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Von Richthofen erzielte nur 19 von 80 Siegen auf Fokker Dr.I, die meisten
Abschüsse gelangen ihm mit Albatros Flugzeugen.
Zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember 1917 waren alle Fokker Dr.I
gegroundet wegen mangelnder Verarbeitung und deren Untersuchung.
Am 06. Juli 1917 wurde von Richthofen durch den Glückstreffer
eines Beobachters am Kopf verletzt. Danach (seit 25. Juli 1917 wieder im
Einsatz) schoss er im August und September jeweils nur noch zwei Gegner
ab, in den darauffolgenden sechs Monaten auch nur zwei. Und das, obwohl
im September 1917 die Fokker Dr.I eingeführt wurde, die in den Händen
eines erfahrenen Fliegers eine tödliche Waffe war. So flog von Richthofen
nur wenige Einsätze mit dem neuen Dreidecker und schoss damit zwei
Gegner ab, bevor er ab dem 06. September 1917 eine längere Erholungspause
einlegte.
Erst im März 1918 erlangte er wieder die alte Form. Sein JG 1
flog nun Einsätze zur Unterstützung der Ludendorf-Offensive.
Wahrscheinlich war nur die Fokker mit der Seriennummer 477/17 komplett
rot gestrichen. Somit erzielte von Richthofen nur neun Abschüsse mit
einem komplett rot gestrichenen Flieger. Die anderen Dreidecker, die er
flog, waren teilweise noch in Standard-Oliv bemalt, die Flügelunterseiten
türkis. Der Rumpf, die Radscheiben und die Oberseite des obersten
Flügels werden in rot bemalt gewesen sein. Demnach werden nur wenige
Gegner das komplett rot bemalte Flugzeug gesehen haben, aber den Mythos
des „Roten Baron“ hielt man nur allzu gerne aufrecht. Außerdem flog
er ja auch erst ab März 1918 wieder Einsätze auf Dreideckern.
Die Albatros Flugzeuge, welche er vorher flog, waren nur am Rumpf,
den Radscheiben und den Flügelstreben rot gestrichen.
Ü Deutsches Reich/ Deutsche Bundesstaaten:
- Abzeichen für Militär-Flugzeugführer, Deutsches Reich 1871-1918
- Eisernes Kreuz 2. Klasse 1914 - Preußen
- Eisernes Kreuz 1. Klasse 1914 - Preußen
- Orden Pour le Merite (am 12. Januar 1917) - Preußen
- Hausorden von Hohenzollern, Ritterkreuz mit Schwertern - Preußen
- Rote Adler Orden 3. Klasse mit Krone und Schwertern (02. April 1918) - Preußen
- Militär St.Heinrich-Orden, Ritterkreuz (am 16. April 1917) - Sachsen
- Herzogl. Sachsen-Ernestinischer Hausorden Erster Klasse mit Schwertern -
Sächsische Herzogtümer ab 1826
- Militärverdienstorden 3. Klasse mit Krone und Schwertern - Bayern
- Militärverdienstorden, Ritterkreuz - Württemberg
- Allg. Ehrenzeichen für Tapferkeit - Hessen
- Herzog Carl-Eduard Medaille mit Schwerterspange - Sachsen-Coburg-Gotha
- Kreuz für Treue Dienste 2. Klasse 1914-1918 - Schaumburg-Lippe
- Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse - Lippe
- Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse 1914-1918 - Braunschweig
- Verwundetenabzeichen - Preußen
- Hanseatenkreuz - Bremen
- Hanseatenkreuz - Lübeck
- Hanseatenkreuz - Hamburg
Ü Österreich:
- Orden der Eisernen Krone 3. Klasse
- Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration
- Feld-Pilotenabzeichen
Ü Bulgarien:
- Militärorden für Tapferkeit 4. Klasse
Ü Türkei:
- Kriegsmedaille (Eiserner Halbmond/Stern von Gallipoli)
- Imtiaz Medaille in Silber
- Liakat Medaille in Silber
- Leutnant (Herbst 1912)
- Oberleutnant (am 22. März 1917)
- Rittmeister (am 06. April 1917)
- Einsatz FA69 im Sommer 1915
- Einsatz KG1 vom 21. August 1915 bis Oktober 1915
- Einsatz KG2 von Oktober bis November 1915 und Frühjahr bis Sommer
1916
- Einsatz Jasta 2 vom 01. September 1916 bis Dezember 1916
- Kommando Jasta 11 vom 14. Januar 1917 bis 23. Juni 1917
- Kommando JG 1 (Jastas 4, 6, 10, 11) vom 24. Juni 1917 bis 21. April
1918
Was
waren die Gründe für von Richthofens Erfolg?
Um es auf den Punkt zu bringen – seine preußische Disziplin sowie
sein Jagdinstinkt!
Eigentlich war Manfred von Richthofen kein talentierter Flieger, zumindest
war er nicht besser oder schlechter als diejenigen, die damals zusammen
mit ihm das Fliegen erlernten. Er hatte aber schon als Beobachter immer
den Ehrgeiz auf andere Flieger zu schießen, statt nur darauf zu warten
selbst abgeschossen zu werden.
Erst mit den Fokker Eindeckern und den Albatros Doppeldeckern wurden
perfekte Jagdmaschinen geschaffen um feindliche Flugzeuge abzuschießen.
Das war genau das was von Richthofen wollte, selbst jagen und nicht gejagt
werden.
Nachdem Boelcke ihn zur Jasta 2 geholt hatte, setzte er dessen Erfahrungen
mit gewissenhafter Disziplin um. Boelcke war zu dieser Zeit schon ein Volksheld
und seine flugtaktischen Ratschläge, niedergeschrieben in der Boelcke-Dikta,
wurden von Manfred von Richthofen strikt befolgt. Nachdem er seine ersten
Feindflugzeuge abgeschossen hatte "... wusste man wie der Trick
funktioniert“.
Andere Flieger, wie Werner Voss oder Ernst Udet, waren talentierter,
doch keiner außer von Richthofen befolgte die Regeln des Luftkampfes
so penibel. Mangelndes Talent machte er rasch durch Erfahrung wett und
kurze Zeit später war er ein genauso guter Flieger wie die talentiertesten
unter ihnen.
Von Richthofen griff seine Gegner nur dann an, wenn er meinte in einer
taktisch überlegenen Position zu sein. So versuchte er immer etwas
mehr Höhe als seine Gegner zu bekommen und die Sonne im Rücken
zu haben. Ging es in den späteren turbulenten Luftschlachten gegen
mehrere Gegner, studierte er sie genau und griff das schwächste Glied
der Kette an.
Nachdem er sich seinen Gegner taktisch „zurechtgelegt“ hatte, schlug
er schnell und hart zu. Meistens flog er sehr dicht an seinen Gegner heran
um dann mit einem langen Feuerstoß sicherzugehen sein Opfer außer
Gefecht gesetzt zu haben.
Auch die Stärken und Schwächen der eigenen und gegnerischen
Maschinen studierte von Richthofen. Er forderte im Luftkampf eben das von
seiner Maschine was maximal möglich war, wohl wissend, dass einige
Maschinen sich häufig durch strukturelle Überlastung in der Luft
zerlegten.
Nachdem er selbst mit der Jasta 11 ein Kommando übernahm, suchte er
sich seine Leute ebenso wie Boelcke aus. Von seinen Untergeben forderte
er ebenfalls sich strikt an seine fliegerische Disziplin zu halten. Obwohl
von Richthofen auch gerne mit den Herstellern der Flugzeuge ständig
nach Verbesserungen strebte, war er sogenannten „modernen“ Luftkampf-Methoden
relativ abgeneigt. So wird überliefert, dass er den Looping für
„... Blödsinn hält, der in einem Luftkampf nichts zu suchen hat“.
Bei den damals strukturell schwachen Jagdflugzeugen fast sogar verständlich.
In der Luft machte von Richthofen keine „Mätzchen“ und diese Konstanz,
hervorgebracht aus preußischer Tradition, war es, die ihm seine Erfolge
einbrachte.
Weiterführende
Literatur/Links
Ü David Barker, Manfred von Richthofen
- The man and the aircraft he flew
Ü Jörg Nimmergut, Orden Europas
Ü http://www.luftfahrtgeschichte.com
Ü http://www.anzacs.net
Ü http://www.theaerodrome.com |