US Navy SEALs
"The only easy day was yesterday!" (Der einzig leichte Tag war der Gestrige!)


SEALs nachdem sie sich im Rahmen einer Übung auf das Deck der
USS Oscar Austin abgeseilt haben, 29. Oktober 2002. (Picture by US Navy)

 
Vorgeschichte

Die Vorgänger

Unkonventionelle Seekriegsführung gab es schon zu Zeiten der Assyrer in vorchristlicher Zeit. Schon damals gab es die ersten provisorischen Kampfschwimmereinheiten, welche hauptsächlich die gegnerische Hafen- und Küstenanlagen auskundschafteten. Auch die Phönizier, Perser, Römer und Alexander der Große setzten bei ihren Feldzügen Schwimmer ein. Diese führten sogar provisorische Zerstörungseinsätze aus, doch diese waren verständlicherweise noch sehr primitiv. Im Mittelalter gehörten seit dem 13. Jahrhundert im Mittelmeerraum Unterwasserangriffe zu den gebräuchlichen Taktiken. Mit der Erfindung von Sauerstofflaschen im 19. Jahrhundert wurde diese Kampftaktik nun revolutioniert.
Grosses Aufsehen erregte dann im 1. Weltkrieg der Einsatz von zwei italienischen Kampfschwimmern in der Nacht zum 1. November 1918 gegen das österreichische Schlachtschiff Viribus Unitis und dessen Versenkung. Sie brachten eine Zeitzündermine am Rumpf an, die um die 400 Tote an Bord des Schiffes forderte. Die einzigen die das Potential der Kampfschwimmertaktik erkannten waren die Italiener. Sie bauten ihre Kräfte in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts aus und spezialisierten sich auf das Torpedo-Reiten und den Einsatz von Klein-Unterseebooten. 

UDT's im 2. Weltkrieg (1939-45)

Im 2. Weltkrieg zeigte sich dann der Nutzen das jahrelangen Trainings der italienischen Froschmänner. Nach einigen gescheiterten Versuchen im Jahre 1940, gelang es den Italienern im Jahre 1941 die Schlachtschiffe Valiant, Queen Elizabeth und einen Tanker zu versenken. Bis zum Seitenwechsel im Jahre 1943 versenkten die italienischen Kampfschwimmer über 150.000 BRT gegnerischen Schiffsraumes.
Die Briten lernten schnell aus ihren Verlusten und setzten erstmals Kleinst-U-Boote gegen das, in einem norwegischen Fjord-liegende, deutsche Schlachtschiff Tirpitz ein. Nach anfänglichen Misserfolgen gelang es schließlich im September 1943 die Tirpitz schwer zu beschädigen, und nach einem Angriff mit alliierten Bombern im April 1944 endgültig zu zerstören. Weitere Erfolge erzielten die britischen Kampfschwimmer gegen italienische Kreuzer in Palermo. Auch die deutsche Kriegsmarine wachte nun auf und begann Ende 1943 mit der Aufstellung von Kampfschwimmerverbänden.
Nach dem japanischen Angriff 1941 auf Pearl Harbor sann man in den Vereinigten Staaten nach Rache. Eng damit verbunden waren amphibische Anlandungen durch das US Marine Corps, um so die gewaltigen Entfernungen zum japanischen Mutterland zu überbrücken und das Inselspringen begann. 
Doch zuerst stand der Einsatz gegen den Primärfeind an: Das Dritte Reich. Und so begann man mit der Aufstellung von Scout Platoons und Raider Bataillons, welche die Aufgabe hatten feindliche Strände aufzuklären, Sperren zu räumen und die Wasserverhältnisse zu erkunden. Im Frühjahr 1942 begann man mit der Ausbildung der ersten 90 Scouts in Fort Pierce. Zu der Eröffnung der zweiten Front auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz, der Operation "Torch", kamen die Aufklärer allerdings zu spät und kehrten ohne Einsatzerfahrung zurück. 
Kurz danach wurde offiziell die "Navy Combat Demolition Units" kurz NCDU (Kampfmittel-Räumdienst der Marine) gegründet. Diese rekrutierten ihre Männer vor allem von den Angehörigen der Seabees, den Baupionier-Bataillonen der Marine. Erste Einsätze begannen im Rahmen der Operation "Husky", der alliierten Anlandung auf Sizilien. Die Scouts erkundeten mit Kajaks die feindliche Küste und meldeten ihre Aufklärungsergebnisse weiter.
Kurz darauf begannen auch schon die Vorbereitungen für das Eröffnen einer neuen Front, welche das Schicksal des europäischen Kriegsschauplatz besiegeln sollte. Im November 1943 wurden die ersten Männer der NCDU nach Großbritannien verlegt. Zu Anfang wusste man nichts mit ihnen anzufangen, doch als die Invasion näher rückte, führten die NCDUs, welche in ihrer Anzahl in Großbritannien mittlerweile gewachsen waren, Aufklärungs- und Sprengeinsätze an der gegnerischen Küste durch. So waren sie, mit ihren Kameraden des SBS, mit denen sie auch trainierten, damit beschäftigt die deutschen Wasserhindernisse an der französischen Kanalküste zu zerstören, und das so, dass Landungsboote diese Stellen passieren konnten.
Am 6. Juni 1944, begann jene Operation welche Europa vom Nationalsozialismus befreien sollte, die Landung in der Normandie. Die 550 Scouts, in zwei Gruppen geteilt, je eine für Utah-Beach und Omaha-Beach, erhielten die Aufgabe die zahlreichen Hindernisse an Land zu sprengen, um den anlandenden Truppen den Weg zu bahnen. Doch im Gegensatz zu den Einsatzplanungen lief vieles schief. So wurden die meisten Landungsboote schon vor der eigentlichen Anlandung in Stücke geschossen und die anlandenden Truppen nahmen Deckung hinter den eigentlich zur Sprengung vorgesehenen Hindernissen im Strandbereich. So lagen die Sprengkommandos schutzlos im deutschen Feuersturm und es gelang erst nach langen Stunden den Strandabschnitt Omaha zu räumen. 
Der Abschnitt Utah, da an schwer einsehbaren steilen Klippen gelegen, war problemloser und nach zwei Stunden war dieser benutzbar. 
Nach zwei Tagen war es gelungen beide Strandabschnitte, Utah wie Omaha, zu 85% zu räumen. Doch der Blutzoll war hoch, manche Quellen sprechen von bis zu 50 Prozent Verlusten.
Im Pazifik deutete dagegen alles auf ein Inselspringen der Amerikaner hin. Am 20. November 1943 begann das Marine Corps mit der Rückeroberung des Atolls Tarawa. Doch dieses Unternehmen endete fast in einer Katastrophe. Die Verhältnisse unter Wasser und in Strandnähe waren nicht aufgeklärt und so liefen zahlreiche Landungsboote auf unbekannte Korallenriffe auf und wurden so ein lohnenswertes Ziel für die japanische Abwehr. So mussten die Boote die Marines bereits 250 Meter vom Strand entfernt ausbooten lassen und die Männer waren ohne Deckung dem feindlichen Feuer ausgesetzt. Es dauerte drei Tage bis es gelang die Insel vollständig zu erobern und die Marines mussten über 1.000 Tote und 2.000 Verwundete beklagen.
Um ein solches Debakel nicht zu wiederholen wurde von Admiral Turner, dem Oberbefehlshaber der amphibischen Streitkräfte, die "Underwater Demolition Teams" (UDT) formiert. Deren Aufgabengebiet umfasste die Aufklärung von Strandabschnitten, das Räumen von natürlichen und künstlichen Hindernissen und die Einweisung der Landungstruppen. Die Teams wurden wie die NCDUs auch in Fort Pierce, Florida ausgebildet und ihre Spezialausbildung erhielten sie auf der Hawai-Insel Maui. Die Taktik der UDTs unterschied sich um einiges von dem der auf dem europäischen Kriegsschauplatz eingesetzten Scouts. Die UDTs hatten in den warmen pazifischen Gewässern meist nur kurze Schwimmhosen und Leinenschuhe zum Schutz gegen Korallenbänke an. Ansonsten umfasste ihre Ausrüstung nur noch eine einfache Schutzbrille, eine - privat beschaffte - wasserdichte Uhr, ein Messer und für den Notfall einen aufblasbaren Rettungsgürtel. Zur Erfassung der Daten führten sie außerdem noch eine am Oberschenkel befestigte Tafel aus Plexiglas und einen wasserdichten Stift mit. Die Schwimmer wurden seitwärts von leichten Landungsbooten abgesetzt, so dass sie nicht von Land entdeckt werden konnten. Dann schwammen sie die restliche Strecke bis zum Strand. Dort erkundeten die UDTs dann die Hindernisse, die Beschaffenheit des Strandes und die gegnerischen Verteidigungsanlagen. Bei ihrem nächsten Tauchgang erfolgte dann in der Regel die Zerstörung der Hindernisse mittels Sprengungen. Die UDTs nahmen an jedem Inselspringen teil, seien es die Philippinen, Iwo Jima, Saipan oder Okinawa.
Die UDTs waren mittlerweile auf eine Einsatzstärke von 30 Trupps mit insgesamt etwa 3.000 Mann angewachsen. Doch die Einsätze liefen nicht immer glimpflich ab und zahlreiche UDT-Kampfschwimmer fielen japanischen Scharfschützen oder Luftangriffen zum Einsatz. 

Die späten 40er

Nach dem der 2. Weltkrieg mit der Kapitulation Japans endgültig zu Ende ging, hofften viele auf eine Epoche dauerhaften Friedens, doch dies sollte ein Wunschtraum bleiben. Auch für die UDTs war das Kriegsende und die darauf folgende radikale Abrüstung fast das Ende. Von 3.500 Mann und 30 Teams wurden sie nun auf 500 Mann in insgesamt 4 Teams reduziert. Die UDT 1 und UDT 3 kamen zur Pazifik-Flotte, UDT 2 und UDT 4 wurden der Atlantik-Flotte angegliedert. Neue Techniken, insbesondere mit Sauerstofflaschen und Taucheranzügen wurden trainiert. Außerdem qualifizierten sich etliche UDT-Angehörige im Fallschirmsprung und erhielten nun auch eine infanteristische Ausbildung. 

UDTs im Koreakrieg (1950-1953)

Mit Beginn des Koreakrieges und dem Rückzug der schwachen UN-Kräfte begann auch der Einsatz der UDTs. Im September 1950 wurde die amphibische Anlandung bei Inchon durchgeführt, welche die UN-Streitkräfte wieder bis nahe an die chinesische Grenze brachte. Schon seit Juni 1950 befanden sich sechs Kampfschwimmer des UDT 3 in Korea und wenige Wochen später folgte der Rest des Teams, später wurde dann auch das UDT 1 nach Korea verlegt. Sie bereiteten die Landung bei Inchon vor und führten Vermessungen durch, entdeckten Hindernisse und beseitigten diese. Weiterhin führten die UDTs bei Wonsan, Iwon und Chinnampo erfolgreich Aufklärungs- und Vorbereitungsaufträge durch. Später mussten die Kampfschwimmer eine weitere wichtige und gefährliche Arbeit übernehmen: Minenräumung.
Doch die Seekriegsführung trat während der nachfolgenden Jahre eher in den Hintergrund und so übernahmen die UDTs neue Aufgaben. Nun wurden Kommandoaktionen gegen Landziele im feindlichen Hinterland durchgeführt, oft auch zusammen mit einheimischen Guerillas. So führte z. B. ein Zug des UDT 1 gemeinsam mit dem 41 Commando der Royal Marines und dem britischen SBS Sprengungen an feindlichen Brücken, Tunnels und Eisenbahnlinien durch. Die mit M1 "Garand" Gewehren und M1911A1 Pistolen bewaffneten Trupps infiltrierten in das feindliche Gelände entweder durch einen Fallschirmabsprung oder oft auch mit einheimischen Dschunken. Häufig erfolgten solche Einsätze unter der Federführung des amerikanischen Geheimdienstes CIA. Außerdem retteten die Kampfschwimmer der UDTs auch abgestürzte Piloten der Navy und der Air Force aus dem feindlichen Hinterland. Dies alles kennzeichnete den Rollenwechsel, welchen die UDTs seit ihrer Gründung durchgemacht hatten. 

Die späten 50er

Auch nach dem Ende des Koreakrieges blieben einige UDTs in dieser brisanten asiatischen Region stationiert. Außerdem wurde am 8. Februar 1954 das UDT 1 in UDT 11 umbenannt. Während der folgenden Jahre bildeten die Kampfschwimmer befreundete Einheiten aus, führten zahlreiche Übungen durch und beteiligten sich, zusammen mit den PJs der US Air Force, an der Bergung der Weltraumkapseln der Projekte Mercury, Gemini und Apollo.


UDTs nehmen während des Koreakrieges Bodenproben und
unternehmen Tiefenmessungen bei Twon.


Die Geschichte der US Navy SEALs

Die Gründung der SEALs

Während der Kuba-Krise und der missglückten Landung an der Schweinbucht zeigte sich, dass der Geheimdienst CIA damals nicht sonderlich fähig war Sonderoperationen durchzuführen. Um diesen Misstand zu beheben befahl der amerikanische Präsident John F. Kennedy den Aufbau umfangreicher militärischer Spezialeinheiten. Auf Seiten der US Army gab es schon seit 1952 die Special Forces, auch als "Green Berets" bekannt. Die US Navy begann hingegen mit der Aufstellung ihrer SEAL-Teams. Die Bezeichnung SEAL (Sea, Air, Land) kennzeichnet die Aufgabengebiete der künftigen Sondertruppe der Marine und bedeutet gleichzeitig Robbe oder Seehund im Englischen.
Schließlich wurde am 1. Januar 1962 das SEAL Team 1 in Coronado an der Pazifikküste und das Team 2 in Little Creek an der Ostküste aufgestellt. Das Personal wurde überwiegend aus den UDTs rekrutiert, diese blieben aber trotzdem weiterhin bestehen, außerdem wurde eigener Nachwuchs angeworben. Die Personalstärke der beiden Teams waren anfangs mit jeweils zehn Offizieren und fünfzig Kampfschwimmern gering, doch dank der persönlichen Unterstützung des Präsident gingen die SEALs in der Navy nicht unter. Kurz nach ihrer Aufstellung erfolgte ein umfangreicher Ausrüstungskauf und das Üben alter und das Entwickeln neuer Taktiken.

SEALs im Vietnamkrieg (1965-1973)

In den folgenden Jahren bahnte sich ein Konflikt an, dessen Folgen und Erfahrungen Amerika bis heute verfolgen: Vietnam. Um den aus dem Norden des Landes einsickernden Vietkong entgegen zu wirken, wurden amerikanische Militärberater in das Land entsandt. Neben den Green Berets begaben sich 1962 auch einige SEALs in das südostasiatische Land. Am Anfang standen Ausbildung der südvietnamesischen Streitkräfte und einige verdeckte Einsätze unter der Federführung der CIA an, so zum Beispiel das Einschmuggeln von Agenten hinter die feindlichen Linien, etc. Für die SEALs war Vietnam anfangs ein Ort an dem es sich aushalten ließ. Doch dies änderte sich schlagartig, als nordvietnamesische Patrouillenboote den Zerstörer USS Maddox im Golf von Tonking angegriffen haben sollen. Obwohl dieser Angriff später als Lüge enttarnt wurde, wurde nichtsdestotrotz durch diesen Vorfall der Vietnamkrieg eingeläutet.
Dies stellte den offiziellen Kriegseintritt Amerikas und umfangreiche Arbeit für die SEALs dar. Die Kampfschwimmer operierten unter Befehl der MACV/SOG (Military Assistance Command Vietnam/Study and Observation Group). Dieser Stab für Spezialoperationen koordinierte die Arbeit zahlreicher Spezialeinheiten aller Teilstreitkräfte und teilte diesen oft Einsätze für die CIA zu.
Die SEALs wurden durch Vietnam erst richtig berühmt und von den Einheimischen gefürchtet. Sie trugen den bekannten "Tiger-Stripe" Tarnkampfanzug, und ihre bekannten "Bonnie-Hats" (Tropenhüte) und Piraten-Kopftücher. Ihre Kleidungsweise, wie auch ihre Bewaffnung waren im Gegensatz zu den konventionell operierenden Einheiten sehr unorthodox. Als Bewaffnung führten sie neben Standardwaffen wie dem M14 und später dem M16, auch Spezialwaffen wie das Stoner 63 lMG oder die schallgedämpfte Pistole Smith & Wesson Mk.22 Modell O, auch als "Hush-Puppy" bekannt. Die SEALs infiltrierten in das feindliche Gelände oft mit Hubschraubern oder im Mekong-Delta auch mit Flusspatrouillenbooten der US Navy.
Im Jahr 1966 machten die SEALs allerdings ihre ersten Verluste, und gemeinsam mit den damals noch vorhandenen UDTs operierten sie meist im Süden des Landes. So eröffneten die SEALs gemeinsam mit den Tauchern vom UDT 11 und den Marines bei Nha Be einen vorgeschobenen Stützpunkt um den Vietkong besser angreifen zu können. Die SEALs wandelten sich nun immer mehr zu einer überfallartig zuschlagenden Kommandotruppe ähnlich den Special Forces und überließen die traditionellen Kampfschwimmereinsätze immer mehr den UDTs. Da sich Erfolge bei Nha Be zeigten, wurden die zwei SEAL Züge des Team 1 nun durch vier weitere Züge verstärkt und neben Nha Be wurden auch solche Stützpunkte in Binh Thuy und My Tho eingerichtet. Kurz darauf schickte auch das Team 2 Männer nach Vietnam, um den Bedarf an Verstärkung zu erfüllen. Oft fungierten SEALs auch als vorgeschobene Beobachter für Bomber und Artillerie, welche dem Vietkong empfindliche Verluste zufügten.
Neben solchen Einsätzen stand aber auch das Befreien von gefangenen Piloten an. Während der Operation "Bright Light" kam es zu solchen Einsätzen und den SEALs gelang es auch etliche Gefangenen zu befreien und dem Gegner große Verluste zu zufügen. Unter der Führung des CIA wurde die berüchtigte Operation "Phoenix" durchgeführt, welche das Ziel hatte auch durch psychologischen Druck dem Vietkong die Zustimmung unter der vietnamesischen Bevölkerung zu entziehen und wichtige Führer zu eliminieren. Diese nach der Tet-Offensive 1968 durchgeführte Einsätze brachten trotz der oftmals mit großer Brutalität vorgebrachten Taktik große Erfolge und Verluste für den Vietkong, so dass immer mehr Soldaten der regulären nordvietnamesischen Armee eingreifen mussten. Bei solchen Einsätzen drangen die SEALs nachts in kleine Trupps von nie mehr als vier bis acht Mann in die Dörfer ein und töteten den örtlichen Vertreter lautlos mit schallgedämpften Waffen oder ihren Messern. Durch diese Taktik und ihre getarnten Gesichter erhielten sie von der Bevölkerung Namen wie "Grüngesichter" oder "Geister aus dem Sumpf" und wurden oft als übernatürliche Wesen unter den einfachen Bauern gefürchtet. Doch wussten auch die eigenen konventionell operierenden Einheiten nichts genaues über die Einsätze der SEALs.
Durch solche Einsätze und Gerüchte erhielten die SEALs in den Medien einen unberechtigten Ruf als Killer, wodurch oftmals einige Offiziere die Zusammenarbeit mit ihnen verweigerten. Doch die Truppenstärke der Kampfschwimmer erhöhte sich trotzdem ständig und 1969 waren die Detachments Bravo, Golf und Echo des Team 1 im Land. Außerdem unterstützen zwei Züge den Küstenschutz. Doch mit der zunehmenden "Vietnamisierung" des Konfliktes zogen sich, trotz der Verlegung des Detachments Sierra 1970, immer mehr SEALs aus Vietnam zurück. Im Jahre 1971 verringerte sich durch diese Verlegungen die Zahl der Kampfeinsätze erheblich und zahlreiche Männer wechselten wieder in den Berater- und Ausbilderstatus über, doch im Jahre 1972 waren nur noch ein Dutzend SEALs im Land. Im Juni 1972 fiel dann auch der letzte SEAL auf dem Kriegsschauplatz Vietnam.
Das Verschwinden dieser geheimen Einheit erregt allerdings kein großes Aufsehen, da schon alleine die Anzahl der SEALs sehr gering war. So operierten nie mehr als 150 bis 200 SEALs, oder ein Dutzend Züge gleichzeitig in Vietnam. Die SEALs erhielten für Tapferkeit im Kampf mehrere Medals of Honor, mehr als 50 Silver Stars, 402 Bronze Stars und Hunderte Purple Hearts.
Im Kampf fielen in Vietnam während all der Jahre weniger als zwanzig SEALs.


Ein Mitglied des SEAL Team 8 gibt seinen Kameraden während einer Übung aus einem SH-60 Feuerschutz.
(Picture by US Navy)

Die 70er Jahre

Nach dem Einmarsch Nordvietnams in die südvietnamesische Hauptstadt Saigon und dem damit verbundenen Ende des Vietnamkrieges brach für die USA ein schlechte Zeit an. Die gedemütigte Supermacht musste ihre Streitkräfte verringern und von einer Wehrpflicht- auf eine Freiwilligenarmee umsatteln. Diese Los traf besonders die Spezialeinheiten, darunter auch die SEALs. Während dieser Jahre kam es nur zu kleineren Einsätzen, ansonsten blieb die maritime Spezialeinheit weitgehend unter sich.
Eine weitere Veränderung blieb allerdings auch den SEALs nicht vorenthalten, der Anti-Terror-Kampf. Um dem zunehmenden Terrorismus etwas entgegen zu setzen wurden in sämtlichen Teilstreitkräfte neue Anti-Terror-Einheiten geschaffen oder vorhandenen Kräfte weitergebildet. So bereiteten sich bereits 1978 zwei Züge des Team 2, mit der Aufstellung des MOB 6 (Mobility Six) inoffiziell auf Geiselbefreiungen insbesondere im maritimen Bereich vor. Kurze Zeit später, am 1. Oktober 1980 wurde dann das SEAL Team 6 aus einem Großteil des MOB 6 geschaffen. Etwa im März 1981 war das neugegründete Team zur Terrorismusabwehr voll einsatzbereit. 

Operation "Urgent Fury" (Grenada 1983)

Als kommunistische Kräfte in dem kleinen karibischen Inselstaat Grenada an die Macht kamen und die Gefahr einer Geiselnahme amerikanischer Studenten bestand, intervenierte die USA und eine Gemeinschaft karibischer Staaten. Die Landung wurde von den Marines, Rangern und Fallschirmjägern der 82th Airborne Division durchgeführt. Doch neben diesen Eliteeinheiten waren zahlreiche Spezialeinheiten aller Teilstreitkräfte im Einsatz. Die an dieser Operation beteiligten SEALs stammten aus dem Team 4 und dem erst kurz zuvor neu gegründeten Team 6.
Eine der Missionen umfasste die Anlandung von 16 SEAL des Team 6 mit einigen Combat Controller der Air Force um kurze Zeit vor der Invasion heimlich Sendeanlagen in der Nähe des Flugplatzes Point Salinas anzubringen. Die Funksignale dieser Anlagen sollten den amerikanischen Flugzeugen die Navigation erleichtern. Die SEALs sollten einen HAHO-Fallschirmabsprung (High Altidude, High Opening) durchführen, in das ebenfalls abgeworfene Boston Whaler Boot einsteigen und die Einweiser der Air Force bei einem nahegelegenen Zerstörer abholen. Doch nach der Landung im Wasser zog die schwere Ausrüstung die SEALs in der tobenden See bis zu zwanzig Meter in die Tiefe. Drei Männer des ersten und ein Mann des zweiten Trupps ertranken in der schweren See. Das erste Team konnte sein Boot nicht finden und das zweite Team musste unverrichteter Dinge zurückkehren. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass das Anbringen der Navigationshilfen unnötig gewesen wäre, da die anfliegenden Flugzeuge durchaus ihre Ziele selbständig finden konnten.
Zur selben Zeit wurde Unterstützung für die SEALs, in Form von Mitgliedern der SEAL Teams 4 und 6 mit einer C-9A nach Barbados geflogen und dort vor den Augen der Weltpresse in drei wartende Hubschrauber gesetzt und auf die Schiffe der Landungsverbände um Grenada geflogen.
Ein weiterer Einsatz für die Männer des Team 6 war die Eroberung des Radiosenders Beausejour, etwa sechs Kilometer nördlich der Hauptstadt St. George. Die Kampfschwimmer sollten mit Blackhawk Helikoptern bei Nacht eindringen, doch durch Verzögerungen erreichten sie erst bei Tageslicht die Station. Die anwesenden Wachsoldaten wurden problemlos überwältigt und gefangengenommen. Doch gegen Vormittag änderte sich die Situation dramatisch, da sich größere Abteilungen grenadinischer Soldaten und kubanischer Söldner mit einem gepanzerten Fahrzeug dem Sender näherten. Hierbei machte sich bei den SEALs das Fehlen von Panzerabwehrwaffen und Unterstützung durch AC-130 "Gunships" bemerkbar. Nach heftigen Feuergefechten sammelten sich die Kampfschwimmer, zogen sich Richtung Strand zurück und schwammen mit ihrem verwundeten Zugführer, Lt. Erskine, welcher u.a. eine Steckschuss in den Ellenbogen erlitten hatte, mehrere Kilometer zum Zerstörer USS Caron. Wenig später wurde der Radiosender durch Artillerie und Luftangriffe zerstört.
Um den britischen Gouverneur und dessen Mitarbeiter zu schützen wurde das Team 6 beauftragt das Regierungsgebäude zu sichern. Zwei Hubschrauber näherten sich dem Gelände doch starkes Abwehrfeuer zwang die Piloten wieder abzudrehen. Diese Aktion forderte schon die ersten Verwundeten, doch bei einem erneuten Anflug landete der Trupp auf dem Tennisplatz des Gebäudes. Die SEALs sicherten das Gelände und brachten die Gefährdeten in das Innere des Gebäudes. Doch kurze Zeit später griffen starke Feindkräfte, welche durch mehrere Schützenpanzer unterstützt wurden, das Gelände an. Hier machte sich wieder einmal das Fehlen der Panzerabwehrwaffen bemerkbar und der Zugführer Lieutenant Davis fordert umgehende Hilfe an. Doch erst am nächsten Tag gelang es einer Kompanie Marines bis zu dem Gelände durchzubrechen.
Kampfschwimmer des Team 4 führten mit Sea Fox Schlauchbooten vor der Landung der Marines umgehende Erkundungen unter und über Wasser durch. Sie stellten trotz der stürmischen See fest, dass eine amphibische Landung zu gefährlich sei. Dank dieser Erkenntnisse führten die Marines statt dessen eine Hubschrauberanlandung durch.
Nach wenigen Tagen des Widerstandes kapitulierten die feindlichen Kräfte auf Grenada und auf der beschaulichen Insel war wieder Ruhe eingekehrt. 

Die heißen Jahre des Kalten Krieges

1983 war neben Grenada für die SEALs ein wichtiges Jahr. Die UDTs wurden nun aufgelöst und in die SEAL Teams integriert. Dies bedeutete eine zusätzliche Verstärkung jedes Teams. Außerdem wurden aus den UDT 11 und UDT 20 das SEAL Team 4, beziehungsweise das Team 5. Das UDT 12 und das UDT 22 bildeten das SDV Team 1 und das SDV Team 2. Anfangs blieb alles aber beim gleichen und die ehemaligen UDTs führten auch weiterhin ihre ursprünglichen Aufgaben durch, erst mit der Zeit übernahmen die SEALs auch ihre Einsatzbereiche. 
Während des zwar siegreichen Einsatzes in Grenada hatten sich aber gewaltige Mängel bei der Koordination der Spezialoperationen gezeigt. So wurde ein Teilstreitkräfte übergreifendes Oberkommando gebildet und die Spezialkommandos wurden massiv verstärkt. Die SEALs wuchsen zum ersten Mal in ihrer Geschichte auf über 2.000 Mann in vier Teams mit insgesamt 60 Einsatzzügen an. Um die Effektivität zu steigern, wurden auch die Waffen und die Ausrüstung verbessert. 
Als am 7. Oktober1985 das italienische Kreuzfahrtschiff S.S. Achille Lauro von vier Terroristen der palästinensischen PLF gekapert wurde, stand das Team 6 bereit einen HAHO-Einsatz durchzuführen, die Geiselnnehmer zu töten, sich schnell zurückzuziehen und einem italienischem Sondereinsatzkommando den Ruhm für die Geiselbefreiung zu überlassen.
Auf diplomatischen Wege gelang es dann aber die Situation klären, so dass es zu keinem Einsatz kam. Die Geiselnehmer wurden an Ägypten ausgeliefert, welches sie jedoch wieder laufen ließ. Mittlerweile war bekannt geworden, dass an Bord der Archille Lauro der US-Staatsbürger jüdischen Glaubens, Leon Klinghoffer ermordet wurde. Daraufhin zwangen Kampfflugzeuge der US Navy das Flugzeug, in welchem das PLF-Quartett saß, in Italien zur Landung, wo es von Mitgliedern des Seal Team 6 festgenommen und mehr oder weniger freiwillig der italienischen Justiz übergeben wurde. 
In den 80er Jahren gab es aber auch Einsätze in Beirut oder in Libyen, jedoch unterliegen diese heute noch der Geheimhaltung. Dort fanden auch einige Aufklärungseinsätze mit SDVs statt, sowie Einsätze bei denen die Kampfschwimmer tief ins Landesinnere vordrangen.
Ansonsten waren einige Züge während des 1. Golfkrieges und dem damit verbundenen Tankerkrieg im Einsatz.
Weiterhin engagierten sich die SEALs auch im Anti-Drogen-Kampf und sie entsandten immer wieder Berater nach Süd- und Lateinamerika. So hielt sich am 15. Dezember 1989 eine Einsatzgruppe aus SEALs und Delta Force auf der USS America bereit um den kolumbianischen Drogenhändler José Rodriguez Gacha festzunehmen. Kolumbianische Soldaten erschossen jedoch Gacha, seinen Sohn und vier seiner Leibwächter bei einem Feuergefecht. Weder SEALSs noch Delta Forces kamen aktiv zum Einsatz. In den letzten Monaten der Jagd auf den Chef des kolumbianischen Medellin-Kartels, Pablo Escobar Gaviria, welcher zum Staatsfeind der USA erklärt worden war, unterstützen Mitglieder des SEAL Team 6 ihre Kameraden der Delta Force in der Beratung der kolumbianischen Sicherheitskräfte. Die sechs Soldaten der Delta Force agierten zusammen mit der CIA, der DEA und einer als "Centra Spike" bezeichneten luftgestützten EloKa-Armeeeinheit seit mehreren Jahren in Kolumbien. Ob Delta Force-Angehörige oder SEALs sich aktiv an der Jagd auf Pablo Escobar beteiligten ist unklar, es wäre zumindest ein Verstoß gegen die kolumbianische Verfassung. 
Weiteren personellen Zuwachs erhielten die SEALs 1988 als das Team 8 aufgestellt wurde. 
Als 1989, im Libanon, mal wieder, US-Bürger in Geiselhaft gerieten, hielten sich 50 SEALs an Bord der, für den SDV-Transport modifizierten USS John Marshall (SSN-611) vor der libanesischen Küste auf, um im Falle eines Falles die Geiseln zu befreien oder Vergeltungsschläge durchzuführen. 
Weiterhin dürften die Seals, wie ihre Kameraden aus anderen NATO-Staaten, bspw. Großbritannien, auch Aufklärungseinsätze in sowjetischen Häfen geschwommen haben.

Operation "Just Cause" (Panama 1989)

Da der ehemalige CIA-Mitarbeiter und damalige panamesische Diktator Manuell Noriega als zentrale Figur im lateinamerikanischen Drogenhandel galt und einige US-Soldaten in Panama getötet wurden, entschloss sich der amerikanische Präsident Bush diesem Treiben ein Ende zu bereiten. Am 19. Dezember 1989 griffen schließlich Ranger, Special Forces, Fallschirmjäger der 82th Airborne Division und Teile der 7th Infantry Division das Land an.
Die SEALs des Team 2 führten eine klassischen Kampfschwimmereinsatz gegen die schwache Flotte des Diktators aus. Ein vier Mann Trupp, von einem Schlauchboot abgesetzt, gelangte tauchend an das am Pier vertäute Schnellboot Presidente Porras und befestigten am Rumpf des Schiffes fast einen halben Zentner C4 Sprengstoff. Mittels Zeitzünder detonierte die Ladung nach 45 min, die Kampfschwimmer hatten bereits unentdeckt ihre Boote erreicht. Dem Schiff wurden beide Dieselmotoren herausgerissen, welche angeblich nie gefunden wurden, und es erlitt schwere Schäden.
Das Team 4 erhielt der Aufgabe den Paitilla-Flughafen einzunehmen und die persönliche Maschine von Noriega zu zerstören. Doch die Lage änderte sich plötzlich, als heftige Feuergefechte in Panama City tobten und Gerüchte von der Flucht Noriegas die Runde machten. Die drei Züge Golf, Bravo und Delta näherten sich nun in großer Eile per Boot dem Strand. Doch die Verteidigungsstellungen waren schon besetzt und die ankommenden SEALs gerieten in heftigstes Gegenfeuer. Die ersten Verluste traten auf und die Kampfschwimmer begannen sich einzuigeln. Die SEALs versuchten vergeblich Hilfe herbeizurufen und erst nach 36 Stunden trafen mehrere Kompanien der Ranger per Helikopter ein. Die im Grunde unnötige Aktion kostete vier Seals, Lt. j.g. J.P. Connors, Chief Engineman D.L. McFaul, Torpedoman´s Mate 2nd Cl. I.G. Rodriguez III und Boatswain´s Mate 1st Cl. C. Tilghman, das Leben und forderte acht Verwundete, einer der verletzten wird den Rest seines Lebens in einem Rollstuhl verbringen. Dieser Einsatz wäre eher für eine Infanterie- oder Eliteeinheit wie die Ranger geeignet gewesen, welche über schwere Waffen verfügten.
Weiterhin beteiligten sich die SEALs des Team 6 zusammen mit der Delta Force in schwarz gestrichenen AH-6, MH-6 und MH-60 noch an der Suche nach dem flüchtigen Noriega und das Team 2 durchsuchte einige Inseln nach versprengten feindliche Soldaten. Doch es kam zu keinen weiteren Gefechten. 


US Navy SEAL bei einer Schießübung mit einem Desert Patrol Vehicle in der 
Nähe von Kandahar, Afghanistan. 2. Februar 2002.
(Picture by US Navy)


Zweiter Golfkrieg 1990/91

Nach dem Einmarsch der irakischen Truppen in Kuwait und der darauf folgenden erfolglosen Gespräche entschlossen sich die UN-Streitkräfte, unter der Federführung der USA, zum Handeln. Neben umfangreichen konventionellen Streitkräften kamen auch zahlreiche Spezialeinheiten aller Teilstreitkräfte zum Einsatz.
Südlich der saudischen Stadt Dhahran bezogen die SEALs ihren Stützpunkt wo Captian Raymond Smith die provisorisch aufgestellte Naval Special Warfare Task Group Central befehligte. Insgesamt waren zwar nur vier reinrassige Züge des Teams 2 und 5 im Land, der Rest der 250 SEALs verteilte sich auf diverse Bootsgruppen, SDVs-Teams, Teams mit den neuen Fast Attack Vehicles ("Wüstenbuggys") und auf Schiffen der US Navy.
Irakische Truppen hatten das kuwaitische Off-shore Ölfeld Ad-Dawrah, welches aus elf Ölbohrinseln bestand besetzt. Am 18. Januar, einen Tag nach Beginn des Luftkrieges gegen den Irak meldeten alliierte Piloten das sie von den Bohrinseln aus beschossen wurden.
Kurz darauf wurden zwei der Bohrinseln von SH-60B Hubschraubern der USS Nicholas, OH-58Ds und einem britischen Lynx sturmreif geschossen. Die USS Nicholas und das kuwaitische Patrouillenboot Istiqlal, zerstörten die neun verbleibenden Bohrinseln. SEAL Teams und US Marines wurden jeweils auf den Bohrinseln abgesetzt um zurückgelassene Ausrüstung und Unterlagen zu sichern.
Am Abend des 24. Januar 1991 wurden OH-58Ds auf einer SAR-Mission, welche von der USS Curts aus flogen, von irakischen Truppen auf der kuwaitischen Insel Qaruh beschossen. Die Hubschrauber erwiderten das Feuer und die Curts näherte sich Qaruh um das Feuer mit ihrem 76 mm Geschützen zu eröffnen. Die Curts wurde bald von der USS Nicholas unterstützt und nach sechs Stunden wurden SEALs von Hubschraubern der USS Leftwich auf Qaruh angelandet. Die SEALs befreiten damit das erste Stück Kuwait in der Operation Desert Storm und nahmen 67 irakische Soldaten gefangen.
In den Nachtstunden des 23. Februar 1991 nährten sich sechs SEALs unter dem Kommando des jungen Lieutenant Tom Dietz in zwei Fountain 33 Speedboats mit über 70 km/h der kuwaitischen Küste. Kurz vor der feindlichen Küste stiegen die SEALs in Schlauchboote um und näherten sich dem Strand, doch der letzte Teil des Weges musste schwimmend zurückgelegt werden. Danach wurden etliche 10 kg C4-Sprengladungen mit Zeitzündern am Strand versteckt und die Kampfschwimmer zogen sich von den irakischen Soldaten unbemerkt zurück. Nach dem Rückzug der SEALs nährten sich zwei US-Patrouillenboote der Küste und eröffneten für eine halbe Stunde ein wahres Feuerwerk. Sie beschossen die feindlichen Verteidigungsstellungen mit massivstem MG- und Granatmaschinenkanonen-Feuer und immer wieder wurden die vorhin angebrachten Sprengladung zur Explosion gebracht. Dies alles schaffte totale Verwirrung unter den irakischen Soldaten und man erwartete ein feindliche amphibische Anlandung. Sofort schickte das irakische Oberkommando zwei Divisionen zu dem Abschnitt, doch genau dies erwartete der alliierte oberkommandierende General Schwarzkopf und so war der Weg frei für einen Angriff über den Landweg.
Neben solchen Einsätzen führten die SEALs auch Boarding-Einsätze gegen verdächtige Schiffe durch und untersuchten, ob diese gegen das Waffenembargo gegen den Irak verstießen. Weiterhin räumten und legten die SEALs Minen, standen zu Rettungseinsätzen von abgeschossenen oder abgestürzten Piloten bereit oder begaben sich zusammen mit anderen Spezialeinheiten verschiedener Länder auf SCUD-Jagd. Gegen diese Raketenstellungen wurden auch vielfach die Züge des Team 5 mit ihren brandneuen Dünen-Buggies (FAV) eingesetzt. Die SEALs wurden auch gegen die Insel Umm-Al-Maradim eingesetzt und sie waren sogar die ersten alliierten Truppen mit ihren FAV's in Kuwait-City. Mitte 1991 kehrten die SEALs dann in ihre Garnisonen zurück, sie hatten insgesamt 270 Einsätze ohne einen einzigen Verlust absolviert.

UNOSOM (Somalia 1992-94)

Somalia war ein vertrautes Terrain für die Kampfschwimmer der US Navy. Bereits 1991 evakuierten etwa 60 Marines und SEALs rund 300 Diplomaten und Ausländer vom Gelände der amerikanischen Botschaft in Mogadischu. Trotz der Entfernung von mehr als 800 km zwischen Zielort und dem Hubschrauberträger USS Guam, gelang die Evakuierung ohne Verluste.
Doch bereits am 9. Dezember 1992 machten die SEALs in Somalia wieder Schlagzeilen. Das ostafrikanische Land, schon zerrüttet durch einen brutalen Bürgerkrieg, wurde nun durch einige Missernten in eine Hungersnot gestürzt, welche mehre Millionen Menschen bedrohte. Die UNO und besonders die USA wollten solch einem Treiben nicht länger zusehen und entsandten zuerst ein Kontingent Marines und später dann auch UNO-Blauhelme. An diesem besagten 9. Dezember kreuzte ein amerikanischer Flottenverband mit einem MEU(SOC) mit insgesamt etwa 1.800 Marines an Bord vor der Küste Somalias. Wie üblich begleitete auch ein Zug SEALs diesen Marines-Verband und übernahm die Strandaufklärung wie all die Jahrzehnte davor. Doch als sich die 12 SEALs langsam aus dem Wasser dem Strand näherten wurden sie von mehr als 300 Journalisten erwartet und mit einem Blitzlichtgewitter empfangen. Sie ließen sich allerdings nicht beirren und wenige Stunden später hatten die Marines den Hafen Mogadischu gesichert.
Die Kampfschwimmer blieben allerdings noch länger im Land und halfen bei humanitären Missionen. Doch die Unruhen zwischen den befeindeten Clans und gegen die UNO-Friedenstruppe nahmen zu und die SEALs beteiligten sich an mehr als 60 Kampfeinsätzen vielfach unter feindlichem Beschuss. Bei der unglücklichen "Task Force Ranger" waren außer den Rangern, Green Berets, den Angehörigen des SFOD-1, auch SEALs. Doch all die Entbehrungen und Anstrengungen halfen nichts, der Bürgerkrieg flammte neu auf und die UNO-Friedenstruppe und mit ihr auch die Kampfschwimmer zogen sich nach 15 Monaten aus dem hoffnungslos zerrütteten Land zurück.

Die 90er Jahre

Die Jahre nach dem Zerfall des Warschauer Paktes und dem Ende des Kalten Krieges sollten eigentlich ruhiger werden, doch sie wurden es nicht. Nach dem missglückten Einsatz in Somalia kamen die SEALs noch in verschiedenen Gebieten, wie z.B. in Haiti oder auf dem Balkan zum Einsatz. Gegen Ende der 90er Jahre wurden die diversen Spezialeinheiten der Vereinigten Staaten aufgerüstet und personell verstärkt. So wurde das Budget erhöht und zahlreiche neue Waffen und Ausrüstungsteile entwickelt, bzw. beschafft. 
Weiterhin wurden SEALs zur Embargokotrolle am Persischen Golf eingesetzt. Hier kontrollierten sie seit dem ersten Golfkrieg, mit ihren Kameraden des USMC, der US Coast Guard und Soldaten aus anderen Nationen (u.a. Australien), in den Irak ein- ausfahrende Schiffe auf illegales Transportgut.
Irgendwann Mitte der 90er Jahre kam zur Umstrukturierung und Umbenennung des SEAL TEAM 6 zur DEVGRU (Naval Special Warfare Development Group). Grund dafür war der schlechte Ruf des SEAL Team 6 innerhalb der Navy und die fehlende Transparenz bei der Bereitstellung und Verwendung von Geldmitteln und Ausrüstung. Hinzu kam außerdem noch, dass der Teamgründer Richard Marcinko aus einem Interessenkonflikt heraus in unbekannte Machenschaften verwickelt war und außerdem noch der Bestechlichkeit beschuldigt wurde. Das hat ihm eine beinahe zwei Jahre andauernde Haftstrafe mit anschließender Zahlung von 10.000 $ eingebracht. Dennoch ist er, unterstützt durch seine Buchveröffentlichungen, zu einer Art Mythos geworden. Die DEVGRU sollte sich nun offiziell auf die Erprobung von Ausrüstung, Techniken und Taktiken konzentrieren. Dennoch übernimmt DEVGRU seit diesem Zeitpunkt weiter die Rolle der Antiterroreinheit innerhalb der Navy.
Die Seals beteiligten sich auch an der Jagd auf Kriegsverbrecher im ehemaligen Jugoslawien.
Zu einem Dauerproblem entwickelt sich Liberia. Die innere Sicherheit des von ehemaligen amerikanischen Sklaven gegründeten Landes auf dem afrikanischen Kontinent wird seit langem durch Unruhen gestört. Bereits in den Jahren 1990 und 1992 evakuierten amerikanische Streitkräfte US-Bürger und Liberianer aus Liberia. Und so rückten am 9. April 1996 18 SEALs und sechs Special Forces Soldaten, unterstützt durch die USAF aus, um in der amerikanischen Botschaft in der liberianischen Haupstadt Monorovia 470 US-Staatsbürger aus Liberia zu evakuieren. Bereits zwei Jahre später waren die SEALs wieder im Lande. Als es in Monorivia zu Unruhen kam, nachdem US-Botschaftswachen zwei Polizisten am 18. August 1996, während eines Angriffes auf die US Botschaft, erschossen hatten, hielt sich seit dem 21. August ein 20-köpfiges luftverlegbares SEAL Team in Sierra Leone bereit, um im Falle eines Falles, unterstützt von Special Forces der US Army amerikanische Staatsbürger zu evakuieren. An der Operation beteiligt waren auch Boote der SBU der SEALs: Die USS Chinook kreuzte mindestens eine Woche lang in Sichtweite der Stadt Monorovia.
Im August 2003 kehrten SEALs und Special Forces nach Liberia zurück. Mittlerweile musste der verhasste Präsident Charles Taylor sein Amt aufgeben und aus dem Lande fliehen, in welchem nun bewaffnete Banden die Straßen beherrschten. 100 US Soldaten, einschl. SEALs und Special Forces, gehörten zum ersten Teil der nachkommenden Friedenstruppe. Die Sondereinheiten erkundeten ausgewählte Örtlichkeiten an denen später die Hauptkräfte der aus Truppen der USA und Westafrika bestehenden Sicherheitstruppe landen sollten. Und am 5. August trafen die ersten nigerianischen Friedenstruppen ein.
Die zehn bis 12 SEALs, unterstützt von Pionieren, räumten auch das Hafenbecken Monorovias von Unterwasserhindernissen, welche die Schifffahrt beeinflussen könnten.


Ein SEAL gibt seinen Kameraden bei der Erkundung vermutlicher Al-Qaida 
und Talibanstellungen Deckung, 24. Januar 2002. (Picture by US Navy) 

Operation Enduring Freedom (Afghanistan 2001-?) 

Nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center (WTC) und das Pentagon am 11.09.2001 beschloss die Regierung Bush gegen die mutmaßlichen Drahtzieher, die Terrororganisation Al-Qaida und die sie unterstützenden Taliban, ins Feld zu ziehen. Anfangs kamen nur wenige Bodentruppen wie die amerikanischen Special Forces oder der britische Special Air Service zum Einsatz. Deren Aufgaben beschränkten sich auf Fernspäh- und FAC-Einsätze für die anfliegenden Kampfflugzeuge, sowie die Ausbildung und Unterstützung der mehr oder weniger mit den USA Verbündeten Nordallianz-Truppen. 
Doch mit dem Vormarsch der Nordallianz kamen nun verstärkt auch Truppen anderer Teilstreitkräfte zum Einsatz. Dies wurde noch verstärkt durch die Anlandung der 15th und 26th MEU(SOC) des Marine Corps. Obwohl Afghanistan ein Binnenland ohne Küste ist, kam somit auch ein größeres Kontingent der SEALs zum Einsatz. Ihre Aufgaben waren die Durchsuchung von Taliban und Al-Qaida-Verstecken und die aktive Teilnahme an den zunehmend härter werdenden Bodenkämpfen, vor allem in Höhlen und Gebirgen. Die SEALs waren in Afghanistan der Task Force 11 unterstellt.
Doch mit der zunehmenden Aktivität traten auch ersten Verluste in den Reihen der SEALs auf: Der erste gefallene SEAL war Petty Officer (Maat) Neil Roberts, 32 Jahre alt, und dem Seal-Team 2 angehörig. Die Umstände von Roberts Tod und die Bergung seines Leichnamens spiegeln in einem gewissen Maße die Mentalität speziell der SEALs und der US-Sondereinsatzeinheiten allgemein, nie einen Mann, egal ob tot oder lebendig, zurückzulassen, wieder.
Am Montag, dem 4. März 2002 um 3.30 Uhr Ortszeit, flogen zwei MH-47E Chinook des 160th SOAR mit einem SEAL-Aufklärungstrupp in das Shahikot-Gebirge, in der afghanischen Provinz Paktia. Die Landezone galt Stunden zuvor noch als feindfrei, jedoch war mittlerweile ein starker Talibanverband in das Gebiet eingekehrt. Der erste Hubschrauber, in welchem Roberts saß, geriet im Landeanflug auf die LZ (Landing Zone) Ginger, der Takur Ghar Bergspitze in 3.000 m Höhe, plötzlich unter Feindfeuer: drei Geschosse aus RPG-7 Panzerbüchsen trafen die Unterseite des Nutzlastabteils und des Cockpits des Chinooks ohne zu explodieren. Jedoch durchtrennten die Geschoss verschiedene Versorgungsleitungen und Hydraulikflüssigkeit floss durch den Innenraum des Hubschraubers. Roberts stand bereits an der Heckrampe um den Hubschrauber schnell verlassen zu können, so dass die Zeitspanne, in welcher der Hubschrauber am Boden ist und ein gutes Ziel darstellt, gering ist. Durch die heftigen Ausweichbewegungen des MH-47 rutsche Roberts auf der ausgelaufenen Flüssigkeit aus, verlor den Halt und fiel aus der Maschine. Der SEAL überlebte den knapp drei Meter tiefen Sturz, aus dem langsam fliegenden Hubschrauber. An Bord des MH-47 bemerkte man den Verlust Roberts nicht. Aufgrund der starken Beschädigungen des Hubschrauber wäre eine sofortige Rettung Roberts unmöglich gewesen. Der angeschlagene Chinook suchte sein Heil in der Flucht. Roberts blieb zurück.
Als der Hubschrauber vier Kilometer weiter notlandete, führte man eine Zählung durch und bemerkte erst jetzt das Fehlen des SEALs. Eine Predator Aufklärungsdrohne wurde in das Gebiet entsandt und übertrug Live Bilder zur FOB. Roberts kämpfte am Boden um sein Leben, mit Handgranaten und seinem M4-Karabiner schaltete er eine MG-Stellung aus. Trotz mehreren Verwundungen kämpfte er noch über eine Stunde weiter. Die letzten Bilder von Roberts Überlebenskampf zeigen ihn beim Schiessen mit seiner Pistole. Nachdem er seinen Karabiner leergeschossen hatte, war sie das einzige was ihm blieb um die angreifenden Taliban-Al-Qaida-Krieger zu bekämpfen. Kurz darauf fiel er. Al-Qaida-Taliban-Kämpfer trugen seinen Leichnam weg.
Unterdessen erhielten die US-Streitkräfte aus Bagram die Erlaubnis eine Rettungsaktion zu starten. Drei Stunden später flog ein weiteres Paar MH-47E die Landungszone ihrer Vorgänger an. An Bord befand sich ein überstürzt zusammengestelltes 33-köpfiges, ausschließlich aus Freiwilligen bestehendes Rettungsteam. Die Soldaten wurden abgesetzt von ihren Hubschraubern in der früheren LZ abgesetzt und kämpften sich ihren Weg durch die Al-Qaida Stellungen zu einem Bunkersystem, in dem man, so vermutete man, den noch lebenden Roberts gefangen hielt. 
Daraufhin bahnte sich ein Feuergefecht an, bei dem sechs Amerikaner fielen. Zwölf Stunden dauerte der Kampf am Boden an, bis weitere Hubschrauber eintrafen um das Rettungsteam zu unterstützen und dem Gefecht ein Ende setzten. Nach dem mühsam erkämpften Sieg der Amerikaner wurden die Gefallenen, inklusive Roberts, und elf Verwundete zurückgebracht. 
Neben Roberts starben, die Ranger Private First Class Matthew A. Commons, Specialist Marc A. Anderson, Sergeant Bradley S. Crose, weiterhin Technical Sergeant John A. Chapman und Senior Airmen Jason D. Cunningham der USAF Combat Controller bzw. der Para Rescue und der Angehörige des 160th SOAR "Night Stalkers" Sergeant Philip J. Svitak.

Ein Zweiter Toter aus den Reihen der SEALs ist Chief Petty Officer Matthew J. Bourgeois, er verlor sein Leben am 19. März 2002. Der 35-jährige trat während einer Übung nahe dem Kandaharer Flughafen auf eine Landmine. Ein weiterer SEAL wurde durch die Detonation leicht verletzt.
Die SEALs blieben auch weiterhin in Afghanistan stationiert und nahmen an allen wichtigen Operationen zur Bekämpfung der Taliban und Al-Qaida teil. Durch die Verlagerung des Krisenschwerpunktes von Afghanistan in den Irak sank Anfang 2003 die Zahl der im Land anwesenden SEALs, bzw. von US Sondereinheiten allgemein, drastisch.
Aber auch das Jahr 2003 forderte Opfer unter den Seals in Afghanistan:
Am 25. Juni wurde der 30 jährige Interior Communications Electrician 1st Class Thomas E. Retzer, bei einer Feindberührung in der Nähe von Gardez, Afghanistan so schwer verwundet, das er am Folgetag seinen Verletzungen erlag. Zwei Mitglieder der US Army Special Forces wurden bei dem Vorfall verletzt.
Navy Photographer’s Mate 1st Class David M. Tapper, wurde am 20. August 2003 getötet. Der 32-jährige wurde bei einem Hinterhalt in Orgun, in der Provinz Paktia, Afghanistan, schwer verletzt und verstarb später im Krankenhaus der Bagram Air Base. Tapper und Retzer gehörten zur NSWG 2.


Das erste Foto welches die Beteiligung Deutschlands am Krieg gegen den Terrorismus in Afghanistan zeigte:
US Navy SEALs und Soldaten des KSK haben ein Munitionslager n den Bergen Afghanistans ausgehoben.
(Picture by US Navy)

3. Golfkrieg (2003) 

Auch im 3. Golfkrieg spielten Sondereinheiten eine Rolle. Als in den Tagen vor Kriegsbeginn alliierte Pioniereinheiten Teile der Demarkationslinie an der irakisch-kuwaitischen Grenze einrissen, sollen auf diesem Wege auch Kommandoeinheiten in den Irak eingesickert sein. 
Während im Südirak amerikanische Luftlandeeinheiten und Special Forces, unterstützt vom britischen SAS und SBS zwei Flugplätze (H2 und H3 am 21. März 03) eroberten, räumten SEALs unterstützt von dressierten Delphinen im Hafen von Um Kasr Minen. SEALs beteiligten sich auch, zusammen mit dem britischen SAS, dem australischen SASR und amerikanischen Special Forces an der Jagd auf möglicherweise noch im Irak vorhandene SCUD-Abschussrampen.
In der Nacht vom 1. auf den 2. April 2003, befreiten Seals die Gefreite Jessica Lynch aus irakischer Gefangenschaft. Die 19-jähgrige Lynch war am 23. März nachdem ihr Konvoi der .507 Instandsetzungseinheit der 11. Air Defence Brigade in einen Hinterhalt geraten war, mit 14 ihrer Kameraden in irakische Gefangenschaft geraten.
Das US Central Command wurde durch einen irakischen Rechtsanwalt auf Lynchs Aufenthaltsort hingewiesen. In dieser Nacht errichteten Ranger einen Perimeter um das Krankenhaus in dem Lynch behandelt wurde. Während SEALs, von Hubschraubern abgesetzt, in das Krankenhaus eindrangen und sich vom diensthabenden Arzt zu Lynch führen ließen. Von hier aus trugen sie Lynch auf einer Trage nach draußen, zu einem wartenden MH-60 Hubschrauber.
Die Befreiung Lynchs war ein gewiefte PR-Aktion. Das SEAL-Team, welches Lynch rettete, nahm die komplette Aktion auf Video auf, ein fünfminütiger Zusammenschnitt wurde auf der nächsten Pressekonferenz vorgeführt. Zuvor hatte man sich versichert, das die Fedajhin - irakische Freischärler - die sich im Krankenhaus aufgehalten hatten, abgezogen waren. Als das Rettungstrupp in das Krankenhaus eindrang, wollte man den SEALs den Weg zu Lynch zeigen und ihnen die Zimmerschlüssel übergeben. Diese lehnten jedoch freundlich aber bestimmt ab, sprengten, schossen und traten Türen auf und schossen mit Platzpatronen umher. In der späteren Pressevorführung des Videobandes, sah dies alles sehr real aus. Lynch wurde von Kuwait aus, in das US Militärhospital in Wiesbaden geflogen und hatte sich kurz darauf von ihren Verletzungen wieder erholt. Ihre gefangengenommen Kameraden wurde bei Tikrit von US Marines, in einer echten Befreiungsaktion, befreit.
Ob SEALs innerhalb Bagdads operierten ist noch nicht bekannt. Nach Aussage des Pressesprechers des US Central Commands, infiltrierten Kommandoeinheiten Bagdad durch geheime Tunnel die den Bagdad International Airport mit Bagdad verbinden.


Taucher des Seal Team 2 üben in den warmen Gewässern der Karibik, 2. Oktober 1997 
(Picture by US Navy)


Ausbildung

Die Anforderungen

Um in den elitären Kreis der Kampfschwimmer der Navy aufgenommen zu werden, muss der Bewerber folgende Anforderungen erfüllen.

Ü männlichen Geschlechtes
Ü nicht älter als 28 Jahre
Ü freiwillige Meldung
Ü keine Vorstrafen
Ü bestandene taucherärztliche und psychologische Untersuchung
Ü volle Sehschärfe
Ü keine Farbenblindheit
Ü Bestehen einer sportlichen Eignungsübung
Ü 500 m Schwimmen (unter 12,3 min)
Ü 42 Liegestütze (in 2 min)
Ü 50 Sit-Ups (in 2 min)
Ü acht Klimmzüge
Ü 1,5 Meilen (ca. 2,4 km) Lauf mit voller Ausrüstung unter 11,3 min
Ü mindestens 104 Punkte bei einem IQ-Test
Bewerber muss schon zuvor eine gewisse Dienstzeit bei der Navy absolviert haben, ein Eintritt direkt aus dem Zivilleben ist nicht möglich. Während der Ausbildung wird kein Unterschied zwischen Mannschaften und Offiziere gemacht, da die Rangabzeichen entfernt werden.

Die Ausbildung 

Um ein SEAL zu werden, muss der Anwärter eine einjährige Ausbildung durchlaufen, welche als eine der härtesten in den ganzen US Streitkräften gilt. Bevor der Bewerber zum BUD/S-Lehrgang (Basic Underwater Demolition/SEAL) zugelassen wird, durchläuft er einen siebenwöchigen Auswahl- und Vorbereitungslehrgang.
Der BUD/S-Lehrgang wird wie alle Ausbildungsabschnitte in Coronado durchgeführt. In den ersten fünf Wochen wird die körperliche Leistungsfähigkeit der Rekruten trainiert, so werden Tag und Nacht Laufübungen, Gymnastik, Sit-Ups, Liegestütze und das Überwinden der Hindernisbahn in einem immer strengeren Zeitlimit per gnadenlosem Drill vermittelt. Zudem wird den Teilnehmern schon der Umgang mit den Schlauchbooten beigebracht und sie werden in siebenköpfige Bootsgruppen eingeteilt. Weiterhin wird an den Schwimmkünsten der zukünftigen SEALs gefeilt: Sie werden mit zusammengebundenen Armen und Beinen in ein Wasserbecken geworfen und müssen sich immer wieder vom Grund abstoßen um an frische Atemluft zu kommen.
Nach diesen fünf Wochen folgt die legendäre "Hell Week" (Höllenwoche). Während diesen fünf Tagen finden die Rekruten nie mehr als eine Stunde Schlaf pro Tag und es wird nie langweilig: Tag und Nacht wird gerudert, geschwommen und gelaufen.
Diese Übungen dienen alle dazu, die späteren Kampfschwimmer an das nasse Element zu gewöhnen. Doch nach der anstrengenden Hell Week und dem Ausscheiden zahlreicher Teilnehmer verlaufen die nächsten drei Wochen ruhiger, da sich der harte Kern herauskristallisiert hat. Während des BUD/S, speziell während der Höllenwoche, verlassen im Schnitt 60% der Anwärter die Ausbildung und kehren zu ihren Einheiten zurück. Nun erfolgen noch zahlreiche theoretische Übungen und Ausbildungen, darunter auch eine intensive Waffenausbildung.
Der nächste Abschnitt beschäftigt sich hauptsächlich mit der Taucherausbildung mit offenem und geschlossenem Atemkreislauf.
Im dritten Abschnitt wird der infanteristische Kampf intensiv geübt. In diesen neun Wochen wird Waffenausbildung, Seilarbeit, Fernspähtaktik, Gefechtsausbildung und Sprengen den Teilnehmern vermittelt. Das gefechtsmäßige Schiessen und die Kenntnisse über in- und ausländische Waffen müssen sitzen.
In den letzten fünf Wochen werden die künftigen Kampfschwimmer auf die Insel San Clamente, etwa 100 km von San Diego entfernt, verlegt. Hier wird der bisher erlernte Stoff noch einmal in diversen Übungsszenarien trainiert. Nach sechs Monaten harter Ausbildung folgt nun eine Abschlussprüfung.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Grundausbildung für den Dienst bei den Sondereinsatztruppen werden die Anwärter nach Fort Benning, Georgia versetzt. Dort befindet sich die Luftlandeschule der US Army, an dem die zukünftigen SEALs das Fallschirmspringer-Abzeichen erwerben.
Nach Abschluss aller Ausbildungspunkte werden die Anwärter zu einem SEAL oder SDV Team versetzt. Dort müssen sie sich noch einmal ein halbes Jahr weiterbilden, erst dann dürfen sie sich den begehrten "Trident "an den Dienst- oder Ausgehanzug heften. Das Trident ist das Tätigkeitsabzeichen der US Navy SEALs und darf von all denen getragen werden, welche Absolventen der BUD/S Ausbildung sind. Der Trident ist ein vergoldetes Metallabzeichen welches die triphibische Einsatzfähigkeit der SEALs zeigt. Der Anker steht für die Verbundenheit mit dem Wasser, der Adler symbolisiert die Fähigkeit für den Fallschirmsprung, während der Dreizack die Unterwasserfähigkeit und die Pistole den Landkampf darstellen.
Die Seals suchen sich nur die besten Männer heraus. Es gab durchaus Lehrgänge aus denen keiner der Teilnehmer ein SEAL geworden ist.

Fort- und Weiterbildung 

Mit dem Abschluss der BUD/S und dem Erringen des Tridents ist die Ausbildung der SEALs noch lange nicht abgeschossen. Die Kampfschwimmer bilden sich in allen möglichen in- und ausländischen Lehrgängen oder besuchen befreundete ausländische Kampfschwimmer-Einheiten und erringen deren Abzeichen. Ansonsten lassen sie sich in die HALO/HAHO-Taktik als Freifaller einweihen, werden Absetzer, und vertiefen ihre Waffen- oder auch ihre Fremdsprachenkenntnisse. 


Klasse 244 des BUD/S-Lehrgangs rudert während der Ausbilung aufs offene Meer hinaus.
(Picture by US Navy) 


Mitglieder der Klasse 244 des BUD/S-Lehrgangs müssen im kalten Wasser ausharren. 
Die orangefarbene Schnur (die sogenannte "Idiot Cord"), welche die Mütze mit der Feldbluse 
verbindet dient dazu dem Verlust der Mütze vorzubeugen. (Picture by US Navy)


Struktur 

Ü Naval Special Warfare Command
Dieses Oberkommando befehligt alle Spezialkräfte der US Navy und ist in Coronado stationiert. Insgesamt beträgt die Personalstärke inklusive aller Reservisten ca. 5.000 Mann. Das NSW Command ist direkt dem Special Operations Command auf der MacDill AFB in Tampa, Florida unterstellt. Von dort werden die Spezialkräfte aller Teilstreitkräfte befehligt.
Das NSW besteht aus dem Naval Warfare Center, das ebenfalls in Coronado stationiert ist. Dort erfolgen die Aus- und Fortbildung der angehenden SEALs und der Unterstützungsgruppen. Weiterhin sind dem NSW Command die zwei Naval Special Warfare Group unterstellt. 

Ü Naval Special Warfare Group 1
Dieser Verband ist in Coronado an der Westküste stationiert und besteht aus folgenden Verbänden:

Ü SEAL Team 1, 3, 5, 7 alle in Coronado
Ü SEAL Delivery Vehicle Team 1, Coronado
Ü Special Boat Unit (SBU) 11, Vallejo, Kalifornien
Ü SBU 12, Coronado
Ü SBU 13 (National Garde), San Diego
Ü Ein SEAL Detachment in Kodiak, Alaska
Ü Ein Detachment des SDV Team 1 auf Hawaii
Ü Sowie die Naval Special Warfare Unit 1 auf Guam
Ü Eine Hubschrauberstaffel (National Garde) der Navy
Ü Naval Special Warfare Group 2
Dieser Verband ist in Little Creek, Virginia an der Ostküste stationiert und besteht aus folgenden Verbänden:
Ü SEAL Team 2, 4, 8, 10 alle in Little Creek
Ü SEAL Delivery Vehicle Team 2, Little Creek
Ü Special Boat Unit (SBU) 20, Little Creek
Ü SBU 22 (National Garde), New Orleans
Ü SBU 24 (National Garde), Norfolk Virginia
Ü SBU 26 in Little Creek
Ü Eine Hubschrauberstaffel (Nationalgarde) der US Navy
In ihren Heimatstandorten sind aber durchschnittlich nur die Hälfte aller SEALs anzutreffen, da der andere Teil sich momentan mit der Flotte auf See befindet. So sind z.B. jeder der ARG (Amphibious Readiness Group) ein SEAL-Zug und eine Bootsgruppe zugeteilt. Daneben stehen noch weltweite Beratereinsätze und Lehrgänge an.

Ü SEAL Team 6
Dieses geheime Anti-Terror Team der SEALs, das momentan unter der Tarnbezeichnung DEVGRU (Naval Special Warfare Development Group) operiert ist direkt dem Joint Special Operations Command und somit dem Generalstab der USA unterstellt. Es gehört nur administrativ zur Marine.

Ü Das SEAL Team
Das Team besteht aus 30 Offizieren und ca. 160-180 Unteroffiziere und Mannschaften. Seit dem Jahr 2002 hat sich die Anzahl der SEAL-Plattoons (Züge) von zehn auf acht verringert. Neben den acht Plattoons mit jeweils 16 Mann gehören zu jedem Team noch ein kleiner Stab, sowie Verwaltungs-, Verpflegungs-, Instandsetzungs- und Sanitätseinheiten, deren Personal in der Regel keine Kampfschwimmerausbildung durchlaufen haben. Ein SEAL Team wird jeweils von einem Commander (Kapitän zur See) befehligt.

Ü SEAL-Platoon
Ein SEAL-Zug besteht aus 16 Mann, welcher sich in zwei acht-Mann Gruppen aufteilen kann. Der erste Gruppenführer ist gleichzeitig auch der Zugführer, während hingegen der zweite Gruppenführer ein ihm unterstellter junger Offizier meist im Leutnantsrang ist. Die acht-Mann Gruppe lässt sich wiederum in zwei 4-Mann Trupps unterteilen und diese lassen auch noch eine Aufteilung in zwei zwei-Mann Trupps zu.
Der Zug wird von einem Kapitänleutnant geführt und besteht neben dem zweiten Unteroffizier noch aus 14 Unteroffizieren. Die Unteroffiziere sind verschiedenartig je Gruppe spezialisiert, so gibt es Sprengmeister, Sanitäter, Fernmelder und Waffenexperten.

Ü SDV-Team
Die beiden SDV-Teams stellen neben dem Team 6 die Elite unter den SEALs dar. Hierhin kommen nur die besten der frischgebackenen Kampfschwimmer. Die Hauptaufgabe der SDV-Teams ist der Einsatz der Mini-U-Boote. Die Teams bestehen aus jeweils drei bis fünf SDV-Zügen mit jeweils 14 Mann und 2 Zügen mit jeweils 24 Mann für die Bedienung der Dry-Dock Shelter (Trockendocks) bei den Mutter-U-Booten. Jedes SDV-Team besteht etwa aus 25 Offizieren und 160 Unteroffizieren und Mannschaften.
Die SDV-Detachments setzen sich aus 5 Offizieren und 35 Mann zusammen.

Momentan befinden sich etwa 2.000 aktive Kampfschwimmer in den Reihen der US Navy.


Ein Seal-Anwärter bei einer Fast-Rope Übung von einem SH-60 Hubschrauber.
(Picture by US Navy)


Waffen und Ausrüstung

Die SEALs setzen eine Vielzahl von Waffen ein. Neben amerikanischen Heereswaffen wurden, dank eines großzügigen Budgets, aber auch Fremdwaffen beschafft, welche an die verschiedenen Einsatzprofile der Seals angepasst sind. Die nachfolgende Liste enthält nicht alle Waffen, da diese des öfteren ziemlich schnell wechseln können. Zum andern testen die Seals eine Vielzahl von neu auf den Markt kommenden Waffen:
 
Ü   Pistolen & Revolver
  Beretta M9 (9 mm x 19)
Glock 17 (9 mm x 19)
HK P9S (9 mm x 19)
S&W Modell 39 (9 mm x 19)
SIG-Sauer P226 (9 mm x 19) Die Seals sind die einzige Einheit im US Militär die offiziell die P226, anstatt der M9, als Seitenwaffe trägt.
HK SOCOM (Mk.23) (11,43 mm x 23)
Colt M-1911A1 (11,43 mm x 23)
zusätzlich wurden diverse Revolver (u.a. S&W 686 und 66) in stainless Steel-Ausführung im Kaliber .357 Magnum beschafft.
Ü   Maschinenpistolen & PDW's
  FN P90 (5,7 mm x 28) 
HK MP5N (9 mm x 19)
HK MP5SD-N (9 mm x 19)
HK MP5k PDW-N (9 mm x 19)
Ingram M10 (9 mm x 19)
Ü   Sturmgewehre
  AK-74 (5,45 mm x 39)
Colt M16A2/A3 (5,56 mm x 45)
Colt M4A1 SOPMOD (5,56 mm x 45) 
AK-47 (7,62 mm x 39)
Winchester M14 (7,62 mm x 51)
SOPMOD M14 (7,62 mm x 51)
Ü   Maschinengewehre
  FN M249 lMG (5,56 mm x 45)
FN Mk.46 Mod 0 (5,56 mm x 45) 
Saco Defense M60 E4 (7,62 mm x 51)
FN M240 (7,62 mm x 51)
Ü   Flinten
  Remington M870 (12/70)
Mossberg 590 (12/70)
Ithaca 37 (12/70)
Benelli M1 (12/70)
Benelli M1014 (12/76) 
Ü   Scharfschützenwaffen
  M21 (7,62 mm x 51)
M25 (7,62 mm x 51) 
PSG-1 (7,62 mm x 51)
MSG-90 (7,62 mm x 51)
Remington 700 (7,62 mm x 51)
McMillan M-86 (7,62 mm x 66)
Armament Industries M500 (12,7 mm x 99)
Barett M82A1 (12,7 mm x 99)
Ü   Panzerabwehrwaffen
  Talley Industries M72 LAW 
FFV M136 (AT-4)
Ü   Unterstützungswaffen
  Browning M2 HB .50 BMG (12,7 mm x 99)
M203 Granatwerfer (40 mm x 46)
Saco Defense Mk.19 Granatmaschinenwerfer (40 mm x 46)
M224 LWCMS Mörser (60 mm)
M-16A1 Springsplittermine "Bouncing Betty" 
M-18A1 Richtsplittermine "Claymore"

Ü Boote
An Überwasserfahrzeugen auf niedrigstem Level ist z.B. das CRRC (Combat Rubber Raiding Craft) vorhanden. Das Schlauchboot benötigt meist sechs Paddler und einen Bootsteurer. Zusätzlich kann es auch noch mit einem Außenbordmotor mit 115 PS betrieben werden, welcher das Boot auf ein Höchstgeschwindigkeit von 18 kn. (ca. 32 km/h) bringt.
Weiterhin steht das RIB (Rigid-Hull Inflatable Boat) zur Verfügung. Dieses Boot mit glasfaserverstärktem Rumpf hat zwei verschiedene Ausführungen. Die erste ist mit einer Länge von 7,30 m etwas kleiner als das RIB mit 9,10 m. Das RIB dient dazu einen vierköpfigen SEAL-Trupp in das Einsatzgebiet zu bringen. 
Das PBL ist die militärische Version des Boston-Whaler Bootes. Es wird von Angehörigen der Special Boat Units gefahren und ist mit einem M2 .50 BMG und zwei M60 7,62 mm MG's bewaffnet. Es dient zum Transport von einer achtköpfigen SEAL-Gruppe in Binnengewässern. 
Das PRB (Patrol Boat River) stammt noch aus den Tagen des Vietnamkrieges. Das PRB ist luftverlastbar und gepanzert. Die Bewaffnung besteht aus M2 .50 BMG und mehreren Mk.19 Granatmaschinenwerfern. Es wird von den Männern der Special Boat Unit bedient und kann einen Seal-Trupp transportieren. Es eignet sich nur zum Einsatz in Binnengewässern.
Das MATC (Mini-Armored Troop Carrier) ist ein leichtgepanzertes, etwa elf Meter langes Mannschaftstransportboot, welches in küstennahen und Binnengewässern zum Einsatz kommt. Neben der vierköpfigen SBU-Besatzung findet ein 16-köpfiger SEAL-Zug Platz. Neben dem sehr geräuscharmen Antrieb gibt es auch ein empfindliches Radarsystem an Bord. 
Seit 1996 werden von den SBUs auch die neuen Mark V Special Operations Craft verwendet. Diese hochseetüchtigen Schnellbote, die in einem C-5 Galaxy Transportflugzeug luftverlastbar sind, bieten neben der Bootsbesatzung einem 16-köpfigen SEAL-Zug Platz. Das Boot erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 50 kn. (ca. 93 km/h) und verfügt über einen Aktionsradius von etwa 600 Seemeilen (ca. 1.000 km). Die Bewaffnung besteht aus vier M2 .50 BMG und weiteren zurüstbaren Unterstützungswaffen auf Lafette. 
Als größte Schiffseinheiten der SBUs gelten die Boote der PC (Patrol Costal)-Klasse. Insgesamt wurden 13 dieser Küstenschutzboote Anfang 1993 beschafft. Die 51 m langen Boote erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 30 kn und verfügen über eine Reichweite von ca. 2.000 Seemeilen (etwa 3.600 km). Die Besatzung besteht aus fünf Offizieren, 24 Matrosen und bieten Platz für eine achtköpfige SEAL-Gruppe. Die Bewaffnung besteht aus einer Mk.38 25 mm Maschinenkannone, eine Waffenanlage für Stinger-FlaRaketen, vier M2 .50 BMG und einem Mk.19 Granatmaschinenwerfer. An passiven Schutzmaßnahmen stehen Mk.52 Werfer mit Infrarot-Täuschkörpern zur Verfügung.


Ein Mark V SOC (Special Operations Craft).

Ü Kleinst-U-Boote (SDV)
Die sogenannten Swimmer Delivery Vehicle gibt es in zwei Ausführungen. Einmal das SDV Mark VII, ein sogenanntes "nasses" Taucherfahrzeug.. Das bedeutet das die Besatzung dem Wasser unmittelbar ausgesetzt ist. Sie müssen sich mit ihrem eigenen Sauerstofflaschen Atemluft verschaffen. Das Mark VII nimmt vier SEALs inklusive ihrer Ausrüstung auf und erreicht unter Wasser 7 kn. (ca. 13 km/h) bei maximal fünf Stunden Tauchfahrt. Um die SDVs in ihr Einsatzgebiet zu bringen stehen sechs U-Boote der Sturgeon-Klasse zur Verfügung, welche mit Hilfe der Dry Dock Shelter (Außenbord-Druckkammern) zum Einsatz gebracht werden. 
Seit Mitte der 90er Jahre wurde auch das ASDS (Advanced Seal Delivery System) eingeführt, welches zu den "trockenen Unterwasserfahrzeugen" gehört. Das ASDS bietet Platz für eine komplette Gruppe (acht Mann) und verfügt über eine Reichweite von fast 200 Seemeilen (ca. 360 km). Taucher können über eine Zweischott-Kammerschleuse das zwölf Meter lange und drei Meter breite Fahrzeug verlassen.

Ü Flugzeuge
Die US Navy verfügt über ein Spezialversion des Sea Hawk Helikopter, den SH-60H. Diese Version unterscheidet sich von der AEW-Version hauptsächlich durch seine Bewaffnung (2 x M134 Gatlingkanonen oder M2) und seine missionsspezifische Ausrüstung. Der Hubschrauber bietet genug Platz um einen SEAL Zug aufzunehmen, aber meistens wird nur ein Gruppe je Helikopter befördert.
Natürlich können die SEALs auch einmal mit Hubschraubern des 160. Heeresfliegerregimentes und dessen modifizierten Spezialhelikoptern (MH-6, MH-60, MH-47) oder Hubschraubern der Air Force, bzw. des Marine Corps zum Einsatz kommen. Fallschirmabsprünge führen sie meistens mit C-130 Hercules Versionen aller Teilstreitkräfte durch.

Ü Landfahrzeuge und weitere Ausrüstung 
An Fahrzeugen kommen verschiedenen Spezialausführungen des HMMWV-Jeeps und die Desert Patrol/Light Strike Vehicle (DPV), eine Art "Dünnen-Buggy", zum Einsatz. Die DPVs verfügen über eine 3-köpfige Besatzung und eine umfangreiche Bewaffnung, welche sich aus einem M2 .50 BMG, einem Mk.19 Granatmaschinenwerfer, einem M60 MG und zwei AT-4 Panzerabwehrraketen zusammen setzt. 
Weiterhin kommt der leichte LKW HMMWV in verschiedenen Ausführungen und Bewaffnungsvarianten zum Einsatz.
Für den besonderen Einsatz an heimischen Stränden verfügen die Seals über einen Ford F-700 welcher 1992 von Fontaine Equipment (Louisville, Kentucky, USA) modifiziert wurde (Doppelbereifung an der Hinterachse, 2,5 t Seilwinde und zusätzliche Tanks, mit welchen die Fahrreichweite verdoppelt wurde). 1995 wurde neue Fahrzeuge auf Basis des Ford F-800 angeschafft, welche mit einem Mehrzweckaufbau und der 2,5 t Seilwinde ausgerüstet sind und dazu benutzt werden, um Bootsanhänger und ähnliches zu bewegen.
An Tauchausrüstung finden sich die blasenfreien Dräger LAR V und "normale" Taucherflaschen im Inventar der SEALs. 
Ein umfangreiches Sortiment an Automatik- und Freifall-Fallschirmen, diversen Haftminen und Sprengstoffen, sowie Fernmeldemitteln steht ebenfalls zur Verfügung.


Seals während Desert Rescue IX Übung auf der Fallon Naval Air Station, Nevada, USA am 0.7 August 2003.
Desert Rescue IX war eine Übung zur Evakuierung von Zivilisten aus Krisengebieten und CSAR-Operationen.


Fazit und Zukunft

Mit den SEALs verfügt die Militärführung der USA über einen weltweit bekannten und kampferprobten Verband der auch auf kleinster strategischer Ebene zum Einsatz kommen kann. Die flexible Verwendung bei Konflikten aller Art und den dringenden Bedarf an solchen Spezialeinheiten zeigt auch die personelle Verstärkung der SEALs mit der Aufstellung des SEAL Team 7 in Coronado am 17. März 2002 und des SEAL Team 10 in Virginia einen Monat später. Dank der triphibischen Verwendbarkeit (See, Luft, Land) und der Ausbildung in verschiedenen Klimazonen lassen sich die Kampfschwimmer überall zum Einsatz bringen.
 

Weiterführende Literatur/ Links:
Ü David Bohrer, US-Eliteverbände, Motorbuch Verlag
Ü Hartmut Schauer, US Navy SEALs - Kampfschwimmer, Kommandos, Antiterror-Truppe, Motorbuch Verlag
Ü Edwin P. Hoyt, Seals At War - The Story of U.S. Navy Special Warfare, Dell Books
Ü Richard Marcinko, Rogue Warrior, Simon & Schuster
Ü Darryl Young, The Element of Surprise - Navy Seals in Vietnam, Ivy Books
Ü "... und ´n schönen Tag auch !", Titelthema Visier 4/98
Ü "Deadly Mission - Inside the Battle of Shah-i-Kot", Titelthema Time 12. Woche 2002
Ü "Saving Private Jessica", Time 15. Woche 2003 
Ü offizielle Rekrutierungsseite: Sealchallenge.navy.mil
Ü englischen private Seite: Navyseals.com