Der Russisch-Japanische
Krieg
Im Zuge des Russisch-Japanischen Krieges (1904-1905) kam es am
27./28. Mai 1905 in der Koreastrasse zwischen Japan und Korea, östlich
der Insel Tsushima zu einer Seeschlacht zwischen einer russischen Flotte
unter Admiral Sinowi Petrowitsch Rojestwenski und der japanischen Flotte
unter Admiral Haihatschiro Togo. Die zweitägige Schlacht zählt
zu den größten (Anzahl der beteiligten Schiffe und Mannschaften)
Seeschlachten der Geschichte und sie endete mit der völligen Vernichtung
des russischen Geschwaders. Der Sieg Togos fand damals große Beachtung
und gilt durch den anschließend geschlossen Frieden als Eckpfeiler
für die Festigung der Vormachtsstellung Japans im pazifischen Raum.
Die Zerschlagung und anschließende Vernichtung der nach damaligen
Betrachtungen etwa gleich starken russischen Flotte durch Japan unter vernachlässigbaren
eigenen Verlusten soll Gegenstand dieser Untersuchung sein.
Am 06.02.1904 teilt der japanische Botschafter der russischen Regierung
nach einer Reihe direkter und indirekter Provokationen Russlands durch
den russischen Stadthalter in Port Arthur (Aléxejew) und nach einer
Reihe fruchtloser Japanischer Protestnoten den Abbruch der diplomatischen
Beziehungen mit. Aléxejew (Oberbefehlshaber der Land- und Seestreitkräfte
in Port Arthur) erhält am 08.02.1904 den telegraphischen Befehl des
Zaren "Es ist erwünscht, dass die Japaner und nicht wir die kriegerischen
Operationen eröffnen.". Am selben Tag wurden alle japanischen Staatsangehörigen
aus Port Arthur von einem japanischen Dampfer abgeholt. Zu diesem Zeitpunkt hat Aléxejew das Kommando über das Port Arthur Geschwader (später
umbenannt in "erstes Pazifische Geschwader"), sieben Linienschiffe, vier große
Kreuzer, einige schnelle Kreuzer, mehrere kleine/ungeschützte Kreuzer
und Torpedoboote. Trotz der imminenten Bedrohung versäumte
er es seine Schiffe in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen und
den von ihm fast sämtlicher Kompetenzen beraubten Geschwaderchef Vizeadmiral Starck von der politischen Entwicklung zu informieren. Es wurden lediglich
zwei Torpedoboote, mit striktem Befehl unter keinen Umständen das
Feuern zu eröffnen, zur Bewachung der Hafeneinfahrt detachiert. Eine
schriftliche Anfrage des Vizeadmirals wenigstens seine Schiffe abdunkeln
zu dürfen wird von Aléxejew mit der Notiz "Nein. Noch nicht." abgelehnt. Während der Neumondnacht sichten die beiden zum Wachdienst
abgestellten Torpedoboote eine japanische Torpedobootflottille mit Kurs
auf Port Arthur. Befehlsgemäß hetzen sie zurück, aber noch
während sie ihrem Flaggschiff signalisieren, greifen die Japaner an
und treffen die Linienschiffe "Pallada", "Zessarewitsch" und "Retiswan"
schwer. Das einsetzende Abwehrfeuer der russischen Flotte kommt zu spät
und die getroffenen Linienschiffe "Pallada" und "Retiswan" sacken auf Grund,
"Zessarewitsch" muss die Flutventile öffnen um nicht mit dem im Schlepp
weggesackten "Retiswan" zu kollidieren. Zur gleichen Zeit liegen im neutralen
Hafen Tschemulpo der große Kreuzer "Warják" und der 20 Jahre
alte, kleine ungeschützte Kreuzer "Korejetz". Um die Lage zu klären
will "Korejetz" nach Port Arthur auslaufen, gerät dabei mitten in
eine japanische Landungsaktion und glaubt sich mit Torpedos angegriffen.
"Korejetz" feuert einige Schüsse ab und zieht sich wieder nach Tschemulpo
zurück. Am 09.02. richtet der Kommandeur der japanischen Deckungsgruppe,
Konteradmiral Uriu, an die russischen Schiffe ein Ultimatum. Wenn diese
nicht bis 12.00 Uhr den neutralen Hafen verlassen, werde er den Hafen
angreifen. Um die Neutralität des Hafens und der dort liegenden internationalen
Schiffe zu gewährleisten machen die beiden russischen Schiffe Dampf
auf und verlassen unter Gefechtsflagge Tschemulpo. Konteradmiral Urius neun Panzerkreuzer und Kreuzer schießen den Kreuzer "Warják"
auf 9.000 m mit ihren hervorragenden Brisanzgranaten und dem berüchtigten
Schnellfeuer zusammen, während sich die "Korejetz" mit ihrer schwachen
Bewaffnung kaum am Gefecht beteiligen kann. Nach eineinhalb Stunden und nachdem
alle Kampfmittel erschöpft sind, ziehen sich die russischen Kreuzer
wieder in den Hafen zurück. Der schwer beschädigte "Warják"
versenkt sich dort selbst und "Korejetz" wird von der Besatzung gesprengt.
Einige Stunden später verunglückt der Streuminendampfer "Jenissei"
beim Auslegen einer Minensperre vor Port Arthur. Er, und der zur Hilfe
eilende kl. Kreuzer "Bojárin", gehen auf den Minen verloren.
Die Ausschaltung der russischen Flotte in und um Port Arthur
war somit vorübergehend erzielt und die Japaner konnten nun ungestört
ihre Truppentransporte über See schicken. Durch die Veröffentlichung
der Reparaturberichte der drei Linienschiffe aus Port Arthur in russischen
Zeitungen wusste Admiral Togo zu welchem Zeitpunkt das dortige Geschwader
wieder zur Bedrohung werden würde und stellte sich entsprechend ein.
Am 18.02.1904 wird der ehemalige Kriegsminister Kuropatkin zum Höchstkommandierenden
(Landstreitkräfte Korea) ernannt, muss aber als Folge der Günstlingswirtschaft
im Zarenreich absolut unfähige Untergebene in entscheidenden Positionen
dulden, etwa die Generäle Baron Stackelberg und Grippenberg.
Der glücklose
Vizeadmiral Starck wird am 17.02.1904 durch den tüchtigen und beliebten
Vizeadmiral Makárow ersetzt. Das mitreißende Wesen Makárows
war offenbar gut geeignet, um die bei Offizieren und Mannschaften der Flotte
eingetretene allgemeine Niedergeschlagenheit zu vertreiben und selbst die
erheblichen Mängel an Ausrüstung und Schulung seiner Leute zum
Teil zu kompensieren. Bereits hier wird die Gefahr klar, die in dieser Fertigkeit
liegt: Die Moral und Leistungsbereitschaft seiner Leute hängt nicht vom Admiral Makárow ab, sondern von der Person Makárow
selbst. Nach seiner Ankunft verwandelt Makárow die Flotte schnell
durch ständiges Auslaufen und Patrouillieren in eine aktive Bedrohung
für den japanischen Nachschub (eine sogenannte "fleet in being") und zwingt
dadurch Togo seine Flotte ständig in Defensivmaßnahmen langsam
abzunutzen. Bereits zwei Tage nach seinem Eintreffen kommt es zu Nachtgefechten
(9.-10.03) zwischen den sich bis dahin im Hafen versteckten russischen
Torpedobooten und der japanischen Torpedobootsvorpostenlinie. Am Morgen
des 10.03. wird das zurückkehrende Torpedoboot "Steregutschy" von
der zweiten japanischen Zerstörerdivision in Sichtweite von Port Arthur
manövrierunfähig geschossen und umzingelt. Zur Unterstützung
dieses Gefechts nähert sich Konteradmiral Dewas 3. Kreuzerdivision
von See her. Das einzig russische Schiff in Port Arthur unter Dampf ist
zu diesem Zeitpunkt der kleine ungeschützte Kreuzer "Nowik". Makárow
läuft persönlich zum Entsatz für "Steregutschy" auf "Nowik"
aus, wird von Dewa abgedrängt, kehrt mit dem Kreuzer "Askold" zurück
und rettet zumindest die Überlebenden der sinkenden "Steregutschy".
Wenige Stunden später liegen die russischen Schiffe im versandeten
Hafen während der Ebbe fest. Die Japaner unter Togo beginnen ein indirektes
Bombardement des Hafens aus einer nahegelegen Bucht. Die für die Japaner
sichtbaren Vorbereitungen und das Auslaufen der russischen Flotte hatten
unter Admiral Starck immer 24 Stunden betragen, deshalb geht Togo kein
großes Risiko ein. Am 11. März verlässt dann das gesamte
Geschwader Makárows in nur zwei Stunden den Hafen, führt einige
Manöver durch und kehrt in völliger Ordnung gegen Abend zurück.
Am 22.03. wollen wieder zwei japanische Linienschiffe ein Bombardement
beginnen, Makárow hatte aber bereits Artilleriebeobachtungspunkte
einrichten lassen und erwidert mit seinen Schiffen das japanische Feuer. Die "Fuji"
wird schwer getroffen und muss sich zurückziehen. Makárow läuft nach Ende der Ebbe mit
fünf Linienschiffen aus und vertreibt die Japaner
aus der Bucht. Um die russische Flotte endgültig zu Blockieren, beginnt
Togo einen Minenkrieg gegen Port Arthur. In der Nacht vom 12.-13.04.1904
legen die japanischen Torpedobootsdivisionen in dichtem Schneegestöber
einen Minengürtel vor Port Arthur. Die russischen Wachschiffe, ein
Kreuzer und die Torpedoboote "Straschni" und "Smälni" patrouillieren
vor dem Hafen. "Straschni" verliert im Schneetreiben den Anschluss und
ordnet sich irrtümlich in die Kolonne der abrückenden japanischen
Torpedoboote ein. Am Morgen bemerken beide Seiten den Irrtum und die Japaner
schießen das Boot zusammen. Auf dem bereits sinkenden Fahrzeug sind
alle Kampfmittel vernichtet und der verwundete Kommandant feuert mit dem
letzten Maschinengewehr auf die japanische Übermacht, als der Kreuzer
"Bájan" zur Rettung kommt. Jetzt taucht auch Admiral Dewas 3. Kreuzerdivision
auf und droht die Rettungsaktion zu verhindern. Mit seinem Flaggschiff
"Petropáwlowsk", einem weitern Linienschiff und drei kleinen Kreuzern
eilt der Admiral "Baján" zur Hilfe und zwingt Dewa zum Rückzug.
Zu Dewas Unterstützung erscheinen nun die neun Linienschiffe Togos und
Makárow muss seinerseits zurück. Obwohl der kleine Kreuzer
"Diana" schon in Reichweite ist, lässt Togo nicht feuern, sondern treibt
die Russen bis um etwa 9.40 Uhr und bricht dann die Verfolgung ab. Eine
viertel Stunde später explodiert eine japanische Mine unter der "Petropáwlowsk",
die 18 Torpedos im Bugtorpedoraum explodieren in einer gewaltigen Sekundärexplosion,
die ihrerseits die Munitionskammern des Schiffes in einer noch gewaltigeren
dritten Explosion entzündet. Das Schiff zerbirst und geht in wenigen
Sekunden über den Bug mit noch drehenden Schrauben unter. Vizeadmiral
Makárow, 31 Offiziere, 600 Mannschaften und Unteroffiziere gehen
mit dem Schiff unter.
Von nun an liegt die russische Flotte in Port Arthur
fest. Die Japaner können unbehelligt General Nogi und seine Armee
landen. Dieser schließt am 12.05.04 Port Arthur ein. In Russland
beginnt man bereits am 16.04.04 mit einem tollkühnen Plan: In den
Ostseewerften wird ohne Rücksicht auf die Kosten und auf direkte Weisung
des Zaren eine neue Flotte aus dem Boden gestampft um Port Arthur freizukämpfen
und Togo zu schlagen. Durch die Verbreitung dieser Information in
der internationalen Presse erfuhr der japanische Generalstab sehr schnell von
diesem Vorhaben. Man wusste nun, dass Port Arthur wohl nicht rechtzeitig ausgehungert
werden konnte und erteilte General Nogi die Anweisung die Stadt so schnell
wie möglich zu erobern. Die Schlüsselstellung war hier der "Hügel
203". Von ihm aus könnte die Festung eingesehen werden und mit gelenktem
Artilleriefeuer alle verbliebenen Schiffe zerstört werden. Seine Eroberung
war von nun an ein Wettlauf mit der Zeit. Zum Befehlshaber des neuen russischen Geschwaders ("Baltisches Geschwader"
später "II. Pazifisches Geschwader") wurde am 05.05.1904 der
tatkräftige Admiral Rojéstwenski ernannt. Seine Aufgabe: Überwachung
des Geschwaderneu- und Umbaus, Auswahl und Ausbildung der Besatzungen und
Offiziere, das Führen der Flotte ins 20.000 Seemeilen entfernte Port
Arthur und die Vernichtung oder Vertreibung von Togos Flotte. Bedenkt man
die Umstände, unter denen er arbeiten musste, erscheint es unmöglich,
dass er überhaupt Korea erreichen konnte. Misswirtschaft, Sabotage,
schlechter Ausbildungsstand der Besatzung und Intrigen gegen ihn am Hofe
erschwerten seine Arbeit. So waren viele der auf dem Papier georderten
und von Fabriken abgeschickten Ausrüstungsgegenstände nicht vorhanden,
passten nicht oder waren von minderer Qualität. Diese Umstände
lagen nicht in der Verantwortung des Admirals aber mit den Resultaten hatte
er zu leben. So waren die neuen Funkanlagen sämtlich unbrauchbar,
die optischen Visiere ebenfalls, die Panzerplatten des Flaggschiffs "Suworow"
waren zwei Zoll dünner als bestellt, der Konstruktionsschwerpunkt seiner Schiffe
war falsch berechnet, so dass die Linienschiffe der ersten Division alle etwa
1,5 m tiefer im Wasser lagen als geplant - trotz der zu dünnen und damit
leichteren Panzerplatten. Ein um 1,5 m höherer Tiefgang bedeutete aber auch,
dass die Gürtelpanzer an der verwundbaren Wasserlinie jetzt komplett unter dem
Wasser lagen und die Schiffe nicht mehr gegen Flachbahnfeuer geschützt waren.
Dazu kam, dass der verschobene Schwerpunkt eine Vollladung der Schiffe mit
Kohlen kaum möglich machte, denn die Stückpforten der Mittelartillerie lagen
bereits zu nah an der Wasserlinie, was in der Ostsee vertretbar war, aber bei
der geplanten Fahrt um Afrika herum ein enormes Risiko darstellte.
In Port Arthur lagen die russischen Schiffe unter dem Oberkommando
des abwesenden Alexéjew fest und der kommandierende Offizier,
der alte Vizeadmiral Witthöft, konnte sich aufgrund der zu erwartenden
Verstärkung durch Admiral Rojestwenski nicht entschließen auszubrechen.
Da man Witthhöft, und über die Presse auch Togo, mitgeteilt hatte,
dass man im Dezember 1904 oder im Januar 1906 im gelben Meer mit Rojestwenskis
Schiffen eintreffen wollte, richteten sich beide bereits nach diesem Termin.
Togo drängte General Nogi zur Eile, denn für die zu erwartende
Schlacht mussten seine Schiffe dringend überholt und ausgebessert
werden. Durch Minen und Unfälle verlor Togo zwischen dem 14.05.04
und dem 05.07.04 den Kreuzer "Yoshino", den kleinen Kreuzer" Miyako", das
Linienschiff "Hatsuse", das Linienschiff "Yashima", den Aviso "Tatsuta"
und den Kreuzer "Kaimon". Aber General Nogi stürmt mit seinen Bataillonen.
Noch zwei Monate hat er Zeit.
Nach vorbereitendem Trommelfeuer japanischer
Artillerie stürmt Nogi den kleinen Wolfsberg. Auf russischer Seite
hält Kondratenko den Hügel bis zuletzt mit unglaublicher Zähigkeit.
Allein 10.000 Mann verliert Nogi an den Hängen des Wolfsbergs. Und
die russische Flotte beteiligte sich mit ihrer Artillerie an der Abwehr
der Sturmangriffe. Aber Kondratenkos Truppen leiden ebenfalls schwer. Waffen
und Munition sind knapp, die Soldaten sind barfuss und die Lazarette zum bersten gefüllt. Nun beginnt Stössel
Admiral Witthöft
Matrosen und Geschütze seiner Schiffe für die Verteidigung des
hohen Berges (Hügel 203) abzunehmen. Den zu Kriegsbeginn nur mit einem
Laufgraben versehenen Berg hat Kondratenko mit Unterständen, Höhlen
und Bunkern gespickt. Die Moral der Flotte in Port Arthur sinkt aber rapide,
und auf manchen Schiffen war man offenbar kurz vor der Meuterei.
Auf Drängen
des Oberkommandierenden Alexéjew beschließt der vorsichtige
Witthöft am 23.06.04 den Durchbruch nach Wladiwostok. Aufgrund langer
Vorbereitung ist Togo über das Auslaufen der Russen im Bilde und während
Witthöft 11 Stunden braucht um das ganze Geschwader aus dem Hafen
zu bringen hat Togo bereits seine Divisionen gesammelt. Als Witthöft
um 18.00 Uhr die Schiffe Togos entdeckt, kehrt er um und lässt vor
dem Hafen ankern. Dabei läuft die "Sewastopol" auf eine Mine, kann sich
aber über Wasser halten. Die Stimmung auf den Schiffen ist nicht mehr
zu unterbieten und Alexéjew schickt erneut den Befehl auszulaufen, um jedoch
nicht die Verantwortung für ein Scheitern übernehmen zu müssen,
wählte er bei seinem Schreiben an Witthöft folgende Worte: "Halten
sie sich vor Augen ,dass das Geschwader nur so lange in Port Arthur bleiben
kann, als es dort ungefährdet ist. In anderem Falle gehen sie rechtzeitig
in See und, ohne sich auf eine Schlacht einzulassen, wenn dies möglich
ist, nach Wladiwostok.". Als "Scheinbar klar, in Wahrheit nebelhaft und
sich gleichfalls gegen alle Eventualitäten rückversichernd" hat
diesen Befehl Thiess in seinem Buch treffend kommentiert. Die Öffentliche
Meinung begann nun den vorsichtigen Witthöft als Feigling zu verspotten
und aus Petersburg erfuhr er, dass an die Abfahrt von Rojéstwenski
noch nicht zu denken sei.
Auf Weisung des Zaren vom 07.08.1904 geht Witthöft
am 10.08.1904 mit allen Schiffen auf Kurs Wladiwostok. Das bedeutet
auch die durch Landartillerie schwer beschädigte "Retiswan" und die
"Sewastopol" mussten mit. Das reduzierte die Höchstgeschwindigkeit
der ganzen Flotte auf 15 SM. Sechs Linienschiffe, drei große Kreuzer, der
kleine Kreuzer "Nowik" und acht Torpedoboote. Nun folgte das dunkle Kapitel der Havarien: als erstes
Maschinenhavarie auf dem Flaggschiff "Zessarewitsch"
- 8 SM, dann Signal von "Zessarewitsch" - voller Stop, dann wieder 14 SM.
Eine halbe Stunde später signalisiert "Pobjäda" - voller Stopp.
Als die Flotte wieder Fahrt aufgenommen hat, trifft sie auf die Japaner und
um 12.50 Uhr eröffnet Togos "Mikasa" auf 11.000 Meter das Feuer. Witthöft
bleibt ruhig, manövriert die Japaner aus und es gelingt den Japanern
schwerere Schäden zuzufügen als man selbst erleidet. Togo muss
umkehren, Witthöft verfolgen und überholen. Zuerst wird das Schlussschiff
der russischen Linie die "Poltawa" zusammengeschossen, dann "Sewastopol",
dann "Pereswjät", "Retiswan" und schliesslich Witthöfts "Zessarewitsch".
Witthöft hält Kurs nach Wladiwostok und trotz der schwersten
Schäden auf den Schiffen feuern die Russen weiter und halten die Formation.
Togos Munition wird schon knapp und sein Flaggschiff "Mikasa" kann nach
mehren schweren Treffern nur noch 10 Knoten laufen. Dann fegt auf 7.000 m
Entfernung
eine japanische 30,5 cm Granate heran, durchschlägt die Kommandobrücke
der "Zessarewitsch",
tötet Witthöft und den größten Teil seines Stabes.
Witthöft ist zwar tot, aber der Kapitän der "Zessarewitsch" hält
im gepanzerten Kommandostand weiter Kurs. Doch ein weiterer Treffer einer 30,5
cm Granate durchschlägt auch den Kommandostand, töten den Kapitän
und den Rudergänger, die "Zessarewitsch" ist steuerlos und beginnt
eine unkontrollierte Drehung nach hart backbord. "Retiswan" folgt
dem führerlosen Flaggschiff, denn, da keine Meldung über den Ausfall
des Admirals gemacht wurde, muss die Linie gehalten werden. Der Kommandant
bemerkt seinen Fehler, übernimmt die Führung und nimmt Kurs auf
Togos Flotte. Die "Pobjäda" folgt. Auf der "Zessarewitsch" hat der erste
Offizier die Kontrolle wiedererlangt und signalisiert: "Übergebe Führung
an den Nächstältesten". Der nächste ist Admiral Fürst Uchtomski
auf der "Pereswjät". Er lässt nun die Signalflaggen setzen "Kiellinie
mir folgen", leider ist der hohe Signalmast seines Schiffes zerstört
und das niedrig gehängte Signal wird zwischen Rauch und Feuer nur
von der "Sewastopol" gesehen. Sie folgt der "Pereswjät", die aber nur der immer
noch irrlaufenden "Zessarewitsch" ausweichen will. Damit ist die russische Linie
nun vollkommen zerrissen.
Da "Retiswan" und "Pobjäda" selbst schwere Schäden erlitten
haben, stellen sie den Angriff ein und folgen der offensichtlich umkehrenden
"Pereswjät". Togo nimmt Kurs auf die angeschlagene "Zessarewitsch",
muss sich aber vor den russischen Torpedobooten zurückziehen. Admiral
Uchtomski kann neun Schiffe nach Port Arthur retten, die zerschlagene "Zessarewitsch"
nimmt Kurs Wladiwostok, verliert aber wegen der zerstörten Kompassanlagen
den Kurs und rettet sich am Morgen mit letzter Kraft in den neutralen Hafen
Deutsch-Kiautschou und wird interniert. Die Kreuzer "Diana", "Askold" und
einige Torpedoboote müssen wegen Kohlenmangels und Gefechtsschäden
ebenfalls neutrale Häfen anlaufen und werden interniert. Nur
"Nowik" nimmt weiter Kurs Wladiwostok. Dort hat man vom Durchbruchsversuch
erfahren und schickt am 14.08.04 drei Kreuzer zur Hilfe. KAdm. Kamimura
fängt sie ab und versenkt "Rurik". Ein weiterer Kreuzer dieser Flotte,
"Gromoboi", läuft einige Wochen später auf Grund und wird schwer
beschädigt. "Nowik" erreicht den russischen Hafen Korsakow, südlich
von Wladiwostok, gerät nach einem Gefecht mit dem Kreuzer "Tsushima"
auf Grund und zerstört sich nach Bergung von Mannschaft und Waffen
selbst. Von nun an spielt das Port Arthur Geschwader keine Rolle mehr.
In Russland sieht man sich aus politischen Gründen gezwungen Kuropatikins
Mukden-Feldzug endlich anzukurbeln. Doch durch voreilige Pressemeldungen
weiß Marschall Oyama über die Offensivpläne bescheid und
tritt mit seiner Armee zum Sturm gegen die russischen Bereitstellungen
an. Nach fünf Tagen bricht die Front und Russland verliert die mandschurische
Hauptstadt Mudken am 01.09.04 an General Kurokis Armee.
Ende November 1904
greift General Nogi mit allen Reserven den hohen Berg (Hügel 203)
vor Port Arthur an. Unter dem Einsatz der "Banzai-Krieger", Selbstmordkommandos
die mit am Körper getragenem Dynamit die Stacheldrahthindernisse sprengen,
rücken die Japaner Schritt für Schritt vor. Kondratenkos Truppen
halten sie immer wieder auf und die Japaner erleiden schrecklichste Verluste.
Ohne Nachschub halten die Russen bis zum 06.12.1904 stand. Dann stürmen
Nogis Truppen die Bergkuppe. Die noch lebenden, zum Teil waffenlosen russischen
Soldaten stürzen sich mit bloßen Händen auf Nogis Sturmtruppen
und werden bis zum letzten Mann vernichtet. Am Hügel 203 fallen 3.000
Russen und 11.000 Japaner. Darunter die beiden Söhne des japanischen
Generals. Am 15.12.1904 streut die schwere japanische Belagerungsartillerie,
wie schon seit Tagen, die Bereiche der kleinen Sperrforts ab. Eine 28 cm
Granate trifft das Werk "P" des Forts II. General Kondratenko und sein
Stab fallen. Am 20.12.1904 sprengen japanische Pioniere einen Minenstollen,
und das zentrale Verteidigungswerk der Russen wird zerstört. Am 02.01.1905
kapituliert Stoessel mit der Festung, ohne dem Kommandeur der Flotte, Admiral
Wiren, genug Zeit für die gründliche Zerstörung der noch
verbliebenen Schiffe zu geben. Die Zerstörungen sind unzureichend
und die Japaner können später einen Teil der Linienschiffe des
Port Arthur Geschwaders heben und in Dienst stellen. Lediglich das Linienschiff
"Sewastopol" wird von seinem Kommandanten vor dem Hafen im Tiefwasser versenkt.
Mit Port Arthur verliert Russland 40.000 Mann an Gefangenen und 38.400 Tote. Die
Verluste der Japaner beim Sturm der Stadt betrugen etwa 60.000 Tote.
Port Arthur (Bild 2)
Vorgeschichte der Schlacht
Rojestwenski hat mit seinen 45 Schiffen zu diesem Zeitpunkt schon
Madagaskar erreicht. Die Besatzungen und Offiziere der Trossschiffe, insbesondere
die der "Kamtschatka" benehmen sich völlig daneben und amüsieren
sich ausgelassen an Land bis der Admiral einige aburteilen und einsperren
lässt (vor der Schlacht wurden alle Gefangenen freigelassen). Auf Grund fehlender Flottenstützpunkte war Rojestwenski gezwungen
zum Teil die Kohlenübernahme (das Kohlen) und einen Teil der ständig
auftretenden Reparaturen auf dem Marsch weit vor der Afrikanischen Küste
auf See durchzuführen. So erleidet, z.B., das Torpedoboot "Gromki"
einen Ruderbruch und muss im seit Tagen andauernden, schweren Seegang repariert
werden. Das Geschwader nimmt derweil Kohlen. Der vom Flaggschiff herangerufene
Schiffsbaumeister Politowski schildert in den Briefen an seine Frau wie
das Leben auf dem Torpedoboot nach einer Woche schweren Seegangs aussah:
Nur noch vier Würstchen und etwas Kohlsuppe sind vorhanden, die Männer
der "Gromki" haben seit Tagen nichts gegessen. Ein Arbeitstaucher wird
in der schweren See zum Ruder herabgelassen, gleich schießen Haie
heran. Matrosen mit Karabinern sichern ihren Taucherkameraden von Deck
als die Sicherungsleine reißt und der Taucher in die Tiefe verschwindet.
Ein zweiter Taucher wird ausgesetzt, wird aber, durch das auf und ab in
den meterhohen Wellenkämmen, "mit allen Folgen" schnell seekrank.
Nach der Reparatur muss der entkräftete Mann mit Stricken an Deck
gezogen werden und fällt, wie tot, um. Politowski schreibt: "Dazu
wurde die ganze Zeit gekohlt. Es war die richtige Hölle".
Bereits
zu dieser Zeit sind die Schwächen von Schiffen und Besatzungen überdeutlich. Rojéstwenski hat Admiral Fölkersam von Tanger aus durch den
Suez-Kanal geschickt und ist selbst mit der ersten Division um Afrika herumgefahren.
Als Treffpunkt gelten Nossi Bé und das größere Diégo
Suarez an der Nordküste der Insel Madagaskar. Am 28.12.1904 erreicht
Fölkersam Nossi Bé und am 08.01.1905 ist Rojestwenski dort. Durch politischen Druck wird den gecharterten deutschen Kohleversorgungsschiffen
von ihrer Reederei die Weiterfahrt in das Chinesische Meer verboten. Somit
sitzt Rojestwenski zunächst fest. Er weiß das Togo nach dem
Fall von Port Arthur seine Schiffe überholen muss und die Verzögerung
durch die Kohlenfrage den Japanern dafür genug Zeit lässt. Die
Japaner können sogar in aller Ruhe die ausgeschossenen Rohre ihrer
schweren Artillerie austauschen (Die japanischen Geschütze stammten
aus England und waren so genannte "Drahtumwicklerrohre", d.h. das Rohr war
nicht aus einem Guss sondern ein massiver Stahlkern war mit vielen Drahtbandagen
umwickelt. Diese Rohre hatten nur eine recht kurze Lebensdauer von etwa
100 Schuss bevor ihre Zielgenauigkeit rapide nachließ und sie "ausgeschossen"
waren.).
Erst am 16.03.1905 kann er die Insel verlassen, erhält aber
noch den fatalen Befehl sich mit Admiral Njebogatov's drittem Geschwader
zu vereinigen. Ohne das dies militärischen Sinn machte, hatte man auf
Agitation des Ministers Klado den greisen Admiral Njebogatov mit Schiffen,
die man Jahre vorher als ausgemustert aus Wladiwostok unter enormen finanziellen
Aufwand in die Ostsee geholt hatte, hinter Admiral Rojestwenski hergeschickt.
Diese Schiffe verfügten nur über schwache Bewaffnung, konnten
nur sehr langsam fahren und hatten noch viel mehr Ausfälle durch Maschinenschäden
als der Rest der Flotte. Diese uralten "Selbstersäufer" würden
Rojéstwenski zwingen während der zu erwartenden Schlacht auf
dem Weg nach Wladiwostok mit Schiffen die 20 oder gar 22 Knoten laufen
konnten nur 10 oder 11 Knoten zu laufen. Befohlener Treffpunkt mit Njebogatov´s
Schiffen war Kam-ranh-Bay in französisch Vietnam. Am 08.04.1905 passiert
Rojéstwenski Saigon und erreicht am 12.04.1905 die Kam-ranh-Bay.
Einen Monat liegt die Flotte in der schwülen Hitze Vietnams vor der
Bucht. Die Zahl der Pflichtverletzungen nimmt rapide zu und die Moral fällt
nicht zuletzt wegen der schlechten Nachrichten aus der Heimat in der bereits
die ersten Ausläufer der Revolution zu schweren Opfern führten.
Der Admiral lässt jetzt zahlreiche Formationsübungen
durchführen, die noch immer schwere Mängel aufweisen. Am 09.05.1905
erreicht Admiral Njebogatov mit seinem Geschwader die Bucht. Einen Tag
später läuft Rojéstwenski mit der gesamten Flotte aus.
Von den drei ihm zur Verfügung stehenden Wegen nach Wladiwostok entfallen
Zwei: Der Weg südlich um Japan herum und durch die Soya-Strasse kommt
wegen der Länge und der Unmöglichkeit mit dem ganzen Geschwader
noch einmal Kohlen zu nehmen nicht in Frage. Der Weg nördlich von Tsushima, durch
den Westkanal, führt das Geschwader zu nah an gefährliche Riffe
und ist zudem teilweise als vermint gemeldet. Mit seinen langsamen Schiffen
könnten ihm Togos schnelle Einheiten den Weg abschneiden und ihn auf
die Riffe drücken. Also wählt er den direkten Weg, südlich
der Insel Tsushima, durch die Meerenge zwischen Tsushima und Ikishima.
Togo liegt in der Chinka Bay an der Koreanischen Südspitze und sichert
so direkt den Westkanal. Seine mehrfach überlappenden Vorpostenketten
sichern aber die gesamte Tsushima Strasse - ein unbemerkter Durchbruch
ist nahezu unmöglich. Am 25.05.1905 kommt in der Tsushima Strasse
schweres Wetter auf. Rojestwenski detachiert vier Transporter und zwei Hilfskreuzer
("Rion" und "Dnjepr") nach Shanghai. An diesem Tag erliegt Vizeadmiral
Fölkersam in seiner Kajüte auf dem Flaggschiff der zweiten Division
("Osljabja") einer schweren Erkrankung. Die Flotte wird nicht von seinem
Tod informiert (möglicher, wenn auch unbestätigter Grund hierfür:
nach russischem Kalender haben wir den "13."). Die Admiralsflagge
wehrt auf Befehl des Geschwaderchefs weiter am Fockmast des Schiffes, der
Sarg des Admirals wird mit Beton ausgegossen und in der Kapelle aufgebahrt.
Die Seeschlacht bei Tsushima
Am 26.05.1905 erreicht die russischen Flotte Tsushima. Durch das
Mithören des verschlüsselten Funkverkehrs wissen die Russen, dass
sie die feindlichen Vorpostenketten erreicht haben. Zwar können sie
deren Meldungen nicht entschlüsseln, aber aus der Tatsache, dass jede
Funkstelle in regelmäßigen Abständen jeweils fast identische
Meldungen schickt, können sie erahnen, dass es sich um Statusmeldungen
handelt. Am frühen Morgen des 27.05.1905 ändert sich das Funkverhalten
- alle japanischen Funkstellen geben nun immer wieder hektisch eine exakt
identische Meldung weiter - das russische Geschwader ist entdeckt.
Um 2.45
Uhr japanischer Zeit hat der Hilfskreuzer "Shinano Maru" Lichter eines nach
Osten fahrenden Dampfers gesichtet. Nach Annäherung
stellen die Japaner fest, dass das Schiff keine Bewaffnung hat. Um 4.30
Uhr macht der Dampfer der "Shinano Maru" sogar eine Meldung mit der Signallaterne.
Daraus lässt sich für die Japaner schließen, dass der
Dampfer nicht allein ist - als wegen dichten Nebels und der noch
immer starken Dunkelheit aber in der Umgebung nichts auszumachen ist, lässt
der Kommandant der "Shinano Maru" näher herangehen, kurz darauf sichtet
man an Steuerbord auf 1.500 m eine Flotte von etwa 10 Kriegsschiffen. Die
"Shinano Maru" dreht sofort ab und erstattet um 4.45 Uhr Meldung über das
Sichten des feindlichen Geschwaders.
Das hell erleuchtete
Schiff am Ende des russischen Geschwaders war die "Orel" (nicht das Linienschiff
"Orel"), eines der beiden Lazarettschiffe, die sich schon während
der gesamten Fahrt als Zivilschiffe gefühlt hatten und sich in unbeobachteten
Momenten immer wieder Pausen von den strengen Vorschriften für militärisches
Marschverhalten gönnten.
Der japanische Kundschafter wurde auch von
den Russen gesichtet. Als die "Shinano Maru" flieht, verliert sie auch
bald die Fühlung an das russische Geschwader, so ist der japanische
Flottenchef zwar über Kurs und Position, aber nicht laufend über
Formation und Geschwindigkeit der Russen im Bilde. Um 5.05 Uhr erreicht
Togo die Meldung von "Shinano Maru". Er erteilt Marschbefehle für
seine Geschwader und meldet an das japanische Hauptquartier "Ich habe die
Nachricht über das Sichten der feindlichen Geschwader erhalten. Die
Flotte wird sofort auslaufen, um den Gegner anzugreifen und zu vernichten.
Das Wasser ist klar und schön, doch es herrscht hoher Seegang". Togo
errechnet, dass er die feindliche Flotte um 14.00 Uhr in der Nähe der
Insel Okinoshima abfangen kann.
Um 6.30 Uhr sichtet
der kleine ungeschützte Kreuzer "Izumi" das russische Geschwader wieder,
er hält Fühlung und sendet nun kontinuierlich Daten über
Position und Formation des Gegners an Togo. Um 8.00 Uhr meldet "Izumi" das
Setzen der Gefechtsflaggen im Topp aller russischen Schiffe. Obwohl der Späher seinem Admiral Togo wertvolle Dienste leistet, gibt
er eine falsche Meldung ab: er meldet die Russen liefen 12 Knoten - dann
meldet er die Russen laufen in zwei Kolonnen in Kiellinie - obwohl bereits
um 10.40 Uhr das gesamte Geschwader in eine Kiellinie aus allen drei Divisionen
geschwenkt ist. Darauf baut jetzt Togo seinen neuen Plan auf und läuft
um 12.00 Uhr in den Ostkanal ein. Von den Russen aber keine Spur. Sie sind
langsamer und noch gar nicht im Kanal.
Admiral Rojestwenski stellt die
Kreuzerdivision unter Vizeadmiral Enquist und den alten Panzerkreuzer "Wladimir
Monomach" zur Sicherung der Transporter ab während die erste
Division ("Suworow", "Borodino", "Alexander III.", Orel"), die zweite Division
("Osljabja", "Nawarin", "Sissoi Weliki", "Nachimow") und die dritte Division
mit den alten "Selbstersäufern" ("Nikolei I.", "Apraxin", "Senjawin",
"Uschakow") in die erwähnte Kiellinie wechseln. Um 12.00 Uhr wird
der 34. Breitengrad überquert und die verfolgenden japanischen Kreuzer
werden mit einigen Schüssen vertrieben.
Um 13.40 Uhr dann ein Fehler
der Russen: der Admiral möchte seine Schiffe zu den sich Backbord
nähernden Torpedobooten der III. japanischen Kreuzerdivision unter
Admiral Dewa in eine bessere Position zu bringen. Er lässt seiner
Division signalisieren "8 Strich nach Steuerbord schwenken" und signalisiert
kurz nach der Schwenkung "8 Strich nach Backbord wenden" um den
alten Kurs (N23°O - Wladiwostok) wiederherzustellen. Leider versteht
das zweite Schiff in seiner Division (Alexander III) die Meldung falsch
und glaubt der Admiral wolle die Kiellinie (alle Schiffe hintereinander)
nicht aufgeben und folgt seinem Flaggschiff. Das zweite Signal des Admirals
besagte aber, dass die Wende nach Backbord auf der Stelle auszuführen
sei und nicht erst dann, wenn ein Schiff den Wendepunkt des Vorgängers
erreicht hat. Der Wechsel in die Dwarfslinie (alle Schiffe nebeneinander)
schlug fehl (Bild 3 - Formationsfehler). Admiral Dewa dreht, vielleicht
verunsichert durch das seltsame Schauspiel, nach Norden ab. Die erste Division
läuft jetzt also parallel zur zweiten Division, nur ein wenig voraus.
Um die durch die Überlappung der Formation (erste/zweite Division)
entstandene Gefahr will Rojestwenski schnell bereinigen und erhöht
die Fahrt der ersten Division und ändert den Kurs auf N20°O um
wieder die Spitze der gesamten Kiellinie zu übernehmen. Zu spät.
Gegen 13.40 Uhr tauchen im Osten die Linienschiffe von Togos erster ("Mikasa",
"Shikishima", "Fuji", "Asashi", "Kasuga" und "Nishin") und Kanimuras zweiter
Division ("Idzumo", "Adzuma", "Tokiwa", "Yakumo", "Asama", "Iwate") in Kiellinie
auf. Togo glaubt immer noch die Russen liefen in zwei Kolonnen. Die seltsame
Formation die durch den beschriebenen Fehler entstanden ist, bestätigt
diese Annahme. Für Togo ist die vermeidliche Steuerbordkolonne
der Russen, aus den besten vier Linienschiffen, der Hauptfeind. Seine hohe
Geschwindigkeit erlaubt es ihm sich vor den Russen auf die Westseite von
deren Formation zu begeben und von dort auf Passierkurs zur schwachen Backbordkolonne
der Russen zu gehen (wie Autos auf einer Strasse kommen die feindlichen
Flotten leicht versetzt aneinander vorbei. Die Russen rechts - Die Japaner
links). Togo erkennt jetzt seinen Fehler. Er lässt sofort nach Backbord,
auf die russische Linie, zudrehen um vom Gegenkurs auf Parallelkurs zu
wechseln. Das Risiko seine Schiffe einzeln auf die russische Linie zuzuschicken
ist ihm vollends klar und er lässt seinen Schiffen die berühmte
Meldung signalisieren: "Sieg oder Untergang unseres Reiches hängt
von dieser Schlacht ab. Möge jeder seine ganze Kraft einsetzen".
Als erstes ist sein Flaggschiff, die "Mikasa", auf dem gewünschtem
Parallelkurs zur russischen Flotte. Um 14.05 Uhr eröffnet das Flaggschiff
von Admiral Rojestwenski, das Linienschiff "Suworow", auf 6.700 m das Feuer
auf "Mikasa". Noch immer ist die Kiellinie der Russen nicht wieder hergestellt
(Bild 3 - Feuereröffnung).
Bild 3: Der Beginn des Gefechts
Togo sieht, dass das Spitzenschiff der zweiten russischen Division "Osljabja"
das Schlussschiff der ersten Division "Orel" verdeckt und so jeder Weitschuss,
der auf "Osljabja" gezielt ist, zwangsläufig "Orel" treffen muss.
Er befiehlt das Feuer der zweiten Division auf "Osljabja" während
seine erste Division ihr gesamtes Feuer auf "Suworow" konzentriert. Um
"Orel" ebenfalls das Eingreifen in den Kampf zu ermöglichen ändert
der russische Admiral den Kurs seiner Schiffe leicht nach Osten. Um 14.12
Uhr liegen beide Flotten auf Parallelkurs. Um 14.20 Uhr schert der japanische
Panzerkreuzer "Asama" mit zerstörter Ruderanlage aus der Formation
aus. Um 14.40 Uhr beginnen die Japaner die russische Linie zu überholen.
Rojestwenski muss seinen Kurs anpassen und leicht nach Steuerbord abdrehen. Um 14.47 Uhr haben sich die Schiffe der zweiten japanischen Division auf
die "Osljabja" eingeschossen. Auf Kernschussweite verwüstet ihr Schnellfeuer
mit den neuen Brisanzgranaten das russische Schiff. Die schweren Waffen
sind ausgefallen, das Linienschiff hat zahlreiche schwere Lecks. Ein Treffer
auf Höhe des Kohlenbunkers im Bug lässt die "Osljabja"
absinken. Der Bug schneidet unter, und das Schiff, das treu seine Position
gehalten hatte, schert in Rauch und Flammen gehüllt aus der Linie
aus (Bild 4 - 14.47 Uhr).
Um 14.50 Uhr müssen die Japaner das Feuer
einstellen, weil der starke Rauch ihnen die Sicht nimmt. Togos Schlussschiff "Nishin"
hat durch russische Trefferwirkung den größten Teil seiner Hauptartillerie
verloren. Kurz darauf überholen die Japaner die russische Flotte -
der Wind weht den Rauch fort. Alle japanischen Schiffe konzentrieren nun
auf 4.000 Meter ihr Feuer auf die "Suworow". Der bereits schwer beschädigte
Panzer (Panzerschiff) wird in Minuten völlig zerschlagen. Teile der
Aufbauten sind weggerissen, die Masten gefallen, alle Schornsteine durchlöchert.
Viele Matrosen sind tot und giftige Gasschwaden wabern durch die Decks
und töten viele weitere (japanische Panzersprenggranaten enthielten
5% Schimose (Trinitrophenol) als Zündmittel, das extrem giftig ist
und über Haut und Atemwege aufgenommen werden kann.). Aus vielen
Schusslöchern schlagen hohe Flammen - nur der 30,5 cm Turm auf dem
Achterdeck feuert unablässig. Da schlagen kurz nacheinander mehrere
Granaten ein, zerstören den Torpedoraum und das Rudergestänge,
fällen den fordern Schornstein. Die "Suworow", das Flaggschiff der
russischen Flotte führt nicht mehr, und beginnt im Kreis zu laufen.
"Alexander III." übernimmt die Führung. Alle Schiffe der ersten
Division brennen bereits und weisen schwere Schäden auf. Japanische
Weitschüsse, auf das neue Führungsschiff abgefeuert, treffen
nun auch die dahinterliegenden "Suworow" und "Osljabja". Admiral Rojestwenski,
im Panzerturm der "Suworow", wird von den Einschlägen zweier Granaten
schwer verwundet. Weiter südlich befiehlt Kapitän Baer seinen
Männern die über den Bug nach backbord wegsackende "Osljabja"
zu verlassen. Er selbst bleibt an Bord.
Togo hat inzwischen die russische
Linie überholt und könnte nun jeden Augenblick nach steuerbord
schwenken und mit einem "crossing the T"-Manöver die gesamte Feuerkraft
seiner Schiffe auf den führenden "Alexander III." konzentrieren.
Kapitän Buchwochstow auf "Alexander III." erkennt wohl die Gefahr,
wendet nach Backbord und schwenkt direkt hinter der japanischen 2. Division
(Kamimura) auf Nordkurs. Dieses Manöver bringt die russische Flotte
zurück auf Kurs Richtung Wladiwostok. Togo erkennt den Durchbruchsversuch
und führt eine Kehrtwende mit seiner gesamten Flotte auf Gegenkurs
durch (Bild 4 - 15.00 Uhr).
"Alexander III." muss den Durchbruchsversuch
abbrechen und nach Steuerbord ausweichen um Togo nicht doch noch das "crossing
the T" zu ermöglichen. Das Linienschiff "Suworow" ist inzwischen
wieder Herr über sein Ruder geworden und humpelt als Schlussschiff
hinter der russischen Linie her. Von nun an wird das langsame russische
Geschwader von Togos und Kanimuras Divisionen systematisch zerschlagen.
Bis zu diesem Zeitpunkt sind bei den Japanern ebenfalls schwere Beschädigungen
aufgetreten. 40 Treffer werden nach Schlacht auf "Mikasa" gezählt,
keiner davon war kritisch, lediglich die achterne Kommandobrücke und
einige leichte Geschütze werden zerstört. Wie bereits vorher
konzentrieren die Japaner ihr Feuer auf das jeweilige Führungsschiff.
"Alexander III." hält noch 1,5 Stunden durch. Als die russischen
Schiffe jedoch zwischen der tiefstehenden Abendsonne und den Japanern stehen,
nähert sich Togo ihrer Linie auf Parallelkurs bis auf Kernschussweite
an und im Schnellfeuer der 30,5 cm Hauptartillerie und sämtlicher
Mittelartillerie der japanischen Schiffe wird "Alexander III." in einer
Viertelstunde völlig zerstört. In Flammen gehüllt, der Bug
ist völlig weggesprengt, hält das russische Spitzenschiff noch
einige Minuten durch. Dann bricht es aus der Linie, hinkt noch eine halbe
Stunde feuernd mit kritischer Schlagseite hinterher und versinkt dann in
wenigen Minuten mit seiner ganzen Besatzung. Die "Bordino" übernimmt
die Führung. Auch sie steht schnell in Flammen. Geführt vom beliebtesten
Kapitän des russischen Geschwaders, Kpt. Sjerebrenikow, setzt
das fast kampfunfähige Schiff den Kurs Richtung Norden fort. Um 19.20
durchschlägt eine Granate von "Fuji" eine Munitionskammer und "Borodino"
kentert in zwei schweren Explosionen. Durch die einsetzende Dunkelheit
zerreist endgültig die stark mitgenommene russische Linie.
Bild 4: Der Schlachtverlauf
Um 19.20 Uhr, zur selben Zeit wie "Borodino", sinkt auch "Suworow".
Das nur noch aus rauchenden Trümmern bestehende Schlachtschiff wurde
nach dem gescheiterten Durchbruchsversuch von "Alexander III." zum Ziel
der gesamten nach Westen dampfenden Divisionen Togos und Kanimuras und
etwa zwei Stunden später noch einmal zum Ziel der zweiten Division Kanimuras.
Eine schwere Explosion ereignet sich im Achterschiff bei den Munitionskammern
der Mittelartillerie und zerstört die leichten Geschütze in diesem
Bereich. Die zur Versenkung angesetzten japanischen Zerstörergruppen
werden von der "Surowow" immer wieder vertrieben, erzielen aber einen Torpedotreffer
und das Panzerschiff legt sich um 10 Grad auf die Seite. Vielleicht
weil Kapitän Ignatius seinen Offizieren gebetsmühlenartig eingeschärft
hatte, auf jeden Fall den Admiral auf ein anderes Schiff zu bringen, sollte
die "Suworow" kampfunfähig werden, setzen alle an Bord ihre Kraft
ein um das Panzerschiff über Wasser zu halten. Admiral Rojestwenski,
inzwischen zum dritten Mal schwer verwundet, ist ins Koma gefallen. Trotz
des hohen Seegangs und der noch immer um "Suworow" einschlagenden Brisanzgranaten
gelingt es das Torpedoboot "Buini" längsseits zu kommen. Da alle Boote
auf der "Suworow" zerstört sind, bastelt man aus Korkwesten ein Floss und
zieht den Admiral auf die "Buini". Als das Torpedoboot abdreht wird berichtet, dass Männer an der Reling und auf den zerschlagenen Aufbauten von
"Suworow" stehen und erleichtert lachend dem Torpedoboot und ihrem Admiral
nachwinken. Um 19.15 Uhr schießen japanische Zerstörer unter
Korvettenkapitän Fujimoto auf die bewegungslose "Suworow" mehrere
Torpedos ab. Drei treffen mittschiffs und versenken das bis zuletzt mit
seinem letzten 7,5 cm Geschütz feuernde Wrack.
In seiner Nähe sinkt auch das Werkstattschiff, die "Kamtschatka". Als die Trossschiffe von Dewas Kreuzern
auseinander getrieben
werden und die "Kamtschatka" allein im konzentrierten Feuer liegt, brüllt
der Kommandant einen Maschinisten, der die Übergabe vorschlägt
an: "Mach was du willst aber rühr die weiße Flagge nicht an".
Kurzer Rückblick: Vizeadmiral Enquists Kreuzer hatten getan
was sie konnten, um den russischen Tross zu schützen, aber die langsamen
Transporter verfügten nicht einmal über ein Signalbuch, so dass
sie die Signale Enquists nicht verstanden. Obwohl er nicht frei manövrieren
kann, gelingt es Enquist Admiral Dewas Schiffen schwere Schäden zuzufügen
- Dewas Flaggschiff, der Kreuzer "Kasagi" muss nach mehreren Unterwassertreffern
die Linie verlassen und verliert sämtliche Antriebskraft, so dass er
von "Chiotse" eingeschleppt werden muss. Allerdings endet Enquists Glück
als die 2. japanische Division von Kanimura nach dem Passieren von "Suworow"
den Anschluss an Togo verliert und auf den Kanonendonner des Kreuzergefechts
zuhält. Enquist muss sich zurückziehen. Der alte Küstenpanzer
"Wladimir Monomach" und der alte Panzerkreuzer "Dimitri Donskoi" sichern
Enquists Rückzug und schließen sich den nach Norden abdrehenden
Schiffen der 3. Division Admiral Nebogatovs an. Das war etwa um 17.15 Uhr.
Nach dem Untergang von "Borodino" befiehlt Togo wegen der einsetzenden
Dunkelheit das Feuer einzustellen. Auf russischer Seite setzt sich Admiral
Nebogatov auf der "Nikolei I." vor den einzigen Überlebenden der ersten
Division, die "Orel", und übernimmt nun die Führung. Es folgen mit
mehr oder weniger schweren Schäden die Küstenpanzerschiffe "Admiral Senjawin" und "Admiral General Apraxin", dann das Linienschiff "Sissoi
Weliki", der alte Küstenpanzer "Uchakow", die "Nawarin" mit Schlagseite
und die "Admiral Nachimov". Neben dem Flaggschiff läuft der kleine
Kreuzer "Isumrud" (bei dessen Bau man die Schlingerkiele vergessen hatte...).
In einigem Abstand folgen der Küstenpanzer "Wladimir Monomach" und
"Dimitri Donskoi". Die Schiffe der zweiten Division sind alle schwer leck
und müssen immer wieder aufreißende Wunden abdichten, während
die alten Schiffe der dritten Division fast keine Schäden aufweisen.
Jetzt beginnen die japanischen Nachtangriffe der Torpedoboote. Sie sind
aufgrund des schweren Seegangs, des russischen Abwehrfeuers und einer
zerrissen Führung aber erfolglos. Nebogatov begeht nun einen schweren
Fehler der das Schicksal der russischen Flotte besiegelt. Er nimmt an,
dass nur noch drei Schiffe und die "Orel" das Geschwader bilden und läuft
mit Höchstfahrt nach Norden. "Uschakow", "Nawarin", "Sissoi Weliki",
"Nachimow", "Wladimir Monomach" und der alte Panzerkreuzer "Dimitri Donskoi"
können in der Dunkelheit nicht mithalten, bleiben zurück und
werden ihrem Schicksal überlassen.
Um 6.25 Uhr morgens sichten die
Russen die Sicherungsdivision von VzAdm Kataoka, der sich mit seinen vier
alten Schiffen schnell absetzt. Eine Aufklärung durch die "Isumrud" ergibt,
dass Togos erste Division und die "Asama" bereits auf das Geschwader zusteuern.
Eine Stunde später taucht auch Kanimuras zweite Division von Backbord achtern
auf. Nebogatov sieht sich eingekreist. Eine Stunde läuft er weiter.
Um 10.35 Uhr eröffnen die Japaner auf 8.000 Meter das Feuer. Nebogatov
hält Kurs und Geschwindigkeit, dann bemerken die Japaner auf der "Nikolei
I." das internationale Signal "XGH" mit der Bedeutung "Wir ergeben uns und wünschen
zu verhandeln". Die Japaner feuern aber weiter. Dann streichen die
russischen Schiffe der Reihe nach die Andreasflagge und setzen zum Zeichen
der Kapitulation die japanische Flagge. Auf "Isumrud" wird plötzlich
das schon gesetzte "XGH" eingeholt und der leichte Kreuzer dreht mit voller
Fahrt nach Osten ab. Die 6. japanische Kreuzerdivision, unter VzAdm. Togo
d.J. jagt ihm nach. Admiral Togo stellt das Feuer noch immer nicht ein,
bis ihm Konteradmiral Kato sagt, er verstoße damit gegen den Geist
des Bushido. Die Japaner stellen das Feuer ein und setzen ein Boot zur "Nikolei
I." über. Nebogatov eröffnet seinen Offizieren "Ich bin
ein alter sechzigjähriger Mann, dessen Leben keinen besonderen Wert
mehr hat. Man wird mich erschießen. ... Auf diesen Schiffen
sind 2.400 Männer, deren Leben mehr Wert ist als das meine. Wollten
wir kämpfen, würden wir zweifellos vernichtet werden. ... Ich
sehe es als meine Pflicht an, euer Leben zu retten, mag auch mich darüber
die Schande treffen...". Er begibt sich auf das japanische Boot um Togo
seinen Degen zu übergeben. Zu diesem Zeitpunkt hatten einige Fähnriche
schon versucht die Munitionskammern der russischen Schiffe zu sprengen,
waren aber aufgehalten worden. Andere hatten unter Tränen Geschütze
unbrauchbar gemacht und Geheimunterlagen verbrannt. Togo sichert Nebogatov
zu, dass die Offiziere seiner Schiffe auf Ehrenwort in die Heimat entlassen
werden.
Die drei Überlebenden der Nachtgefechte, die Nebobatov folgten,
aber die Geschwindigkeit seines Schiffes halten konnten, waren die Veteranen "Dimitri Donskoi", "Uschakow" und "Wladimir Monomach". Alle waren bei der Kapitulation
nicht zugegen. Kapitän Rojanow musste Wegen eines schweren Lecks
die Geschwindigkeit drosseln und nach dem er gefallen war, übernahm
Kapitän Mikluch-Maklai das Kommando auf "Uschakow". Am Morgen des
28. sichtet der Ausguck des einsamen Küstenpanzerschiffs Rauchwolken
auf ihrem Kurs. Eine angesetzte Beratung der Offiziere darüber was
zu tun sei, wenn man auf Japaner trifft, ergab ein einstimmiges "Fechten
bis zum Untergang". Um 15.00 Uhr tauchen die beiden Panzerkreuzer "Iwate"
und "Yakumo" auf. Der alte russische Küstenpanzer weicht, mit zehn Knoten,
nach Süden aus. Zwei Stunden gelingt es ihm außer Schussweite
zu bleiben - dann sind beide Schiffe auf 15.000 m heran. Kapitän Mikluch-Maklai realisiert, dass er nicht fliehen kann. Auf "Iwate" bemerken
die Russen ein Signal "Ihr Admiral hat sich ergeben, wir fordern sie zur
Übergabe auf". Die lecke "Uschakow" wendet schwerfällig um 180°,
geht auf Angriffskurs und eröffnet das Feuer. In vierzigminütigem
Kampf wird sie zusammengeschossen und beginnt zu sinken. Der Kommandant
befiehlt das Öffnen der Flutventile, überwacht von der Brücke
das Ausschiffen seiner Besatzung und geht mit seinem Schiff unter.
Die
"Wladimir Monomach" erhält noch in der Nacht einen Torpedotreffer,
kann sich aber über Wasser halten und nimmt ihre Fahrt nach Wladiwostok
wieder auf. Die Lecks reißen jedoch bald wieder auf und der uralte Kreuzer beginnt
langsam zu sinken. Am Morgen scheitert die Absicht die Besatzung auf die "Sissoi
Weliki" zu überführen - das Linienschiff ist ebenfalls schwer
leck. Kurz darauf wird die "Monomach" vom japanischen Hilfskreuzer "Sado
Maru" gestellt und beschossen. Der alte Panzerkreuzer ist nicht mehr zu
halten. Kapitän Popoff ordnet an, dass Schiff zu verlassen und die Flutventile
zu öffnen. Im Morgenrot sackt der Kreuzer über den Bug
langsam weg. Die Besatzung des japanischen Kreuzers bringt Leitern, Netze
und Taue aus um die russischen Seeleute an Bord zu nehmen. "Wladimir Monomach"
sinkt auf ebenem Kiel, die noch rauchenden Schornsteine verschwinden langsam
und zuletzt der Mast mit der Andreasflagge. Ein Matrose auf der
"Sado Maru" stimmt ein altes japanisches Kriegerlied an. Andere fallen
ein und zum Schluss singen alle Seeleute der "Sado Maru" das alte
"Mit dem Schwerte in der Hand" zur Ehrung eines sterbenden Kriegers, während
die russischen Seeleute die versinkende Flagge mit einem schallenden "Hurra"
verabschieden.
Das Linienschiff "Nawarin" erleidet einen Dampfrohrbruch
und wird, mit vier Knoten dahin humpelnd, von mehreren Torpedos getroffen.
Das Schiff beginnt zu sinken. Kommandant Vietinghoff will es nicht verlassen.
Alle anderen gehen in die Boote, dann kentert die "Nawarin" und begräbt
die Rettungsboote unter sich. vier Mann werden später gerettet. Seinen
Wunden der Tagschlacht und einigen Torpedotreffern erliegt auch das Linienschiff
"Sissoi Weliki". Die Ärzte und viele Sanitäter sind schon früh
in der Tagschlacht an Gasvergiftung gestorben und das Schiff liegt voller
Verwundeter. Am Morgen versinkt sie nordöstlich von Tsushima.
"Admiral Nachimows" Lecks reißen ebenfalls wieder auf und auch sie sinkt um 5.00 Uhr.
Um 6.00 Uhr stellt die Sicherungsdivision von VzAdmiral Kataoka, den Kreuzer
"Dimitri Donskoi" in der Nähe der japanischen Insel Ullondo. "Donskoi"
beschädigt die Kreuzer "Otawa" und "Naniwa" schwer und sie müssen
sich zurückziehen. Am Abend ziehen sich auch die übrigen japanischen
Kreuzer zurück. Aber die "Dimitri Donskoi" ist schwer beschädigt
und der erste Offizier lässt vor Ullondo Anker werfen. Die Besatzung
wird ausgeschifft und der Kreuzer vor der Küste versenkt.
Zu Enquists
Kreuzern: Er läuft in der Nacht mit "Oleg", "Aurora", "Schemtung"
und drei überlebenden Trossschiffen nach Süden. "Aurora" zog dabei
zahlreiche Torpedobootangriffe auf sich, da sie als einziges Schiff klar
in der Nacht zu orten war - Ein Funkmast war im Gefecht abgeknickt und
in einen der Schornsteine gefallen und verglühte dort langsam und funkensprühend über mehrere Stunden. Seine Kreuzer halten die
Formation schlagen Haken und halten durch. Am Morgen sind sie weit vom
Schlachtfeld entfernt. In schwerer See reißen die Leckdichtungen
und Enquist muss in den neutralen Hafen Manila einlaufen. Obwohl Enquist
die Verhandlungen über die Abrüstung seiner Schiffe mit
der Ortsverwaltung geschickt verzögert muss er sein Geschwader auf
telegrafische Order des Zaren internieren lassen. Der kleine ungeschützte
Kreuzer "Almas" löst sich in der Nacht von Enquist, läuft
unentdeckt an der japanischen Küste entlang und erreicht am 30.05.1905
befehlsgemäß Wladiwostok. Die "Isumrud", die sich bei der Übergabe
der Flotte durch Admiral Nebogatov abgesetzt hatte, erreicht die Küste
vor Wladiwostok, läuft auf und wird geräumt. Aus Angst die Japaner
könnten das Schiff freischleppen, wird es gesprengt.
Der kleine Kreuzer
"Swätlana" versuchte in der Nacht zum 28. den Durchbruch. Die Japaner
bemerken ihn, stellen ihn und kämpfen das Schiff mit ihren Kreuzern
nieder. Kapitän Schein fällt auf der Brücke. Der Erste Offizier, Surow, ist tödlich verwundet, er ordnet an das Schiff zu verlassen
und die Ventile zu öffnen. Er schleppt sich in den Maschinenraum um
die Heizer heraufzuholen, überwacht das Einschiffen und bricht, als
seine Leute in den Booten sind, tot zusammen.
Von den russischen Torpedobooten
wird "Gromki" am Morgen des 28. gestellt und in kurzem harten Kampf zerstört,
die Besatzung verlässt im Maschinengewehrfeuer der Japaner das Schiff.
Der Kapitän bleibt an Bord. "Grosni" und "Brawi" erreichen, einzeln
laufend, Wladiwostok unter Verfeuerung aller brennbaren Materialien an
Bord.
Bleibt noch das traurige Drama um Admiral Rojestwenski. Er war bewusstlos
auf die "Buini" geschafft worden. Das Torpedoboot hatte beim Ablegen von "Suworow"
noch einen Volltreffer in den Maschinenraum erhalten. Die überlasteten
Maschinen drohen auszufallen und die Kohlen sind zu knapp um Wladiwostok
zu erreichen. Der Kommandant Kolomeizew, der Stabschef Rojestwenskis der
Clapiers de Collongues und der von "Osljabja" gerettete Fregattenkapitän
Otsupow beraten und kommen zum Schluss, dass das Leben des Admirals nicht
gefährdet werden darf. Sie wollen allerdings für eine Kapitulation
nicht die Verantwortung übernehmen und befragen deshalb den schwer verwundeten,
zwischen Wach- und Komaphasen wechselnden Admiral auf seiner Koje. Er antwortet
von Krämpfen geschüttelt: "Ich bitte so zu handeln, als ob ich
nicht an Bord wäre". Der Stabschef weist einen Offizier des Torpedobootes
an, dem Kommandanten ein weißes Laken zu übergeben sobald die
Japaner auftauchen. Kolomeizew lehnt das aber mit schroffen Worten ab.
Dann kommen plötzlich "Bjädowi" und "Grosni" in Sicht. Sie eskortieren
die beschädigte "Dimitri Donskoi". "Donskoi" übernimmt die Besatzung
von "Buini" und der Admiral wird auf seinen Wunsch auf die nicht beschädigte
"Bjädowi" gebracht. "Donskoi" läuft allein weiter und die Torpedoboote
verschwinden.
Während einer späteren Kriegsgerichtsverhandlung
gibt Kommandant Baranow der "Bjädowi" zu Protokoll beim Anbordnehmen
des Admirals von ihm gefragt worden zu sein, ob er auch keine weiße
Flagge an Bord habe. Der Kommandant verneinte. Die "Bjädowi" kann zwar 26 Knoten
laufen, läuft aber nur 12 - um Kohlen zu sparen. Der Stabschef
hat dem Signalgast aber bereits gesagt, er solle eine weiße Flagge
bereitlegen. Als dieser sich weigert und fragt, wer das befohlen habe, erfährt
er, dass der Befehl vom Admiral käme. Gegen Mittag tauchen japanische
Zerstörer auf. "Befehlsgemäß" hält Kommandant Baranow
12 Knoten. Die eskortierende "Grosni" fragt, was man wegen der japanischen
Verfolger tun soll. "Bjädowi" ordnet an, mit Höchstgeschwindigkeit
nach Wladiwostok zu gehen und reagiert dann nicht mehr auf die Signale
von "Grosni". "Grosni" will den Admiral nicht im Stich lassen und nimmt
selbstständig Gefechtsposition hinter "Bjädowi" ein. Plötzlich
beobachtet "Grosni" wie am Top von "Bjädowi" eine weiße Fahne
gehisst wird, dazu das internationale Signal "Habe Schwerverwundeten an
Bord" (rotes Kreuz). Diese Kapitulation erfolgte, selbstverständlich,
auf Anweisung des Admirals. Der hatte, als man fragte ob man kapitulieren
soll, zwischen Krämpfen und Koma mit dem Kopf genickt! Das genügte den anderen Beteiligten alle Verantwortung später auf ihn zu
schieben. Die "Grosni" dreht ab, schießt in einem verbissenen Kampf
einen Verfolger zusammen und erreicht wie oben beschrieben Wladiwostok.
Als die Japaner heran sind, verlangsamt die "Bjädowi" weiter ihre Fahrt.
Der Admiral wacht auf und fragt warum das Schiff stoppt. Der einzige anwesende
Offizier tut, als hätte er ihn nicht gehört. Der Admiral stammelt
unter Schmerzen "Wenn wir nicht das Feuer eröffnen, werden wir alle Gefangene".
Als dann die Maschinen stoppen ruft der Admiral "Wenn wir nicht kämpfen
können, müssen wir fliehen". Der Offizier meldet ihm jetzt, dass die
"Bjädowi" kapituliert. Der Admiral ist aber wieder ohnmächtig.
Einige Offiziere befehlen dem Obermaschinisten das Schiff mit Mann und
Maus zu sprengen, er wird noch rechtzeitig gestoppt. Die Japaner schleppen
die "Bjädowi" nach Sasebo. Dort retten japanische Ärzte in einer mehrstündigen Operation das Leben Rojestwenskis.
Admiral Togo besucht später seinen Gegner im Lazarett. Er sagt zu Rojestwenski:
"Die Niederlage ist ein Los das uns alle treffen kann. Und niemand braucht
sich dessen zu schämen. Nein, es kommt nur darauf an ob wir unsere
Pflicht getan haben. In den zwei Tagen in denen die Schlacht getobt hat,
haben Sie mit ihren Leuten eine bewundernswerte Leistung vollbracht. Ich
möchte Ihnen meine Hochachtung und mein Beileid aussprechen. Hoffentlich
erholen Sie sich bald wieder." Rojestwenski antwortete: "Ich danke Ihnen,
dass Sie zu mir gekommen sind. Ich schäme mich nicht mehr von Ihnen
besiegt worden zu sein." In der Seeschlacht von Tsushima am 27/28.05.1905
bleiben einige hundert japanische und 4.550 russische Matrosen auf
See.
Die Statue von Admiral Hiehachiro Togo vor
seinem ehemaligen Flaggschiff der Mikasa.
(Marnebasis Yokosuka, Japan. Picture by US DoD)
Zur Schlacht selbst: Die gezielt provozierte Bewegungsschlacht in
der Strasse von Tsushima ist durch mehrere taktische Fehler zu Ungunsten der
Russen verlaufen.
-
der Formationsfehler zu Beginn der Schlacht
Der Formationsfehler war eine Folge der mangelnden Übung der russischen
Flotte im Manövrieren (Bewegung in der Formation) und Evolutionieren
(Wechsel in eine andere Formation). Diese Mängel lagen nicht in der
unmittelbaren Verantwortung des Geschwaderchefs. Er musste, ohne je mit
Schiffen und Mannschaften geübt zu haben, auf eine 20.000 Meilen Reise
gehen und konnte wegen der Gefahr japanischer Angriffe und der unsicheren
Kohlenversorgung in den nächsten Häfen keine Kohle für Manöver vergeuden. Der
Fehler ist also ein politischer Fehler der russischen Führung.
-
der starre Kurs Richtung Wladiwostok
Bedingt durch die dem Admiral bekannten Mängel im Manövrieren
hatte er nicht genug Vertrauen in seine Kommandanten. Er wusste nicht ob
schnelle und zahlreiche Manöver, wie sie Togo durchführte, die
russische Flotte nicht, ohne einen Treffer erhalten zu haben, völlig
zersprengen würde. Er konnte auch nicht sicher sein, ob sein eigener
Ausfall während komplexer Manöver nicht wegen der mangelnden
Initiative der anderen Führungsoffiziere zum selben Resultat führen
würde. Da die Hälfte der russischen Schiffe zudem über keine funktionierenden
Funkanlagen verfügte, musste das Manövrieren zudem nur mit optischen
Signalen erfolgen. Ein weitere Punkt ist der im Gefecht nicht kalkulierbare
Kohlenverbrauch (ein Schiff mit zerstörten Schornsteinen benötigt
z.B. fast doppelt soviel Kohle für die gleiche Strecke wie ein Unbeschädigtes)
erlaubte dem Admiral keine weitläufigen Umfassungsmanöver.
War eine Folge des Zarenbefehls Admiral Nebogatov und seine "Selbstersäufer"
mitzunehmen und der haarsträubenden Weisung bestimmte Transporter
mit nach Wladiwostok zu führen, da dort eine ausreichende Versorgung
über die Transsibirische Eisenbahn nicht gewährleistet werden
konnte. Gebunden an die langsamen Küstenpanzerschiffe und die Transporter
musste sich Rojestwenski von Togo so zwangsläufig ausmanövrieren lassen. Auch
hier ist der Fehler politischer Natur - wenn sich auch ein weniger
disziplinierter Admiral über diese Weisung hätte hinwegsetzen können.
-
das Schiessverfahren des "gezielten Einzelfeuers" und die mangelhafte Munition.
Die Russen schossen immer gezielt und beobachtet. Hochgeschwindigkeitsfeuer,
wie das der Japaner, kam bei ihnen nicht vor. Die russische Panzersprenggranaten
mit ihren Verzögerungszündern ließen aber eine Beobachtung
der Wirkung des eigenen Feuers nicht zu, da sie erst im Inneren der feindlichen
Schiffe, oder, aufgrund der beachtlichen Zahl an Blindgängern, gar
nicht explodierten. Die Folgen waren natürlich auch psychologischer
Natur: "Mikasa" lag ja lange Zeit im Feuer der russischen Schiffe, ohne
das eine Trefferwirkung beobachtet wurde. (Trotz der 40 Treffer auf "Mikasa").
Das Versorgungsproblem lag nicht in der Verantwortung Rojestwenskis. Verwertbare
Schlachtberichte aus den vorhergegangenen Gefechten der Admirale Witthöft
und Makarow, die dieses Problem eindeutig geschildert hätten, lagen ihm
nicht vor.
-
die Verwundbarkeit der russischen Schiffe
Lag im wesentlichen an den Konstruktionsschwächen (Tiefgang), der
ungünstigen Aufteilung der Abteilungen. Die russischen Panzerungen
erwiesen sich an den Kernpunkten wie den Türmen als durchaus haltbar,
konnten aber wegen des zu hohen Tiefgangs die Wassereinbrüche nicht
verhindern. Zum Schluss noch zwei weitere Meinungen:
In seinem Buch zur Seekriegsgeschichte von 1925 schreibt der deutsche
Admiral Meurer über die Ursachen der russischen Niederlage:
"Die zweite russische Flotte, der japanischen Hochseeflotte an Kampfkraft
auf dem Papier mindestens gleich, war ruhmlos untergegangen, weil sie weder
gut geführt, noch gut ausgebildet, noch todesmutig zum Einsatz des
Letzten entschlossen war. ...der Tag von Tsushima beweißt nur,
dass die Russen aus dem bisherigen Verlaufe des Seekrieges wie aus allen
früheren Seekriegen nichts gelernt hatten; jedenfalls nicht das Entscheidende,
dass zum Siege auf See der Geist des Angriffs und der Entschlossenheit
gehört, der allein den Erfolg verbürgt."
Zumindest der "Einsatz zum letzten" wurde in der obigen Gesamtdarstellung
wohl an zahlreichen Einzelbeispielen deutlich erwiesen. Die Führungsschwäche
auf russischer Seite ist hingegen eindeutig nachgewiesen. Hierbei handelt
es sich nicht direkt um einen Fehler des russischen Admirals, sondern eher
um ein strukturelles Problem. Weder die Ausbildung der russischen Offiziere,
noch die vorhandenen Kommunikationsmittel waren geeignet, um schnelle, reibungslose
Führungswechsel und Eigeninitiative zu gewährleisten.
Neville T. Kirk folgert:
"...Mit bemerkenswertem Scharfsinn eigneten sich die führenden
Köpfe in der japanischen Marine nicht nur die Lehren von drei Jahrhunderten
Seekriegsführung im Westen an, sondern überflügelten tatsächlich
viele westliche Denker in der Entwicklung von Marinewaffen und strategischen
und taktischen Konzepten. In der Strategie zeigten sich die Japaner als
Meister der Konzentration, besonders in der Niederkämpfung feindlicher
Teilstreitkräfte. ... Sie hielten ihre Schiffe zusammen und exerzierten
fortgesetzt in Evolutionen und Schiessübungen und waren mit dieser
ihrer Seemacht darauf vorbereitet das russische Ostseegeschwader zu besiegen,
als es ankam. Im taktischen Bereich erkannten die Japaner früh den
größeren Wert der Kiellinie und des Breitseitenfeuers. Indem
sie Geschwindigkeit und Beweglichkeit ausnutzten, hatten sie im allgemeinen
Erfolg damit, die feindlichen Formationen aufzubrechen und eine überlegene
Feuerkraft gegen die aufeinander folgenden Teile der feindlichen Flotte
zu erreichen. In Übereinstimmung mit dem von Nelson bei Trafalgar
siegreich demonstrierten Prinzip, operierten sie in halb selbständigen
Divisionen, um große Beweglichkeit in der Schlacht zu erlangen und
um einem Teil der Flotte zu erlauben, zu jeder Zeit auf kürzestem
Wege vorzugehen zu dem Punkt, wo er am meisten gebraucht wurde.
Admiral Togos Flaggschiff, die Mikasa (Picture by Loren
Bellinger)
| Ü |
Frank Thiess, Tsushima. Geschichte eines Seekrieges |
| Ü |
Richard Hill, Der Krieg der Panzerschiffe, Brandenburgisches Verlagshaus |
| Ü |
Fotos der zerstörten russischen Schiffe in Port Arthur unter: http://jove.prohosting.com/~sinking |
| Ü |
Spezifikationen und Fotos der Schiffe der
ersten Division - "Suworow", "Alexander III.", "Borodino" und Bilder der schweren
Schäden auf dem einzigen überlebenden Schiff der ersten Division
"Orel", finden sie hier: http://www.warships1.com/RUSpbb19_Borodino.htm |
| Ü |
Eine Auswertung der technischen Dokumentation von Art
und Wirkung der verwendeten Waffen und Entfernungsmesser wurden von den
Analysten John Campbell (1979) und D.K. Brown (1996) aufgestellt. Eine
Zusammenfassung von deren Auswertungen findet sich in englischer Sprache
unter: http://www.gwpda.org/naval/rjwargun.htm |
| Ü |
Die "Mikasa" ist der einzige überlebende
Predreadnought,
der noch heute zu besichtigen ist. Das Flaggschiff Togos liegt heute in Yokosuka, Japan als Museumsschiff vor Anker: Besucherinformationen der
Mikasa-Vereins: (Phototour, Geschichtliche Informationen etc. sind über
die etwas unglücklich positionierten Links in dem unteren Teil der
folgenden Seite zu erreichen) http://www.city.yokosuka.kanagawa.jp/e/mikasa/index.html |
| Ü |
einige weitere Fotos: http://www.geocities.com/hauptmann6/Mikasapics/Mikasapics.html |
Text und Grafiken von Wolf Werther. |