| Vorgeschichte
Die Vorgänger aus Kolonialzeit und früheren Jahren
Die Ursprünge der heutigen Ranger - Einheiten gehen bereits auf
die jungen Jahre der Vereinigten Staaten zurück. Sogar bis in die
Kolonialzeit. Die deutliche Verschlechterung der politischen Lage zwischen
Frankreich und Großbritannien um das Jahr 1750, hatte auch Auswirkungen
auf die "Neue Welt". So griff schließlich der Siebenjährige
Krieg auch auf die Kolonien über. Die Franzosen starteten mit Hilfe
von eigenen Siedlern und freundlich gesinnten Indianerstämmen Angriffe
gegen die Kolonien der Briten. Anfangs kämpften die Briten, wie in
Europa, mit geschlossenen Verbänden in unwegsamen Gelände. Diese
Kampfweise brachte ihnen gegen die nach Waldläufertaktik agierenden
Franzosen schwere Verluste ein. Um dieser Kampfweise etwas entgegenzusetzen,
bildete der aus New-Hampshire stammende Major der Miliz, Robert Roger,
einen improvisierten Verband aus erfahrenen Grenzern, Jägern und Fallenstellern.
Diese wurden unter dem Namen "Roger Rangers" weltberühmt und brachten
dem Feind starke Verluste bei.
Nach der Unabhängigkeit der Kolonien, stellte die junge Regierung
erneut eine Rangereinheit auf, in dem Wissen ihrer Erfolge in den Jahren
zuvor. Der Verband, offiziell als "The Corps of Ranger" bezeichnet, wurde
später unter dem Namen "Morgan's Rifles" bekannt. Diese Einheiten,
geführt von Oberst Morgan und gespickt mit zahlreichen Veteranen der
ersten Stunde, brachte den ehemaligen Kolonialherren schwere Verluste bei
und hatte großen Anteil an der Unabhängigkeit Amerikas von Großbritannien.
In den weiteren Kriegen der jungen Nation gegen Indianer, Mexikaner, oder
auch im Krieg von 1812, waren wieder nach Rangergrundsätzen agierende
Einheiten aktiv. Im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-65) wurden auf
Seite der Südstaaten die "Mosby Rangers" mit mutigen und risikoreichen
Aktionen im feindliche Hinterland bekannt.
Ranger im 2. Weltkrieg (1939-45)
Die Aktionen der "Brandenburger", einer deutschen Spezialeinheit, oder
auch die Eroberung Eben Emaels durch deutsche Fallschirmjäger, führte
den Alliierten schmerzlich vor Augen, dass ihnen solche Mittel nicht zu
Verfügung standen
Die britische Regierung reagierte am schnellsten und begann mit der
Aufstellung der "Commandos", deren Aufgaben vorwiegend Sabotageakte hinter
den feindlichen Linien war. Dieses Konzept nahm man als Vorbild für
das am 19. Juni 1942 in Carrickferus (Nordirland) aufgestellte 1. Rangerbataillon.
Ausschließlich speziell geschulte und ausgewählte Soldaten,
die zahlreiche Lehrgänge an der britischen Comanndo - Schule zu absolvieren
hatten, bekamen die Möglichkeit sich diesem Verband von Major William
O. Darby anzuschließen. Die erste Feuerprobe für die Rangers
stellte die am 19. August 1942 durchgeführte amphibische Landung nahe
der nordfranzösischen Stadt Dieppe dar. Die Mission war ein totaler
Fehlschlag. Mehr als die Hälfte der eingesetzten 6.100 Soldaten fielen,
wurden verwundet, oder gerieten in Gefangenschaft. Auch 50 Ranger nahmen
an dem Gefecht teil. Nur 5 von ihnen kehrten nach Hause zurück.
Der erste Einsatz des gesamten Bataillons war am 8. November 1942.
Der nächtliche Angriff auf den französischen Marinestützpunkt
Arzew war ein erster großer Erfolg. Durch die Bildung des Brückenkopfes
und den darüber anrollenden Nachschub an Mensch und Material, eröffnete
sich für das deutsche Afrika Korps eine zweite Front. Beflügelt
durch den Erfolg zahlreicher Kommandoaktionen in Afrika, lobte der amerikanische
Präsidenten seine Ranger und stellte vier weitere Bataillone auf,
die schnellstmöglich einsatzbereit gemacht wurden.
Die Rangereinheiten waren sowohl an dem verlustreichen Angriff auf
die italienische Insel Sizilien beteiligt (10. Juli 1943), als auch bei
der Landung westlich Salernos, womit sie nun endlich die den Russen versprochene
zweite Front eröffneten. Doch Italien sollte für "Darbys Ranger"
zum Grab werden. Alle drei in Italien eingesetzten Bataillone wurden durch
deutsche Panzerverbände nahezu aufgerieben und weniger als 200 Mann
der ersten Stunde kehrten als Ausbilder in die USA zurück Auch Darby
selbst sollte in Italien sein Grab finden. Im Frühjahr 1945 wurde
der Offizier, der immer von vorne führte, bei einem feindlichen Artillerieüberfall
getötet.
Der erhoffte Durchbruch in Italien gelang allerdings nicht und so musste
von Seiten der Alliierten eine dritte Front, in Frankreich, errichtet werden.
Diese als Operation "Overlord" bekannt gewordene größte amphibische
Landung der Weltgeschichte begann am 6. Juni 1944. Die Ranger des 2. und
5. Bataillon sollten mal wieder die Speerspitze der Landungstruppen darstellen
und so fiel ihnen die Erstürmung der feindlichen Geschützstellungen
bei Pointe du Hoc am Strandabschnitt Omaha Beach zu. Dieser Abschnitt der
Rangergeschichte ist legendär und fester Bestandteil der Tradition
des heutigen 75th Ranger Regiments. Nach harten und tagelangen Gefechten
gelang es den Rangern, die ihnen zugewiesenen Strandabschnitte zu erobern
und zu halten. Die Verluste waren enorm. 60% der angelandeten Rangereinheiten
kamen bei diesen Gefechten ums Leben. Nachdem die ebenfalls angelandete
29. Infanteriedivision nicht so recht voran kam, begab sich der stellvertretende
Divisionskommandeur, Brigadegeneral Cota nach vorne an die Front. Dabei
fiel sein Blick auf einige Ranger und er fragte nach deren Einheit. "Wir
sind Rangers !" antworteten die Angesprochenen im Chor. Daraufhin gab der
General den Befehl, der später das Motto der Ranger werden würde:
"Lead the Way Rangers !" (Bahnt den Weg Rangers, nach vorne!) Tatsächlich
gelang dank der im Frontalangriff nach vorne gehenden Ranger der Ausbruch
aus den festgefahrenen Stellungen Weitere harte Einsätze folgten bei
der Ardennenoffensive im Dezember 1944, in der Schlacht um Aachen und schließlich
während der Besetzung Deutschlands.
Eine weitere Einheit, welche nach Rangergrundsätzen ausgebildet
wurde und auf dem pazifischen Kriegsschauplatz kämpfte, waren die
"Merrill's Marauders". Unter dem Kommando des späteren Generalmajors
Frank D. Merill wurde die 5307th Composite Unit (Provisional) gebildet.
Sie kämpfte Seite an Seite mit den Chinesen gegen die japanischen
Besatzer in Burma, wobei ein legendärer 1.000 Kilometer - Marsch absolviert
wurde. Die anfangs 3.000 Mann starke Einheit wurde am 1. Juli 1945 aufgelöst,
nachdem lediglich 120 Soldaten in die Heimat zurückkehrten.
2. Weltkrieg: US Ranger werden von britischen Commandos
unterrichtet.
Airborne-Ranger im Koreakrieg (1950-1953)
Nach dem 2. Weltkrieg sah die US Army keinen Einsatzzweck mehr für
die Ranger-Formationen und löste sie auf. Doch der Überfall Nordkoreas
auf den Süden des Landes und das verzweifelte Ringen der schwachen
UN-Streitkräfte, zeigte das auch hier schnell einsatzbereite und gut
geschulte Kämpfer wie die Ranger von Nöten waren. So wurde ab
dem 1. Oktober 1950 in Fort Benning von Oberst John Gibson Van Houton eine
Ranger-Ausbildungsgruppe aufgestellt. Für den Dienst in den zukünftigen
Rangerkompanien meldeten sich über 5.000 Soldaten freiwillig, obwohl
viel weniger gebraucht wurden. Mitte November 1950 verließen die
ersten Ranger ihre Heimatstandorte um in den Krieg nach Korea zu ziehen.
Auf dem dortigen Kriegsschauplatz bewährten sie sich ausgezeichnet,
mussten aber auch teilweise Verluste von 40% bis 90% hinnehmen.
Ein legendäres Gefecht bildete "The 299 Turkey Shoot". Hier gelang
es einem 33köpfigen Zug der 8. Rangerkompanie zwei feindliche Kompanien
vernichtend zu schlagen. Der Rangerzug hatte nur leicht Verletzte beim
Kampf um die Höhe 299, während dessen die Angreifer über
70 Tote zu beklagen hatten. Oftmals sprangen die Ranger noch als "Feuerwehr"
in diversen kritischen Bereichen der Front ein und absolvierten auch Kampfabsprünge
über feindlichem Gebiet. Am 14. Juli 1951 wurden alle Rangerkompanien
aufgelöst.
Ranger in Vietnam
Ein weiterer Krisenherd in Asien entwickelte sich ab 1960: Vietnam.
Die ersten dort eingesetzten Verbände waren die Special Forces, auch
" Green Barets" genannt. Nach dem offiziellen Kriegseintritt der USA im
Jahre 1965, zeigte sich aber auch ein Mangel an gut ausgebildeten Aufklärungseinheiten.
So stellten zahlreiche Divisionen der US Army eigene Fernspähtrupps
in Dienst, welche oftmals als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zu diesen
Einheiten Aufnäher am Oberarm trugen, die mit "RANGER" oder "LRRP"
beschriftet waren. Um dem ganzen inoffiziellen Einheitengewirr ein Ende
zu bereiten, wurden alle Einheiten und Trupps Ende 1968 im 75. Infanterieregiment
zusammengefasst. Als Vorbild und Traditionsträger dieses Verbandes
dienten die im 2. Weltkrieg eingesetzten "Merrill's Marauders" (siehe oben).
So hatten die Trupps nun richtige Bezeichnungen wie z.B. A-Company, 75th
Infantry (Ranger). Allerdings war das Regiment nur provisorisch und Führungs-
oder gar Unterstützungsstrukturen gab es nicht.
Die Rangertrupps infiltrierten meist mit Hubschraubern das feindliche
Gelände und hatten die Aufgabe wichtige Gefangene zu nehmen, Fernspäheinsätze
durchzuführen oder Hinterhalte aufzubauen. Neben den Trupps des 75.
Regimentes gab es aber auch noch diverse andere nach Rangerart operierende
Einheiten wie z.B. die "Blackhawk-Rangers" des 1. Kavallerieregimentes
oder die "Kit-Carson-Scouts". Diese Einheiten durchliefen meist als Ausbildung
einen zweiwöchigen Crash-Kurs und der Rest musste im vietnamesischen
Dschungel erlernt werden. Gerne arbeiteten die Ranger auch mit den US Navy
Seals und den anderen mit Kanonenbooten ausgerüsteten Einheiten der
Navy zusammen.
Das Ende des Vietnamkrieges brachte auch das Ende für diese Ranger-Einheiten,
doch etliche Männer blieben leider auch für immer in Vietnam
zurück.
Vietnamkrieg: Ein Angehöriger einer
Ranger-Einheit geht kurz nach der
Hubschrauberanlandung in Stellung mit seinem
M60 MG.
Geschichte der modernen Rangerbataillone
Die Gründung
Nach dem Debakel des Vietnamkrieges wurde die einst glanzvolle und ruhmreiche
US Army nur noch belächelt und musste schließlich von einer
Wehrpflichtigen-, zu einer Freiwilligenarmee umgestaltet werden. Dank dieser
Umstellung unterschritten zahlreiche Einheiten ihre Sollstärke um
ein Vielfaches. Im Krisenfall wäre die US Army in ernsthafte Schwierigkeiten
gekommen und so ordnete der damalige Oberbefehlshaber der Army, General
Abrams im Januar 1974 die Aufstellung eines Luflande-Ranger-Bataillons
an. Als zukünftiger Standort wurde zunächst Fort Stewart zugewiesen,
doch später wurden die Ranger nach Savannah, Georgia verlegt. Im Juli
1974 war die vorläufige Aufstellung und Ausbildung abgeschlossen.
Die Ranger wurden geschaffen, um eine leichte luftlandefähige
Infanterie zu besitzen, welche binnen weniger Stunden an jedem Ort der
Welt sein konnte. Sie sollten befähigt sein bis zu fünf Tage
in feindlichem Gebiet zu operieren. Die Aufgaben der Ranger waren und sind:
Ü Evakuierungeinsätze
zur Rettung bedrohter US-Staatsbürger im Ausland
Ü Unterstützung für Spezialverbände
Ü Luftlandunternehmungen im feindlichen
Hinterland zur Zerschlagung oder Störung feindlicher Aktivitäten
Am 1. Oktober 1974 wurde das 2. Bataillon (RANGER) 75. Infanterie aufgestellt.
Als Garnison wurde Fort Lewis/Washington ausgewählt um somit je ein
Ranger-Bataillon an der Ost- und Westküste der USA zu haben. Die Rangertruppen
wurden Teil der damaligen Schnellen Eingreiftruppe (Rapid Deployment Force),
welche bei Bedarf innerhalb weniger Stunden eingreifen konnte.
Um die Ranger in jeder Klimazone einsetzen zu können, wurden zahlreiche
Übungen in Panama (Dschungelkampfausbildung) und Alaska (Winterkampf)
veranstaltet. Auch Verlegungen im Rahmen der REFORGER-Übungen standen
an.
Bei der missglückten Operation "Eagle Claw" zur Befreiung der
Geiseln 1980 im Iran, wären auch fast die Ranger zum Einsatz gekommen.
In letzter Sekunde wurde die Mission, die Erstürmung eines nahegelegenen
Flugplatzes, abgesagt. Doch der erste Kampfeinsatz sollte nicht mehr lange
auf sich warten lassen.
Operation "Urgent Fury" (Grenada 1983)
Durch einen blutigen Staatsstreich sicherte sich eine kommunistische
Gruppe die Macht auf der kleinen Insel Grenada. Sofort erklärten sich
Kuba und andere "sozialistische Bruderstaaten" bereit, Berater zu entsenden
und zu unterstützen. Zahlreiche Gründe wie die Ermordung des
Premierministers Maurice Bishop, die Bitten einer Gemeinschaft Ostkaribischer
Staaten und die Geiselnahme von amerikanischen Medizinstudenten, gaben
den Ausschlag für die Intervention der USA und anderer karibischer
Staaten.
Neben umfangreichen Navy-Einheiten und Marines sollten auch die Ranger
zum Einsatz kommen. Am 24. Oktober erfolgte der lang erwartete Einsatz.
Gegen 22 Uhr gingen rund 550 Soldaten der beiden Rangerbataillone an Bord
von 18 C-130 Flugzeugen. Auf dem achtstündigen Flug bis ins Einsatzgebiet
wurden die Soldaten in die Lage eingewiesen
. Der Kampfabsprung sollte über dem Flugplatz Point Salinas stattfinden,
wo die Ranger schnellstmöglich feindliche Einheiten und die Flugabwehr
niederkämpfen sollten, um so weiteren Truppen die Landung zu ermöglichen.
Am Einsatzort angelangt, wurden die Ranger durch starkes Luftabwehrfeuer
empfangen, was die Transportmaschinen zum abdrehen zwang. Es konnten nur
ein knappes Duzend Ranger abgesetzt werden.
Die schon gelandeten Ranger igelten sich ein und konnten dank massivster
Luftunterstützung durch AC-130 "Gunships" die Stellung halten. Um
dem feindlichen Feuer zu entgehen wurde ein Absprung aus niedrigster Höhe
durchgeführt. Doch dank diesem Umstand konnte die geplante Anlandung
von Fahrzeugen nicht erfolgen und so wurde das Material zusätzlich
noch den Ranger mitgegeben. Um 11 Uhr Ortszeit befand sich der Flugplatz
in amerikanischer Hand und daran konnte auch ein feindlicher Gegenangriff
mit Unterstützung von zwei BTR-70 nichts mehr ändern. Ein weiterer
Einsatz der Rangerbataillone stand am 26. Oktober an. In der Nähe
der Stadt St. George wurden US-Studenten durch kubanische Kräfte festgehalten.
Die Ranger näherten sich mit Hubschraubern des Marine Corps und erhielten
umfangreiche Luftunterstützung. Innerhalb kürzester Zeit konnten
die feindlichen Kräfte vertrieben und die Studenten in Sicherheit
gebracht werden.
Eine weitere Hubschrauberanlandung erfolgte gegen das Militärlager
Calviginy. In vier Blackhawk - Hubschraubern befanden sich etwa 60 Ranger,
welche die Aufgabe hatten den Stützpunkt im Handstreich zu nehmen.
Die eigene Aufklärung stellte fest, dass sich dort ein Ausbildungslager
und größere Truppenansammlungen befanden. Vorsorglich erfolgte
ein Luftangriff mit A-6 und AC-130 Flugzeugen. Auch setzte intensives Artilleriefeuer
ein, um die feindliche Abwehr zu schwächen. Nach der Anlandung begannen
die Ranger das Lager unter Feuer zu nehmen, was aber von einer Verkettung
unglücklicher Umstände überschattet wurde: Drei Hubschrauber
stießen aus ungeklärter Ursache zusammen und stürzen ab.
Im Lager befanden sich nur kleinere Truppenansammlungen, welche das Feuer
auf die Ranger eröffneten, aber schon bald zum Schweigen gebracht
werden konnten. Hiermit waren die Aufgaben der Ranger beendet und sie wurden
durch Fallschirmjäger der 82th Airborne Division und Soldaten des
US Marine Corps abgelöst. Die Unruhen auf der Insel hörten dank
der Intervention der Amerikaner und der weiteren karibischen Staaten auf,
und 90% der Bevölkerung wünschten später sogar den Anschluß
an die USA. Für die Ranger bedeutete Grenada einerseits endlich die
verdiente Anerkennung, aber auch den Verlust von 7 Soldaten.
Die "heißen" Jahre des Kalten Krieges
Als Dankeschön für ihre Verdienste als Speerspitze in der
Operation "Urgent Fury", erhielten die Ranger den Regimentstatus und neue
Verbände. So wurde im Juli 1984 in Fort Benning das 3. Rangerbataillon
sowie die Regimentstabskompanie in Dienst gestellt.
Die Ranger erhielten nun die Bezeichnung 75th Ranger Regiment (Light).
Neben der Vergrösserung auf nun knapp 2.300 Mann, wurden die Ranger
überraschenderweise in das neugegründete SPECIAL OPERATIONS COMMAND
übernommen. Hier bilden sie zusammen mit den "Green Baretts" und anderen
diversen Spezialverbänden, wie den Navy-Seals, oder den Air Force
Commandos die unkonventionellste Streitmacht Amerikas. Doch die Aufgaben
der Ranger änderten sich nicht dramatisch. Sie bilden eher die konventionelle
Unterstützung für Spezialoperationen anderer Verbände. Ihr
Einsätze, welche immer im Minimum auf Kompanie- bis Battaillonsstärke
abliefen, blieben auch weiterhin bestehen. In jenen Tagen, als sich der
kalte Krieg auf einem neuen Höhepunkt befand, demonstrierten die Ranger
immer wieder ihre Einsatzbereitschaft. So bildeten wieder zahlreiche Einsätze
im Rahmen von REFORGER-Übungen einen Schwerpunkt, welche die Ranger
öfters nach Europa führte. Glücklicherweise wurde der Kalte
Krieg nie zu einem "richtigen" Krieg und die Ranger kamen nicht zum Einsatz.
Operation JUST CAUSE (Panama 1989)
Für die Vereinigten Staaten bildete sich in den 80er Jahren neben
dem Warschauer Pakt ein weiterer Feind: Die süd- und mittelamerikanischen
Drogenkartelle. Diese lieferten immer größere Mengen jeglicher
Art von Drogen in die "westliche Welt", insbesondere in die USA. Präsident
Reagan sagte den Kartellen den Kampf an und schon bald befanden sich zahlreiche
Special Forces in vielen südamerikanischen Ländern und berieten
die dortigen Regierungen im Kampf gegen diesen Feind. Die Kartelle waren
mächtige Organisationen, mit eigenen Privatarmeen und paramilitärischen
Kräften deren Einfluss in vielen Staaten bis in oberste Regierungskreise
reichte.
Ein Dreh- und Angelpunkt befand sich hierbei in Panama, wo sich amerikanische
Soldaten im Rahmen von Abkommen zum Schutz des Panamakanals aufhielten.
Doch Manuel Antonio Noriega, panamesischer Präsident, Drogenhändler
und ehemaliger CIA - Agent, überschätzte seine Kompetenzen und
es kam zu mehreren Zwischenfällen, welche den Tod von US-Soldaten
zur Folge hatten.
In seiner Maßlosigkeit erklärte Noriega sogar den Vereinigten
Staaten den Krieg, worauf Präsident Bush reagierte, indem er amerikanische
Streitkräfte in Panama einmarschieren ließ. Zu den ersten amerikanischen
Kräften zählte das Ranger Regiment. Am Morgen des 20. Dezember
1989 sprangen die Soldaten des 1st Ranger Bataillon und die C-Kompanie
des 3rd Ranger Bataillon über dem Flugplatz Omar Torrijos ab und nahmen
ihn nach kurzem, aber heftigem Feuergefechten ein.
Das 2nd Ranger Bataillon und die restlichen Soldaten des 3rd Ranger
Bataillon nahmen an einem weiteren Kampfabsprung teil. Hierbei eroberten
sie den Flughafen Rio Hato und schalteten zwei Kompanien der panamesischen
Streitkräfte aus. Die Ranger beteiligten sich auch noch an der anfangs
erfolglosen Suche nach dem diktatorischen Staatführers Panamas und
kehrten danach wieder in die Staaten zurück. JUST CAUSE bestätigte
den Ruf der Ranger erneut, aber sie verloren auch 5 Kameraden in Panama.
Operation DESERT STORM (Irak 1990/91)
Dem Ranger Regiment blieb nach Panama nur eine kurze Verschnaufpause,
denn im August 1990 nahmen irakischen Truppen Kuwait ein. Trotz des Drucks
von Seiten der UNO auf den Irak und dessen Diktator Saddam Hussein, blieben
die irakischen Truppen im besetzten Gebiet. Nach zähen, aber erfolglosen
Verhandlungen, kam die internationale Staatengemeinschaft zu dem Entschluss,
den Konflikt militärisch zu lösen. Schließlich griffen
die alliierten Truppen unter der Führung der Vereinigten Staaten im
Januar 1991 den Irak an. Der Golfkrieg war aber eher ein Krieg der gepanzerten
Gefechtsführung, und nicht der von Luftlandeaktionen.
Das Ranger Regiment entsandte die B-Kompanie und den 1. Zug der A-Kompanie
des 1st Bataillon an den Golf, welche die Leibwache General Schwarzkopfs
bildeten, dem kommandierenden Oberbefehlshaber der Truppen. Doch es kam
auch zu Kampfeinsätzen. So gelang es trotz starker Luftangriffe nicht,
eine strategisch wichtige Fernmeldeanlage des Iraks zu zerstören.
Schließlich befahl man den Rangers den Sturm gegen diese Anlage.
Im Februar 1991 zerstörte schließlich die Kompanie die Sendemasten
und das Gerät, nachdem sie von Helikoptern angelandet wurden. Die
Rangereinheiten überstanden den Golfkrieg ohne weitere Verluste.
UNOSOM Somalia 1993/94 ("Blackhawk Down")
Nach dem Sturz des somalischen Diktators/Despoten Siad Barre 1991 kam es zu einem Bürgerkrieg.
Keiner der Clans (der dominierenden Gruppierungsart in Somalia) konnte das
dadurch entstandene Machtvakuum füllen.
Einer gewaltigen Hungersnot, als Folge des Krieges und auch bedingt durch Missernten, fielen mehr als 300.000
Menschen allein zwischen Januar 1991 und Januar 1992 zum Opfer. Die UNO reagierte erstmals in ihrer Geschichte
und entsandte Truppen, um Nahrung zu verteilen, die Ordnung wiederherzustellen und die verfeindeten Clans zu
Verhandlungen zur Bildung einer neuen Zentralregierung zusammenzuführen. Doch speziell der Habr Gedir-Clan,
unter Leitung des ehemaligen Generals Mohammad Farra Aidid, war nicht daran interessiert, seine Macht in einer
neuen Regierung zu teilen. Aidids Druckmittel war der Hunger. Er ließ Konvois mit Nahrungsmitteln überfallen,
damit seine Gegner geschwächt wurden und er die Herrschaft erkämpfen konnte. Die UNO erklärte Aidid nach einem
brutalen Angriff auf einen pakistanischen Konvoi zum Feind. Die USA entsandten daraufhin im August 1993 die
so genannte „Task Force Ranger“. Diese etwa 450 Mann starke Truppe bestand aus Soldaten der B-Kompanie des 3.
Rangerbatallions, der C-Schwadron des 1. SFOD-D (besser bekannt als Delta Force), einer Einheit des 160th SOAR
(Helikopter-Spezialeinheit) sowie Airforce CCTs, Fallschirmrettungsspringern und einem SEAL-Team. Die alleinige
Aufgabe dieser Streitmacht war es, Aidid festzunehmen und seinen Clan zu entmachten. Als es nicht gelang, Aidid
selber aufzuspüren, konzentrierte man sich darauf, seine Führungsriege zu zerschlagen. Solch ein Einsatz, der 7.
und letzte der TFR, führte zur „Schlacht von Mogadischu“. Am 3.10.1993 wurde die TFR damit beauftragt, zwei von
Aidids wichtigsten Männern im Zentrum von Mogadischu festzunehmen. So flogen die Soldaten nachmittags in 16
Hubschraubern (UH-60 Black Hawk, MH-6 und AH-6 Little Bird) von der Basis der TFR am Flughafen los, um ein Haus
in der Nähe des Olympic Hotel zu stürmen. Nach dem erfolgreichen Zugriff sollten die Männer mit einem Konvoi,
bestehend aus Hummern und 5-Tonnen LKWs in die Basis zurückverlegen. Die Rolle der Ranger bestand darin, mit
vier
Gruppen, so genannten Chalks, die Straßen zum Zielgebäude abzuriegeln und so niemanden rein oder raus zu lassen,
während die Deltas den eigentlichen Zugriff durchführen würden. Doch bereits beim Abseilen am Zielgebäude kam
es zu einem Unfall. Einer der Ranger, PFC Todd Blackburn verfehlte das Seil und fiel aus 25 Metern auf den Boden.
Er wurde versorgt und mit 3 Hummern zur Basis zurückgebracht. Währenddessen nahm das Gefecht dramatisch an
Intensität zu, aus allen Richtungen strömten Menschen zum Zielgebäude. Die Rangergruppen standen unter schwerem
Beschuss. Doch der Zugriff war von Erfolg gekrönt. Kurz bevor sämtliche Gefangenen verladen werden konnten,
wurde ein Black Hawk-Hubschrauber von einer RPG getroffen und stürzte in der Stadt ab. Die Ranger machten
sich zu Fuß auf den Weg zur Absturzstelle, die sie sichern und dort auf den nachfolgenden
Konvoi warten sollten. Dieser schaffte es aber aufgrund des schweren Beschusses unterwegs nicht,
zur Absturzstelle durchzukommen und musste sich zur Basis zurückziehen. Zu allem Überfluss war auch
noch ein zweiter Black Hawk abgeschossen worden, jedoch in einem so weit entfernten Teil der Stadt, dass
bis auf zwei Delta-Scharfschützen niemand dorthin gelangen konnte und die zweite Absturzstelle nach einem
stundenlangen Gefecht schließlich am frühen Abend überrannt wurde. Die Truppen am ersten abgeschossenen Black Hawk,
alles in allem 99 Mann, behaupteten ihre Stellung die ganze Nacht hindurch, bis ein internationaler Rettungskonvoi
aus pakistanischen Panzern und malaysischen gepanzerten MTWs zu ihnen durchbrach und sie rausholen konnte.
Die Bilanz dieses fast 18-stündigen Feuergefechts waren 19 tote Amerikaner, 1 toter Malaysier und schätzungsweise
500 bis 1.000 tote Somalis. Die Regierung in Washington reagierte mit Unglauben und Verärgerung, vor allem als
Bilder von toten Amerikanern, die von Somalis durch die Straßen geschleift, bespuckt, getreten und misshandelt
wurden, durch die Nachrichten gingen. Die öffentliche Meinung verlangte den Abzug der Amerikaner aus Somalia,
und dem kam die Regierung Clinton bis Mitte 1994 nach. Ohne die Präsenz der Amerikaner verloren die anderen Staaten
das Vertrauen, und sämtliche UNO-Truppen zogen sich aus Somalia zurück. Die UNO war gescheitert,
und Somalia versank weiter im Chaos. Die 90er
In den 90er Jahren waren die Ranger größtenteils damit beschäftigt,
die Lehren aus den vorangegangenen Konflikten zu ziehen, große Teile
Ihrer Ausrüstung und des Trainings zu verbessern. Auch neue Fahrzeuge
wurden beschafft und zahlreiche Übungen mit Verbündeten veranstaltet.
Bis vor kurzem gehörte das schwarze Barett zum Abzeichen der Truppe,
doch als es zur generellen Kopfbedeckung der US Army wurde, führten
die Ranger am 27. Juli 2001 das sandbraune Barett als ihr Zeichen ein.
Operation "Enduring Freedom" (Afghanistan 2001-?)
Die Terroranschläge auf das World Trade Center sowie das Pentagon
und die darauf folgenden Gegenschläge gegen das Al-Kaida-Netzwerk
und die Taliban, brachten neue Einsätze für das Ranger Regiment.
Anfangs war der Anti-Terror-Krieg durch Luftangriffe geprägt und nur
wenige Bodentruppen wurden eingesetzt. Die Soldaten am Boden waren überwiegend
für Fernspäh- und FAC-Einsätze (Forward Air Controlling)
eingeplant. Dies änderte sich in der Nacht zum 20. Oktober 2001. In
dieser Nacht wurden simultan zwei Aktionen durchgeführt: Bei der ersten
Mission gingen Angehörigen des SFOD-1 gegen ein mutmaßliches
Wohnhaus des Taliban-Führers Mullah Omar vor. Hierbei zogen sich einige
Angehörige dieser Einheit Verletzungen zu, da es zu heftigen Gefechten
während der Eroberung des Hauses kam.
Die Ranger hingegen führten einen Kampfabsprung in Kompaniestärke
(ca. 150 Mann) mit drei MC-130 durch. Das Ziel war ein Flughafen nahe Kandahar,
welcher unter anderem von Al-Kaida Terroristen benutzt wurde. Zwei Soldaten
der Ranger verletzten sich während des Absprunges. Die Ranger eroberten
den Flughafen ohne beträchtlichen Widerstand, aber als sich die alarmierten
Taliban näherten begannen stärkere Kämpfe. Die Ranger konnten
sich dank massiver Luftunterstützung, u.a. durch AC-130 gut halten.
Nach zwei Stunden wurden die Ranger mit Helikoptern ausgeflogen und die
Mission war beendet. Diese Aktion wurde auch gestartet um die Reaktionszeit
der Taliban zu testen. Doch in der selben Nacht ereignete sich noch ein
folgenschweres Unglück ohne feindliche Waffeneinwirkung, als ein Blackhawk-Hubschrauber
abstürzte. Es gab bei jedem größeren Kommandounternehmen
immer ein Rettungsteam mit Helikoptern, welches in sicherer Entfernung
kreiste, um im Notfall jederzeit eingreifen zu können. Doch einer
der tief fliegenden Hubschrauber im pakistanischen Luftraum stürzte
ab und zwei Ranger der B-Kompanie des 3rd Bataillon starben. Es handelte
sich hierbei um den 20jährigen Specialist John J. Edmunds und den
28jährigen Private First Class Kristofer T. Stonesifer. Diese beiden
waren die ersten gefallenen Ranger während der Operation "Enduring
Freedom".
Die Ranger kamen später vor allem in kleineren Aktionen, meist
nur auf Zugebene, zum Einsatz. Nach einiger Zeit wurden sie, wie die Marines
auch, von Soldaten der 101th Air Assault Division und der 10th Mountain
Division ersetzt.
Umfangreiche "Wasser-Übungen" gehören
zur Grundausbildung für angehende Ranger.
Rangerlehrgang
Der Rangerlehrgang in Fort Benning ist die Krönung in der Laufbahn
eines Soldaten des Ranger Regiments. Doch die Teilnahme ist erst ab dem
Rang des Seargent (Unteroffizier) möglich, da man auf eine gewisse
Grunderfahrung bedacht ist. Wenn der Soldat den Lehrgang nicht besteht,
bedeutet dies gleichzeitig das er beim Regiment keine weiteren Aufstiegschancen
mehr hat.
Doch die Teilnahme ist auch für die Offiziere des Regimentes Pflicht.
Neben den Offizieren des Ranger Regiments können auch Offiziere aller
anderen Truppengattungen der US Army und von befreundeten Staaten an diesem
Lehrgang teilnehmen. Der Lehrgang soll zur Weiterbildung von Führungseigenschaften
unter schwerem körperlichen und geistigem Stress dienen, dem allerdings
auch ein sehr hartes und brutales Image anhängt. Er geht 2 Monate,
wovon man so gut wie keinerlei Freizeit hat, statt dessen sieben Tage Dienst
in der Woche, 18 Stunden am Tag. Die Ausscheidungsrate ist verhältnismäßig
hoch, teilweise bis zu 65% .
Um überhaupt zu dem Lehrgang zugelassen zu werden, müssen
folgende Bedingungen erfüllt werden:
Ü freiwillige Meldung
Ü mindestens 400 Punkte im "Pysical
Test"
Ü erfolgreicher Abschluss des "Wasserüberlebenstest
unter Einsatzbedingungen"
Ü Tropentauglichkeit
Ü militärische Grundkenntnisse
in 46 verschiedenen Bereichen
Eine vorherige Fallschirmausbildung ist nicht notwendig, obwohl die meisten
Teilnehmer diese haben. Während des zweimonatigen Lehrganges fallen
alle Rangabzeichen, Orden oder andere Privilegien weg und der Teilnehmer
wird unabhängig von seinem Rang nur mit "Ranger" angesprochen. Es
werden 150köpfige Lehrgangskompanien gebildet, deren Führungspositionen
im Wechsel von den Teilnehmern ausgefüllt werden.
In der ersten Phase ist gnadenloses "Schleifen" der Teilnehmer angesagt.
Fehler, bzw. mangelnde Leistung werden mit zusätzlichen Liegestützen
oder ähnlichen "Strafen" geahndet. Außerdem werden Kenntnisse
im Sprengwesen, Feuerleitung für schwere Waffen und Nahkampf vermittelt.
Während einigen Spähtruppübungen müssen die Teilnehmer
das Gelernte in der Praxis umsetzen. In der nächsten Phase wird weiterer
Unterricht über Einsatzgrundsätze und Kampftechniken von Spähtrupparten
erteilt.
Die 12tägige Gebirgsphase wird im Camp Dahlonega verbracht. Dort
lernen die Ranger die Tücken und Gefahren des Gebirgskampfes kennen.
Danach kam bis 1995 ein Abschnitt in der Wüste, doch dieser wurde
aus Budgetgründen gestrichen. Die nächste Phase spielt sich im
Camp James E. Rudder in Florida ab, wo für viele der härteste
Abschnitt stattfindet: Die Dschungel- und Wasserausbildung. Hier werden
neben Kämpfen und Überleben im Dschungel auch Grundkenntnisse
in der unkonventionellen Kampfführung und Guerilla-Bekämpfung
gelehrt, was mit einer amphibischen Anlandung gekrönt wird. Nun ist
der Rangerlehrgang beendet und die Bewertung der noch verbliebenen Teilnehmer
wird abgeschlossen.
Die erfolgreichen Teilnehmer dürfen nun zusätzlich an ihrer
Uniform zeitlebens am linken Oberarm den schwarz-goldenen Streifen mit
dem Aufschrift "RANGER" tragen, egal in welcher Truppengattung sie dienen.
Ein Ranger erprobt die Landwarrior Ausrüstung.
Struktur
Ü Das Regiment
Das 75th Ranger Regiment, dessen Hauptquartier in Fort Benning, Georgia
liegt, besteht aus drei Rangerbataillonen:
Ü 1stt Battalion, 75th Ranger
Regiment, Hunter Army Airfield, Georgia
Ü 2nd Battalion, 75th Ranger Regiment,
Fort Lewis, Washington
Ü 3rd Battalion, 75th Ranger Regiment,
Fort Benning, Georgia
Die Führungsebenen des Regimentes bestehen aus einer Kommandogruppe
mit den normalen Stabspositionen (S-1 bis S-5), einem Fernmeldeelement,
eine Feuerunterstützungseinheit, 3 Fernspähtrupps aus jeweils
6 Mann Teams, Teile des Ranger Training Detachment (RTD) und einer Stabskompanie.
Ü Das Rangerbataillon
Heutzutage bestehen die Bataillone aus 38 Offizieren, 2 Warrent Officers
(Fachdienstoffizieren) und 571 Unteroffizieren und Mannschaftsangehörigen,
aufgegliedert in einer Stabs- und Versorgungskompanie, sowie drei Kampfkompanien.
Ü Die Kompanien
Die Stabskompanie setzt sich aus einem Führungselement, einem
Versorgungszug und einer Sanitäts- und Fernmeldegruppe zusammen. Insgesamt
besteht die Stabskompanie aus 20 Offizieren, zwei Warrent Officer (Fachdienstoffiziere)
und 58 Unteroffizieren und Mannschaftsangehörigen.
Die Kampfkompanie besteht aus 6 Offizieren und 171 Unteroffizieren
und Mannschaftsangehörigen. Die Kompanie ist in eine Kompanieführungsgruppe,
3 Infanteriezüge und einen schweren Zug unterteilt. Der schwere Zug
besteht aus einer Mörsergruppe (2x M224), einer Panzerabwehrgruppe
aus jeweils drei 3-Mann Trupps mit den 84 mm Carl Gustav, zwei 2-Mann Scharfschützentrupps
(mit M24) und einem 2-Mann-Trupp mit der Barrett M82A1.
Die Infanteriezüge bestehen aus jeweils 1 MG-Gruppe und 3 Schützengruppen.
US Ranger durchqueren ein Gewässer
Waffen & Ausrüstung
Die US Ranger setzen die selben Waffen wie die meisten amerikanischen
Infanterieeinheiten ein. Folgende Waffen kommen derzeit zum Einsatz:
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Pistole:
Beretta M9 (9 mm x 19) |
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Sturmgewehre:
Colt M16A2/3 (5,56 mm x 45)
Colt M4A1 SOPMOD (5,56 mm x 45) |
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| Ü |
Maschinengewehre:
FN M249 lMG (5,56 mm x 45)
FN M240 G (7,62 mm x 51) |
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| Ü |
Panzerabwehrwaffen:
FFV AT-4
RAAW (84 mm Carl Gustav)
TI/Martin Javelin |
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| Ü |
Scharfschützengewehre:
Remington M24 (7,62 mm x 51)
Barett M82A1 (12,7 mm x 99) |
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| Ü |
Unterstützungswaffen:
Browning M2 HB .50 BMG (12,7 mm x 99)
M203 Granatwerfer am Sturmgewehr befestigt (40 mm x 46)
M224 LWCMS Mörser (60 mm)
Saco Defense Mk.19 Granatmaschinenwerfer (40 mm x 46)
FIM-92A/B/C Stinger (tragbare FlaRak)
M-18 Claymore (Minen) |
An Fahrzeugen stehen 60 RSOVs (Ranger Special Operations Vehicle) zur Verfügung.
Hierbei handelt es sich um Landrover 110, welche dank Erfahrungen im Golfkrieg
beschafft wurden. Die Besatzung besteht aus Fahrer, Bordschütze und
Kommandant bzw. weiteren Bordschützen. Als Bewaffnung sind meist mehrere
Systeme befestigt, welche sich aus MG's und Granatmaschinenwerfern (Mk.19)
und verschiedenen Panzerabwehrraketen zusammensetzten. Neben der Kampf-
gibt es noch Sanitäts-, oder Funkfahrzeuge. Jedem Bataillon stehen
12 dieser nützlichen und luftverladbaren Fahrzeugen zur Verfügung.
An weiteren Fahrzeugen kommen auch noch bei jedem Bataillon 10 Honda Dirtbikes,
sowie für Wasserlandungen auch Zodiac Schlauchboote zum Einsatz.
Die Ranger können, da sie Luftlandetruppen sind, von fast jedem
Flugzeug der Air Force und der Army angelandet werden. So werden Absprünge
von C-130 Hercules, C-17 Globemaster III und C-141 durchgeführt. An
Helikoptern kommen zahlreiche Varianten der Blackhawk-Familie (UH-60, MH-60,
usw.) sowie diverse Versionen des CH-47 Chinooks zum Einsatz. Zu Trainingszwecken
werden auch noch die altgedienten Bell UH-1 "Huey" verwendet.
US Ranger mit Landwarrior Ausrüstung
Fazit und Zukunft
Die Ranger werden auch in Zukunft unabdingbar für jeden Konflikt
und jede Krise sein, in welche die Vereinigten Staaten verwickelt sind.
Sie stellen zusammen mit den Marines die Speerspitze der amerikanischen
Streitkräfte dar. Immer wenn es sich um einen Einsatz handelt, der
über eine Beraterunterstützung durch die Green Baretts hinausgeht,
kann man mit größter Sicherheit davon ausgehen, dass die Ranger
zum Einsatz kommen. So werden diese Elite-Fallschirmjäger in naher
Zukunft höchstwahrscheinlich immer noch Kampfabsprünge über
wichtigen feindlichen Punkten, wie z.B. Flughäfen oder ähnlichem,
durchführen und diese in harten Gefechten erobern.
Ein junger Ranger blickt durch das ZF seines M4A1 Sturmgewehres
Weiterführende Literatur/
Links
Ü
David Bohrer, US
Eliteverbände, Motorbuch Verlag
Ü
Hartmut Schauer, US
Rangers - Geschichte einer Elitetruppe, Motorbuch
Verlag
Ü
Ranger in Somalia, www.blackhawkdown.com
Ü
Specwarnet, www.specwarnet.com/americas/ranger.htm
Ü
Specialoperations.com, www.specialoperations.com
Pictures by US
Army; Text by Desert
Hawk |