpierre und die Besatzung
konnte nur noch tot geborgen werden. Daraufhin packte die Legionäre
die Wut und sie kämpften von nun an in dieser Schlacht ohne Gnade.
Sie nahmen die Stellungen der Fallagha in rasender Eile und machten an
diesem Tag keine Gefangenen.
Colonel Jeanpierre trat am 15.Mai 1937 in die Legion ein und diente
darin 21 Jahre bis zu seinem Tod. Er kämpfte während des 2. Weltkrieges
in Syrien, schloss sich dann dem französischen Widerstand an,
und wurde daraufhin in ein KZ gesteckt. Danach kämpfte er im Indochinakrieg,
ging dort fast mit dem 1.BEP unter, und diente danach als Kommandeur in
"seinem" 1.REP. Er ist bis heute eine Legende und einer der höchstdekoriertesten
Soldaten Frankreichs.
Während das 1.REP noch trauerte, stürmte das 2.REP derweil
zahlreiche Höhlen bei Béni Mezzeline. Hier mussten sich die
Legionäre als "Tunnelratten" betätigen und den Feind mit Handfeuerwaffen
und Sprengstoff ausschalten. Auch andere Verbände wie das 3.REI und
das 2.REC waren erfolgreich und konnten zahlreiche tote Fellaghas verbuchen.
Im Jahre 1958 übernahm der ehemalige General Charlles de Gaulle das
Amt des Premierministers. Doch die französische Regierung wollte Frieden
in Algerien und trat in Verhandlungen mit der FLN. Dies sahen viele Legionäre
und französische Offiziere als Verrat an und machte den Verlust ihrer
Kameraden nicht gerade leichter. Das gipfelte schließlich 1961 in
der Gründung der OAS (Organisation Armée Secrète - in
etwa Bund der Geheimen Armee) durch die vier Generäle Salan, Jouhaud,
Zeller und Gardy. Weiteres böses Blut gab es auch als General Massau,
General der Fallschirmjäger, hochdekoriert und berühmt, abgesetzt
wurde weil er Kritik an de Gaulle äußerte. Schließlich
sahen die Aufrührer ihre Chance gekommen und es begann der "Putsch
von Algier".
Am 22. April 1961 besetzte das 1.REP alle Einrichtungen der Regierung
in Algerien. Doch nicht alle Legionseinheiten beteiligten sich an dem Putsch.
Das 2.REP wurde zurückgehalten, während hingegen das 1.REC und
die 13.DBLE in den Bergen weiter gegen die Fellagha kämpften. Währenddessen
ließ de Gaulle alle im französischen Mutterland stationierten
Truppen in Alarmbereitschaft versetzten, da die weiteren Schritte der Aufrührer
unklar waren. So wurde plötzlich bekannt das die Legions-Fallschirmjäger
vorhatten über Paris abzuspringen und de Gaulle notfalls im Kampf
aus dem Regierungspalast zu vertreiben. Die Luftwaffe wurde sofort in Alarmbereitschaft
versetzt um die Transporter, falls sie kommen würden, über Paris
abzuschießen. Zusätzlich patrouillierten Panzer und Militär
in den Straßen Paris und die Menschen warteten gebannt auf das Kommende.
Doch der Putsch hatte zwar unter den französischen Siedlern in Algerien
Rückhalt, bei der Bevölkerung im Mutterland allerdings gar keine.
Sie konnten die Legionäre, die sich verraten und verkauft vorkamen
nicht verstehen und wollten es vielleicht auch nicht. Schließlich
endete der Putsch nach vier Tagen und das 1.REP kehrte in seinen Stützpunkt
zusammen.
Der Putsch hatte zur Folge das von den 650 Offizieren der Legion über
200 verhaftet wurden, am Nationalfeiertag marschierten keine Legionäre
bei der Parade in Paris und das 1.REP wurde aufgelöst. Alle rebellischen
Generäle und Offiziere wurden eingesperrt und mit dem Putsch von Algier,
endete auch der Algerienkrieg mit der Unabhängigkeit des Landes.
Insgesamt fielen für die letztendlich sinnlose Sache 1.855 Legionäre
im Kampf gegen die Fallagha.
Legionär in Algerien ca. 1960
(Picture by thomas.misslin.com
)
Die 60er - Die schwierigen Jahre
Mit dem Ende des Algerienkrieges und der Entlassung zahlreicher Kolonien
Frankreichs änderte sich auch die Struktur der Armee und der Legion
gewaltig. Zahlreiche Kolonialtruppen und die 10. und 25. Fallschirmjägerdivision
wurden aufgelöst und der Legion sollte nach den Plänen einiger
Kritiker ein ähnliches Schicksal wiederfahren. Eine Zeitlang kursierte
sogar der Vorschlag die Legion an die USA zu verkaufen, doch schließlich
wurde sie "nur" von 20.000 auf 8.000 Mann reduziert. Ihr ehemaliges Heimatland
Algerien musste geräumt werden und so zog es die meisten Legions-Truppen
nach Frankreich. Neben der Verlegung des Hauptquartiers von Sidi-bel-Abbès
nach Aubagne bei Marseille, wurde auch das Ehrendenkmal für die Gefallenen
nach Frankreich zurückgebracht. Das 2.REP verlegte 1967 nach Calvi,
Korsika und sollte einige gravierende Veränderungen erhalten. Das
3.REI wurde auf Madagaskar verlegt und das 13.DBLE aufgrund eines Beistandpaktes
nach Dschibuti am Horn von Afrika. Die Fallschirmjäger des 2.REP wurden
zu einer Spezialistentruppe umgewandelt. Dies war vor allem dem Bestreben
des neuen Kommandeurs Lieutnant-Colonel (Oberstleutnant) Caillaud zu verdanken,
welcher die Fallschirmjäger zu "Para-Commandos" umformte. Nun erhielten
die einzelnen Kompanien spezielle zugeteilte Sonderaufgaben wie Gebirgs-
und Winterkampf, amphibische Operationen, Fernspähaufgaben, etc.
Gegen Ende der 60er Jahre kamen auch wieder die ersten Aufgaben für
die Legion, wie z.B. im Tschad. So wurde 1969 unter dem Kommando von Major
de Chastenet 390 Legionäre vom 2.REP in das afrikanische Land geschickt,
um dort für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Sie führten gegen die
dortigen Rebellen in der ehemaligen Kolonie zahlreiche erfolgreiche Einsätze
durch und am 25. Oktober rückte Verstärkung durch weitere Teile
des 2. REP und ein Luftwaffenverband in das Land vor. Neu waren unter anderem
auch die Puma-Helikopter, welche den Legionären mehr Flexibilität
in ihren Kämpfen gegen die Aufständischen brachten. Bis gegen
Ende 1970 waren Legionäre im Tschad stationiert und insgesamt fielen
8 Legionäre während der insgesamt sehr erfolgreichen Gefechte.
Die 70er Jahre
Während den 70er Jahren war die Legion nicht besonders gefordert,
einzig eine Aktion im Februar 1976 ergab Schlagzeilen. In Dschibuti waren
und sind neben der 13.DBLE auch Teile anderer Legionsregimenter im Wechsel
stationiert. Dort kaperten am 3. Februar 1976 sieben somalische Terroristen
einen mit 31 Schulkindern besetzten Bus. Neben den üblichen Forderungen
wie freier Abzug, Freilassung aller politischen Gefangenen, forderten die
Terroristen auch die Unabhängigkeit Dschibutis und den Abzug aller
französischen Truppen. An der somalischen Grenze zum Stehen gebracht,
entwickelte sich in den nächsten Stunden ein Geiseldrama. Das 1.REC
sicherte den Ort des Geschehen mit sechs Spähpanzer AML 90 gegen etwaige
somalische Einmischungen ab und die 2. Kompanie des 2. REP lag in Stellung.
Weiterhin trafen neun Scharfschützen der GIGN (Groupe d'Intervention
de la Gendarmerie Nationale - französische Anti-Terror-Einheit, ähnlich
der deutschen GSG9) am Ort des Geschehens ein und bezogen Stellung. Um
15:35 Uhr wurde nach ergebnislosen Verhandlungen der Sturm befohlen. Die
Scharfschützen der GIGN erschossen fünf Terroristen sofort, währenddessen
stürmte der 2. Zug der 2.Kompanie des 2.REP den Bus. Der 1.Zug kämpfte
die inzwischen eingetroffenen somalischen Soldaten nieder, welche von ihren
Grenzstellungen aus in das Kampfgeschehen eingriffen. Trotz des schnellen
Zugriffs konnten die zwei verbliebenen Terroristen zwei Mädchen erschießen,
doch der Bus wurde kurz darauf von den Legionären "gesäubert".
Trotz des Verlustes der beiden Mädchen und einiger nicht allzu schwer
verwundeter Legionäre kann man die Mission als Erfolg werten und alle
sieben Terroristen wurden ausgeschaltet.
Neben Kolwezi sollte eine weiteres Einsatzgebiet die Legionäre
fordern, erneut der Tschad. Eine Abteilung von 20 Legionären wurde
am 3. März 1978 dorthin verlegt und sollte hauptsächlich Beraterfunktionen
übernehmen. Die Legionäre bildeten hierbei einheimische Truppen
aus und führten diese im Kampf gegen die Rebellen. Mehrere Gefechte
ergaben sich, wobei oftmals Jaguar-Kampfflugzeuge in das Kampfgeschehen
eingriffen. Die oftmals heftigen Kämpfe sollten auch einem Legionär
das Leben kosten, bevor die Abteilung abgelöst wurde. Aber auch das
1.REC kam dort im Verbund mit dem 3.RIMa (Marine-Infanterieregiment) zum
Einsatz. Insgesamt waren mehr als 300 Legionären an den heftigen Gefechten
18 Monate lang beteiligt und konnten zusammen mit den Regierungstruppen
den Sieg erringen.
Operation "Leopard" (Kolwezi 1978)
Die Evakuierung der europäischen Zivilisten in Zaire 1978 machte
die Legion endgültig weltberühmt. Dort brodelte schon lange ein
Konflikt zwischen dem Rebellenführer M'Bumba und seiner Kampftruppe,
den "Tigern", und der Regierung des zairischen Diktators Mobutu. In der
Provinz Kolwezi waren zahlreiche Bodenschätze gefunden worden und
kurz darauf kamen auch zahlreiche Europäer, Mitarbeiter diverser Bergbaufirmen,
in das Land um die Schätze aus der Erde zu fördern. Doch der
Rebellenführer, der nach einem missglückten Feldzug im Exil in
Angola weilte, wollte sich diese Geldquelle nicht entgehen lassen und fiel
in die Provinz ein. Seine von kubanischen und deutschen NVA-Offizieren
ausgebildete Truppe war keine Musterarmee, sondern mehr eine Anzahl von
Söldnern, Schlächtern und Kriegsverbrechern. Am 13. Mai drangen
mehr als 2.500 Tiger in die Region ein und bedrohten über 2.500 dort
weilende Europäer. Wie zu erahnen war, gerieten die Rebellen außer
Kontrolle und schlachteten reihenweise Kinder und Frauen ab, töteten
die Männer und plünderten. Die hauptsächlich aus Belgiern
und Franzosen bestehenden Europäer wurden immer mehr bedroht und von
Seiten der zairischen Armee war auch keine Hilfe zu erwarten, einzig einige
Züge des 311. Fallschirmjägerbattailons kämpften verbissen
weiter. In dieser Lage bat der Diktator Mobutu Frankreich um Hilfe. Belgien
nahm die Sache nicht zu ernst, doch Frankreichs Präsident Valery Giscard
d'Estaing sah das anders.
Am 17. Mai wurden die Fallschirmjäger der Legion, das 2.REP, alarmiert
und unter ihrem Kommandeur Colonel Erulin in Bewegung gesetzt. Am 18. wurden
die sechs Kompanien mit vier DC-8 und eine Boeing 707 nach Kinshasa (Zaires
Hauptstadt) gebracht. Allerdings war die Operation nicht ganz einfach,
da 700 Legionäre über 2.500 Rebellen gegenüber standen.
Man plante in zwei Wellen die Fallschirmjäger und ihr Gerät abzusetzen.
Die Flugzeuge stellte die zairische Luftwaffe, vier C-130 Hercules und
eine C-160 Transall.
Am 19. Mai um 15:30 Uhr wurde die erste Welle in einer Höhe von
150 m abgesetzt. Die Legionäre sprangen in intensives Feindfeuer und
der Gefreite Arnold war der erste Gefallene. In der ersten Welle waren
die 1., 2. und die 3. Kompanie niedergegangen und eröffneten sofort
das Feuer auf die Rebellen. Die Tiger begriffen erst jetzt, dass die Fallschirmjäger
Legionäre und keine Belgier waren und die erste Panik trat ein. Die
1.Kompanie stürmte sofort die zugewiesene Schule, die 2. Kompanie
sicherte das Hospital ab und die Männer der 3. Kompanie gingen in
das Hotel Impala. Dort bot sich den Legionären ein schrecklicher Anblick,
in allen Räumen lagen abgehackte Hände. Aufflackernder Widerstand
wurde sofort von den Legions-Scharfschützen ausgeschaltet und die
Paras sicherten die ganze Stadt ab. Kurz darauf kamen vier gepanzerte Fahrzeuge
mit Tigern an, doch diese wurden mit Panzerfäusten bekämpft.
Der Absprung der zweiten Welle wurde verlegt, da eine Nachtlandung zu riskant
war. Diese wurde dann am 20. Mai angelandet und bestand aus der 4. und
der Unterstützungskompanie. Etwa 350 Rebellen machten noch einen verzweifelten
Vorstoß, wurden aber von den Männern des 2.REP im konzentrierten
MG- und Mörserfeuer niedergemacht. Die Stadt wurde nun weiter von
versprengten Rebelleneinheiten Haus um Haus gesäubert. Schließlich
traf auch Luftunterstützung durch zairische Mirage III-Kampfjets ein,
welche von französischen Piloten gesteuert wurden. Gegen diese Feuerkraft
konnten die Rebellen nichts mehr ausrichten und traten die Flucht an. Bei
den Gefechten um die Meatla-Shaba Fabrik kam allerdings noch der Feldwebel
Daniels ums Leben, als er eine feindliche Stellung auf eigene Faust erkunden
wollte, wurde er von den Rebellen getötet.
Seit dem 20. Mai waren auch die belgischen Fallschirmjäger eingetroffen,
doch diese sicherten hauptsächlich die Europäer ab, während
hingegen das 2.REP kämpfte. Die Rebellen zogen sich schließlich
endgültig aus der Region zurück.
Viele evakuierte Europäer waren positiv erstaunt über die
Männer mit den grünen Baretten, da sie die Legion nur als Verband
aus Kriminellen und Abenteurern kannten. Bei der Evakuierungsaktion wurden
über 250 Rebellen, aber auch 5 Legionäre getötet. Die Paras
eroberten zahlreiche Fahrzeuge und unzählige Handfeuerwaffen. Doch
über 120 Zivilisten und über 500 Einheimische waren vor dem Eintreffen
des 2.REP den Tigern zum Opfer gefallen und machten deutlich welch großes
Massaker ohne Eintreffen der Legion noch geschehen wäre.
Turbulente Jahre - Die frühen 80er
Nach den Einsätzen in Zaire und im Tschad sollte es keine Ruhepause
für die Legion geben und schon bald traten die ersten Legionäre
den Weg in den Nahen Osten an. Hier tobte seit 1982 der libanesische Bürgerkrieg
unter multinationaler Beteilliegung.
PLO und Christen bekriegten sich seit Jahren im Libanon, doch nun standen
die christlichen Milizen einer palästinensischen Übermacht gegenüber
und das benachbarte Israel, bemüht einen weiteren Holocaust zu verhindern,
marschierte in den Libanon ein.
Dank seiner hervorragenden Armee bereitete es Israel keine Mühe
die feindlichen Kräfte zurückzudrängen. Ein wichtiger Punkt
war Beirut, die Hauptstadt des Libanon und die einstige "Perle" des Nahen
Ostens. Dort weilte der palästinensische PLO-Führer Yassir Arafat
mit seiner aus Palästina geflüchteten Truppe. Er beherrschte
Teile der Stadt und die Franzosen verhandelten mit ihm und baten ihn auszureisen.
Schließlich gab Arafat nach und stimmte zu ins Exil nach Tunis zu
gehen. Eine UN-Friedenstruppe war zwar schon seit Ende der 70er Jahre im
Libanon stationiert, schaffte es aber nicht den dort tobenden Bürgerkrieg
zu beenden. Frankreich schickte im August die Legions-Fallschirmjäger
des 2.REP, das 1.RE, das 2.REI und das 1.REC. Die Legionäre sollten
den Abzug des PLO-Chefs Arafat und seiner Anhänger sichern. In nur
12 Tagen gelang es über 5.000 PLO-Anhänger auf Schiffe zu bringen
und nach Tunis zu verschiffen. Die Legionäre patrouillierten in der
Stadt und sicherten den Abzug der Palästinenser. Doch sie wurden des
öfteren in Feuergefechte zwischen den Bürgerkriegsparteien verwickelt,
was fünf Legionären das Leben kosten sollte.
Eine weitere schlimme Katastrophe geschah am 3. Februar 1982 in Dschibuti.
Im Rahmen eines Manövers prallte eine Noratlas Transportmaschine mit
einem Zug der 4. Kompanie des 2.REP gegen die Felsen des Mont Garbi. In
den Trümmern der Maschinen konnten die 27 Mann, darunter zahlreiche
Kolwezi-Veteranen nur noch tot geborgen werden.
Operation "Manta" und "Epervier" (Tschad 1983-1986)
In der ehemaligen französischen Kolonie Tschad sollte es auch in
den 80er Jahren nicht ruhiger werden. Doch im Gegensatz zu früher
waren es keine Rebellen, sondern der libysche Diktator Gadhafi sorgte für
Wirbel. Libyen unterstützte früher schon die Rebellen und erklärte
im Februar 1984 den Tschad für einen Teil Libyens. Gadhafi schickte
bereits zu Beginn der 80er Berater und Techniker in das Nachbarland. Die
Regierungsmacht im Tschad war stets sehr wacklig und die Gesinnungen der
jeweiligen Regierungschef wechselten dauernd. Im Juni 1982 löste Hissen
Habré den alten Präsidenten Goukouni ab, der nun seinerseits
Libyen um Hilfe bat. Die Rebellenarmee Goukouni operierte zusammen mit
den einrückenden libyschen Truppenteilen. Doch nun platzte Frankreichs
damaligen Präsidenten Mitterand der Kragen und er entsandte die Panzeraufklärer
des 1.REC und von November '83 bis Mai '84 Teile des 2.REP. Die unter dem
Kodenamen "Manta" durchgeführte Operation hatte das Ziel die Invasionstruppen
Libyens aus dem Land zu vertreiben. Colonel Javier, Kommandeur des 2.REP
und aller französischen Truppen im Tschad, beorderte noch zusätzlich
die 2.Kompanie des 2.REP in das Land. Doch zu direkten Gefechten kam es
zwischen Franzosen und Libyern nicht, da dieser Part von den "Gorans" (Stammessoldaten
strenggläubiger Moslems oberhalb des 16.Breitengrades) übernommen
wurde. Als einzigen Erfolg konnten die libyschen Truppen den Abschuss eines
Jaguar-Aufklärungsjets verbuchen. Schließlich wurde ein Friedensvertrag
ausgehandelt und die französischen und libyschen Truppen zogen sich
aus dem Land zurück. Einzig einige Legionäre blieben als Beobachter
zurück.
Doch Gadhafi brach sein Versprechen erneut und schickte im Februar
1986 seine Truppen abermals in den Tschad um dortige Rebellen zu unterstützen.
Das französischen Verteidigungsministerium erklärte, dass die
nun "Operation Epervier" genannte Aktion nicht wie "Manta" sei. Es wurden
erneut französische Truppen, unter ihnen wiederum Teile des 2.REP
und des 1.REC in den Tschad verlegt. Die mit veraltetem sowjetischen Gerät
ausgerüsteten libyschen Truppen wurden schon im Vorfeld von der französischen
Luftwaffe schwer attackiert. Die Jaguar- und Mirage-Jagdbomber wurden in
der Luft von KC-135 betankt und griffen im Dauertakt an. Die schwachen
libyschen Luftstreitkräfte hatten keine Chance gegen den aus Hawk-
und Crotale-Boden-Luft-Raketen bestehenden Abwehrriegel. Die Legionäre
operierten auch häufig mit Hubschraubern verschiedenster Typen und
drängten die Libyer immer mehr zurück. Um die Städte Oum
Chalouba und Ziguey tobten heftigste Gefechte, doch die Libyer zogen sich
unter schweren Menschen- und Materialverlusten aus dem Tschad zurück.
Französische Einheiten, darunter auch Teile des 2.REP, verlegten noch
jahrelang für jeweils vier Monate in das afrikanische Land und demonstrierten
so Präsenz. Außerdem bot sich hier ein ideales Gelände für
Großmanöver aller Waffengattungen an.
Während den Operationen "Manta" und "Epiver" hatte die Legion
keine Gefallenen beklagen.
Operation "Desert Storm" (Irak 1990/1991)
Nach der Invasion irakischer Truppen in Kuwait und dem darauffolgenden
weltweiten Aufschrei, entsandte Frankreich wie zahlreiche andere Länder
auch, Truppen in die bedrohte Region.
Dies umfasste etwa 13.500 Soldaten und neben Schiffen und Kampfflugzeugen
auch Bodentruppen. Diese setzen sich neben Teilen der 4. luftbeweglichen
Division, Teilen der 9. Marinedivision und Teilen der 10. Panzerdivision,
aus einer leichten Panzerdivision zusammen, welche den größten Teil
stellte. Diese provisorisch als 6. verstärkte leichte Panzerdivision
"Daguet" bezeichnete Einheit setzte sich neben dem 1.Regiment de Sphais
(35 AMX-10RC), dem 21. Marineinfanterieregiment (mit Tpz VAB), dem 68.
Marineartillerieregiment (4 Batterien mit 155 mm Feldhaubitzen und 1 Batterie
Mistral FlaRak), auch aus Legionseinheiten zusammen.
Diese umfasste die Panzeraufklärer des 1.REG mit 35 AMX-10RC,
die Infanteristen des 2.REI mit Tpz VAB und die Pionieren des 6.REG (1999
zu 1.REG umbenannt). Bei den Fallschirmjägern des 2.REP hoffte man
auch auf eine Verlegung, doch nur die Spezialeinheit CRAP (die heutige
GCP) kam in die Region.
Nach der vollständigen Verlegung und mit Beginn der Luftoffensive
gegen den Irak rückte der Einsatztermin der Bodenoffensive immer näher.
Die französische Division "Daguet" war dem XVIII. Airborne Corps der
Amerikaner unterstellt worden, und wurde durch die 2. Brigade der amerikanischen
82. Airborne Division (Luftlandedivision) verstärkt. Neben dem 3.ACR
(Armored Cavalery Regiment = Gepanzertes Kavallerieregiment) das schon
seit 80 Jahren kein Pferd mehr gesehen hatte und nun mit den neuen M1A1
Abrams Kampfpanzer operierte, waren diesem Corps auch noch die 82. Airborne
Division, die 101. Air Assault Divison (Luftsturmdivision), auch als "Screming
Eagles" bekannt, sowie die amerikanische 24. Infanteriedivision unterstellt.
Ziel der Division "Daguet" sollte das irakische Fort As Salaman sein, da
so die Flanken des Korps geschützt wurden und der irakische Nachschub
und die Verstärkung für die in Kuwait stehenden irakischen Truppen
unterbunden werden konnte.
Als 24. Februar um 6 Uhr die Bodenoffensive begann, operierten an vorderster
Front US Special Forces und Legionäre der Fernspäheinheit CRAP.
Diese meldeten ihre Aufklärungsergebnisse unverzüglich weiter
und legten große Distanzen mit ihren modifizierten Fahrzeugen zurück.
Die auf einer nahegelegenen Autobahn vorgehenden Franzosen nutzen ihre
Vorteile Geschwindigkeit, Beweglichkeit und Feuerkraft. Während am
Boden pausenlos AMX-10RC das Feuer aus den 105 mm Bordkanonen eröffneten,
feuerten die immer in der Luft schwebenden Hubschrauber vom Typ Gazelle
Welle für Welle HOT-Panzerabwehrraketen gegen den Feind und Jaguar-Jagdbomber
griffen im Tiefflug an. Anfangs wurden nur irakische Panzer zerstört,
doch später auch LKWs und Jeeps. Das einzige Problem stellte ein aufkommender
Sandsturm dar, doch richtete er keine Schäden an, da in den meisten
Fahrzeugen und Helikoptern dank den Erfahrungen im Tschad Luftfilter eingebaut
waren. Der Vormarsch der Division "Daguet", der 82. Airborne Division und
der 101. Air Assault Division waren so schnell vorangegangen, dass andere
Verbände Mühe hatten Schritt zu halten.
Am Morgen des 25. Februar, einen Tag nach Angriffsbeginn, hatten die
Franzosen As Salaman umzingelt. Hierbei kam es aber zu einem Zwischenfall.
Zwei Legionäre der Spezialeinheit CRAP wurden durch eine Sprengfalle
getötet, die von irakischen Pionieren gelegt wurde, als sie ein Haus
durchsuchten. Am Abend hatten die Franzosen schließlich die 45. irakische
Division vernichtet und bei eigenen Verlusten von den zwei besagten Toten
und 25 Verwundeten zwischen 2.500 und 3.000 Kriegsgefangene gemacht.
Am 28. März endete der 2. Golfkrieg und Frankreich hatte "nur"
den Verlust der 2 CRAP-Fernspäher zu beklagen.
Einsätze in den 90er Jahren
Die Jahre nach dem Kalten Krieg waren gekennzeichnet von verstärkt
auftretenden Konflikten und Bürgerkriegen, welche auch vor Europa
nicht halt machen sollten.
Eine ersten Vorgeschmack erlebten die Legions-Fallschirmjäger
des 2.REP im westafrikanischen Gabun. Die dortige Lage eskalierte und starke
Unruhen bedrohten auch die dort lebenden europäischen Zivilisten.
Daraufhin trat die Operation "Requin" (Haifisch) in Aktion. Am 24. Mai
1990 schickte man die 2. Kompanie des 2.REP in das Land. Kurz nach der
Landung mit einer zivilen Linienmaschine in Libreville, der Hauptstadt
Gabun`s, begannen die Paras auch schon mit der Absicherung der Stadt. Ab
dem 27. Mai sollten alle Europäer ausgeflogen werden, doch dazu benötigte
man weitere Truppen. Neben dem 8.RPIMa (Fallschirmjäger der Marineinfanterie)
kamen auch Kompanien des 2.REI zum Einsatz. Nach dem Eintreffen aller Truppen
hörten alle Unruhen schlagartig auf und so nutzen die Legionäre
die dortige Zeit und führten Dschungelmanöver durch. Ende Juli
wurden alle Truppen wieder abgezogen.
Am 4. Oktober 1990 begann die Operation "Noroît", eine weitere
Evakuierungsaktion in Ruanda. Man schickte die 4. Kompanie des 2.REP und
die Legions-Spezialeinheit GCP in das Land. Bei der Evakuierung kam es
jedoch zu plötzlichen Schusswechseln, welche sich zu einem stundenlangen
Gefecht zwischen Paras und Rebellen ausweiteten. Der GCP-Trupp evakuierte
die Botschaftsangehörigen mit requirierten Toyota-Jeeps und musste
auch zwei Geiseln gewaltsam befreien. Schließlich kehrte Ruhe ein und
die ohne Verluste gebliebenen Legionäre der 4.Kompanie und des GCP-Trupp
kehrten ab dem 16. Oktober 1990 zu ihrem Standort zurück.
Während der Hungersnot in Somalia 1992 schickte auch Frankreich
Soldaten in das afrikanische Land. Neben weiteren französischen Heeresverbänden
kamen auch Teile des 2.REP zum Einsatz. Diese unter dem Namen Operation
"Oryx" durchgeführte Aktion dauerte bis zum 31. Januar 1993, dann
zogen sich die französischen Truppen zurück. Die Legionäre
halfen beim Schutz von Hilfskonvois, sammelten Waffen ein und verteilten
humanitäre Hilfe an die Bevölkerung.
Im Jahre 1993 verlegten weitere Legionsteile, darunter wieder das 2.REP,
nach Sarajevo in Bosnien-Herzegowina um dort Teil der UN-Friedenstruppe
zu sein. Während ihres Dienste in Bosnien waren die "Blauhelm-Legionäre"
zum Stillhalten verdonnert, was sich beim Tod eine Legionärs der 1.Kompanie
des 2.REP rächen sollte. Er starb während eines Mörserangriffs
der bosnischen Serben bei einem Gefangenenaustausch. Danach wurden die
Legionäre wieder abgezogen, doch nur wenige Jahre später kehrten
sie als Teil des IFOR-Konigentes in das Land zurück. Hierbei wechselten
sich die verschiedensten Teile der Legion ab, sei es das 2.REP, das 2.REI,
das 6.REG (heutige 1.REG) oder das 1.REC. Hauptsächlich leisteten
und leisten die Legionäre humanitäre Hilfe, bauen das Land wieder
auf oder räumen Minen.
Im Sommer 1997 zeichnete sich im kongolesischen Brazzaville eine vertraute
Aktion für die Legion ab: Eine Evakuierungsmission. Zu diesem Zweck
schickte man die vielfach erprobten Legions-Fallschirmjäger des 2.REP
in das Land. Die Aktion trug den Namen "Operation Pelikan" und die Legionäre
evakuierten innerhalb weniger Wochen über 2.600 Europäer, davon
waren 2.200 Franzosen. Die Legionäre operierten hierbei mit den Transportpanzern
VAB um die Europäer ohne Gefahr evakuieren zu können. Doch die
Fahrzeuge wurden immer wieder beschossen, da die Legionäre auf Anweisung
nicht zurückschießen durften. Dies rächte sich am 8. Juni,
als drei Fallschirmjäger von einem RPG-7 Geschoss schwer verletzt
wurden und ein GCP-Funker im Kugelhagel starb. Nun erhielten die Legionäre
die Erlaubnis zurück zu schießen, und nach wenigen Minuten lagen
15 tote Gegner am Boden und die anderen waren vertrieben. Die weiteren
Evakuierungen konnten ohne weitere Probleme ausgeführt werden.
Das die Legionäre erste Wahl für Friedenseinsätze sind,
zeigte sich darin, dass die Legion immer die ersten französischen
Truppen stellt, sei es 1999 im Kosovo, 2000 in Mazedonien oder 2002 als
Teil der ISAF-Friedenstruppe in Afghanistan.
Seit der Gründung der Legion im Jahre 1831 starben 902 Offiziere,
3.176 Unteroffiziere und über 30.000 Legionäre in der Ausübung
ihrer Pflicht. Ein Drittel aller Gefallenen waren unmittelbar an der Verteidigung
Frankreichs beteiligt.
Ausbildung
Die Bewerbung
Die Gründe zur Legion zu gehen sind unterschiedlich. Manche suchen
ein Abenteuer, andere fliehen vor verlorener Liebe, vor Armut, vor Bürgerkriegen
oder auch weil sie nicht immer den gleichen Trott im Alltag erleben wollen.
Zur Legion kommen Menschen aller Herren Länder, sei es aus Deutschland,
Japan, England, den USA, Nigeria, Bolivien oder Russland.
Traditionell sind bestimmte Länder sehr stark vertreten. Dies
betrifft vor allem den ehemaligen "Erzfeind" Deutschland, welcher zusammen
mit Großbritannien den größten prozentualen Teil der Legionäre
stellt. Dies war besonders bei Krisen deutlich, wie z.B. während des
Indochina-Krieges, als über 70% aller Legionäre deutsch waren.
Neben Deutschen und Engländern sind zur Zeit auch sehr viele Legionäre
aus Ländern des ehemaligen Ostblockes vertreten. Franzosen, außer
natürlich den Offizieren, ist der Dienst in der Legion nicht gestattet,
trotzdem werden diese auch in die Legion aufgenommen. Um das zu erreichen,
werden sie kurzerhand zu "Belgiern" erklärt und dienen so ihre Zeit
ab. Doch egal aus welchen Ländern die Betreffenden kommen, alle müssen
die gleichen Anforderungen erfüllen.
Ü Mindestalter 17 Jahre
Ü Nicht älter als 40 Jahre
Ü Besitz eines Ausweises, Reisepasses
oder einer beglaubigten Identitätsbescheinigung
Ü Bestehen der ärztliche Untersuchung
Ü keine erheblichen Vorstrafen
Ü Brille ist möglich
Ü Französischkenntnisse nicht
benötigt
Der Legion beizutreten ist relativ einfach. Hierzu muss der Bewerber lediglich
nach Frankreich fahren und in die nächste Polizeistation gehen. Dort
äußert er den Wunsch der Legion beizutreten und wird von einem
Angehörigen der Legion, meist ein niederer Unteroffizier mit einem
Fahrzeug abgeholt. Dieser bringt den Bewerber zu einem Sammelpunkt, meist
einer Armeekaserne. Dort werden erste Fragen gestellt und die ersten Tests
getätigt. Nach kurzer Verweildauer wird der Bewerber zu einem Vorposten
der Legion gebracht und verbringt dort ein paar Tage bis er von dort abgeholt
wird und dann mit dem Zug nach Aubagne fährt. Im dortigen Hauptquartier
und Heimat des 1.RE werden die Bewerber erst einmal befragt. Durchschnittlich
verbringen sie zwei bis drei Wochen in Aubagne. Bei der Ankunft werden
den Bewerbern alle persönlichen Sachen abgenommen und sie erhalten
gebrauchte Kampfanzüge. Währenddessen erlernen die Bewerber schon
die Grundzüge der französischen Sprache, dann beginnen die verschiedenen
Tests. Neben medizinischen, IQ- und, psychologischen Tests, durchlaufen
die Bewerber auch eine Sicherheitsprüfung. Nach Bestehen dieser Tests
erhalten die Bewerber den berüchtigten Haarschnitt, "Boule à
zéro" genannt. Es besteht für die künftigen Legionäre
auch die Möglichkeit ihren Namen ändern zu lassen und einen anderen
anzunehmen, aus was für Gründen auch immer. Sollte jemand nach
dem Legionär fragen, und es betrifft keine schwerwiegenden Verbrechen,
so wird man verneinen, dass der Betreffende in der Legion dient. Während
der Tests müssen die Bewerber trotz des straffen Tagesablaufes noch
zusätzlichen Dienst wie Putzen oder Sport erledigen. Sollte ein Bewerber
all diese Hürden schaffen und unterschreibt den 5 Jahres Vertrag,
so beginnt er mit der Grundausbildung im 4.RE. Allerdings ist es nicht
so, dass die Legion jeden nimmt, über 90% der Bewerber scheitern schon
beim Einstellungsverfahren.
Die Grundausbildung
Das Ausbildungsregiment der Legion, das 4.RE, ist in Castelnaudary stationiert.
Die Rekruten kommen immer jeden Freitag an und alle 14 Tage wird ein neuer
Zug gebildet, der mit der viermonatigen Grundausbildung beginnt. Durchschnittlich
besteht ein solcher Ausbildungszug aus mindestens 40 Mann.
Im ersten Monat werden den Rekruten die militärischen Grundkenntnisse
in einer der Außenstellen von Castelnaudary vermittelt. Im zweiten
Monat werden diese Kenntnisse vertieft. Der dritte Monat bringt Übungen
und Drill in unwegsamem Gelände, sowie Gefechtstaktiken auf Gruppen-
und Zugebene. Zahlreiche Prüfungen militärischer, sportlicher
und medizinischer Art füllen den letzten und vierten Monat aus, welche
dann über die zukünftige Verwendung des Rekruten Auskunft geben.
Die Grundausbildung ist im Vergleich zu anderen Armeen körperlich
sehr fordernd. Schlaflosigkeit steht an der Tagesordnung und es hagelt
für jede Kleinigkeit Strafen. Jeden Tag wird Französisch-Unterricht
erteilt, da alle Befehle in Französisch ausgegeben werden. Außerdem
müssen die Rekruten alle Legionslieder auswendig singen können.
Ausgiebige Märsche bis zu 50 km gehören schon in den ersten Wochen
zum Standard. Natürlich beinhalten diese harten Wochen auch das Erlernen
des einwandfreien Beherrschens sämtlicher Handfeuer- und Unterstützungswaffen,
sowie eine intensive Nahkampfausbildung. Danach geht es zu einem fünftägigen
Aufenthalt in den Pyrenäen. Dort erlernen die Rekruten die Grundsätze
des Gebirgs- und Winterkampfes. Die endgültige Prüfung am Ende
des vierten Monats stellt der "Képi Blanc"-Marsch dar. Dieser Marsch
erstreckt sich über eine Strecke von etwa 150 km und führt durch
schwierigstes Gelände. Sollte der Rekrut diesen Marsch bestehen ist
er ab sofort ein Legionär. Er hat somit das Recht das berühmte
weiße Kepi, Symbol der Legion mit der siebenflamigen Granate, zu
tragen und trägt den Rang "Légionnaire de 2e classe" (Einfacher
Legionär). Er erhält etwa 1.000 Euro Sold, muss aber für
Unterkunft, Verpflegung, Renten- und Krankenversicherung sowie Dienstkleidung
nichts bezahlen und sein Sold steht ihm so frei zur Verfügung. Natürlich
steigert sich dieser mit dem Erreichen höherer Dienstgrade, sowie
bei Auslandsverwendungen.
Spezialausbildung & Fortbildungen
Nach der Grundausbildung haben die frischgebackenen Legionäre die
Möglichkeit in eines der verschiedenen Regimenter zu wechseln. Doch
allerdings ist nicht immer der angestrebte Ort zu erreichen. So ist die
Stelle entweder schon besetzt oder der Legionär eignet sich nicht
für diese Tätigkeit. So wollen eigentlich fast alle Legionäre
zum 2.REP auf Korsika, der Elite der Legion. Doch es wird für die
meisten ein Traum bleiben zu den Legions-Fallschirmjägern zu gehören,
da die Anforderungen hoch und kaum Stellen frei sind. Man erwartet von
einem Legionär das er sich anfangs freiwillig für einen Auslandsposten
bewirbt. So kommen zahlreiche Legionäre die ersten 2 Jahre nach Französisch-Guayana
oder Dschibuti. Doch die Karriere eines Legionärs ist mit dem künftigen
Standort nicht festgelegt. Oft durchlaufen die Legionäre verschiedene
Regimenter und erhalten so eine sehr gute Qualifizierung. Neben der militärischen
Karriere kommt auch die zivile nicht zu kurz, und für viele besteht
die Möglichkeit in ihrem zivilen Beruf auch bei der Legion eingesetzt
zu werden. Außerdem bietet die Legion auch staatlich anerkannte Ausbildungen
in diversen Handels- und Handwerksberufen an.
Die Unteroffiziere der Legion werden aus den fähigsten Legionären
ausgesucht. Neben einer guten Schulbildung müssen die Bewerber auch
im Dienst überzeugen. Die Unteroffiziersschulungen werden wie auch
die Grundausbildung im 4.RE durchgeführt. Doch das Leben in der Legion
kann auch hart sein, da Dienstgrade unterhalb eines Coporal-Chef (Obergefreiter
mit Unteroffiziers-Befugnissen) kein Auto und kein Handy besitzen dürfen.
Außerdem lässt der Dienst in der Legion kaum Freizeit zu, und
in den ersten Jahren haben die Legionäre auch keine Möglichkeit
ihre Verwandten und Freude zu besuchen. Weiterhin dürfen die Legionäre
anfangs die Kaserne nur mit Ausgehanzug verlassen. Die Desertationen haben
aber im Gegensatz zu früher nachgelassen und werden heute auch nicht
mehr allzu streng verfolgt. Allerdings ändert sich das schlagartig
wenn der desertierte Legionär eine Waffe oder Ausrüstungsteile
mitgenommen hat, da hier die Legion keinen Spaß versteht.
Nach Auslaufen des 5-Jahres Vertrages kann dieser vom Legionär
auf 6 Monate, 1 Jahr oder 2 Jahre verlängert werden. Die maximale
Dienstzeit beträgt in der Regel 15 Jahre, doch bei entsprechend hohem
erreichten Rang ist auch eine längere Dienstzeit möglich. Ab
dem 3. Dienstjahr hat der Legionär die Möglichkeit die französische
Staatsbürgerschaft zu erwerben. Ab 15 Jahren Dienstzeit hat der Legionär
Anspruch auf ein Pension, die monatlich ausgezahlt und auch ins Ausland
verschickt wird. Außerdem haben diese langgedienten Legionäre
Anrecht auf einen Platz im Legionärs-Altenheim, wo die Veteranen der
vergangen Schlachten, wie Indochina, Algerien und Kolwezi ihre letzten
Jahre verbringen.
AMX-10RC Panzerfahrzeuge des 1.REC auf dem Marsch (Picture
by Lalegion.de )
Struktur
Die Regimenter
Die Fremdenlegion gliedert sich in 10 verschiedene Regimenter und Einheiten,
welche unterschiedlichen Truppengattungen angehören oder verschiedene
Aufgabengebiete haben. Die heute voll in die französische Armee eingebundene
Legion verfügt derzeit über etwa 7.700 Offiziere und Legionäre
aus 136 Ländern.
Ü 1. RE (1er Régiment Etranger)
Das 1. Regiment der Fremdenlegion stellt für alle Rekruten den
ersten Kontakt mit der Legion dar, da hier die Bewerber getestet und geprüft
werden. Das in Aubagne, Frankreich beheimatete Regiment stellt auch gleichzeitig
das Hauptquartier und beherbergt die wichtigsten Reliquien, wie die hölzerne
Handprothese von Capitaine Danjou oder das Monument aux Morts (Gefallenen-Denkmal).
Das 1.Regiment ist das älteste der Legion und wurde 1841 gegründet.
Derzeit besteht es aus vier Kompanien: Einer Stabs- und Versorgungskompanie,
sowie der Verwaltungs- und Versorgungskompanie der Legion mit der Musikkapelle
der Legion, den Redakteuren der Monatszeitung "Képi Blanc" und den
Rekrutierungsabteilungen. Weiterhin noch die Personalverwaltungskompanie
der Legion und die Transitkompanie. Die Transitkompanie regelt den Truppenaustausch
zwischen den diversen Legionsregimenter sowie die Betreuung von Legionären
die in Spezialkliniken behandelt werden.
Ü 1. REC (1er Régiment
Etranger de Cavalerie)
Das in Orange, Frankreich beheimatete 1. Kavallerieregiment der Fremdenlegion
stellt das "schwerste Regiment" dar, wenn man es auf die Ausrüstung
bezieht. Das 1921 gegründete Regiment kämpfte in Marokko, im
2. Weltkrieg, in Indochina, Algerien, im Golfkrieg und war bei zahlreichen
Friedenseinsätzen. Im Gegensatz zu den anderen Verbänden werden
hier die Kompanien als "Schwadron" bezeichnet. Der Verband besteht aus
einer Stabs-, einer Ausbildungs-, einer Instandsetzungs-, drei Panzeraufklärungs-
und einer Panzerjägerschwadron. Die Panzeraufklärerschwadronen
sind mit dem Panzerspähwagen AMX-10RC ausgestattet und die Panzerjägerschwadron
verfügt über den SPz VAB mit 4-fach HOT-Starter.
Ü 1. REG (1er Régiment
Etranger de Génie)
Das in Laudan, Südfrankreich stationierte 1.REG ist eines der
beiden Pionierregimenter der Legion. Das Regiment wurde 1984 als 6.REG
aufgestellt und wurde im Zuge einer Umstrukturierung 1999 umbenannt. Der
Verband kam während des Golfkrieges, bei der Minenräumung in
Kambodscha, Bosnien und im Kosovo zum Einsatz. Das 1.REG besteht aus der
Stabs-, der Ausbildung- und der Unterstützungskompanie, sowie den
vier Kampfkompanien. Bei Paraden haben die Pioniere traditionell das Vorrecht
an der Spitze zu marschieren und tragen ihre traditionellen Lederschürzen.
Ü 2. REG (2e Régiment Etranger
de Génie)
Das Regiment ist in Saint Christol, Frankreich stationiert und das
zweite der beiden Pionierregimenter der Legion. Es ist der jüngste
Verband in der Legion, da es erst im Jahre 1999 aufgestellt wurde und seine
volle Einsatzbereitschaft erst 2001 erreicht hatte. Bisher nahm es aber
schon an der Minenräumung in Ex-Jugoslawien teil und besteht aus einer
Stabs-, einer Ausbildungs- und einer Unterstützungskompanie, sowie
aus drei Kampfkompanien.
Ü 2. REI (2e Régiment Etranger
d'Infanterie)
Die vierte in Frankreich stationierte Einheit, das 2. Infanterieregiment
der Fremdenlegion, ist in Nîmes. Es wurde bereits im Jahre 1841 gegründet
und mehrfach aufgelöst und wieder neu aufgestellt. In der jüngeren
Geschichte war es im Golfkrieg, in diversen Regionen Afrikas und auf dem
Balkan im Einsatz. Der etwa 1.300 Mann starke Verband setzt sich aus der
Stabskompanie, der Ausbildungskompanie, einer Aufklärungs- und Unterstützungskompanie,
fünf Kampfkompanien und einer Panzerabwehrkompanie zusammen. Das Regiment
agiert nach Taktiken und Grundsätzen der leichten Infanterie.
Ü 2. REP (2e Régiment Etranger
de Parachutistes)
Das 2. Fallschirmjägerregiment der Fremdenlegion welches in Calvi,
Korsika stationiert ist, stellt die Elite unter den Regimentern dar. Die
Elite- und auch die Spezialtruppen der Legion sind hier gebündelt.
Das 1955 aufgestellte Regiment hat an diversen Einsätzen in Algerien,
im Tschad, in Zaire, im Libanon, in Gabun, im Kongo, usw. teilgenommen.
Die Stabs- und Versorgungskompanie stellt die Zahlmeisterei, den Sanitätsbereich,
die Computerabteilung, das Küchenpersonal und die Abwehrabteilung.
Die 1. Kompanie ist auf den Orts- und Häuserkampf spezialisiert.
Außerdem wird von ihr der Kampf bei Nacht und die Panzerabwehr trainiert.
Im Rahmen der Umstrukturierung 1996 erhielt die 1. Kompanie den Hundeführerzug,
welcher jetzt auch im Bereich des Häuserkampfs Betätigung findet.
Die 2. Kompanie ist auf den Gebirgs- und Winterkampf spezialisiert.
Die "fallschirmspringenden Gebirgsjäger" des 2. REP werden in allen
Taktiken des Gebirgskampfes gedrillt sind an ihren charakteristischen Kniebundhosen
erkennbar.
Die 3. Kompanie hat sich auf maritime und amphibische Kampftechniken
spezialisiert. Die Kompanie besteht aus einem mit Zodiac-Schlauchbooten
ausgerüsteten Zug und zwei amphibischen Zügen. Diese amphibischen
Züge können schon als "Kampfschwimmer" bezeichnet werden, da
sie oftmals weite Strecken nach einem "nassen Fallschirmsprung" mit Flossen
und Taucheranzug zurücklegen. Doch die Elite unter diesen Männern
stellt der vierte Zug, der Kampftaucherzug dar. Diese Legionäre operieren
wie ihre französischen Kameraden vom Commando Hubert, oder ähnliche
Formationen wie den SEALs, dem SBS oder den deutschen Kampfschwimmern,
nach üblichen Taktiken. So werden feindliche Schiffe mit Haftminen
bestückt oder die mit den blasenfreien OXYGERS 57 Tauchgeräten
ausgerüsteten Taucher betreiben Strand- und Küstenaufklärung.
Die 4. Kompanie ist auf das Scharfschützen- und Sprengwesen spezialisiert.
Zusätzlich wird in dieser Kompanie auch das neuste Material getestet
und erprobt.
Die 5. Kompanie ist die Wartungs- und Instandsetzungskompanie des 2.
REP. Neben der Schirr- und der Waffenmeisterei befindet sich auch eine
Fallschirmpackhalle in dieser Kompanie.
Die Aufklärungs- und Unterstützungskompanie (CEA) besitzt
die höchste Feuerkraft, da sie aus einem MILAN-Zug, einem Spähzug,
einem schweren Mörserzug und dem Luftabwehrzug besteht.
Der CEA zwar administrativ unterstellt, aber sonst völlig unabhängig
ist die GCP (Groupe Commando Parachutiste). Diese früher CRAP genannte
Spezialeinheit stellt die Elite unter den schon elitären Fallschirmjägern
der Legion dar. Doch in diesen etwa 30-köpfigen Zug kommen nur Coporale
(Gefreite) mit mindestens drei Jahren Dienstzeit und nach dem Bestehen
des sehr harten und fordernden Aufnahmetestes. Die GCP ist zwar auf Fernspäheinsätze
spezialisiert, doch es finden sich ebenso klassische Kommandoeinsätze
oder Anti-Terror-Einsätze. Die als Freifaller mit HALO/HAHO-Taktik
operierenden Legions-Fernspäher haben des öfteren Lehrgänge
bei der GIGN (franz. Pendant zur deutschen GSG9) und können in verschiedensten
Klimazonen operieren. Ü 3. REI (3e Régiment Etranger
d'Infanterie)
Neben dem 2. REP gilt das 3. Infanterieregiment der Fremdenlegion als
einer der anspruchsvollsten Verbände in der Legion, da es in Franz.-Guyana,
Lateinamerika stationiert ist. Dieser auf den Dschungelkampf spezialisierte,
im Jahre 1921 gegründete, Verband besteht aus vier Kompanien und umfasst
nur etwa 250 Fremdenlegionäre welche dort jeweils 2 Jahre dienen.
Da dies nicht ausreicht, werden 380 weitere Mann aus anderen Verbänden
und aus der regulären französischen Armee für jeweils 4
Monate dem Regiment unterstellt.
Neben dem Schutz der Grenzen von Franz.-Guyana und der Ausbildung in
der Dschungelkampfschule, sind die Legionäre auch für den Schutz
des Geländes der ESA und der dort im lateinamerikanischen Dschungel
startenden Ariane-Raketen zuständig. Die Männer des 3. REI operieren
oft tagelang im Dschungel, fangen illegale Einwanderer ab und bringen sie
zurück zur Grenze oder machen Jagd auf illegale Goldsucher.
Ü 4. RE (4e Régiment Etranger)
Das in Castelnaudary, Frankreich stationierte 4. Regiment der Fremdenlegion
ist heute eine reine Ausbildungseinheit. Hier durchlaufen alle Legionäre
ihre Grundausbildung und machen weitere Lehrgänge. Der Verband wurde
1920 gegründet und wurde seitdem in Marokko, Tunesien, Indochina,
Algerien eingesetzt und 1977 zum reinen Ausbildungsverband umgewandelt.
Die Einheit besteht aus einer Stabskompanie, einer Unteroffizier-Lehrkompanie,
einer Kompanie für Spezialausbildung und drei Rekruten-Ausbildungskompanien
mit je vier Ausbildungszügen.
Ü 13. DBLE (13e Demi-brigade de
la Légion Etragère)
Die in Dschibuti, Ostafrika stationierte 13. Halbbrigade der Fremdenlegion
wurde im Jahr 1940 in Algerien aufgestellt , kämpfte im 2.Weltkrieg
in Narvik und später an der Seite der Alliierten in Afrika und Frankreich.
Danach folgten in späteren Jahren Einsätze in Indochina und Algerien.
Seit 1962 ist die 13.DBLE in Dschibuti stationiert. Ebenso wie beim 3.REI
besteht ein fester Stammanteil aus 320 Legionären, welche dort jeweils
für 2 Jahre dienen und aus 430 Mann die alle vier Monate wechseln
und aus verschiedenen Regimenter stammen. Der Verband besteht aus einer
Stabs- und Versorgungskompanie, einer Schützenkompanie, eine Panzeraufklärungsschwadron
und einer Pionierkompanie. Die Einheit soll die Grenzen des Landes sichern
und die anderen Legionseinheiten im Wüstenkampf ausbilden.
Ü DLEM (Détachment de Légion
Etrangère de Mayotte)
Das 1976 gegründete DLEM ist die kleinste Einheit der Legion und
besteht aus einem festen Stamm aus 80 Legionäre, welche dort für
2 Jahre stationiert sind, sowie 20 Legionäre die jeweils 4 Monate
dort kurzfristig stationiert sind. Der aus zwei Kompanien bestehende Verband
ist auf der im indischen Ozean gelegenen Insel Mayotte stationiert.
Die Grundstruktur
Anhand einer Kampfkompanie des 2. REP wird hier die Struktur der einzelnen
Kampfkompanien erklärt. Bei Pionier- bzw. Panzeraufklärungseinheiten
stimmen diese Zahlen und Daten allerdings nicht, da sich diese hier auf
Infanterieeinheiten beziehen.
Ü Die Gruppe
Die kleinste Einheit in der Legion ist die Gruppe. Diese besteht aus
dem Unteroffizier und 10 Legionären. Die Gruppe kann wiederum in zwei
kleinere Trupps aufgespalten werden. Der Gruppenführer, mit FAMAS
und Funkgerät ausgerüstet, wird von einem Scharfschützen
mit einem FR F2 begleitet. Weiterhin befinden sich zwei mit LRAC F1/RAC
"Apilas" und jeweils einem FAMAS bewaffnet Legionäre, sechs FAMAS-Schützen
und ein MINIMI-lMG Schütze in der Gruppe.
Ü Der Zug
Drei dieser Gruppen sind in einem Zug (Sections) zusammengefasst und
werden von einem jungen französischen Offizier, meist im Leutnantsrang
befehligt.
Ü Die Kompanie
Der Kompanieführungszug (Section de commandement) besteht aus
Kompaniefunker, Sekretär, Fahrer, Gefreiter vom Dienst und dem Kompaniechef
selbst. Drei Schützenzüge und eine schwerer vierter Zug machen
die Kompanie komplett. Der schwere Zug besteht aus drei MILAN-Trupps und
drei 81 mm Mörsern. Er hat die Aufgabe die drei Schützenzüge
bei ihrem Vorgehen zu unterstützen.
Schwerer Brückenverleger des 1.REG (Picture by Lalegion.de
)
Waffen und Ausrüstung
Die Legion verwendet die französischen Heereswaffen, aber Spezialverbände
wie die GCP verwenden auch Sonderwaffen:
| Ü |
Pistolen
MAB PA 15 (9 mm x 19) |
|
|
| Ü |
Maschinenpistolen & PDW's
HK MP5, verschiedene Versionen (9 mm x 19) |
|
|
| Ü |
Sturmgewehre
FAMAS (5,56 mm x 45) |
|
|
| Ü |
Maschinengewehre
FN Minimi (5,56 mm x 45)
Modell 1952 lMG (7,5 mm x 54) |
|
|
| Ü |
Schrotflinten
diverse Typen von Mossberg und Remington |
|
|
| Ü |
Scharfschützenwaffen
FR F2 (7,62 mm x 51)
Acurracy-International AW .338 Lapua Magnum (8,6 mm x 69)
Barett M82A1 .50 BMG (12,7 mm x 99) |
|
|
| Ü |
Panzerabwehrwaffen
LRAC F1 (89 mm)
RAC "Apilas" (112 mm)
Euromissle Milan
HOT |
|
|
| Ü |
Unterstützungswaffen
Browning M2 HB .50 BMG (12,7 mm x 99)
Machinenkannone M621 (20 mm x 102)
81 mm Mörser
120 mm Brandt-Zugrohrmörser
Mistral FlaRak |
Ü Fahrzeuge
Das kleinste bei den Truppen der Legion eingesetzte Fahrzeuge ist der
VLTT P4. Dieses Fahrzeug ist der Nachfolger der altgedienten Jeeps Hotchkiss
0,4 t M201 und wird von zwei Peugeot-Motoren angetrieben. Dieses Fahrzeug
wird in allen möglichen Konfigurationen und mit verschiedenen Waffensystemen
verwendet.
Neben LKWs verschiedener Typen wird der gepanzerte radgetriebene Mannschaftstransporter
VAB (Véhicule de l'Avant Blindée) von der Legion in diversen
Regimentern eingesetzt. Den VAB gibt es in zwei Versionen, einmal in einer
4 x 4 und einer 6 x 6 Version. Das Fahrzeug ist voll schwimmfähig,
verfügt über ein passives Nachtsichtgerät und kann neben
einem MG auch mit einem MILAN-Starter ausgerüstet werden. Der VAB
kann neben der zweiköpfigen Besatzung bis zu 10 Mann aufnehmen und
verfügt über eine Höchstgeschwindigkeit von 92 km/h. Die
Einsatzreichweite beträgt bis zu 1.000 km.
Als schwerstes Fahrzeug verfügt die Legion über den Panzerspähwagen
AMX-10RC. Das 6 x 6 Fahrzeug ist mit einer 105 mm Kanone und einem axialen
7,62 mm MG bewaffnet. Das Fahrzeug mit einer Gefechtsmasse von 15,8 t und
einer Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h ist voll schwimmfähig.
Ü Flugzeuge
Die Legionäre verwenden zum Lufttransport den Transporthubschrauber
SA 330 Puma und dessen verbesserten Version, den SA 532 Cougar. Diese mittleren
Transporthubschrauber können mit zwei in den Türen montierten
Maschinengewehren ausgerüstet werden und bieten Platz für bis
zu 20 voll ausgerüstete Soldaten.
Als Transport- und Absprungflugzeug dienen die C-160 Transall und die
C-130 Hercules der französischen Luftwaffe. Die zweimotorige C-160
kann bis zu 62 Fallschirmjäger und die viermotorige Hercules bis zu
90 Fallschirmjäger aufnehmen. Beide Typen sind propellergetrieben
und verfügen über Möglichkeiten zur Luftbetankung.
Ü Weitere Ausrüstung
Neben Zodiac-Schlauchbooten, Kajaks, OXYGERS 57 Tauchersystemen kommen
auch verschiedenste Fernmeldemittel zum Einsatz. Die meiste Ausrüstung
unterscheidet sich nicht von der übrigen französischen Armee
Milan-Trupp des 2.REI (Picture by Lalegion.de
)
Fazit und Zukunft
Die Legion ist die berühmteste Einheit Frankreichs und auch die
kampfbewährteste. Seit 1831 kämpfen und sterben Legionäre
aus aller Herren Länder zum Ruhme Frankreichs. Doch sie als Söldner
zu bezeichnen wäre zu einfach. Die Legionäre selbst kämpfen
nicht für Frankreich, sondern wie ihr Motto "Legio Patria Nostra"
ausdrückt für ihre Kameraden und die Legion. Dies mag seltsam
anmuten, doch die Soldaten sind von diesem Grundsatz überzeugt und
tragen mit Stolz ihr Képi Blanc. Im Sinne der Genfer Konvention
stehen die Legionäre auch nicht als Söldner, sondern als Soldaten
mit all ihren Rechten und Pflichten dar. Doch die Legion hat sich im Laufe
der Jahre grundlegend gewandelt. Von einer Einheit der Abenteurer, Verlorenen,
Mörder und anderem Gesindel, hat sie sich zu einer modernen Truppe
gewandelt, die sich leistungsmäßig nicht vor anderen Einheiten
verstecken muss. Früher gnadenlos auf den Schlachtfeldern verheizt,
schickt man heute in Frankreich zwar auch lieber Legionäre als Franzosen,
doch die kleinere Stärke und die gestiegenen Kosten für Material
und Ausbildung lassen ein "Verheizen" heute nicht mehr zu. Heute ist das
Bild des Legionärs als Friedenswächter bei humanitären Missionen
kein unvertrautes mehr und solange Frankreich außenpolitische Interessen
hat, wird es auch die Legion und ihren Mythos geben...
Taucher des 1.REG beim Minenräumen (Picture by Lalegion.de
)
Weiterführende Literatur/ Links:
Ü Peter MacDonald,
Fremdenlegion
- Ausbildung / Bewaffnung / Einsatz, Motorbuch Verlag
Ü Yers Keller, Die
Fallschirmjäger der Fremdenlegion, Motorbuch Verlag
Ü Yers Keller &
Frank Fosset, Frankreichs
Elite - Legions-Paras/Kampfschwimmer/Anti-Terror-Spezialisten, Motorbuch
Verlag
Ü Paul Bonnecarrère,
Frankreichs
Fremde Söhne - Fremdenlegionäre im Indochina-Krieg, Motorbuch
Verlag
Ü Roy, C. Anderson,
Devils, Not Men, The History of the French Foreign Legion, David &
Charles (engl.)
Ü offizielle Seite
der Legion, Br-online.com
Ü Homepage
eines Ex-Legionärs (Englisch)
Ü Hervoragende
deutsche Legions-Webseite |