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Wie bei der deutschen Bundeswehr existieren auch in der schweizer
Armee viele "Urban Legends" - Geschichten, die man immer
und immer wieder hört, die irgendwann einmal irgendjemanden passiert
sein sollen und über Generationen von Soldaten weiter gegeben
werden.
Früher oder später hört das wohl fast jeder schweizer Rekrut:
Das Stgw 90 (SIG SG 550) kann SS109 NATO-Munition verschießen,
aber die Gewehrpatrone 90, nachfolgend als GP90 bezeichnet, kann
nicht mit NATO-Waffen verschossen werden, weil das Kaliber 5,6
mm statt 5,56 mm beträgt.
Das ist falsch.
Grund für die Bezeichnung GP90 5,6mm ist die Praxis der schweizer
Armee, auf eine Stelle hinter dem Komma zu runden. Die Geschosse
der GP90 und der SS109 unterscheiden sich in Aufbau und Gewicht.
GP90 hat ein 4,1 Gramm (63 Grains) Geschoss mit Bleikern während
das SS109-Geschoss 4 Gramm (62 Grains) wiegt und einen Blei/Stahlkern
hat.
Bei beiden Geschossen beträgt der Durchmesser .224 Zoll, oder
5,689 ~5,69 mm. Das Kaliber des Laufes beträgt .219 Zoll bzw.
5,56 mm. Der Durchmesser des Geschosses ist deswegen etwas größer,
weil es dadurch seine Führung im Lauf erhält.
Einziger wahrer Punkt ist, dass das alte GP90-Geschoss mit nickelplattiertem
Stahlmantel den Laufverschleiß durch Erosion begünstigt.
(Der Stahlmantel passt sich den Zügen nicht so gut an wie
ein Tombakmantel. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Gasschlupf
zwischen Lauf und Geschoss, welcher die Lebensdauer negativ beeinflusst.
Genaue Werte sind hier jedoch leider nicht vorhanden oder wurden
nicht veröffentlicht.) Mit der Einführung der tombakplattierten
Geschosse im Jahr 1997 ist aber auch dieses Problem behoben worden.
Bemerkungen: Die Geschosse unterhalb des GP90 Bildes dienen als
Vergleich und stellen weit verbreitete .223er Komponenten dar.
Der Messschieber dient der besseren Visualisierung. Zusätzlich
wurden die Masse mit einer Mikrometerschraube überprüft.
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